Hallo zusammen,
wenn schon, dann Lactarius volemus agg. Da verbergen sich mehrere Arten drin, die nur mikroskopisch unterschieden werden können.
Björn
Hallo zusammen,
wenn schon, dann Lactarius volemus agg. Da verbergen sich mehrere Arten drin, die nur mikroskopisch unterschieden werden können.
Björn
Hallo Wimmi,
je nach dem, wo genau du im Bergischen Land bist, empfehle ich dir Pilzexkursionen mit dem Mykologischen Arbeitskreis Bergisches Land und dem Arbeitskreis Pilzkunde Ruhr.
Björn
Hallo zusammen,
mir sträuben sich bei Anfragen, wie der von Schafart die nicht vorhandenen Nackenhaare. Ganz davon abgesehen, daß das Internet ja nun wirklich keine zuverlässige Quelle ist, denn hier kann ja jeder alles erzählen ("Seit ich jeden Morgen einen Tee auf grünen Knollenblätterpilzen trinke, habe ich keine Kopfschmerzen mehr."). Aber selbst, wenn jemand nach Genuß von Birkenporlingstee einen positiven Einfluß auf seinen Blutzucker feststellt, ist das ein Einzelfall und hat medizinisch betrachtet keine Relevanz. Dazu sind groß angelegte Studien mit ausreichender Statistik notwendig!
Björn
Hallo zusammen,
da Norbert die zeitlich veränderlichen wissenschaftlichen Namen anspricht: Ein großer Unterschied zwischen den zig deutschen Namen für einen Pilz und den ggfs. ähnlich zahlreichen wissenschaftlichen Namen für einen Pilz ist, daß die wissenschaftlichen Namen in Datenbank wie Index Fungorum oder Mycobank erfaßt sind und man dort also die Synonymie problemlos nachvollziehen kann - ganz egal ob der Pilz seinen Namen schon seit Fries hat oder ober in den letzten 2 Jahren in 5 Gattungen war. Für deutsche Namen gibt es so etwas in der Regel nicht und gerade wenn jemand aus dem hintersten Wald in Bayern seltsame regionale Bezeichnungen verwendet, besteht die Gefahr, daß er oder sie nicht verstanden wird (gut, da hat der liebe Gott ja auch noch eine Sprachbarriere vorgesetzt, aber das ist ein anderes Thema ;-)).
Zum Argument daß deutsche Namen in irgendeiner Form einfacher sein: Klar sind die in einer Sprache formuliert, die die meisten Forumsteilnehmer sprechen. Allerdings ist es doch gerade für den Anfänger, der weder deutsche noch wissenschaftliche Pilznamen kennt, eigentlich relativ egal, ob er jetzt Thelephora terrestris oder Erdwarzenpilz lernt, denn lernen muß er nun mal so oder so. Im Zweifelsfall erspart man sich dann mit den wissenschaftlichen Namen aber, daß man alles bei tieferem Einstieg in die Materie doppelt lernen muß. Ich war auf meiner ersten Exkursion auf dem APR auch beinahe in Ehrfurcht erstart, als dort munter ein wissenschaftlicher Name nach dem anderen durch die Gegend gerufen wurde, aber empfand das dann eher als Ansporn denn als Abschreckung.
Björn
Hallo zusammen,
ich würde hier auch eher eine Physcia sehen. Da gibt es natürlich auch lichenicole Pilze drauf, die solche Gallen machen (Jule hatte glaube ich mal einen vor ewigen Zeiten vorgestellt). Ich selber hatte dann mal auf dem Dach meiner Eltern eine Physcia mit ähnlichen Gallen gefunden und mikroskopiert: Das hat sich dann allerdings nicht als der gesuchte Pilz, sondern als Pyknidien entpuppt. Von daher gilt hier, wie so oft im Leben: Ohne Mikroskop bleibt es alles Raterei.
