Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil meines Berichts aus dem Stadtwald Ratingen.


    1. Jackrogersella multiformis ex Alnus glutinosa


    2. Graphis scripta agg.


    3. Diatrypella verruciformis ex Corylus avellana


    4. Valsia ambiens ex Fagus sylvatica


    5. Hier weiß ich leider nicht mehr, ob das Substrat Cytisus oder Ulmus war und konnte diesen Coelomyceten dann auch nicht noch mal auf meinem Material lokalisieren.


    6. Ex Ulmus sp.


    7. Melomastia mastoidea ex Ulmus sp.

    IMG_6446.JPG


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag war ich eine Runde im Ratinger Stadtwald unterwegs. Der ist zwar ganz bei mir in der Nähe, war mir aber bis dato noch vollkommen unbekannt. Insgesamt ein sehr diverses Gebiet mit Buchenwald, Erlenbruch, Stellen mit Eichen, aber auch diversen Feldern mit mehr oder weniger exotischen Nadelhölzern wie Pinus strobus und dazu überall kleinere Bäche, so daß man insbesondere auch in trockenen Sommern Pilze finden dürfte. Entsprechend gab es auch ein reichhaltiges Pilzangebot:


    1. Eine Orbilia an Buche


    2. Biscogniauxia nummularia


    3. Tremella encephala


    4. Aleurodiscus aurantius


    5. Hier hatte ich auf einen Flechtenparasiten gehofft, aber am Ende sind es wohl einfach nur Pyknidien, die zur Flechte gehören


    6. Ruzenia spermoides


    7. Gibberella pulicaris ex Cytisus scoparius


    8. Ein Coelomycet auf Cytisus scoparius


    9. Stilbospora macrosperma ex Carpinus betulus

    IMG_6660.JPG


    10. Camarographium carpini ex Carpinus betulus


    11. Pleomassaria carpini ex Carpinus betulus


    Björn

    Hallo Nobi,


    ich habe mir jetzt noch mal einen Fruchtkörper geschnappt und nach Keimporen gesucht. An den reifen Sporen waren die wegen der dunklen Zellwand praktisch gar nicht zu erkennen. Bei den leicht unreifen Sporen konnte man sie dann schon teilweise erahnen. Es sieht aber so aus, als gäbe es da wirklich nur eine Keimpore an der Sporenseite, die im Ascus zum Apex zeigt.



    Gibt es da vielleicht noch einen Trick, wie man die Keimporen bei den reifen Sporen besser sichtbar machen kann?


    Björn

    Hallo Felli,


    ich hatte die Tage noch mal reingeschaut, aber konnte leider keinen guten Blick auf unreife Sporen erhaschen, weder in Wasser, noch in Lugol, noch in Kongorot. Aber auf Facebook hat sich jetzt Luis Quijada für den Fund interessiert und möchte ihn sequenzieren. Mal schauen, was dabei dann rumkommt.



    Ansonsten habe ich noch einen weiteren schönen Fund auf den Kiefernnadeln gemacht. Da gab es sehr zahlreich Meloderma desmazieri und einer der Fruchtkörper hatte auffälligen weißen Glibber drauf. Ich habe leider keine Makrofotos gemacht, aber mikroskopisch waren dann schöne, septierte Basidien zu sehen, die zu Sirotrema translucens gehören (den hast du ja auch offenbar mal gefunden).


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag hat sich der MAB zur ersten Exkursion des Jahres getroffen. Ziel war die Ronsdorfer Talsperre in Wuppertal. Das Wetter war gut, die Sonne schien und es gab interessante Pilze:


    1. Exidia saccharina


    2. Stereocaulon cf. vesuvianum


    3. Onygena corvina


    4. Ischnoderma resinosum


    5. Botryobasidium vagum


    6. Thyronectria ilicicola auf Ilex aquifolium


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier noch ein ganz unpilzliches Stück Kunst. Es handelt sich um eine Turtlegraphik, d.h. man läuft immer eine gewisse Strecke, ändert dann die Laufrichtung um einen Winkel x, läuft wieder die gleiche Strecke, ändert die Laufrichtung etc. Für die Winkel sind hier die Ziffern des Bruchs 1/7927 in Basis 36 genommen, wobei die 0 dem Winkel 0 entspricht, die 1 dem Winkel 36° etc. Da es sich um einen Bruch handelt, ist das Muster hier periodisch und man bekommt eine symmetrische Struktur. Nimmt man dagegen eine irrationale Zahl wie Wurzel 2, e oder pi, dann ergeben sich ganz unregelmäßige Gebilde.



