Beiträge von boccaccio

    Hallo ogni,


    schöne Funde, die du da präsentierst. Besonders die Mikrofotos der falschen Mehltaue sind dir wirklich extrem gut gelungen. Beim FM auf Galium odoratum zeigen aber nicht alle Mikrofotos den falschen Mehltau. Da ist auch noch anderes Zeug dazwischen gerutscht.


    Bei C1 ist der Wirt falsch bestimmt. Das ist eine Luzula, entsprechend ist der Pilz Puccinia obscura.

    C3 ist Uromyces geranii (außer der Wirt ist G. pyrenaicum, dann ist es U. kabatianus). Der Pilz hat ja Uredien, die bildet Puccinia polygoni auf Geranium nicht.

    C4 ist schwierig. Da steht zwar in der Literatur, daß Puccinia urticata große Verformungen bildet und Puccinia iridis das nicht tut, Jule hat mir aber mal gesagt, daß die Unterscheidung der beiden Pilze leider nicht so einfach ist. Also geht die Tendenz bei deinem Fund schon zu P. iridis, aber ganz sicher kann man sich da eher nicht sein.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei Nr. 1 denke ich eher an einen anamorphen Ascomyceten, wenn es denn überhaupt Blattflecken pilzichen Urpsrungs sind. Nr.2 ist kein Streifenbrand, der sähe so aus

    Ich könnte mir bei deinem Pilz eher Mastigosporium rubricosum vorstellen. Dann sollten aber in der Mitte der Blattflecken weiße Konidienbüschel sichtbar sein.


    Björn

    Hallo Thorben,


    ja, wenn man von den Streifenbränden erst einmal weiß, daß es sie gibt, findet man sie eigentich recht zuverlässig. Einziger Haken an der Sache ist natürlich, daß man dann meistens gezwungen ist, ein Gras im vegetativen Zustand und im Zweifelsfall auch noch etwas mißgestaltet mindestens bis zur Gattungsebene zu bestimmen...


    Björn

    Hallo Sandra,


    die Gräser beißen aber nicht, da kann man sich ruhig rantrauen ;) Mit der Bestimmung tue ich mich natürlich sehr schwer, vor allem im vegetativen Zustand. Aber im Zweifelsfall gibt es ja immer noch Jule, die da in vielen Fällen weiterhelfen kann. Und den Rest nehme ich einfach zur Phytotagung mit.


    Björn

    Hallo zusammen,


    seit gut einem Jahr tummel ich mich regelmäßig auf iNaturalist und schaue mir dort die Beobachtungen von Phytoparasiten genauer an. Vor ein paar Wochen wurde in Finnland ein interessanter Rost an Wacholder gezeigt. Die Telien saßen an dünnen Ästen und Zweigen, waren ziemlich durchscheinend-transparent und muschelförmig, siehe auch die Bilder hier.


    Der Beobachter war dann so nett, einen Beleg zusammeln und zu mir zu schicken. Im Mikroskop war dann schnell klar, daß es sich hier um Gymnosporangium cornutum handeln muß. Das ist nämlich der einzige Gitterrost an Juniperus communis, bei dem die Keimporen mit Kappen versehen sind. Witzigerweise habe ich hier in der Nähe in der Westruper Heide diesen Pilz zwar schon auf Sorbus aucupariae gefunden, aber trotz gezielter Suche im Frühjahr noch nicht auf Juniperus finden können. Nachdem ich jetzt weiß, wie der Pilz auf Wacholder aussieht, vermute ich, daß die Telien ohne genügend Feuchtigkeit sehr schnell einschrumpeln und dann kaum noch zu erkennen sind.



    Björn

    Hallo zusammen,


    wie thorben96 ja schon an anderer Stelle schrieb, waren wir am letzten Samstag gemeinsam auf einer Runde am Hohenstein in Witten unterwegs, damit Bernds Sendung aus Litauen den Weg vom östlichen ins westliche Ruhrgebiet findet. Daneben haben wir aber auch jede Menge Pilze gefunden. Insbesondere auf einem kleinen Wiesenstück lauerten die Brandpilze geradezu darauf von uns gefunden zu werden.


    1. Der erste Streifenbrand. Mit den Öhrchen und haarigem Stiel und Blatt tendiere ich beim Wirt zu Elymus repens, so daß der Pilz Urocystis agropyri wäre.


    2. Unbekanntes Gras, unbekannter Urocystis


    3. Unbekanntes Gras, unbekannter Urocystis


    4. Urocystis ranunculi ex Ranunculus repens. Der Pilz soll nicht selten sein, der Wirt ist sehr häufig, aber trotzdem hatte ich diesen Pilz bis dato noch nie gefunden.


    5. Nachdem Thorben und ich uns über den Urocystis gefreut hatten, meinte Thorben, da sei schon wieder ein Hahenfuß mit komischen Flecken. Die stellten sich dann als Entyloma eburneum heraus, dem nächsten Brand auf Ranunculus repens, der eigentlich nicht selten ist, sich aber gut vor mir versteckt hat.


    6. Mal etwas Anamorphes: Ramularia geranii var. geranii ex Geranium pyrenaicum

    IMG_7154.JPG


    7. Hier tendiere ich beim Wirt trotz einzelner Blüten zu Vicia sepium, so daß der Pilz dann Peronospora sepium ist.


    8. Hier jetzt ohne Zweifel: Peronospora sepium ex Vicia sepium


    9. Puccinia poae-nemoralis ex Poa sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    letzten Donnerstag bot sich mir die Möglichkeit, eine kleine Runde an der Ruhr an der Stadtgrenze zwischen Essen und Bochum zu drehen. Das hat sich dann auch phytotechnisch sofort bezahlt gemacht:


    1. Letztens von Thorben vorgestellt und dann auch direkt von mir gefunden: Ramularia gei ex Geum urbanum


    2. Das Gras würde ich für Poa nemoralis halten. Da der Rost gekniete Paraphysen hat, sollte es sich dann um Puccinia poae-nemoralis handeln


    3. Hyaloperonospora sisymbrii-loeselii ex Sisymbrium officinale (Wer kann das drei mal fehlerfrei hintereinander aufsagen?)

