Beiträge von boccaccio

    Hallo Thorben,


    wieder mal eine tolle Darstellung und natürlich auch ein toller Fund aus dem "tropischen" Essen! Thomas hatte mir letzte Woche schon geschrieben, daß er da etwas Seltenes gefunden habe und wollte davon eigentlich gestern beim virtuellen APR-Treffen berichten, aber irgendwie ist das dann unter den Tisch gefallen.


    Björn

    Lewia infectoria (Fuckel) M.E. Barr & E.G. Simmons 1986


    Synonyme: Alternaria infectoria E.G. Simmons, Pleospora infectoria Fuckel

    Fundort: Ruhraue Mülheim an der Ruhr, NRW, Deutschland, 4.1.2021


    Pseudothecien schwarz, oft in Reihen wachsend

    Sporen (19-22 ) µm x (7-8) µm, mit 5 transversen Septen und einer longitudinalen Septierung der mittleren Zellen, äußere Zellen nicht längsseptiert, mit Schleimhülle

    Asci 8-sporig, keine Reaktion mit Lugol oder Kongorot


    Anamorphe oberflächlich wachsend, Konidien (35-40) µm x 10 µm

    Habitat: Auf abgestorbenen Gräsern


    Teleomorphe


    Anamorphe


    Björn

    Hi Stephen,


    that smut sounds like an interesting find! I don't have any particular literature on smuts in the Mediterranean area, but a quick Google search revealed that there are at least three rusts on Lygeum. One species of Ustilago that seems to infect the flowers and two species of Tranzscheliella that form like a brown band of spores around the stem of the grass.


    Björn

    Hi Stephen,


    welcome to the forum! Since you have a background in botany, you might also give phytoparasitic fungi like smut fungi, rust fungi, powdery and downy mildews a try. Usually, the toughest part in identifying these fungi is the correct identification of the host plant which narrrows things down to a few fungi that occur on a given plant genus/species. As phytoparasitic fungi are not the most popular fungi (so far), there is usually a good chance of finding something new and rare and, furthermore, they get all the water they need from their host plants, so no need to wait for rain (which can be rare in Malta I suppose).


    Björn

    Hallo zusammen,


    nach der beliebten Reihe "Dreierlei" vom Schaf ist es jetzt mal Zeit für einen Beitrag über die Kuh. Am 4.1. habe ich mir von den Ruhrauen in Mülheim an der Ruhr ziemlich frischen Kuhdung mit nach Hause genommen (älteres Material war leider nicht vorhanden und ich hatte nur die Wahl zwischen frischem Dung und Dung, der noch in der Kuh war :-D).


    1. Schon im Feld zeigten sich die ersten Bewohner in Form von Cheilymenia granulata, die aber entweder aufgrund der frostigen Witterung oder aber wegen der Frische des Fundes noch nicht reif waren. Zu Hause in der guten Stube reiften dann aber auch noch Fruchtkörper mit Sporen nach.


    2. Auf frischen Dung gehören am Morgen natürlich auch Pillenwerfer wie dieser Pilobolus kleinii


    3. Einen Ascobolus konnte ich auch entdecken. Insgesamt gab es zwei Fruchtkörper, von denen einer aber einen vorzeitigen Sporenerguß hatte. Der andere ließ sich dann aber bereitwillig mikroskopieren und war mit Riesensporen schnell als Ascobolus immersus identifiziert.


    4. Weiter geht es mit einem Schizothecium. Das ist zusammen mit Podospora ja nun wirklich nicht meine Lieblingsgattung...aber es hilft ja nichts. Sporen messen (25-27) µm x (14-16) µm, das Pedicel (9-10) µm x (2-3) µm. Die Perithecien waren nur mit den charakteristischen, dreieckigen Schuppen bedeckt, sonst gab es keine Haare. Damit würde ich Schizothecium conicum für einen heißen Kandidaten halten.


    5. Aktuell dann Iodophanus carneus in rauen Mengen


    6. Und heute morgen dann ganz frisch eine Sporormiella. Die Sporen messen (51-57) µm x (10-12) µm, die Keimspalten sind parallel, die Asci scheinen unten einen langen, dünnen Stiel zu haben. Insgesamt lande ich da bei Sporormiella grandispora.


    Björn

    Hallo Pablo,


    dein Leptosporomyces sieht makroskopisch in der Tat schon ziemlich anders aus. Quasi das Inverse zu meinem mit weißer Fruchtschicht und gelben Rhizomorphen statt gelber Fruchtschicht und weißen Rhizomorphen...