    Björn

    Hallo Claudia,


    bei Nummer 9 ist das Problem, daß die Sporen bei Reife innerhalb der Asci in jede Menge Sekundärsporen/-konidien zerfallen. Für die Bestimmung sollte man aber wissen, wie die Sporen vor dem Zerfall ausgesehen haben. Ich denke, da muß ich mal meine Zeitmaschine rauskramen :D


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag war ich noch mal in Duisburg-Großenbaum unterwegs und habe mir die Schonungen mit Pinus strobus genauer angeschaut.


    1. Lachnellula resinaria


    2. An Pinus sylvestris. Sporen messen 6.0-7.2 x 1.4-1.9, Q=3.5-4.9, bzw. 6.8+-0.3 µm x 1.7+-0.2 µm, Q=4.1+-0.4. Die Konsistenz des Fruchtkörpers ist wachsartig weiß. Zystiden sind keine vorhanden, Basidien sind viersporig. Bei der Beurteilung, ob Schnallen vorhanden sind, tue ich mich schwer, meine aber, daß doch welche vorhanden sind. Könnte das Phlebia subcretacea sein?


    3. Tremella encephala


    5. Phaeotremella foliacea s. str.


    6. Alnecium auctum


    7. Thyronectria strobi ex Pinus strobus


    8. Ebenfalls an Pinus strobus. Da hatte ich im Feld auf schöne Pyrenomyceten gehofft und am Ende waren die Kügelchen nur mit Konidien gefüllt :(


    9. Wird bei Facebook noch diskutiert, Tympanis und Claussenomyces stehen im Gespräch. Ich bemühe mich auch noch um Fotos der noch nicht zerfallenen Sporen.


    10. Xanthoriicola physicae


    Björn

    Es ist vollbracht, die ersten Arnium-Fruchtkörper sind reif :) Die Sporen sind recht groß, erscheinen auch reif unseptiert zu sein und messen 39-50 x 22.5-27 µm, 44x25 µm, Caudae sind an beiden Enden vorhanden und um die 9 µm breit. Bei den reifen Sporen scheint eine Cauda mit einer mittleren Rille zu sein, die andere glatt, bei den jüngeren Sporen scheint es teilweise auch in beiden Caudae eine Rille zu geben. Die Perithecien scheinen teilweise mit einigen hyphoiden Haaren umgeben zu sein, sind ansonsten aber glatt. Die Asci sind achtsporig und haben einen deutlich erkennbaren apikalen Ring.

    Dann ist da noch die Frage nach der Anzahl der Keimporen. Normalerweise springen die einem ja bei den Dungpilzen oft direkt ins Auge, aber hier habe ich echt Schwierigkeiten, welche zu entdecken. Wenn überhaupt tendiere ich zu einer Keimpore.

    Mit diesen ganzen Merkmalen lande ich dann sowohl mit Doveri als auch mit Lundqvist am ehesten bei Arnium sudermanniae, wobei da allerdings das Substrat nicht gut paßt. Was meinst Du, Nobi?



    Björn

    Hallo Sandra,


    wie diese Schnabelzelle genau aussehen soll, weiß ich auch nicht. Ich habe jedenfalls nichts in der Richtung gesehen. Ich habe aber im Internet gelesen, daß es da wohl Strains geben soll, die diese Zelle haben und andere, bei denen der Schnabel fehlt.


    Björn

    Hallo Felli,


    ich habe leider keine Makrofotos von dem Fusarium gemacht, weil ich das gerade während eines Nieselregenschauers gefunden hatte. Das Fusarium scheint aber die Bildung des Mutterkorns zu verhindern, man hat dann nur ein die leicht verdickte Grasfrucht, aus der bei feuchter Witterung eine rosafarbenen Masse quillt. Jule hat den Pilz auf ihrer Homepage auch dargestellt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    aktuell gibt es zwar eigentlich fast nichts Neues vom Schaf zu berichten, aber ein kleines Update ist an dieser Stelle doch fällig, denn das Schaf brütet jetzt schon seit Wochen Dinge aus.


    1. Ich denke, das Ganze möchte mal eine Cercophora werden, wenn es groß ist. Aber da ist ja bekannt, daß das beliebig lange dauern kann, bis man mal reife Sporen bekommt. Witzigerweise war dann gerade im Arnium-Präparat von der gleichen Probe eine reife Cercophora-Spore. Ob die zur gleichen Art gehört?


    2. Coprotus sexdecimsporus. Manchmal kann ich ja doch bis 16 zählen ;)


    3. Und dann wachsen da auf der Probe großflächig Arniums. Zum Teil mit grauem Flausch eingehüllt, zum Teil schaut nur der Hals aus dem Substrat. Leider sind die Fruchtkörper auch nach 2-3 Wochen noch nicht reif...


