Beiträge von boccaccio

    Da liegt dieser Feldhasendung mit bislang mindestens 13 Arten ja ganz gut dabei :D


    Jetzt wo ich den Schreibtisch aufgeräumt habe, ist sogar potentiell Platz für eine Stereolupe vorhanden. Das wird dann sicher die nächste Anschaffung.


    Björn

    Hallo Nobi,


    meine kugeligen Zellen (bzw. die meines Tintlings :-D) waren glatt und farblos. Von daher dürfte mein Fund wohl eher bei C. pellucidus zu verorten sein.


    Aktuell schaue ich mir den Dung immer aus nächster Nähe mit der 10-fach Lupe an und sammel dann interessante Pilze mit der Präpariernadel ein. Anschließend kommen sie auf den Objektträger in einen Tropfen Wasser. Bei den Bechern kommt dann einfach ein Deckglas drauf. Bei den Pyrenos schaue ich mir das dann mit dem 4er-Objektiv an, knacke den Pilz mit der Nadel und trenne dann Asci und Perithecium voneinander um ein möglichst flaches und gutes Präparat hinzubekommen. Wenn man bei der Trennung mit zwei Nadeln hantiert (manchmal klebe Asci und Perithecium ja doch etwas fester zusammen), muß man natürlich erstmal etwas spiegelverkehrt denken, aber je öfter man das macht, desto besser klappt es.

    Ich denke aber, daß die Sachen mit Stereolupe deutlich einfacher werde und man auch potentiell weniger Pilzlein übersieht.


    Björn

    Hallo Nobi,


    vielen Dank für die beiden PDFs von Andreas' ehemaliger Homepage! Insgesamt ein schwieriger Fall für mich. Die beiden Fruchtkörper, die wuchsen, sind jetzt nicht mehr wirklich vorhanden und so kann ich nur warten, ob da noch etwas nachkommt.

    Gibt es eine gute Methode (idealerweise ohne Einsatz einer Stereolupe, die fehlt mir immer noch) um zu erkennen, ob kugelige Zellen Sphaerozysten sind oder aus der HDS stammen? Wenn ich einfach ein Fitzelchen Pilz präpariere, ist am Ende ja alles durcheinander.


    Björn

    Hallo zusammen,


    auf dem Hase zeigen sich in letzter Zeit immer wieder Tintlinge. Etliche davon habe ich in Ermangelung von Zeit und Muße einfach vergehen lassen, aber gestern Abend und heute Morgen habe ich dann mal einen unters Mikro gelegt. Makrofotos habe ich keine gemacht. Die jungen, nicht aufgeschirmten Fruchtkörper zeigten aber zumindest in der Hutmitte braune Farbtöne.


    Auf dem Hut gibt es rundliche Zellen.

    Daneben aber auch auffällige Setae, mit etwas abgerundeter Spitze

    Die Sporen sind elliptisch messen (6.0-6.9) µm x (3.0-3.9) µm. Den Keimporus würde ich als zentral bezeichnen.

    Basidien 4-sporig


    Insgesamt sind wir also bei den Setulosi gelandet, und in Nobis Tabelle bei Setulosi I. Die Arten mit exzentrischem Keimporus sind raus und dann bleibt mit der Sporengröße nur noch Coprinellus pellucidus übrig. Paßt das?


    Björn

    Hallo Sandra,


    sehe ich das richtig und du hast die Sporen in Melzer gemessen? Das ist keine gute Idee, weil das die Sporen abtötet und zu Änderungen in der Größe führen kann (und ggfs. zur Veränderung des Sporeninhalts, also Öltröpfchen). Gerade bei Ascomyceten gilt: Sporen immer in Wasser anschauen und erst danach die Iodreaktion mit Lugol prüfen.


    Was Ascomyceten generell angeht, gibt es einmal die große Sammlung von Zotto. Vielleicht nicht super bedienerfreundlich in der Benutzung, aber halt extrem umfangreich. Ansonsten nutze ich auch immer gerne Ingo Wagners Homepage, wenn ich etwas über Ascomyceten nachschauen möchte. In Buchform gäbe es dann auch noch das mittlerwele etwas ältere Ascomiceti d'Italia.


    Björn

    Hallo Philipp,


    auf Draba verna lohnt es sich auch nach falschen Mehltauen zu schauen. Die zeigen sich durch gelblich verfärbte Blätter ab:


    Es gibt zwei Arten von Hyaloperonospora, die jeweils einen weißlichen Rasen aus Konidienträgern auf der Blattunterseite bilden. Hier H. praecox, die die Pflanze nicht deformiert. Die andere Art ist H. erophilae, die die Pflanze deformiert und auch einen dichteren Rasen ausbildet.


    Seltener findet man Albugo candida s.l., der weiße Krusten auf der Blattunterseite bildet.


    Björn

    Die Leptosphaeria ist der erste Pilz. Das dritte Bild zeigt meiner Meinung nach nur Brennnessel ohne Pilz. Dann kommt die Calloria in Orange. Das letzte kann natürlich alles mögliche sein, aber ich könnte mir da gut die Leptosphaeria-Anamorphe vorstellen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Hefte raus, Klassenarbeit! Ob man Dinge wirklich verstanden und parat hat, merkt man ja erst, wenn man in einer Prüfungssituation ist. Deshalb habe ich jetzt noch mal Sporormiella vom Pferd unters Mikro gelegt. Sporengrößen wie gehabt, Keimporen erscheinen mir in der Mehrzahl gerade bis maximal leicht gekrümmt. Dazu der lange Ascus-Fuß und ich lande bei Sporormiella dubia.