Björn
Hallo zusammen,
nach dem Erfolg von "Zwei Tomentellas" folgt hier jetzt exklusiv für das Pilzforum die Fortsetzung "Vier Tomentellas". Fundort ist wieder der Duisburger Stadtwald, also von Buchen geprägter Laubwald mit eingestreuten Eichen und Hainbuchen.
1. Schnallen vorhanden, Zystiden fehlend, Sporen nur wenig vorhanden, messen (7-8) x (6-7.5) µm, sind rundlich, braun und haben ein kurzes, nicht bifurkates Ornament, Subikularhyphen braun, dickwandig. Egal welchen der beiden Wege ich in Franks Schlüssel bei 19 dann nehme, ich lande im Nirvana. Also sind die Sporen vielleicht nicht so rund, wie gedacht? Also in 18 mal anders abbiegen, wo ich dann bei 31 lande. Ich halte die Fruchtkörper für anhaftend, Rhizomorphen habe ich keine gefunden und das Subikulum wirkt auf mich dünn. Außerdem fallen in Wasser bernsteinfarbene Anlagerungen an den Basidien (diese nicht cyanescent) auf. Das Hymenophor ist aber weder ziegelrot noch bräunlich, sondern rostbraun, so daß die Arten unter 31a nicht wirklich passen. Auf der 31b-Schiene gibt es dann T. umbrinospora, die ich auch schon mal hatte, und die z.B. schon rein von der Sporenform her anders aussah. Wo biege ich falsch ab, Tomentella ?
In Wasser
2. Makroskopisch sehr ähnlich zu Nr. 1, überzeugt diese Tomentella mikroskopisch durch runde, stachelige Sporen mit amyloidem Apikulus, so daß ich sie Tomentella bryophila nennen möchte.
3. Hier gelang zwar auch kein Sporenabwurf, aber es ist endlich mal eine Tomentella ohne Schnallen, so daß man in Franks Schlüssel direkt zu 36 geht. Sporenornamente sind nicht bifurkat, Sporen sind braun, Schnallen waren nirgendwo zu beobachten und die Sporen sind eher elliptisch als rund, so daß ich bei Tomentella fuscocinerea lande. Paßt das?
4. Hier sind wir wieder mit Schnallen und ohne Zystiden unterwegs. Sporen waren reichlich vorhanden und messen (7.7-9.2) µm x (6.0-7.6) µm, Q=1.1-1.4, Form elliptisch bis unregelmäßig dreieckig. Da der Fruchtkörper schon ziemlich reif war, kann ich über unreife Basidien (und damit die Option T. terrestris) leider nichts sagen. Wenn ich mich an T. terrestris vorbeischlüssel, lande ich mit elliptischen Sporen bei T. ellisii, die aber farblose Subikularhyphen haben sollte. Wenn ich alternativ zu den Tomentellas mit unregelmäßigen Sporen schlüssel, finde ich da auch nichts Passendes....
Björn
Hallo Bellablocksberg,
daß du dieses Zitat als Argument anführst, warum Homöopathie doch wirken kann, zeigt, daß du von der wissenschaftlichen Methodik leider wenig verstanden hast. Ja, es gibt in den Naturwissenschaften (anders als in der Mathematik, wo ein bewiesener Satz für alle Zeiten wahr bleiben wird) keine absolute Wahrheit. Erkenntnisse können immer durch weitere Experimente widerlegt werden, so daß man immer nur vom aktuellen Stand der Erkenntnis sprechen kann. Beispiel: Newtonsche Mechanik. Damit kann man sehr gut erklären, warum ein mit einer gewissen Geschwindigkeit fliegender Ball die Fensterscheibe getroffen hat. Das ist millionenfach experimentell im Alltag überprüft worden. Ist es deshalb auch eine in allen Situationen korrekte Beschreibung der Welt? Nein! Denn wir wissen heute, daß bei Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit die Effekte der speziellen Relativitätstheorie wichtig werden und man andere Vorhersagen/Effekte sieht. Dadurch wird die Newtonsche Mechanik aber nicht wirklich falsch. Sie ist für kleine Geschwindigkeiten nach wie vor eine adäquate Beschreibung der Welt.
