Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    es geht weiter mit dem Pferd!


    Eine Sporormiella mit 4-zelligen Sporen, die (39.5-45,5) µm x (7.2-8.1) µm messen, transversal septiert sind und leicht gebogene Keimspalten haben, womit ich bei S. australis lande. Geht ihr da mit?


    Ein zweiter Fruchtkörper hatte fast identische Sporenmaße von (42.4-47.0) µm x (7.2-8.7) µm. Hier sind die Keimspalten aber offenbar deutlich gerader. Paßt das trotzdem noch zu S. australis? Von den Sporenmaßen her kommt ja sonst nicht viel in Frage...


    Björn

    Hallo zusammen,


    Nr. 8 auf Erle ist ein Melampsoridium. Da gibt es zwei Arten, die sich über die Uredosporen trennen lassen. Dummerweise hat der Fund hier nur Telien (mit denen überwintert der Rostpilz), so daß eine Bestimmung auf Artebene nicht möglich ist. Wahrscheinlicher ist aber der Neomyzet M. hiratsukanum. Das einheimische M. betulinum findet man heutzutage fast nur noch auf Birke.


    Björn

    Hallo Ogni,


    das ist ein schwieriger Fall, so aus der Distanz. Auf deinen Fotos sieht man schon Basidien mit deutlichem Stiel aber eben auch Basidien, die ganz klar nicht gestielt sind. Was da jetzt in der Mehrheit ist? Da traue ich mir erstmal keine Aussage zu.


    Ansonsten hilft es bei dem Glibberzeug, wenn man die mit Kongorot anfärbt. Das saugen sie wie irre auf und danach hat man deutlich mehr Kontrast. Baumwollblau tut zum Teil auch erstaunlich gute Dienste. Und außerdem gilt hier: Quetschen, quetschen, quetschen. Dann kriegt man ein schön flaches Präparat, wo fast alle Elemente gut in der Schärfeebene liegen.


    Björn

    Im Zweifelsfall schießen Pilze ja bekanntlich wie Pilze aus dem Boden ;) Wenn natürlich weit und breit kein Stereum zu sehen ist, ist E. saccharina sicher die bessere Option. Ansonsten trockne einfach was davon und pack es zum Rest ins Päckchen.


    Björn

    Hallo Bernd,


    ich hab den Pilz selber noch nicht mikroskopiert und auch erst einmal bei der Phytotagung von Jule gezeigt bekommen. Aber viel gibt es da wohl nicht zu sehen. Sind halt nur sterile Hyphen. Ich weiß ja nicht, wie aktiv die Phytoparasitenkommunity in Litauen ist. Wenn es da wenige bis gar keine Leute gibt, die sich damit beschäftigen, kann ich mir gut vorstellen, daß der Pilz in der Vergangenheit einfach übersehen wurde. Ansonsten kann es natürlich auch sein, daß der Pilz, wenn er nicht gerade Sklerotien bildet, irgendwo durch den Boden hypht und da unentdeckt bleibt.

    Hallo Bernd,


    die Bestimmung aus Ehiingen ist aber unter Vorbehalt. Es ist halt nicht klar, ob C. rhizodes auch an anderen Pflanzen als Gräser geht. Müßte man sich wohl mal genetisch anschauen. Ansonsten findet man C. rhizodes wohl in der freien Wildbahn immer nur in Form von Sklerotien.


    Björn

    Hallo Bernd,


    ein Teil geht sogar schon auf die Entfernung:

    1. Zumindest die großen Flecken sind Rhopographus filicinus

    2. Ist eine Puccinia. Waren die Sporenlager auf der Blattober- oder unterseite? Ansonsten kriegt man den aber auch mikrokopisch ohne dieses Wissen raus.

    3. & 4. sieht nicht pilzlich aus, das sind wahrscheinlich Frostschäden.

    5. ist ein echter Mehltau. Mit hoher Wahrscheinlichkeit Podosphaera plantaginis, aber um Golovinomyces sordidus auszuschließen, muß man mikroskopieren.


    Björn

    Hallo zusammen,


    wenn das ein Gras wäre, wäre Ceratorhiza rhizodes ein heißer Kandidat dafür. Ob der aber auch andere Pflanzen befallen kann, weiß ich nicht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    zur Flechtenbestimmung noch eine kleine, grundsätzliche Anmerkung. Wenn man bei Flechten Farben mit der Literatur vergleicht, sollte man sich immer vor Augen halten, daß die Lichenologen Flechten im trockenen Zustand beschreiben und daß der feuchte Zustand im Zweifelsfall deutlich anders aussehen kann, weil z.B. tiefer liegende Algen durch die Pilzschicht durchscheinen.


    Björn

    Hallo Nobi,


    wieder mal vielen Dank für deine Bestätigung meiner Bestimmungen! Heute konnte ich dem Pferdeapfel dann auch noch eine weitere Art entlocken. 4-sporige Asci und Sporen von circa 21 x 13 µm führen mich sogar mit dem großen Doveri-Schlüssel unproblematisch zu Schizothecium tetrasporum.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei meinem Spaziergang in Haltern gestern lag an einer Stelle einige Pferdeäpfel auf dem Weg. Da muß man sich natürlich niederknien und mit der 10-fach Lupe ganz genau hinschauen. Und bingo: Es waren schon im Feld Dungpilze drauf zu finden.


