Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    leider sind die Fotos suboptimal, weil leicht verwackelt. Man kann also nicht wirklich erkennen, ob an den weißen Flecken ein Pilzrasen zu erkennen ist oder nicht. Wichtig wäre auch zu wissen, welche Pflanze das überhaupt ist. Bislang mag ich jedenfalls noch nicht so recht an einen Pilzbefall glauben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich ausnahmsweise mal wieder im Büro und habe die Gelegenheit genutzt, um unterwegs ein wenig nach Pilzen zu schauen.


    1. Direkt an der Uni gab es Unmengen von Entoloma sepium. Vor einer Woche schaute da nur ganz zaghaft ein Frutchtkörper aus dem Boden, jetzt waren es schon mehr als 50 Stück. Außerdem gab es natürlich wie jedes Jahr am zugehörigen Prunus serotina auch noch Taphrina farlowii.

    Huthaut

    Basidien mit Basalschnalle


    2. An toten Ahornblattstielen derzeit überall zu finden: Pyrenopeziza petiolaris


    3. Und noch ein persönlicher Erstfund für mich: Venturia rumicis ex Rumex obtusifolius. Erst dachte ich, da wäre schon ein Rost auf dem Ampfer, aber dann waren mit der Lupe schwarze Perithecien zu erkennen.


    Björn

    Hallo Nobi,


    so langsam scheint das mit mir und den Dungpilzen ja immer besser zu funktionieren :) Was den A. degluptus angeht, habe ich gerade gesehen, daß der in Pilze-Deutschland komplett fehlt. Ist der so selten? Oder fehlen da Funde? Oder bin ich zu blöd zum Suchen?

    Was die biseriaten Asci angeht: Du hast mich noch nie ein Präparat quetschen sehen...da wird alles biseriat und breit ;-D


    Mittlerweile gab es auch noch einen weiteren Ascobolus. Sporen messen (16-19) µm x (9-10) µm, der Fruchtkörper war weißlich und wollte wohl eines Tages mal groß werden, also lande ich bei A. sacchariferus. Das Schöne, wenn man einen Ascobolus nach dem anderen auf den Proben hat, ist, daß man da auch schon ohne genaues Ausmessen merkt, daß sich Sporengrößen und -formen zwischen verschiedenen Arten unterscheiden.


    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank Euch beiden für die Erläuterungen zum Ausscheideverhalten von Schafen. Das mit dem Durchfall und größeren Klumpen paßt ja ganz gut, weil die Schafe wohl gerade erst wieder raus in das Naturschutzgebiet gekommen sind. Nachdem der Wirt geklärt ist, geht es jetzt also wie versprochen los mit den Pilzen.


    1. Ascobolus immersus. Wenn man da nicht aufpaßt und es fällt einem eine Spore auf den Fuß, ist der Fuß platt :D


    2. Und noch ein Ascobolus. Die Sporen messen (28-33) µm x (14-16) µm, so daß A. hawaiiensis raus ist. Damit bleiben noch A. stictoideus und A. degluptus im Rennen. Wenn ich mir ältere Forenbeiträge zu den beiden Arten anschaue, sind die nur schwer zu trennen (so es denn überhaupt zwei verschiedene Arten sind). Da hier das Epispor bei den älteren Sporen teilweise abgelöst erscheint (oder interpretiere ich die helleren Bereiche des Epispors falsch?), würde ich die Art als A. degluptus ablegen wollen, wenn es keine Einwände gibt.


    3. Dann noch ein kleiner, weißlicher Ascobolus mit Sporenmaßen von (25-27) µm x (12-13) µm, so daß ich bei Ascobolus albidus lande.


    4. Noch etwas Farbenfrohes! Sporenmaße (19-21) µm x (13-14) µm und Haare, deren Basis um die 12 µm messen, bringen mich zu Lasiobolus cuniculi


    5. Langsam kommen auch die Pyrenomyceten aus ihren Löchern. Hier lande ich mit Sporen von (18-20) µm x (11-12) µm bei Schizothecium vesticola.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die obige Frage stellt sich ja bekanntermaßen der Maulwurf. Mir hat zwar niemand auf den Kopf gemacht, aber ich habe bei meinem Eifelausflug am 1.5.2021 eine Losung gefunden, die ich nicht sicher einem Verursacher zuordnen kann. Das ganze war auf einem Wiesenstück, wo vor kurzem Schafe standen. Dementsprechend gab es dort Schaflosung, die aussah wie Kuhfladen en miniature. Daneben dann dies hier

    Ist das auch Schafdung? Wenn ja: Wie entscheidet das Schaf ob es kleine Kügelchen oder große Klumpen produziert? Falls nein: Wer hat dann dort hingemacht?