Was Homöopathie angeht, gibt es mittlerweile zig Doppelblindstudien, die zeigen, daß Homöopathie nicht besser oder schlechter wirkt als ein Placebo. Das wundert mich auch nicht, da ja bei hoher Verdünnung nicht ein Molekül der Ausgangssubstanz im homöopathischen Mittel vorhanden ist (Gedächtniseffekte des Wassers auf molekularer Ebene kann man bei Raumtemperatur getrost vernachlässigen. Information über Nachbarmoleküle geht auf der Zeitskala der molekularen Bewegung, also im Nanosekundenbereich verloren). Daran werden auch zukünftige Studien nichts ändern, weil Wissenschaft dadurch ausgezeichnet ist, daß unter gleichen Bedingungen gleiche Ergebnisse erzielt werden. Will sagen: Wenn man solche Doppelblindstudien sauber durchführt (hinreichend große Statistik etc.), wird man immer zum gleichen Ergebnis kommen.
Björn
Hallo zusammen,
ich widerspreche einfach mal ganz heftig und behaupte, daß der Lerneffekt größer ist, wenn die Betrachter:in zu den gegebenen wissenschaftlichen Namen selber deutsche Namen (so sie denn existieren) suchen muß. Das ist in Zeiten des Internets ja auch kein großes Problem: Wissenschaftlichen Namen markieren, kopieren und in die Suchmaschine der Wahl einfügen.
Björn
Hallo André,
das ist Lactarius turpis.
Björn
Hallo Thorben,
wieder mal ein sehr gelungendes Portrait von dir. Bei 3. sieht man in der Tat die gloeoploren Hyphen, die sich mit Sulfovanillin dunkel verfärben, wie man hier sehen kann.
Björn
Hallo Bernd,
das sind doch ganz eindeutig Kängurus ![]()
Björn
Hallo Grüni,
aber machen diese ganzen hübschen Dung-Pilze den fehlenden Elch nicht mehr als wett? ![]()
Björn
Hallo Nobi,
jetzt habe ich es endlich geschafft, die unreifen Sporen der Cercophora auszumessen. Diese liegen bei etwa 40 µm x 3-3.5 µm. Die Caudae sind bis 60 µm lang (soweit es sich beurteilen läßt in der Tat apikal und basal von gleicher Länge) und das Pedicel konnte ich jetzt auch noch mal in nicht kollabierter Form beobachten, wo es dann 30 µm lang ist und unten etwas gebogen erscheint. Damit hast du wohl wieder mal einen Volltreffer mit Cercophora silvatica gelandet.
Was die Psathyrella angeht, habe ich jetzt sowohl mit den Beschreibungen von P. prona f. cana bei Ludwig als auch bei van Waveren verglichen und muß sagen, daß das wirklich sehr gut paßt (inklusive der Einschränkung von Ludwig, daß die Hüte nicht gerieft sind).
Björn
Hallo zusammen und insbesondere auch hallo Tomentella,
letzten Freitag habe ich bei einer Runde durch den Stadtwald wieder zwei Tomentellas entdecken können. Makroskopisch sind die ja immer eher unscheinbar unterwegs, im Mikroskop entfaltet sich dann aber die ganze Schönheit
1. Keine Zystiden, Schnallen vorhanden, Subikularhyphen dickwandig, Sporen gelblich, rundlich, (8.3-11.7) x (8.9-11.1) µm, Q=0.9-1.2, Stacheln bis 3 µm, Apikulus amyloid. Damit lande ich dann bei Tomentella bryophila, die ich vor einiger Zeit ja schon mal im Stadtwald hatte.
