Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil meines Berichts aus Karls Wohnzimmer. Die Erdzungen lassen weiter auf sich warten....


    1. Aber die Saftlinge legen los. Cuphophyllus virgineus


    2. Gliophorus psittacinus


    3. Die Koniks im Gebiet leisten natürlich auch ganze Arbeit: Psilocybe fimetaria


    4. Poronia punctata, hier auch mal in anamorpher Form


    5. Clavaria argillacea


    6. Byssonectria fusispora


    7. Russula sanguinaria


    8. Cortinarius croceus


    9. Hier hatte Karl im Feld gesagt, daß das Entoloma turbidum sein könnte, wenn am Stiel keine Kaulozystiden sind. Der Stiel ist aber sehr haarig und die Sporen sind mit 10.1+-0.4 x 7.5+-0.3, Q=1.3+-0.1, 9.4-10.7 x 7.2-8.1, Q=1.2-1.5 auch deutlich zu groß. Damit komme ich aktuell zu keinem Ergebnis...

    Huthaut ohne Schnallen, mit inkrustiertem Pigment

    Stiel

    Basidien 4-sporig mit Basalschnalle, keine Cheilozystiden

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    10. Sarcodon squamosus


    11. Clavulinopsis corniculata f. bispora


    12. Eigentlich gibt es im Gebiet keine Prunus serotina, aber eine Pflanze streckte ihre fleckigen Blätter dann doch durch den Zaun: Miricatena prunicola. Wahrscheinlich nicht selten, aber bis dato gab es noch keine Nachweise in Deutschland


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag hatte Karl W in sein Wohnzimmer eingeladen und so ging es dann gemeinsam mit JanMen und coprinusspezi ins Depot. Wie nicht anders zu erwarten, war es wieder mal eine großartige Tour bei der es Pilze in Hülle und Fülle gab. Inbesondere die Erdzungen liefen zur Hochform auf, so daß sie hier im ersten Teil des Berichts gar keinen Platz finden und ihren eigenen Beitrag bekommen werden.


    1. Direkt am Parkplatz ging es schon los: Tricholoma cingulatum


    2. Lactarius controversus


    3. Lepiota echinella


    3. Neottiella rutilans


    4. Clavaria greletii


    5. Ein namenloses Keulchen mit langem, dünnen Stiel


    6. Ascocoryne albida


    7. Entoloma infula. Sporen messen 8.0+-0.8 x 5.8+-0.4, Q=1.4+-0.1, 6.7-9.4 x 5.4-6.6, Q=1.2-1.6, Basidien 4-sporig mit Basalschnalle

    IMG_0001.JPG


    8. Clavaria krieglsteineri


    9. Pseudaleuria fibrillosa


    10. Lycoperdon utriforme


    11. Simocybe haustellaris, die Hans anschleppte, während wir einen mageren Streifen nach Keulchen absuchten


    12. Und wenn man für die Simocybe niederkniet, kann man ja auch direkt den nächsten Pilz finden, damit sich das auch lohnt: Lamprospora miniata var. ratisbonensis


    13. Laetisaria fuciformis


    14. Entoloma sericellum. Sporenmaße: 9.4-11.1 x 6.2-8.1, Q=1.3-1.6


    15. Phyllotopsis nidulans

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    16. Hypholoma elongatum. Bei ganz jungen Exemplaren sind die Lamellen hell, so daß man erstmal gar nicht an einen Dunkelsporer denken würde.


    17. Eine Entoloma, die wahrscheinlich Entoloma conferendum ist, die Karl aber zur Sicherheit auch noch eingesteckt hat.


    18. Melampsoridium betulinum ex Betula sp.


    Björn

    Hallo Pablo,


    die Saftlinge hatte ich nicht eingesteckt (im H. conica-Aggregat mag ich eigentlich nicht trennen...). So klein waren die Fruchtkörper aber auch gar nicht, die hatten das gewohnte conica--Format.


    Björn

    Hallo Matthias,


    echte Mehltaue sind in der Tat sehr hübsch im Mikroskop - zumindest, wenn man die richtige Menge Druch anwendet, so daß sie sich sanft wie Pacman öffnen. Drückt man etwas zu fest, hat man ganz schnell nur noch unansehnlichen Mehltaubrei :D


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier kommt der zweite Teil meines Berichts vom Peringsmaar.


