Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    gestern hat Thorben mir die Sendung aus Litauen übergeben. Ich habe gerade mal in die schwarzen Knubbel reingeschaut. Außer einem dichten Geflecht aus sterilen Hyphen ist dort leider gar nichts zu erkennen. Das ist natürlich nicht sehr hilfreich bei der Bestimmung.


    Björn

    Hallo zusammen,


    so einfach ist das mit der Bestimmung von Fliegentötern wohl nicht. Da gibt es mehr als eine Art und ohne Mikro kann man eigentlich gar nichts sagen. Aber thorben96 beschäftigt sich mit dieser Gruppe intensiver und kann da sicher mehr zu sagen als ich.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag hatte ich wieder mal die Gelegenheit eine Runde durch die Rheinaue in Walsum zu drehen und dort nach Pilzen zu suchen. Das war auch dank der feuchten Witterung sehr erfolgreich


    1. Scutellinia/Cheilymenia crucipila


    2. Peronospora viciae ex Vicia sativa agg.


    3. Ustilago salweyi ex Holcus lanatus


    4. Lentinus tigrinus war zahlreich vertreten


    5. Eine Scutellinia.... das ist mir ja immer ein Graus. Hier sind die Haare teilweise bis knapp über 1000 µm lang, Sporen messen um die 19 x 11 µm und sind mit feinen Warzen ornamentiert, die immer wieder mit kurzen Graten verbunden sind. Damit lande ich bei S. crinita/scutellata. Bei FB haben Karl und Stephan für crinita plädiert. Da das auch meine Tendenz war, würde ich den so ablegen, wenn es keinen Widerspruch gibt.


    6. Ein Urocystis an unbestimmten Gras, eventuell Glatthafer.


    7. Calocybe gambosa, ist ja schließlich eine Maiexkursion


    8. Polyporus squamosus


    9. Aecidium euphorbiae ex Euphorbium cyparissias


    10. Melampsora helioscopiae ex Euphorbia helioscopia


    11. Peronospora dipsaci ex Dipsacus fullonum


    12. Podosphaera clandestina ex Crataegus sp.


    13. Arthrinium phaeospermum ex Phragmites australis


    Björn

    Hallo Bernd,


    die Flecken auf dem Galium gehören ganz sicher nicht zu einem Phytoparasiten aus den großen Hauptgruppen. Ich kann mir auch gut vorstellen, daß die Flecken ganz ohne pizlichen Urpsrung sind, z.B. Saugstellen von Insekten.


    Björn

    Hallo zusammen,


    leider sind die Fotos suboptimal, weil leicht verwackelt. Man kann also nicht wirklich erkennen, ob an den weißen Flecken ein Pilzrasen zu erkennen ist oder nicht. Wichtig wäre auch zu wissen, welche Pflanze das überhaupt ist. Bislang mag ich jedenfalls noch nicht so recht an einen Pilzbefall glauben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich ausnahmsweise mal wieder im Büro und habe die Gelegenheit genutzt, um unterwegs ein wenig nach Pilzen zu schauen.


    1. Direkt an der Uni gab es Unmengen von Entoloma sepium. Vor einer Woche schaute da nur ganz zaghaft ein Frutchtkörper aus dem Boden, jetzt waren es schon mehr als 50 Stück. Außerdem gab es natürlich wie jedes Jahr am zugehörigen Prunus serotina auch noch Taphrina farlowii.

    Huthaut

    Basidien mit Basalschnalle


    2. An toten Ahornblattstielen derzeit überall zu finden: Pyrenopeziza petiolaris


    3. Und noch ein persönlicher Erstfund für mich: Venturia rumicis ex Rumex obtusifolius. Erst dachte ich, da wäre schon ein Rost auf dem Ampfer, aber dann waren mit der Lupe schwarze Perithecien zu erkennen.


    Björn

    Hallo Nobi,


    so langsam scheint das mit mir und den Dungpilzen ja immer besser zu funktionieren :) Was den A. degluptus angeht, habe ich gerade gesehen, daß der in Pilze-Deutschland komplett fehlt. Ist der so selten? Oder fehlen da Funde? Oder bin ich zu blöd zum Suchen?

    Was die biseriaten Asci angeht: Du hast mich noch nie ein Präparat quetschen sehen...da wird alles biseriat und breit ;-D


    Mittlerweile gab es auch noch einen weiteren Ascobolus. Sporen messen (16-19) µm x (9-10) µm, der Fruchtkörper war weißlich und wollte wohl eines Tages mal groß werden, also lande ich bei A. sacchariferus. Das Schöne, wenn man einen Ascobolus nach dem anderen auf den Proben hat, ist, daß man da auch schon ohne genaues Ausmessen merkt, daß sich Sporengrößen und -formen zwischen verschiedenen Arten unterscheiden.