    Bei Nr. 4 habe ich noch mal reingeschaut und konnte in der Tat hier und da angeschwollene Hyphen im Subikulum entdecken:


    Björn

    Hallo zusammen,


    der Physiker, der mit solchen Dingen hantiert, hat halt meistens eine mathematische Formel, die das ganze beschreibt. Das ist dann viel präziser als alle Worte. Von daher tue ich mich mit Beschreibungen von Formen, die über kreisrund hinausgehen, auch meistens eher schwer und bevorzuge ein Bild. Das oben verlinkte Bilt läßt dann nämlich z.B. auch erkennen, daß die Sporen oft nicht entlang der Längsachse symmetrisch sind, sondern daß vielmehr eine Längsseite eher gerade ist, während die andere eben ei/keulenförmig ausgebuchtet ist.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Sonntag Morgen lag zwar ein bißchen Schnee, aber es hat mich dann trotzdem raus in den Stadtwald gezogen. Wenn man da einfach genug Totholz umdreht, findet man irgendwann doch ab und zu mal einen Pilz ;)


    1. Den Anfang macht dieser Rindenpilz an Laubholz. Schnallen sind vorhanden, Basidien 4-sporig mit Basalschnalle, Zystiden habe ich keine gesehen. Die Sporen messen (3.7+-0.2) µm x (2.2+-0.2) µm, Q=1.7+-0.1, bzw. (3.3-4.1) µm x (1.9-2.6) µm, Q=1.4-2.0. Auffällig sind die Rhizomorphen. Der Fruchtkörper hat mit KOH nicht verfärbt. Könnte das Leptosporomyces mutabilis sein?


    2. Stereum rugosum


    3. Hypocrea gelatinosa


    4. Noch ein Rindenpilz. An Quercus, Schnallen vorhanden, Zystiden keine gefunden, Basidien 2-4-sporig mit Basalschnalle, Sporen (4.5+-0.3) µm x (2.8+-0.3) µm, Q=1.6+-0.1, (3.8-5.1) µm x (2.4-3.4) µm, Q=1.3-1.9. Es fehlt mir eine rechte Idee...


    5. Zur Abwechslung mal ein Porling an Fagus sylvatica. Geruch auffallend fruchtig, sehr angenehm. Schnallen vorhanden, Zystiden nicht beobachtet, Basidien 4-sporig mit Basalschnalle, Hyphenenden teilweise inkrustiert, monomitisch. Sporen (4.8+-0.5) µm x (2.2+-0.1) µm, Q=2.1+-0.2, (3.9-5.8) µm x (2.0-2.5) µm, Q=1.8-2.5. Ich tendiere zu Ceriporiopsis gilvescens. Was meint ihr?


    6. Paranectria oropensis an Lepraria sp.


    7. Die Anamorphe von Pleospora vitalbae an Clematis vitalba


    8. Hypholoma fasciculare wuchs auch


    9. Und Ischnoderma resinosum


    Björn

    Hallo zusammen,


    ja die Anfrage bezog sich natürlich auf die beiden kleinen Kügelchen und nicht auf den Algenmatsch drumherum. Der wäre mit Chlorophyll in den Zellen im Mikroskop ja auch schnell aufgefallen. Calomyxa sieht in der Tat ziemlich gut aus, wenn ich mit der Beschreibung vergleiche. Die meisten Mikrobilder sind schon mit Ölimmersion gemacht, aber wenn ich mir das dann in voller Auflösung anschaue, kann ich in der Tat ein ganz feines Ornament erkennen - so von der Marke: Wenn man weiß, daß es da ist, erkennt man es und sonst sieht man es nicht. Schade, daß die Peridie schon ziemlich ramponiert war und ich jetzt keine weiteren Fruchtkörper habe.... da hilft wohl nur in Zukunft weiter fleißig Moos pflücken :D


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich an der Ruhr unterwegs und habe an einem Holunderstrauch auch einen Zwischenstopp für die Suche nach Octospora affinis eingelegt. Die Suche war erfolgreich, förderte aber auch einen Schleimpilz zu Tage, der es sich unter einem der Moospolster am Strauch gemütlich gemacht hatte. Leider gab es nur zwei winzig kleine Fruchtkörper, von denen einer schon halb zermatscht war. Aber vielleicht haben die Experten hier trotzdem eine Idee?


    Die Sporen messen (10.0-11.7) µm, bzw. (10.8+0.4) µm. Das Capillitium ist braun, glatt und nicht verzweigt. An zwei Stellen war auch eine Verdickung zu finden (davon leider kein Foto). Kalk habe ich keinen beobachtet.