    1. Eine Entoloma mit am Rand etwas gerieftem Hut und leichtem Buckel. Deutlicher Mehlgeruch. Schnallen sind vorhanden, Zystiden fehlen, Sporen messen 7.8-8.9 x 6.1-7.5, Q=1.1-1.3, bzw. 8.3+-0.3 x 6.9+-0.3, Q=1.2+-0.1. Die Elemente der Huthaut sind auffallend kurz. Kann ich den als Entoloma vindobonense ablegen?


    2. Hier bin ich unschlüssig. Es war eine Subgleba vorhanden, bräunlich. Sporen leicht warzig, 3.6-4.5 µm Durchmesser bzw. 4.2+-0.2 µm. Pedicel sehr kurz, um 1 µm. Capillitium ohne Septen, mit zahlreichen Poren. Der einzige Bovist, der überhaupt in Frage käme ist B. aestivalis, aber da sind die Sporen zu groß. Bei Lycoperdon lande ich dann am ehesten bei L. lividum. Kann das passen?


    3. Pluteus salicinus


    4. Sieht auf den ersten Blick wie ein klarer Fall aus: Encoelia furfuracea. Haken: Die Erscheinung wäre sehr früh im Jahr und das Substrat war Salix. Kann Encoelia furfuracea das auch?


    5. Inonotus radiatus


    6. Phragmidium sanguisorbae ex Sanguisorba minor

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    7. Erysiphe platani ex Platanus sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    an Allerheiligen haben wir eine Exkursion in ein für uns neues Gebiet gemacht: Das Peringsmaar bei Bedburg. Hierbei handelt es sich um ein Rekultivierungsgebiet des Braunkohlebergbaus, in dem es einen künstlichen See (das Peringsmaar), etwas Wald, Wiesen und eine sehr interessante, magere Sandfläche im Süden des Gebietes gibt. Wie nicht anders zu erwarten gab es einige interessante Pilzfunde, die ich hier vorstellen möchte.


    1. Cercospora beticola ex Beta vulgaris


    2. Diatrype bullata an Salix


    3. Claviceps purpurea ex Lolium perenne


    4. Bei diesen kleinen Bovisten lande ich bei Bovista pusilla.


    5. Hygrocybe conica


    6. Thelephora terrestris


    7. Auf der Sandfläche standen vereinzelt junge Kiefern unter denen sich auch Rhizopogons finden ließen. Die Peridie färbt sich mit KOH rötlich, mit Eisensulfat grünlich. Die Gleba färbt mit beiden Reagenzien nicht. Sporen messen 7.5-9.1 x 2.6-3.4, Q=2.4-3.2, im Mittel 8.2 x 2.9, Q=2.8. Bei der Beurteilung der Peridie tue ich mich schwer, würde das aber am ehesten für den Roseolus-Typ halten. Rhizomorphen bedecken nicht den ganzen Fruchtkörper. Junge Basidiolen sind dickwandig. Mit der Monographie von Paz Martin und der Funga nordica landet ich dann bei R. roseolus. Mit Montecchi und Sarasini kommen R. vulgaris, R. roseolus und R. marchii in die engere Auswahl, wobei R. marchii und R. vulgaris von der Sporengröße und -form besser passen. Insgesamt fehlt mir in der Gattung aber die Erfahrung. Kann da jemand weiterhelfen? Tricholomopsis

    Peridie


    8. Laccaria proxima


    9. Octospora humosa


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag war ich endlich mal wieder im Duisburger Landschaftspark unterwegs. Durch die feuchte Witterung gab es dort ein doch recht ergiebiges Pilzwachstum zu bestaunen, das ich Euch hier zum Teil zeigen möchte.


    1. Etwas aus der Helvella lacunosa-Ecke


    2. Cyathus olla


    3. Bovista tomentosa


    4. Pulvinula constellatio


    5. Ein Rötling mit deutlichem Mehlgeruch und durchscheinend gerieftem Hut. Sporen messen 7.8+-0.5 x 6.9+-0.5, Q=1.1+-0.1 bzw. 6.6-8.5 x 6.1-7.6, Q=0.9-1.2. Basidien 4-sporig mit Basalschnalle. Elemente der Huthaut bis um 170 µm lang, so daß ich hier bei Entoloma sericeum auskomme.