    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank Euch beiden für die Erläuterungen zum Ausscheideverhalten von Schafen. Das mit dem Durchfall und größeren Klumpen paßt ja ganz gut, weil die Schafe wohl gerade erst wieder raus in das Naturschutzgebiet gekommen sind. Nachdem der Wirt geklärt ist, geht es jetzt also wie versprochen los mit den Pilzen.


    1. Ascobolus immersus. Wenn man da nicht aufpaßt und es fällt einem eine Spore auf den Fuß, ist der Fuß platt :D


    2. Und noch ein Ascobolus. Die Sporen messen (28-33) µm x (14-16) µm, so daß A. hawaiiensis raus ist. Damit bleiben noch A. stictoideus und A. degluptus im Rennen. Wenn ich mir ältere Forenbeiträge zu den beiden Arten anschaue, sind die nur schwer zu trennen (so es denn überhaupt zwei verschiedene Arten sind). Da hier das Epispor bei den älteren Sporen teilweise abgelöst erscheint (oder interpretiere ich die helleren Bereiche des Epispors falsch?), würde ich die Art als A. degluptus ablegen wollen, wenn es keine Einwände gibt.


    3. Dann noch ein kleiner, weißlicher Ascobolus mit Sporenmaßen von (25-27) µm x (12-13) µm, so daß ich bei Ascobolus albidus lande.


    4. Noch etwas Farbenfrohes! Sporenmaße (19-21) µm x (13-14) µm und Haare, deren Basis um die 12 µm messen, bringen mich zu Lasiobolus cuniculi


    5. Langsam kommen auch die Pyrenomyceten aus ihren Löchern. Hier lande ich mit Sporen von (18-20) µm x (11-12) µm bei Schizothecium vesticola.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die obige Frage stellt sich ja bekanntermaßen der Maulwurf. Mir hat zwar niemand auf den Kopf gemacht, aber ich habe bei meinem Eifelausflug am 1.5.2021 eine Losung gefunden, die ich nicht sicher einem Verursacher zuordnen kann. Das ganze war auf einem Wiesenstück, wo vor kurzem Schafe standen. Dementsprechend gab es dort Schaflosung, die aussah wie Kuhfladen en miniature. Daneben dann dies hier

    Ist das auch Schafdung? Wenn ja: Wie entscheidet das Schaf ob es kleine Kügelchen oder große Klumpen produziert? Falls nein: Wer hat dann dort hingemacht?


    Ab morgen gibt es hier dann auch die zugehörigen Pilze zum Dung.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Auffahrtstag war ich in Gelsenkirchen auf der Halde Rungenberg mit meiner Nichte unterwegs. Auch wenn das Kind beim Sammeln von Sauerampfer fast von einem Hund zerfleischt worden wäre, war es insgesamt eine schöne Tour, auf der wir auch einige Phytoparasiten finden konnten.


    1. Peronospora viciae ex Vicia sativa agg.


    2. Melampsora helioscopiae ex Euphorbia helioscopia


    3. Parasola auricoma


    4. Eine Peziza. Die wuchs an einer Stelle mit Holzhäckseln im Boden, wo aber auch der eine oder andere Vierbeiner seine Notdurft verrichtet. Auffällig ist die kleiige Außenseite. Sporen messen (15-17) µm x (9-10) µm. Ungefärbt erschienen sie ganz glatt, mit BWB war ein Hauch von Rauigkeit zu erahnen, aber insgesamt würde ich da schon eher zu einer glattsporigen Peziza tendieren. Wenn ich dann mit Hohmeyer schlüssel, lande ich bei 22 und den Arten P. cerea, P. micropus und P. repanda. Alternativ auf der rauen Schiene bei P. arvernesis. Was meinen die Becherlingsexperten?

    Hallo zusammen,


    am letzten Freitag habe ich den Brückentag genutzt und eine Runde durch die Rheinaue in Friemersheim gedreht. Da legen die Phytoparasiten jetzt mächtig los, aber es gab auch einen großen Pilz mit Stiel und Hut.


    1. Peronospora conglomerata ex Geranium cf. molle


    2. Taphrina pruni ex Prunus spinosa


    3. Peronospora viciae ex Vicia sativa agg.


    4. Peronospora ranunculi ex Ranunculus repens


    5. Einer von mehreren Streifenbränden, die ich dort finden konnte. Leider fehlen mir hier die Öhrchen an den Blättern, sonst wäre Urocystis agropyri an Elymus natürlich ein heißer Kandidat.