    IMG_6972.JPG


    4. Ustilago salweyi ex Holcus lanatus. Scheint nicht so selten zu sein und das Gras ist ja dank der wolligen Behaarung und den pinken Stiefel gut erkennbar.


    5. Hier bin ich mir beim Wirt nicht sicher und entsprechend bleibt es beim Pilz auch bei Ustilago sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Freitag bin ich vom Büro aus durch den Duisburger Stadtwald nach Hause spaziert und konnte dabei zwei Phytoparasiten einsacken:


    1. Blumeria graminis ex Dactylis glomerata


    2. Ramularia gei ex Geum urbanum


    Björn

    Hallo zusammen,


    diese ganzen Apps, die auf künstlicher Intelligenz basieren, mögen zwar mehr oder weniger gut funktionieren, wie man Pflanzen bestimmt lernt man damit aber leider nicht. Macht ja immer der Rechner. Deshalb würde ich eher auf klassische Bestimmungsliteratur wie den Rothmaler verweisen, oder wenn man es lieber mit mehr Bildern mag, mal bei blumeninschwaben.de reinschauen.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich habe gerade mal meine Funde ausgemessen und komme bei Melampsora rostrupii ex Mercurialis perennis auf 17-29,5 x 17-23,5, Mittelwert 22 x 20 und bei Melampsora pulcherrima ex Mercurialis annua: 18,5-25 x 16-22, Mittelwert 22x20. Da tut sich also praktisch nichts in der Größe. Was den Wert in Jules Buch angeht, denke ich, daß sie da einen Dreher drin hat, da neben Klenke und Scholler sowie Brandenburger auch Gäumann kleinere Werte für M. rostrupii angibt. Ansonsten hat Jule auf ihrer Homepage auch noch bei beiden Arten Größen angegeben, die sich für die beiden Arten praktisch nicht unterscheiden.


    Da die Sporengrößen aber ja insgesamt sehr variabel sein können (Gäumann gibt für M. p.15-29 µm Länge an, also einen Faktor 2), würde ich den Sporenmaßen hier nicht zu viel Bedeutung beimessen und mich eher an der Wirtspflanze orientieren. Man denke außerdem an die Diskussion im Klenke, ob M. p und M. r. eigenständige Arten sind oder nicht (siehe Populus im Klenke). Wenn die sich so einfach über die Sporengröße trennen ließen, wie die Literatur das vermuten läßt, hätte es diese Diskussion ja wohl nie gegeben.


    Björn

    Hallo Uwe,


    im Buch "Faszinierende Pflanzengallen" ist ein Exemplar mit exakt dem gleichen Farbton abgebilet. Ansonsten gibt es bei bladmineerders noch ein Bild, was farblich zumindest in die Richtung deines Fundes geht. Aber wenn man sich die anderen Fotos dort anschaut, scheinen die Gallen insgesamt sehr variabel zu sein.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern hat Thorben mir die Sendung aus Litauen übergeben. Ich habe gerade mal in die schwarzen Knubbel reingeschaut. Außer einem dichten Geflecht aus sterilen Hyphen ist dort leider gar nichts zu erkennen. Das ist natürlich nicht sehr hilfreich bei der Bestimmung.


    Björn

    Hallo zusammen,


    so einfach ist das mit der Bestimmung von Fliegentötern wohl nicht. Da gibt es mehr als eine Art und ohne Mikro kann man eigentlich gar nichts sagen. Aber thorben96 beschäftigt sich mit dieser Gruppe intensiver und kann da sicher mehr zu sagen als ich.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag hatte ich wieder mal die Gelegenheit eine Runde durch die Rheinaue in Walsum zu drehen und dort nach Pilzen zu suchen. Das war auch dank der feuchten Witterung sehr erfolgreich


    1. Scutellinia/Cheilymenia crucipila


    2. Peronospora viciae ex Vicia sativa agg.


    3. Ustilago salweyi ex Holcus lanatus


    4. Lentinus tigrinus war zahlreich vertreten


    5. Eine Scutellinia.... das ist mir ja immer ein Graus. Hier sind die Haare teilweise bis knapp über 1000 µm lang, Sporen messen um die 19 x 11 µm und sind mit feinen Warzen ornamentiert, die immer wieder mit kurzen Graten verbunden sind. Damit lande ich bei S. crinita/scutellata. Bei FB haben Karl und Stephan für crinita plädiert. Da das auch meine Tendenz war, würde ich den so ablegen, wenn es keinen Widerspruch gibt.


    6. Ein Urocystis an unbestimmten Gras, eventuell Glatthafer.


    7. Calocybe gambosa, ist ja schließlich eine Maiexkursion


    8. Polyporus squamosus


    9. Aecidium euphorbiae ex Euphorbium cyparissias


    10. Melampsora helioscopiae ex Euphorbia helioscopia


    11. Peronospora dipsaci ex Dipsacus fullonum


    12. Podosphaera clandestina ex Crataegus sp.


    13. Arthrinium phaeospermum ex Phragmites australis


    Björn

    Hallo Bernd,


    die Flecken auf dem Galium gehören ganz sicher nicht zu einem Phytoparasiten aus den großen Hauptgruppen. Ich kann mir auch gut vorstellen, daß die Flecken ganz ohne pizlichen Urpsrung sind, z.B. Saugstellen von Insekten.


    Björn