Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    gestern war ich vormittags auf einer kleinen Runde im Duisburg Süden, Düsseldorfer Norden und auch stellenweise in Ratingen unterwegs. Der Wald dort ist insgesamt recht interessant, es gibt Erlen-Bruchwälder, Buchenwald, einige Stellen mit Waldkiefern und einige Schonungen mit Weymouth-Kiefern und anderen Nadelbaumexoten. Und überall natürlich auch Pilze!


    1. Corticium roseum an Salix sp.


    2. Tremella encephala ex Stereum sanguinolentum


    3. An Pinus strobus wuchsen diese Gesellen, die aber leider ohne Innenleben waren.


    3. Bei den schwarzen Kügelchen handelt es sich um eine nicht näher betrachtete Anamorphe. Die weiße Masse scheint aber die Anamorphe zu den weißen Bechern zu sein. Diese haben ziemlich kleine, elliptische Sporen mit symmetrischen Tropfen, also Lachnellula resinaria var. resinaria


    4. Phaeotremella foliacea s. str. Endlich habe ich diesen Pilz auch mal gefunden. Ganz witzig, denn den Tag vorher war ich auf einer 17 km Wanderung von Lembeck nach Haltern genau wegen dieses Pilzes. Jemand hatte bei ObsIdentify eine Phaeotremella an Nadelholz gepostet (dort dann aber falsch als Exidia bestimmt) und ich wollte mir den Pilz natürlich nicht entgehen lassen. Leider konnte ich ihn dann aber an der mutmaßlichen Fundstelle nicht entdecken. Jetzt also fast um die Ecke bei mir.


    5. Tulasnella violea


    6. Hypoxylon fuscum an Corylus avellana


    7. Diese Gallerttränen an Halse sind noch nicht reif. Mal schauen, ob sie noch nachreifen.


    8. Phaeobotryosphaeria visci ex Viscum album


    9. Ditopella ditopa ex Alnus glutinosa. Mit den 16-sporigen Asci leicht zu bestimmen.


    10. Am gleichen Ast und doch etwas anderes: Phragmoporthe conformis


    Björn

    Danke Stefan!


    Der von dir verlinkte Artikel beschäftigt sich mit Pilzen auf Gouadeloupe und Martinique. Das hilft einem dann in Mitteleuropa erstmal nicht viel weiter. Was das Mikroskopieren angeht, ist bei Ascomyceten eigentlich die oberste Devise: Erstmal ein Präparat in Wasser machen. Da hat man dann lebendes Material vor sich und kann ggfs. Dinge wie Öltröpfchen in Sporen gut beurteilen. Außerdem hat man dann die Maße von lebenden Sporen, die sich von Sporen in KOH z.T. unterscheiden können. Danach kann man sich den Pilz in Lugol oder Baralscher Lösung anschauen um zu beurteilen, ob die Ascusspitzen amyloid oder hemiamyloid sind, also blau bzw. rötlich mit Iod verfärben. Fällt das negativ aus, kann man bei Pyrenomyceten ggfs. noch ein Präparat in Kongorot machen um zu prüfen, ob die Apikalapparate der Asci kongophil sind.

    Bei den Kohlenbeeren im weiteren Sinne sollte man außerdem noch ein Stück von den Stromata in 10-20% KOH anschauen. Da gibt es in vielen Fällen lösliche Farbstoffe, die bei der Bestimmung abgefragt werden. Das läßt sich allerdings auch rein makroskopisch beurteilen.


    Björn

    Hallo RSC,


    ich habe für die Nemania diesen Schlüssel hier verwendet. Auf der Seite gibt es dann auch Beschreibungen der verschiedenen Arten. Die Pilze der Schweiz sind jetzt mittlerweile 40 Jahre alt, das muß man also immer mit etwas Vorsicht genießen.


    Björn

    Hallo Martin,


    ob sich die Gloeozystiden auch anderweitig färben lassen, weiß ich nicht. Das ist aber auch eigentlich egal, denn in sämtlichen Schlüsseln wird immer gefragt, ob sie sich in SV verfärben. Also führt da erstmal kein Weg dran vorbei. SV braucht man übrigens auch bei der Täublingsmikroskopie, da färben sich die Pileozystiden der Huthaut nämlich auch gerne in SV. Ansonsten hängt es stark davon, wofür man sich so interessiert. Wer z.B. Phytoparasiten mikroskopiert, wird praktisch ganz ohne Chemikalien auskommen (vom ominösen Hoyers Medium mal abgesehen, das Keimporen bei Rostpilzen sichtbar machen soll), wer Täublinge mikroskopiert, braucht SV, Kongorot, Karbolfuchsin und Lactoglycerol...