    Ab morgen gibt es hier dann auch die zugehörigen Pilze zum Dung.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Auffahrtstag war ich in Gelsenkirchen auf der Halde Rungenberg mit meiner Nichte unterwegs. Auch wenn das Kind beim Sammeln von Sauerampfer fast von einem Hund zerfleischt worden wäre, war es insgesamt eine schöne Tour, auf der wir auch einige Phytoparasiten finden konnten.


    1. Peronospora viciae ex Vicia sativa agg.


    2. Melampsora helioscopiae ex Euphorbia helioscopia


    3. Parasola auricoma


    4. Eine Peziza. Die wuchs an einer Stelle mit Holzhäckseln im Boden, wo aber auch der eine oder andere Vierbeiner seine Notdurft verrichtet. Auffällig ist die kleiige Außenseite. Sporen messen (15-17) µm x (9-10) µm. Ungefärbt erschienen sie ganz glatt, mit BWB war ein Hauch von Rauigkeit zu erahnen, aber insgesamt würde ich da schon eher zu einer glattsporigen Peziza tendieren. Wenn ich dann mit Hohmeyer schlüssel, lande ich bei 22 und den Arten P. cerea, P. micropus und P. repanda. Alternativ auf der rauen Schiene bei P. arvernesis. Was meinen die Becherlingsexperten?

    Hallo zusammen,


    am letzten Freitag habe ich den Brückentag genutzt und eine Runde durch die Rheinaue in Friemersheim gedreht. Da legen die Phytoparasiten jetzt mächtig los, aber es gab auch einen großen Pilz mit Stiel und Hut.


    1. Peronospora conglomerata ex Geranium cf. molle


    2. Taphrina pruni ex Prunus spinosa


    3. Peronospora viciae ex Vicia sativa agg.


    4. Peronospora ranunculi ex Ranunculus repens


    5. Einer von mehreren Streifenbränden, die ich dort finden konnte. Leider fehlen mir hier die Öhrchen an den Blättern, sonst wäre Urocystis agropyri an Elymus natürlich ein heißer Kandidat.


    6. Microbotryum lychnidis-dioicae ex Silene latifolia


    7. Melanotaenium endogenum ex Galium mollugo agg.


    8. Melampsora sp. ex Populus sp.


    9. Puccinia cf. urticae-hirtae ex Carex cf. hirta


    10. Melampsorella symphyti ex Symphytum officinalis


    11. Neolentinus degener

    Lamellenschneide

    Basidiolen

    Huthaut

    Lamellentrama

    Basidiolen

    Sporen


    12. An totem Gras, vermutlich Phalaris arundinacea. Eventuell Phaeosphaeria parvograminis? Sporen messen um 32x4,5 µm, sind bis zu 10 fach septiert und die 2. oder 3. Zelle von oben ist verbreitert.

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich auf kurz der Burg Isenberg in Hattingen. Kaum waren wir oben auf dem Gipfel an der Burgruine angekommen, wurde ich zu einer Flechte gerufen. Dabei kam ich auf dem nassen Gitter für barrierefreien Zugang etwas ins Rutschen. Ich konnte mich zwar noch abfangen, habe mir dann aber das andere Knie etwas verdreht. Danach ging es dann im Schneckentempo wieder den Berg hinunter. aber zum Glück ist das Knie mittlerweile wieder in Ordnung.


    1. Milesina murariae ex Asplenium ruta-muraria


    2. Entoloma sepium unter Kirsche


    3. Puccinia sessilis ex Arum maculatum


    4. Und als Hyperparasit noch Tuberculina persicina ex Puccinia sessilis


    Björn

    Hallo zusammen,


    im letzten Sommer war ich mal im Himmelgeister Rheinbogen unterwegs und habe dort Colchicum autumnale gefunden. Seinerzeit blühten die Pflanzen und hatten keine Blätter. Der Brandpilz, der auf der Pflanze existiert, befindet sich aber auf den Blättern und so ging es also jetzt im Frühjahr erneut dort hin um Blätter und Pilz zu suchen. Das war im relativ hohen Gras gar nicht so einfach, aber am Ende des Tages doch erfolgreich:


    1. Urocystis colchici ex Colchicum autumnale


    2. Dann noch massiver Befall von Puccinia lagenophorae ex Senecio vulgaris


    Björn

    Hallo Claudia,


    das Pilzforum ist sogar die einzige Möglichkeit, ein Bewegungsprofil von mir zu erstellen. Ich gehöre zu den ganz wenigen Menschen, die immer noch komplett ohne Handy leben.


    Björn

    Hallo Sebastian,


    das was du da zeigst, sind nicht die Teliosporen, sondern die Spermogonien. Für die Teliosporen muß man gezielt die pulverigen, braunen Bereiche des Rostpilzes unters Mikro legen.

    Der Rostpilz auf Mercurialis perennis wird Melampsora rostrupii sein, das ist die einzige Art, die auf diesem Wirt vorkommt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am vergangenen Wochenende war ich für einen Kurztrip an der Nordsee in Norddeich. Neben einem Bad in der 9 Grad kalten Nordsee fanden sich auch einige wenige Phytoparasiten, darunter auch ein persönlicher Erstfund.