    1. Sporen von (23.2-26.0) µm x (11.7-13.4) µm und sehr kleine Fruchtkörper, da landet man wohl zwangsläufig bei Ascobolus albidus


    2. Zwischen den Ascobolussen auch immer wieder orangefarbene, behaarte Apothecien. Glatte Sporen, unseptierte Haare, da lande ich bei Lasiobolus. Die Sporen messen (19.7-24.7) µm x (10.9-14.2) µm, Q=1.7-1.9 und die Haare sind unten bis zu 30 µm breit. Deshalb würde ich den gerne Lasiobolus ciliatus nennen und L. cuniculi ausschließen wollen. Gehen die Experten d'accord?


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern bin ich von Haltern aus durch die Westruper Heide gewandert und dann anschließend zwischen Halterner und Hullerner Stausee bis nach Sythen. Dabei gab es unterwegs auch den einen oder anderen Pilz zu bestaunen. Und auch wenn die erhofften Gitterroste an Wacholder nicht dabei waren, hat sich die Tour trotzdem gelohnt.


    1. Peronospora conglomerata ex Geranium sp.


    2. Tremella globispora auf Pyrenomyceten an Eiche


    3. Peronospora vernalis ex Spergula morisonii


    4. Velutarina juniperi an Juniperus communis


    5. Lachnum apalum an Juncus sp.


    6. Das sieht nach Stictis sp. an Juncus sp. aus


    7. Puccinia lapsanae ex Lapsana communis


    8. Ciboria amentacea an Alnus glutinosa


    9. Uromyces ficariae ex Ficaria verna


    10. Diesen Pyrenomyceten habe ich an Rubus fruticosus agg. gefunden. Sporen messen (8-9) µm x (2.5-3) µm und sind im sehr reifen Zustand offenbar einfach septiert. Apikalappartae mit Lugol blau und kongophil. Kann ich den trotz der etwas großen und z.T. septierten Sporen als Gnomoniella rubicola ablegen? EDIT: Anisogramma vepris scheint hier deutlich besser zu passen.


    Björn

    Hallo Bernd,


    ja, insgesamt wären natürlich schon die Pilze interessanter, die wir hier nicht haben. Wobei es für die eigentlichen Phytoparasiten, d.h. Rostpilze, Brandpilze, Echter Mehltau und Falscher Mehltau jetzt in Litauen vielleicht noch etwas zu früh ist, wenn da bis vor 2 Wochen dick Schnee lag. Alternativ ist Dung von diversen Pflanzenfressern natürlich auch immer gerne gesehen. Wer kann schon von sich behaupten, daß Scheiß aus dem Baltikum zugeschickt wurde :D


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich in der Westruper Heide in Haltern am See unterwegs. Ich hatte ja gehofft, dort schon die ersten Zeichen von Gymnosporangium auf Juniperus zu finden, aber das hat sich leider nicht bestätigt. Stattdessen gab es aber ein paar nette Cladonien. Mitgenommen habe ich nichts davon, also sind keine Tüpfeltests oder gar TLC möglich.


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    Björn

    Hallo zusammen,


    für den Karsteniomyces habe ich folgendes bei Hawksworth gefunden:


    Und falls Du Pilze von Litauen ins Ruhrgebiet schickst, leg gerne auch noch Phytoparasiten dazu. Die kriegen wir dann schon von Witten nach Duisburg :D


    Björn

    Hallo Ogni,


    kannst du noch mal mikroskopisch genauer reinschauen? Folgende Informationen wären hilfreich: Sind die Basidien gestielt (Myxarium-Typ) oder ungestielt (Exidia-Typ)? Sind Schnallen vorhanden? Wie sehen die Sporen aus und wie groß sind sie? Sporenabwürfe funktionieren bei dem Glibber eigentlich fast immer problemlos. Einfach auf einen Objektträger legen, abdecken und ein paar Stunden waren.


    Björn

    Hallo zusammen,


    da das Wetter am letzten Samstag sehr unbeständig war, habe ich mich nur zu einer kleinen Runde am Rhein entschließen können. Aber natürlich findet man auch dort bei starkem Wind und frischen Temperaturen noch Pilze.


    1. Peronospora alsinearum ex Stellaria media

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    In den Blüten findet man mit etwas Glück Oosporen. Leider habe ich etwas zu fest gequetscht und danach keine weiteren Oosporen mehr finden können


    2. Puccinia liliacearum ex Ornithogalum umbonatum


    3. Puccinia mirabilissima ex Mahonia aquifolium


    4. Gymnosporangium sabinae ex Juniperus Sect. Sabina

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    5. Prostecium pyriforme ex Acer pseudoplatanus


    6. Eine unbekannte Anamorphe auf Populus sp. Konidien messen (26-30) µm x (12.5-14) µm. Aus dem Bauch heraus würde ich das bei den Botryosphaeriaceaen verorten, aber da paßt leider erstmal nichts.


    Björn