2. Keine Zystiden, Schnallen vorhanden, Sporen bräunlich, unregelmäßig, (7.9-8.9) µm x (6.4-7.8) µm, Q=1.0-1.3, überwiegend mit Öltropfen, Stacheln bis 1.5 µm lang, Hymenophor nicht cyanescent, auffallend waren einige blasig verdickte Hyphen im Subhymenialbereich. Muß ich dann bei Schlüsselschritt 14 nach 29 abbiegen und lande (mal wieder) im undankbaren Thelephora terrestris/Tomentella sublilacina-Sumpf?
Björn
Hallo zusammen,
am Sonntag war ich mal wieder auf einer kleinen Runde auf der Rungenberg-Halde in Duisburg und habe Phytoparasiten gesammelt:
1. Peronospora flava ex Linaria vulgaris
2. Uromyces euphorbiae-corniculati ex Lotus corniculatus
3. Puccinia picridis ex Picris hieracioides
4. Erysiphe trifoliorum ex Trifolium pratense
Björn
Hallo Felli,
grundsätzlich gibt es etliche Hyperparasiten auf Rostpilzen, die auch im Klenke hinten extra ausgeschlüsselt werden. Bei einem weißen Hyphomycet auf Coleosporium käme Ramularia coleosporii in Frage, da passen die Konidien aber nicht zu. Von daher kann ich dir leider nicht sagen, wer da gerade den Rostpilz verfrühstückt.
Björn
Hallo Tuppie,
ich sag es ja immer wieder, daß Phytoparasiten die besten Pilze sind ![]()
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Sonntag hat sich der APR mal wieder zu einer Exkursion getroffen. Dieses Mal habe ich es dann auch geschafft, zum richtigen Treffpunkt zu kommen
Das hat sich dann auch gelohnt, gab es doch etliche interessante Pilze.
1. Beim Umsteigen am Halterner Bahnhof: Erysiphe flexuosa ex Aesculus hippocastanum
2. Wird noch von anderen Exkursionsteilnehmern bestimmt
3. Humaria hemisphaerica
4. Tricholoma ustale
5. Hier lande ich bei Tomentella botryoides. Hymenophor extrem stark cyanescent, Sporen von 5.7-6.6 x 4.5-6.6 µm bzw. 6.2+-0.3 x 5.5+-0.7 µm, Schnallen vorhanden, Zystiden fehlen, Rhizomorphen ebenfalls vorhanden.
6. Trichophaea woolhopeia
7. Lepiota felina Leucocoprinus brebissonii
9. Geastrum triplex bzw. jetzt wohl besser G. michelianum
10. Lanzia echinophila. Nach langer Suche endlich gefunden!
Björn
Hallo Dianic,
scheinbar scheint dich gerade der bekannte Forums-Bug zu erwischen, der Beiträger neuer User einfach immer direkt löscht. Climbingfreak oder andere Admins können das wieder freischalten.
Was die Bäume angeht, reicht es aber auch, wenn da irgendwo versteckt eine Lärche stand. Es kann also durchaus sein, daß der ganze restliche Wald aus Fichten bestand.
Björn
Hallo Dianic,
das ist Suillus cavipes. Der wuchs garantiert unter Lärchen.
Björn
Hallo Ingo,
Claviceps habe ich noch nie mikroskopiert. Das ist ja auch nur ein Sklerotium, wo ich nicht erwarte, irgendetwas Interessantes zu sehen. Wenn es mir irgendwann mal gelingen sollte, aus den Körnern dann die eigentlichen Fruchtkörper zu ziehen, wandern die aber mit Sicherheit unters Mikroskop.
Björn
Hallo Bernd,
das sind Fruchtkörper von Erysiphe alphitoides.
Björn
Hallo zusammen,
eine Ramularia ist das sicher nicht. Die bildet ja einen weißlichen Pilzrasen aus. Im Brandenburger wird Cercosporidium punctum erwähnt mit spindelförmigen bis zylindrischen Konidien, meist zweizellig und 22-44 µm x 4-6,5 µm Größe.
Björn