    1. Synchytrium taraxaci ex Taraxacum sect. Ruderalia


    2. Phragmidium tuberculatum ex Rosa sp.


    Björn

    Hallo Schupfnudel,


    die Brand- und Rostpilze kannst du bei den Basidiomyceten als Ustilaginomycotina und Pucciniomycotina einpflegen. Falsche Mehltau wären dann die Oomycetes und sind streng genommen gar keine Pilze. Bei den genannten Gruppen sind dann zwar auch noch Pilze bei, die nicht phytoparasitisch sind und von denen ich keine Ahnung habe, aber die ssind mikroskopisch und entsprechend wird die auch niemand in der Praxis finden. Die echten Mehltaue sind als Erysiphales bei den Ascomyceten.


    Björn

    Hallo Bernd,


    die Nr. 3 ist wahrscheinlich Ochropsora ariae. Zur Sicherheit solltest du aber mal in die Pusteln auf der Blattunterseite mit einer Nadel hineinstechen und schauen, ob sich darin weißes Sporenpulver befindet (das wäre dann O. ariae) oder braune Sporenmasse sitzt (Tranzschelia fusca).


    Björn

    Hallo zusammen,


    dann will ich auch mal mitteilen, welche Pilze mich am meisten interessieren. Die wenigsten von Euch werden es ahnen, aber es sind tatsächlich die Rostpilze, Brandpilze und Falschen Mehltaue. Zur Not darf es aber auch mal ein echter Mehltau sein. Bei Phytoparasiten freue ich mich auch immer über zugeschicktes Material zum (Nach)mikroskopieren.


    Björn

    Hallo zusammen,


    die sterilen Zellen um die Spore herum sind ganz normale, dreidimensionale Zellen, also keine flachen Segel. Solche Zellen sind übrigens für die Gattung Urocystis ganz charakteristisch. Bei einigen Arten umschließen sie die eigentlichen Sporen komplett, bei anderen wie U. anemones umschließen sie die Spore nur teilweise. Auch ist die Anzahl von Sporen in so einem Cluster von Art zu Art unterschiedlich.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag war ich noch mal in der Eifel in der Wacholderheide um Alendorf unterwegs.


    1. Synchytrium mercurialis ex Mercurialis perennis


    2. Tranzschelia pruni-spinosae ex Anemone ranunculoides


    3. Ochropsora ariae ex Anemone nemorosa


    4. Peronospora hiemalis ex Ranunculus acris


    5. Puccinia mirabilissima ex Mahonia aquifolium


    6. Gymnosporangium clavariiforme ex Juniperus communis


    7. Peronospora arvenis ex Veronica hederifolia agg.


    8. Uromyces scutellatus ex Euphorbia sp.


    9. Melampsora rostrupii ex Mercurialis perennis

    IMG_5575.JPG


    10. Ramularia cylindroides ex Pulmonaria sp.


    11. Fomitopsis pinicola


    12. Puccinia aegopodii ex Aegopodium podagraria


    Björn

    Hallo Ralph,


    bei den ganzen Uromyces-Arten auf Euphorbia kann man grob zwei Gruppen unterscheiden. Einmal das, was gerne als Uromyces pisi bezeichnet wird (jeder, der Uromyces pisi dazu sagt, kriegt von Jule aber eins mit dem Nudelholz übergebraten ;-)): Roste, die auf Euphorbia Spermogonien und Aecien (also becherförmige Strukturen) bilden. Die sind ohne Kenntnis des Wechselwirts nicht bestimmbar - auch nicht mit dem Mikroskop - und werden deshalb auch einfach als Aecidium euphorbiae zusammengefaßt. Daneben dann Roste, die Spermogonien und Uredien oder Telien auf Euphorbia bilden. Da gehört deiner zu. Die sind bestimmbar, aber man muß sich die Sporen mit dem Mikro anschauen. Uromyces scutellatus ist da ein möglicher Kandidat, aber auch Uromyces kalmusii wäre möglich. Wenn du einen Beleg davon hast und nicht selber mikroskopieren möchtest, kannst du mir den auch gerne zuschicken.


    Bei meinem Fund oben sind nur Spermogonien vorhanden, deshalb ist da noch nicht klar, ob es auf Aecidium euphorbiae oder einen potentiell bestimmbaren Uromyces hinauslaufen wird.


    Björn

    Hallo zusammen,


    da war Karl etwas schneller als ich: Definitiv eine gute Gelegenheit um gemeinsame Exkursionen durchzuführen. Nur für Gymnosporangium ist der Juni die undankbarste Zeit. Dann sind die Telien auf Wacholder schon weg und auf dem Wechselwirt Sorbus gibt es nur Spermogonien.


    Björn