Beiträge von boccaccio

    Hallo Ananita,


    falls du selber keine Möglichkeit zum Mikroskopieren hast, kannst du mir gerne ein Exemplar zuschicken und ich schaue mir das dann mikroskopisch an.


    Björn

    Hallo Chris,


    die Pilze auf dem ersten Bild sehen nach Conocybe aus. Genau Bestimmung ist da nur mit dem Mikroskop möglich. Aber Conocyben sind keine Mykorrhizapilze. Auf dem zweiten BIld würde ich zu ganz jungen Leucocoprinus birnbaumii tendieren, ein typischer Gewächshauspilz, auch kein Mykorrhizabildner.


    Björn

    Hallo Felli,


    tolle Funde hast du da gemacht! Der Mehltau auf Alchemilla ist in der Tat Podosphaera aphanis. Der ist auf verschiedenen Rosengewächsen zu finden und der einzige Mehltau auf Alchemilla. Auf deinem Mikrofoto sieht man auch sehr schön, daß die Konidien in Ketten gebildet werden.

    Auch beim Rost auf Alchemilla liegst du richtig. Da gibt es zwar noch zwei weitere Arten der Gattung Trachyspora, die befallen dann aber nur A. alpina agg., A. hoppeana agg. und A. pentaphyllea.

    Der Rost auf Euphorbia ist ganz sicher ein Uromyces. Da kommen dann zwei Gruppen in Frage. Es gibt zum einen die Roste, die Aecien auf Euphorbia bilden. Das sind ca. 40 verschiedene Arten, die auf Wolfsmilch alle morphologisch gleich sind und deshalb dort nicht auf Artebene bestimmt werden können. In diese Gruppe gehört u.a. auch Uromces pisi. Daneben gibt es noch einige Uromyces-Arten, die Telien auf Euphorbia ausbilden. Die sind dann mikrokopisch auf Artniveau anzusprechen. Bei deinem Fund sind leider nur Spermogonien vorhanden, deshalb kann das noch in beide Richtungen gehen, es muß also bei Uromyces sp. bleiben.


    Björn

    Hallo Thorben,


    auf die Sporengröße würde ich bei Aeciosporen im Zweifelsfall nicht zu viel geben. Für die Trennung der beiden Arten solltest du schauen, ob Spermogonien vorhanden sind. Bei P. obscura sind die Aecien kreisförmig um Spermogonien angeordnet, bei P. lagenophorae gibt es keine Spermogonien und die Aecien sind in lockeren Gruppen angeordnet. Ich selber habe bis jetzt noch nie P. obscura auf Bellis gefunden.


    Björn

    Hallo Tuppie,


    bei Nr. 2 gehe ich bei Hymenochaete rubiginosa mit. Nr. 11 ist Ceratiomyxa fruticulosa. Nr. 8 wäre bis vor zwei Jahren noch einfach gewesen. Da hätte man das als Blumeria graminis, den einzigen echten Mehltau an Poaceaen abgelegt. Jetzt weiß man aber, daß sich da mehrere Arten hinter verbergen, also machen wir da einfach mal ein Blumera graminis s.l. draus.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Zitat

    ich versteh wirklich nicht, warum manche hier - vermutlich ohne entsprechenden Background - so vehement gegen jegliche Behauptung gesundheitsfördernder Wirkung von Pilzen zu Felde ziehen. Dass Pilze potente Gifte produzieren, streitet ja auch niemand ab. Warum nicht auch Wirkstoffe, die die Gesundheit positiv beeinflussen? In der TCM haben Pilze eine Jahrtausende lange Tradition. Und in Deutschland glauben Leute, dass nur positiv wirken kann, wo Bayer draufsteht - schon eigenartig. Dass allerdings Schmetterlingstrameten bei Depression helfen, wäre mir neu.

    Der Punkt ist, daß man bei Bayer nicht dran glauben muß, daß es wirkt. Es wirkt, weil es in wissenschaftlichen Studien auf seine Wirksamkeit hin überprüft wurde. Bei Pilzen ist eine Wirkung natürlich nicht ausgeschlossen (man kann sich mit den richtigen Pilzen ja auch aus dem Leben befördern), aber um sie als Medikament einzusetzen, muß diese Wirkung eben auch in wissenschaftlichen Studien überprüft worden sein.