    Björn

    Hallo Martin,


    ja, diese langen Zellen mit lichtbrechendem Inhalt sind die Gloeozystiden. Ich denke, daß das am Ende dann alles auf Peniophora incarnata hinauslaufen wird.


    Björn

    Hallo Martin,


    das ist Sulfovanillin. Stellt man sich im Normalfall jedes Mal selber frisch her in dem man ein bißchen Vanillin in 65% Schwefelsäure löst. Das Zeug ist nämlich ansonsten nicht lange haltbar.


    Björn

    Hallo zusammen,


    zunächst mal hat Ingo natürlich recht, daß P. laeta die Rinde sprengt und damit hier schon mal aus dem Rennen ist. P. aurantica ist mit den aktuellen Sporenmaßen dann wohl auch außen vor, außer die Sporen werden jetzt jeden Tag noch mal einen Faktor 2 größer ;)

    Interessant wären noch etwas genauere Informationen zu den Gloeozystiden. Färben die sich mit SV dunkel (werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit) und wie groß sind sie? Bei P. incarnata werden sie bis zu 200 µm lang.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei Neuhoff steht, daß auch E. glandulosa selten auf Nadelholz vorkommen kann. Ich hatte in der letzten Woche auch beide Arten an Nadelholz.


    Björn

    Hallo Martin,


    Phlebia hat aber nicht diese kristallbesetzen Zystiden. Das ist schon eine Peniophora. Du hast natürlich recht, daß die Sporengröße nicht zu P. incarnata paßt (ich hab bei der Recherche jetzt auch festgestellt, daß ich eigentlich P. laeta meinte, insbesondere, wenn das Substrat Carpinus ist; aber auch da paßt die Sporengröße nicht). Deshalb die Frage: Welche Sporen hast du gemessen? Am besten einen Abwurf machen, damit du da auch wirklich reife Sporen erwischt.


    Björn

    Hallo Martin,


    ohne jetzt Mikromerkmale verglichen zu haben, würde ich Nr. 3 makroskopisch eher für Peniophora incarnata halten.


    Björn

    Hallo Sebastian,


    die Sporen bei Nr. 6 sehen sehr zylindrisch aus. Wenn ich das mit der Sporen-Abbildung bei Neuhoff vergleiche, sehen die Sporen da deutlich allantoider aus Bei Nr. 7 würde ich eher zu Exidia glandulosa tendieren. Exidia pithya ist sehr flach, wächst eher flächig und ist meist konzentrisch zoniert. Ich hatte jetzt am Wochenende auch mal E. pithya und E. glandulosa mikroskopiert und bilde mir ein, daß sich das braune Hyphen-Gezumpel der Fruchtschicht bei beiden Arten unterscheidet. Bis das aber wirklich spruchreif ist,muß ich noch mehr davon unters Mikro kriegen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich eine Runde in der Ohligser Heide in Solingen unterwegs. Abgesehen von einer Zeugin Jehovas, die mit mir über Gott sprechen wollte, gab es dort zum Glück auch jede Menge interessante Pilze.


    1. Myxarium nucleatum agg. Ich habe 71 Sporen gemessen und komme dann auf 12.1+-0.8 x 5.1+-0.3, Q=2.4+-0.2, 10.3-14.1 x 4.5-6.1, Q=2.0-3.1, was laut Spirin zu Myxarium hyalinum führt. Hat jemand Funderfahrung mit dieser Gruppe und kann da mehr zu sagen?

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    2. Am gleichen Ast wie oben saß auch noch Exidia nigrescens


    3. An Pinus sylvestris gab es dann Therrya fuckelii. Mal schauen, ob die Fruchtkörper hier zu Hause noch schöner nachreifen

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    4. Exidia pithya


    5. Anthrodia xantha


    6. Das würde ich Diatrype bullata nennen. Mich irritiert nur das Substrat. Ich hätte hier eher zu Roteiche statt Weide tendiert. Die Knospen auf dem 2. Bild gehören zum Holz

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    7. Diplodia sapinea im weiteren Sinne.


    8. Nemania serpens


    9. Anthostomella rubicola ex Rubus fruticosus agg.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Dienstag bin ich mal wieder auf einer kleinen Runde in der Rheinaue Walsum unterwegs gewesen und konnte dabei einige Pilze einsammeln.