    5. Arrhenia rickenii


    6. Phragmidium potentillae ex Potentilla argentea


    7. Gamundia striatula


    8. Erysiphe penicillata ex Alnus glutinosa


    9. Phyllactinia corni ex Cornus sanguinea


    Björn

    Hallo zusammen,


    am vergangenen Samstag waren wir auf einer vom BUND gepachteten Obstwiese in Bochum und haben dort eifrig Pilze kartiert. Ein paar der Funde habe ich auch fotografisch dokumentiert und möchte sie hier vorstellen.


    1. Phragmidium tuberculatum ex Rosa sp.


    2. Puccinia menthae ex Origanum vulgare


    3. Entoloma hebes


    4. Leucocybe connata, links erkennt man wie sich die Lamellen mit Eisensulfat ins Violette verfärben


    5. Bryoscyphus rhytidiadelphii


    6. Lepiota ochraceofulva

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    7. Lachnella villosa


    8. Belonidium sulphureum


    9. Marchandiomyces aurantiacus


    10. Eine Galerina ohne Schnallen, mit viersporigen Basidien und Sporen von 11.7-13.6 µm, also Galerina clavata


    11. Laccaria laccata var. pallidifolia


    Björn

    Hallo zusammen,


    ja wir hatten in der Nacht vor der Exkursion im Exkursionsgebiet den ersten Nachtfrost. Zwar nicht besonders viel, aber Frost ist Frost. Ob das dann auch einen Einfluß auf die Sporengröße gehabt haben kann?

    Der Frost ist natürlich auch für die Leptonien-Bestimmung nicht gerade hilfreich und wahrscheinlich muß man sich einfach angewöhnen, daß man nach frostigen Nächten die ganzen kritischen Gruppen wie Entoloma und Inocybe direkt im Gelände stehen läßt und sich an den übrigen Pilzen erfreut.


    Björn

    Hallo Felli,


    ich habe jetzt mal versucht, die Kugeln in Bewegung zu erwischen. Wenn ich mir den Dung mit der 10fach-Lupe anschaue, erkenne ich keine Bewegung. Da sind die mutmaßlichen Amöben wohl zu langsam. Und nachdem ich sie unters Deckgläschen gequetscht habe, sind sie wohl zu tot zum Bewegen. Irgendwas ist halt immer :D


    Björn

    Hallo zusammen,


    zweisporige Basidien sind mir jetzt zwar nicht unmittelbar ins Auge gefallen, aber ich hatte da natürlich auch nicht gezielt nach gesucht...


    Zur Entoloma hat sich Machiel Noordeloos auf Facebook folgendermaßen geäußert:

    Zitat

    E rhodopolium ss lato: a hell of a group, several species, hard to tell apart

    Björn

    Hallo Nobi,


    wieder einmal vielen Dank für Deine ausführlichen Rückmeldungen zu meinen Funden und Bestimmungsversuchen. Dank Dir und Lundqvist werde ich ja sogar langsam mit der Gattung Podospora warm - egal wie die einzelnen Arten nun gerade benannt werden. Das ist ja auch das schöne an der botanischen Nomenklatur. Egal welcher der synonymen Namen verwendet wird, man kriegt dank Datenbanken wie Index Fungorum immer leicht raus, was damit gemeint ist. Und DEN gültigen Namen gibt es in diesem Sinne ja sowieso nicht, nur einen mehr oder weniger verbreiteten Konsens, welcher Name gerade am sinnvollsten erscheint.


    Mittlerweile hat Podospora anserina auch noch mal nachgelegt und ich konnte einen halbwegs reifen Fruchtkörper ablichten und schlachten:


    Und dann sind da überall auf meiner Probe noch sehr kleine (~30 µm) große, hyaline Kügelchen. Die sitzen an Fasern im Dung, aber auch an anderen Pilzen und sehen dann im Mikro so aus:

    Irgendeine Idee, was das sein kann?


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil meines Berichts von der APR-Exkursion in die Borkenberge. Hier folgen jetzt die Arten mit größeren oder kleinere Fragezeichen.


    1. Ein Bovist mit Sporen von 3.5-4.7 µm, ohne Pedicel, Capillitium mit zahlreichen Poren. Damit bleiben grundsätzlich nicht mehr viele Arten übrig und mit dem Standort in der Heide kommen nur noch B. aestivalis und B. furfuracea in die Endausscheidung. Ein zu Hause durchgeschnittener Fruchtkörper hat dann eine Subgleba offenbart, so daß ich bei B. aestivalis lande.