    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag habe ich mich mal ins Schwarzbachtal bei Ratingen begeben und dort nach Pilzen Ausschau gehalten. Dabei konnte ich u.a. die folgenden Funde machen:


    1. Ramularia glechomatis ex Glechoma hederacea


    2. Marchandiomyces aurantiacus

    Und hier dann mal die fertile Form


    3. Octospora affinis


    4. Eine Gallertträne ohne Schnallen, mit Sporen von (15.4+-0.6) µm x (6.2+-0.3) µm, Q=2.5+-0.1, (13.9-16.7) µm x (5.9-7.1) µm, Q=2.3-2.7, dreifach septiert und dünnwandig, an Laubholz. Die Fruchtköper sind leicht gestielt, so daß ich hier bei Dacrymyces capitatus lande. thorben96 Ist D. Begerow an Gallerttränen interessiert? Dann würde ich einen Beleg anfertigen


    5. Sarcoscypha austriaca


    6. Peronospora arvensis ex Veronica sublobata


    7. Puccinia lapsanae ex Lapsana communis


    8. Bremia lactucae s.l. ex Lapsana communis


    9. Anamorphe auf Hedera helix. Konidien messen (5.9-7.5) µm x (2.4-3.4) µm, Q=1.9-2.6. Eventuell Phoma hedericola?


    10. Puccinia adoxae ex Adoxa moschatellina


    11. Anamorphe von Phacidium lauri auf Ilex


    12. Ein unbekannter Flechtenparasit auf Xanthoria parietina.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ein relativ aktuelles Buch zur Biologie von Pilzen ist Moore et al. 21st Century Guidebook to Fungi (2011) bei Cambridge University Press erschienen. Das scheint allerdings zumindest in gedruckter Form vergriffen zu sein, so daß man da im Internet wieder Mondpreise findet. Es soll aber Forumsmitglieder geben, die das Werk in digitaler Form auf der Festplatte haben...


    Björn

    Hallo Ogni,


    die Sporen auf dem rechten Bild sind Fremdsporen. Auf dem linken Bild sieht man die Teliosporen. Auch wenn der Befall massiv ist, wird der die Erlen nicht groß schädigen. Rostpilze sind ja auf lebende Pflanzen angewiesen, das heißt, sie töten ihren Wirt nicht ab, sondern entziehen nur so viele Nährstoffe, daß der Baum noch durchhält. Brombeeren sind bei uns z.B. fast immer großflächig mit einem der drei Brombeerroste befallen und sie wachsen trotzdem wie Unkraut.


    Björn

    Hallo Nobi,


    wieder vielen Dank für deine Rückmeldung zu meinen Funden! Bei der zweiten Art war ich offenbar betriebsblind. Wenn ich da in deiner Sporormiella-Tabelle richtig geschaut hätte, hätte mir ja über S. australis direkt S. dubia ins Auge springen müssen. Aber irgendwie war mein Blick von S. australis aus nur weiter nach unten gerichtet. Da hilft nur üben, üben, üben und fleißig weiter Dung sammeln :)


    Björn

    Hallo zusammen,


    es geht weiter mit dem Pferd!


    Eine Sporormiella mit 4-zelligen Sporen, die (39.5-45,5) µm x (7.2-8.1) µm messen, transversal septiert sind und leicht gebogene Keimspalten haben, womit ich bei S. australis lande. Geht ihr da mit?


    Ein zweiter Fruchtkörper hatte fast identische Sporenmaße von (42.4-47.0) µm x (7.2-8.7) µm. Hier sind die Keimspalten aber offenbar deutlich gerader. Paßt das trotzdem noch zu S. australis? Von den Sporenmaßen her kommt ja sonst nicht viel in Frage...


    Björn

    Hallo zusammen,


    Nr. 8 auf Erle ist ein Melampsoridium. Da gibt es zwei Arten, die sich über die Uredosporen trennen lassen. Dummerweise hat der Fund hier nur Telien (mit denen überwintert der Rostpilz), so daß eine Bestimmung auf Artebene nicht möglich ist. Wahrscheinlicher ist aber der Neomyzet M. hiratsukanum. Das einheimische M. betulinum findet man heutzutage fast nur noch auf Birke.


    Björn

    Hallo Ogni,


    das ist ein schwieriger Fall, so aus der Distanz. Auf deinen Fotos sieht man schon Basidien mit deutlichem Stiel aber eben auch Basidien, die ganz klar nicht gestielt sind. Was da jetzt in der Mehrheit ist? Da traue ich mir erstmal keine Aussage zu.


    Ansonsten hilft es bei dem Glibberzeug, wenn man die mit Kongorot anfärbt. Das saugen sie wie irre auf und danach hat man deutlich mehr Kontrast. Baumwollblau tut zum Teil auch erstaunlich gute Dienste. Und außerdem gilt hier: Quetschen, quetschen, quetschen. Dann kriegt man ein schön flaches Präparat, wo fast alle Elemente gut in der Schärfeebene liegen.


    Björn

    Im Zweifelsfall schießen Pilze ja bekanntlich wie Pilze aus dem Boden ;) Wenn natürlich weit und breit kein Stereum zu sehen ist, ist E. saccharina sicher die bessere Option. Ansonsten trockne einfach was davon und pack es zum Rest ins Päckchen.


    Björn