    Björn

    Hallo Martin,


    bei Sordariomyceten geht man typischerweise so vor, daß man sich den Pilz erst mal in Wasser anschaut, dann die Reaktion des Apikalapparats mit Lugol überprüft und, wenn die IKI-Reaktion negativ ist, auch noch schaut, ob sich der Apikalapparat mit Kongorot anfärben läßt. Björn Wergen hatte da vor langer Zeit auch mal einen entsprechenden synoptischen Schlüssel gebastelt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auch am vorletzten Wochenende habe ich einige Pilze entdeckt, die ich Euch vorstellen möchte. Dies mal befinden wir uns in Gelsenkirchen und starten mit den sonntäglichen Funden von der Halde Rungenberg.


    1. Spilopodia nervisequa ex Plantago lanceolata. Ein häufiger Pilz, den man im Spätherbst schon als schwarze Blattadern wahrnimmt. Jetzt habe ich endlich auch Fruchtkörper gefunden.


    2. Massaria ulmi ex Ulmus sp.


    3. Eine Capronia auf Ulmus sp. mit Sporen von 21.4-28.7 x 7.6-10.2 µm und kurzen Stacheln. Das könnte C. acutiseta sein. Einziges Problem: In der Beschreibung dieser Art widersprechen sich die Abbildung und die Beschreibung der Sporen. Mein Fund paßt allerdings zu den beschrieben Sporen.


    4. Heterocephalacria physciacearum, früher Syzygospora physciacearum auf Physcia sp.


    Und nun zum Samstag und damit zur Halde Zollverein 4/11.

    5. Auch da Heterocephalacria physciacearum


    6. Hier dachte ich erst an spannende Gallen auf Xanthoria parietina.... aber da hat wohl ein Tier die Flechte abgegrast und anschließend ist die Flechte neu weitergewachsen. Aber auch die Flechte selbst ist mikroskopisch ganz nett


    7. Arthonia parietinaria auf Xanthoria parietina


    8. Patellaria atrata


    9. Ein Pyrenomycet an eine Leuce-Pappel. Ich mag diese Pyrenos mit allantoiden Sporen ja nicht....


    10. Und noch mal so ein Pyreno mit allantoiden Sporen, diesmal auf Hedera helix.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag war ich auf einer größere Tour von Lembeck nach Haltern in der Hohen Mark unterwegs. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, war die Motivation dahinter eine Beobachung bei ObsIdentify von Phaeotremella foliacea s.str., die mir bis dato noch fehlte. Gefunden habe ich sie dann zwar leider nicht (dafür einen Tag später ganz unverhofft hier in Duisburg bei mir), aber auch so war es eine nette Tour mit interessanten Funden.


    1. Ziemlich am Anfang gab es an den Alleebäumen jede Menge Flechten. Darunter auch diese Xanthoria parietina mit Gallen auf den Apothecien. Im Prinzip gibt es wohl Tremella caloplacae, die so etwas macht. Leider konnte ich keine typischen Basidien nachweisen und habe mikroskopisch nur einige breitere, hyaline Hyphen gefunden - und daneben auch noch braune Hyphen eines Hyphomyceten.


    2. Eine Peniophora quercina mit auffälligen Gallen. Mikroskopisch gab es dann auch einen Befall, der sich aber nur schwer von der Peniophora isolieren ließ. Aber Fremdsporen waren klar erkennbar. Vor ein paar Wochen hatte ich bei unserer Tour auf dem Friedhof in Düsseldorf-Gerresheim schon mal etwas ähnliches gefunden (dort aller dings keine Makrofotos gemacht) und konnte dann auch septierte Basidien erkennen. Beim Phragmoproject wird eine Platygloea cf. mycophila als Parasit an P. quercina angegeben, der ganz gut zu meinem Fund zu passen scheint.

    Hier Mikrobilder vom Düsseldorfer Fund:


    3. Dacrymyces capitatus


    4. Der Blick vom Feuerwachturm auf die Hohe Mark


    5. Gelber Glibber an Kiefer.... nicht mehr wirklich zu bestimmen


    6. Phaeotremella frondosa an Carpinus betulus. Sporengröße schließt hier Phaeotremella fimbriata aus


    7. Die Täublingssaison hat begonnen! Diese scharfen Russulas unter Eiche habe ich mir dann aber nicht genauer angeschaut.


    8. Fusarium heterosporium, ein Parasit an Mutterkorn


    Björn

    Hallo Nobia,


    was Nectrias angeht, mache ich da eigentlich immer einen weiten Bogen drum. Das scheint ja ein Faß ohne Boden zu sein, wo man ohne Kultivierung in vielen Fällen nicht zum Ziel kommt. Hatte die auch nur fotografiert, weil sie auf dem Lachnellula-Ast waren.


    Guter Punkt, wer zählen kann, ist klar im Vorteil! Ob das dann immer noch Ditopella ditopa ist? Ich hab den Fund mal in Björn Wergens Ascomyceten-Gruppe bei FB gestellt, vielleicht äußert sich der Meister ja dazu.


    Björn