    2. Eine Tulostoma mit Sporen von 5.3+-0.3 µm, Capillitium an den Septen nicht verdickt. Den würde ich gerne als Tulostoma frimbriatum ablegen


    3. Eine Leptonie, die Jan-Arne mir in die Hand gedrückt hat....mit typischer Serrulatum-Schneide, ohne Schnallen, Sporen 8.2-10.0 µm x 6.0-7.1 µm, Q=1.2-1.5, im Mittel 8.8 x 6.6, Q=1.4. Dann bleibt wieder die leidige Frage nach den Farben. Auf den Fotos meint man wieder einen leichten Blauschimmer zu erkennen, aber im Feld war auch bei jungen Fruchtkörpern nicht unbedingt mit Sicherheit ein Blauton zu erkennen und konnte allenfalls erahnt werden. Ein weiterer Fall von Entoloma sp.?

    Lamellenschneide

    Huthaut

    Basidien

    Sporen


    4. Und dann noch eine Inocybe, die in an einer Stelle in großer Zahl wuchs. Der Boden war sandig, sauer und es wuchsen Kiefern als Begleitbäume. Alle Zystiden dickwandig mit Kristallschopf, Basidien 4-sporig, Geruch schwach spermatisch, Sporen 10.0-12.8 x 4.8-6.5, Q=1.7-2.3, bzw. 11.0+-0.8 x 5.5+-0.5, Q=2.0+-0.2, Cheilo- und Pleurozystiden messen 57-62 x 16-19 µm. Caulozystiden sind im oberen Stielbereich vorhanden, wobei ich allerdings nicht zu entscheiden vermag, ob das nun nur am obersten Zehntel oder am obersten Drittel der Fall ist. Bei einem jungen Fruchtkörper scheint es eher ein Drittel zu sein, bei den älteren Fruchtkörper eher nur ein Zehntel. Wenn ich dann mit der Funga Nordica schlüssel, lande ich bei der Sect. Tardae nirgendwo. Bei der Sect. Fibrillosae wäre Inocybe exilis oder Inocybe abjecta zumindest von der Sporengröße her passend. Die sind aber auf inocybe.org (noch) nicht vertreten, so daß mir da ein guter Vergleich fehlt und ich einfach mal Ditte um Rißpilzbeistand bitte.

    Lamelle

    IMG_8805.JPG

    IMG_8807.JPG

    Stiel oben

    Sporen


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe gerade noch mal die Huthaut meiner vermeintlichen Lepiota castanea in Ammoniak mikroskopiert. Das Pigment löst sich sehr schön und taucht alles in bräunliche Farbe. Also tatsächlich wie von Matthias schon vermutet L. boudieri und damit eine weitere Lepiota-Art für mich :)


    Björn

    Hallo zusammen,


    EDIT: Hat sich erledigt, meine Kollektion hat viel größere Sporen.


    sind das die gleichen, wie diese Kollektion hier, die ich auch gestern eingesammelt habe? Dann schau ich mal im Kühlschrank nach den Stielspitzen.



    Björn

    Hallo zusammen,


    nach dem ich vor 2 Jahren zum ersten Mal in den Borkenbergen, einem ehemaligen Truppenübungsplatz, der jetzt ein NSG ist, war, kam im letzten Jahr die Idee auf, dort mal mit der geballten Kompetenz des APRs eine Exkursion zu machen. Damals hat uns Corona leider einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber jetzt war es endlich so weit :)


    1. Coleroa circinans ex Geranium rotundifolium


    2. Eine Helvella, die Norbert noch untersucht.


    3. Bovista pusilla


    3. Glutinoglossum glutinosum mit flutschigem Stiel und Sporen von 63-81 µm, im Mittel 72 µm


    4. Hygrocybe miniata wuchs in rauen Mengen


    5. Clavaria falcata


    6. Suillus bovinus


    7. Rhizopogon luteolus


    8. Mycena epipterygia


    9. Neottiella rutilans. Hier ließ sich das Sporenornament auch mal sehr gut mit BWB in Milchsäure einfärben


    10. Um diese Clitocybe kümmert sich Jan-Arne


    11. Erdritterlinge mit Velum und Mehlgeruch


    12. Hygrocybe conica



    13. Geoglossum elongatum mit Sporen von 52-69 µm, im Mittel 61 µm


    14. Kann man sowas heute noch Helvella lacunosa nennen?


    15. Melanospora brevirostris auf Geopora sp.


    Björn