    Björn

    Hallo Claudia,


    große Schneemengen sind hier in Duisburg und Umgebung die absolute Ausnahme. Selbst wenn es mal schneit, ist das dann in der Regel auch nach einer Woche alles wieder weg. Wobei so eine Zwangspause vielleicht auch mal ganz gut wäre. Hier liegen immer noch viele Phytoparasiten-Belege verstreut im Arbeitszimmer rum und warten darauf, daß sie einsortiert werden...


    Björn

    Hallo zusammen,


    der Spaziergang war zum Glück nur an der Ruhr und nicht mit der Ruhr ;) Sonst wäre ich wahrscheinlich auch nicht ganz so weit gekommen.


    Die Setae von Hymenochaete rubiginosa sollte man übrigens im Prinzip schon mit der 10fach-Lupe erkennen können, wenn man da entsprechend seitlich auf die Fruchtschicht schaut.


    Björn

    Hallo Nobi,


    Sachen gibt es... muß man bei diesem Käfer dann auch eine Präparation des Genitalapparats zur sicheren Bestimmung durchführen? Sowas machen Käferfreunde ja durchaus schon mal :D Ansonsten fürchte ich, daß die konzentrierte Schwefelsäure dem Käfer weniger gut bekommt als dem Phellinus :D


    Björn

    Hallo Sandra,


    die Gallertpilze sind eigentlich fast alle sehr hübsch im Mikroskop. Nur Judasohren taugen nichts... die sind einfach zu zäh, um da ein gescheites Präparat zu erstellen.

    Ansonsten ist mein Mikroskop aber unverkäuflich ;) Aber von dem Bambus habe ich ein paar Blätter als Beleg mitgenommen, den kann ich gerne auch zur nächste Phytotagung mitbringen und verteilen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    oh ja, jetzt sehe ich den Fisch auch. Kann man den essen? :D Ich finde es ja interessant, daß Leute als erste Reaktion auf Pilze immer die Frage nach der Eßbarkeit stellen. Das habe ich jetzt am Sonntag sogar bei Kindern im Kindergartenalter, die ganz neugierig waren, was ich da im Wald suche, festgestellt. Das geht Leuten, die Käfer oder Pflanzen suchen, sicherlich anders.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Sonntag war ich wieder in Essen unterwegs, diesmal vom Hespertal runter zum Baldeneysee und von dort dann bis Essen-Kupferdreh. Das Hespertal ist gerade im Winter immer einen Besuch wert, weil man dort den einen oder anderen spannenden Ascomyceten finden kann. Dene Anfang macht aber ein Basidiomycet:


    1. Phellinus an Weide. Sporen messen (4.6+-0.3) µm x (3.9+-0.2) µm, Q=1.2+-0.1 bzw. (4.1-5.1) µm x (3.4-4.5) µm, Q=1.1-1.3 und sind nicht dextrinoid. Die Setae sind relativ lang, so daß ich den Fund gerne als Phellinus conchatus ablegen möchte. An der Stelle auch noch ein Tipp zum Mikroskopieren von Phelllinus: Die sind ja durchaus sehr zähe Zeitgenossen und KOH zum Lösen der Strukturen hilft nicht, weil dann alles ganz dunkel wird. Was aber sehr gut funktioniert ist das Mikroskopieren in konz. Schwefelsäure. Die verfärbt nichts, löst aber gleichzeitig alles in angenehm kleine Stücke.

    Ohne Schwefelsäure:

    Mit Schwefelsäure


    2. Sarcoscypha coccinea mit glatten Haaren.


    3. Myxarium nucleatum


    4. Nectria cinnabarina


    5. Das würde ich wegen der Basidien für eine Phlebiella halten. Die Sporen messen (4.7+-0.3) µm x (3.2+-0.2) µm, Q=1.5+-0.1 bzw. (4.3-5.1) µm x (2.8-3.7) µm, Q=1.3-1.6. Mit KOH färbt der Fruchtkörper braun-violett-dunkelrot. Für Phlebiella vaga sind die Sporen ja etwas klein geraten, aber die anderen Arten passen auch nicht besser. Ein Fall für Pablo...


    6. Mal wieder eine unreife Athelia an Flechten


    7. Auricularia auricula-judae


    8. Scytinostroma hemidichophyticum


    9. Colletrotrichum trichellum an Efeu


    10. Octospora affinis ex Orthotrichum affine


    Björn