    Und lange Traditionen müssen ja nicht unbedingt gut und richtig sein. Sklavenhaltung hat auch eine lange Tradition.


    Björn

    Hallo mikromeister,


    bei Pilzen mißt man regelmäßig Sporen aus und da möchte man dann eben eine Genauigkeit von 0,5 µm haben. Außerdem sind z.T. feine Ornamente auf den Sporen zu beurteilen (etwa in der Gattung Russula) und da braucht es dann auch wieder die entsprechende Auflösung.


    Björn

    Hallo Felli,


    zu den kleinen schwarzen Punkten kann ich auch nichts sagen. Wenn ich so etwas finde, ignoriere ich das immer gekonnt ;) Wie kommst du beim Rostpilz zu Uromcyes trifolii-repentis? Da ja offenbar nur Telien vorliegen, hätte ich den als Uromyces flectens angesprochen. Man sieht ja auch ansatzweise, daß das Blatt durch die Telien etwas deformiert ist (zumindest dort, wo die Telien auf der Blattader sitzen).


    Björn

    Hallo Nobi,


    ja, die Puccinia retifera macht ihrem Namen wirklich alle Ehre. Deshalb ist die auch noch mal unters Mikro gewandert, obwohl die Art schon makroskopisch ansprechbar ist und ich da in der Vergangenheit schon Fotos von gemacht hatte.


    Bei der Epichloe gibt es eine Hand voll Arten, die auf verschiedene Gräser spezialisiert sind. Auf Dactylis und Poa hat man E. typhina s.str., auf Holcus E. clarkii, auf Brachypodium E. sylvatica, auf Agrostis E. baconii etc.


    Björn

    Hallo Martin,


    die Übersichtsfotos sind zum Teil wirklich nur der Übersicht halber. Beim Kälberkropf sieht man da z.B. beim besten Willen keinen Pilz drauf. Ansonsten habe ich dort ungefähr eine Strecke von 4,5 km zurückgelegt, wobei insgesamt glaube ich weniger die Strecke als mehr die Zeit relevant ist.


    Björn

    Hallo zusammen,


    wenn man am Samstag um 5 Uhr aufsteht, hat man den Vorteil, daß man direkt zwei Exkursionen an einem Tag schafft. So ging es also für mich vom Rheindeich in Meerbusch direkt weiter zur Ölgangsinsel in Neuss (unterwegs eine S-Bahnfahrt mit grölenden Gladbach-Fans).


    1. Melampsorella symphyti ex Symphytum officinale


    2. Noch mal ein Trauerrosenkäfer


    3. Puccinia phragmitis ex Rumex obtusifolius


    4. Ulmus laevis, gut erkennbar an den haarigen Früchten


    5. Ustilago echinata ex Phalaris arundinacea

    IMG_4099.JPG


    6. Puccinia urticata s.l. ex Urtica dioica

    IMG_4240.JPG


    7. Epichloe typhina ex Dactylis glomerata


    8. Vanessa atalanta


    9. Sawadaea bicornis ex Acer negundo


    10. Ein unbekannter Käfer mit Stachel


    11. Tetraneum ulmi ex Ulmus glabra


    12. Ein Rost auf Bromus sterilis


    13. Krabbenspinne


    14. Plasmopara nivea ex Aegopodium podagraria


    15. Protomyces macrosporus ex Aegopodium podagraria


    16. Pyrochroa serraticornis


    17. Eine Biene auf Wolfsmilch


    18. Puccinia punctiformis ex Cirsium arvense


    19. Parietaria judaica


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag morgen hat die Sonne mich um 5 Uhr morgens geweckt, so daß ich schon um kurz vor sieben in Meerbusch auf Pilzsuche gehen konnte. Ziel war der Rheindeich in der Nähe der Ilvericher Altrheinschlinge, da es dort viele interessante Pflanzen gibt.