    6. Microbotryum lychnidis-dioicae ex Silene latifolia


    7. Melanotaenium endogenum ex Galium mollugo agg.


    8. Melampsora sp. ex Populus sp.


    9. Puccinia cf. urticae-hirtae ex Carex cf. hirta


    10. Melampsorella symphyti ex Symphytum officinalis


    11. Neolentinus degener

    Lamellenschneide

    Basidiolen

    Huthaut

    Lamellentrama

    Basidiolen

    Sporen


    12. An totem Gras, vermutlich Phalaris arundinacea. Eventuell Phaeosphaeria parvograminis? Sporen messen um 32x4,5 µm, sind bis zu 10 fach septiert und die 2. oder 3. Zelle von oben ist verbreitert.

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich auf kurz der Burg Isenberg in Hattingen. Kaum waren wir oben auf dem Gipfel an der Burgruine angekommen, wurde ich zu einer Flechte gerufen. Dabei kam ich auf dem nassen Gitter für barrierefreien Zugang etwas ins Rutschen. Ich konnte mich zwar noch abfangen, habe mir dann aber das andere Knie etwas verdreht. Danach ging es dann im Schneckentempo wieder den Berg hinunter. aber zum Glück ist das Knie mittlerweile wieder in Ordnung.


    1. Milesina murariae ex Asplenium ruta-muraria


    2. Entoloma sepium unter Kirsche


    3. Puccinia sessilis ex Arum maculatum


    4. Und als Hyperparasit noch Tuberculina persicina ex Puccinia sessilis


    Björn

    Hallo zusammen,


    im letzten Sommer war ich mal im Himmelgeister Rheinbogen unterwegs und habe dort Colchicum autumnale gefunden. Seinerzeit blühten die Pflanzen und hatten keine Blätter. Der Brandpilz, der auf der Pflanze existiert, befindet sich aber auf den Blättern und so ging es also jetzt im Frühjahr erneut dort hin um Blätter und Pilz zu suchen. Das war im relativ hohen Gras gar nicht so einfach, aber am Ende des Tages doch erfolgreich:


    1. Urocystis colchici ex Colchicum autumnale


    2. Dann noch massiver Befall von Puccinia lagenophorae ex Senecio vulgaris


    Björn

    Hallo Claudia,


    das Pilzforum ist sogar die einzige Möglichkeit, ein Bewegungsprofil von mir zu erstellen. Ich gehöre zu den ganz wenigen Menschen, die immer noch komplett ohne Handy leben.


    Björn

    Hallo Sebastian,


    das was du da zeigst, sind nicht die Teliosporen, sondern die Spermogonien. Für die Teliosporen muß man gezielt die pulverigen, braunen Bereiche des Rostpilzes unters Mikro legen.

    Der Rostpilz auf Mercurialis perennis wird Melampsora rostrupii sein, das ist die einzige Art, die auf diesem Wirt vorkommt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am vergangenen Wochenende war ich für einen Kurztrip an der Nordsee in Norddeich. Neben einem Bad in der 9 Grad kalten Nordsee fanden sich auch einige wenige Phytoparasiten, darunter auch ein persönlicher Erstfund.


    1. Synchytrium taraxaci ex Taraxacum sect. Ruderalia


    2. Phragmidium tuberculatum ex Rosa sp.


    Björn

    Hallo Schupfnudel,


    die Brand- und Rostpilze kannst du bei den Basidiomyceten als Ustilaginomycotina und Pucciniomycotina einpflegen. Falsche Mehltau wären dann die Oomycetes und sind streng genommen gar keine Pilze. Bei den genannten Gruppen sind dann zwar auch noch Pilze bei, die nicht phytoparasitisch sind und von denen ich keine Ahnung habe, aber die ssind mikroskopisch und entsprechend wird die auch niemand in der Praxis finden. Die echten Mehltaue sind als Erysiphales bei den Ascomyceten.


    Björn

    Hallo Bernd,


    die Nr. 3 ist wahrscheinlich Ochropsora ariae. Zur Sicherheit solltest du aber mal in die Pusteln auf der Blattunterseite mit einer Nadel hineinstechen und schauen, ob sich darin weißes Sporenpulver befindet (das wäre dann O. ariae) oder braune Sporenmasse sitzt (Tranzschelia fusca).


    Björn