    1. In Walsum selber wuchsen einige Ginkgos am Straßenrand (interessanterweise weibliche Pflanzen, die im Herbst schrecklich stinkende Fürchte produzieren). An den abgestorbenen Blättern Bartheletia paradoxa


    2. Cryptosphaeria eunomia ex Fraxinus excelsior


    3. Valsa ambiens ex Acer pseudoplatanus


    4. Eine unbekannte Diaporthe an Clematis vitalba


    5. Diatrype bullata

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    6. Schizophyllum amplum


    7. Gnomoniella rubicola ex Rubus fruticosus agg.


    8. Diaporthe oncostoma ex Robinia pseudoacacias


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe gestern in der Ohligser Heide auf liegenden Ästen von Pinus sylvestris (Dicke etwa 1 cm) auch eine Diplodia gefunden. Die Konidien sind deutlich rauwandig und messen 35.8-41.5 x 13.3-15.0, im Mittel 39.5 x 14.3. Das wäre also ein Kandidat für D. scrobiculata. Was denkt ihr? Was mich in dem Artikel von Phillips et al. etwas irritiert ist die Beschreibung der konidiogenen Zellen. Die sollen bei D. scrobiculata ja braun sein und bei D. sapinea hyalin. In den entsprechenden Abbildungen sind aber beide Male hyaline Zellen zu sehen.



    Björn

    Hallo Ingo,


    das kommt immer drauf an. Normalerweise sitzen die Fruchtkörper ja am Substrat, das man dann auf den Objektträger legt, d.h. wenn man gezielt drauf achtet, kriegt man da automatisch Kontakt zwischen Fruchtkörper und Objektträger hin.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich mal wieder eine Runde im Stadtwald unterwegs und habe nach Pilzen geschaut. Viel tut sich aktuell gerade nicht, aber ein bißchen was geht ja immer.


    1. Exidia nigricans


    2. Phleogena faginea


    3. Leptosphaeria acuta an Brennessel


    4. Tremella mesenterica


    5. Vaginatispora fuckelii an Rubus fruticosus agg.


    6. Plagiostoma aesculi an Aesculus hippocastanum


    7. Diese komischen Gebilde wuchsen ebenfalls an dem Aesculus-Ast, in der Nähe der Plagiostoma, allerdings nicht direkt auf ihnen.


    8. Lange gesucht und endlich gefunden: Massaria inquinans an Acer pseudoplatanus

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    Björn

    Hallo zusammen,


    bei der Gallertträne sieht das mikroskopisch tatsächlich eher nach einer Anamorphe aus. Ich meine da Konidien zu erkennen und keine Sporen, die an Basidien wachsen sollten. Ich hatte seinerzeit mal eine D. stillatus Anamorphe mikrokopiert, das sah dann aber irgendwie doch noch mal einen Ticken anders aus...eher wie ein Gewusel von Würsten.

    Andererseits sieht das auf dem ersten Foto schon nach Basidiosporen aus, man erkennt ja z.B. einen Apikulus. Bei Gallerttränen gibt es die Besonderheit, daß die Sporen nur dann ihre wahre Septierung zeigen, wenn sie beim Abwurf auch in Kontakt zum Hymenium stehen. Wenn man einfach einen normalen Abwurf macht, hat man fast nur unseptierte Sporen.


    Björn


    PS: Ich würde Dacrymyces auch immer in Kongorot mikroskopieren, das gibt einfach einen schönen Kontrast.

    Hallo Kirsten,


    Gallerttränen sind nur mikroskopisch zu bestimmen (und auch das macht wenig Freude, selbst wenn die an und für sich mikroskopisch sehr hübsch aussehen). Ich könnte mir hier wegen der zipfeligen Form auch noch junge Hörnlinge vorstellen, die evtl. mal Frost abbekommen haben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich denke, daß große Lob gebührt dem Feldhasen. Ich habe dann ja nur fotografiert, was er so produziert hat :D


    Eine Pilobolus-Übersicht klingt gut, wobei ich selber fast immer nur P. roridus/umbonatus auf meinen Proben habe und da dann entsprechend wenig Bildmaterial beisteuern kann. Außerdem ist Pilobolus in einem blöden Größenbereich: Zu klein für gescheite Fotos mit dem Makroobjektiv, aber zu groß und vor allem zu 3D für Fotos durchs Mikrokop.


    Björn