    1. Microbotryum lychnidis-dioicae ex Silene latifolia


    2. Trifolium pratense mit Pseudopeziza trifolii


    3. Phragmidium sanguisorbae ex Sanguisorba minor


    4. Epichloe typhina ex Dactylis glomerata


    5. Microbotryum lychnidis-dioicae ex Silene latifolia


    6. Peronospora viciae ex Vicia sativa agg.


    7. Uromyces minor ex Trifolium campestre


    8. Auch Gräser haben hübsche Geschlechtsteile: Arrhenatherum elatius


    9. Holcus lanatus


    10. Ustilago perennans ex Arrhenatherum elatius


    11. Epichloe clarkii ex Holcus lanatus


    12. Urocystis avenae-elatioris ex Arrhenatherum elatius

    IMG_3973.JPG


    13. Salvia pratensis


    14. Carex hirta


    15. Ustilago salweyi ex Holcus lanatus


    16. Urocystis sp. auf unbekanntem Gras.


    17. Microbotryum lychnidis-dioicae ex Silene latifolia


    18. Melampsorella symphyti ex Symphytum officinale


    19. Puccinia retifera ex Chaerophyllum bulbosum


    20. Pseudoperonospora humuli ex Humulus lupulus


    21. Taphrina pruni ex Prunus spinosa


    22. Erysiphe euonymi ex Euonymus europaeus


    23. Medicago arabica


    24. Podosphaeria ferruginea ex Sanguisorba officinalis


    25. Oxythyrea funesta


    Und so sieht der Rheindeich von der Flughafenbrücke aus betrachtet aus.


    Björn

    Hallo zusammen,


    von meiner Seite her auch gute Besserung! Ich hatte beim letzten Mal erwähnt, daß ich einen Vortrag über Phytoparasiten halten kann. Daß ich den jetzt am kommenden Mittwoch halte, war eigentlich noch nicht so festgelegt worden...


    Björn

    Hallo Martin,


    beim 100er Objektiv stelle ich die Beleuchtung immer auf volle Intensität und komme dann auf Belichtungszeiten zwischen 1/100 und 1/320 Sekunde. Beim 40er regel ich das Licht runter, damit die Belichtungszeiten auch ungefähr in diesem Bereich liegen. Zunächst hatte ich mal gedacht, daß kürzestmögliche Belichtungszeiten am besten wären, aber bei Zeiten unter 1/1000 Sekunde ist das Bild dann nicht mehr gleichmäßig hell.


    Björn

    Hallo zusammen,


    noch eine kurze Anmerkung zu den Schweizer Beobachtungen, die Raphael erwähnt hat. Es wundert mich nicht unbedingt, daß man mit der Sporenfalle in erster Linie die Pilze nachweist, die dort in der Nähe fruktifizieren. Schließlich nimmt die Fläche, über die sich Sporen verteilen, quadratisch mit dem Radius um den Pilz zu (Ausbreitung in die dritte Dimension ist durch die Höhe der Atmosphäre dann ja stark begrenzt und spielt bei Abständen größer als 10 km sicher keine Rolle mehr). Entsprechend ist die Sporendichte um die Fruchtkörper herum natürlich deutlich höher als in großer Entfernung. Das heißt im Umkehrschluß aber natürlich nicht, daß einzelne Sporen nicht doch sehr weit kommen und dort dann ein neues Leben beginnen können.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich möchte euch auf einen Pilz aufmerksam machen, den wahrscheinlich jeder von euch aktuell in der näheren Umgebung finden kann: Exobasidium japonicum, die Kulturazaleen-Nacktbasidie oder auch Ohrläppchenkrankheit genannt. Der Pilz befällt kleinblättrige Rhododendronarten ("Azaleen") und sorgt dort für die Bildung von auffällig verdickten Blättern. Bei Reife wird auf diesen Gallen dann ein weißer Rasen aus Basidien, Basidiosporen und Konidien gebildet. Hier in Duisburg konnte ich den Pilz in fast jedem Azaleenbestand nachweisen, der Pilz ist also deutlich häufiger als die Verbreitungskarte bei Pilze-Deutschland aktuell suggeriert. Zeit das zu ändern! Also rausgehen, Pilz finden und kartieren.



    Björn