Beiträge von boccaccio

    Hallo Karl,


    wieder mal beeindruckende Funde und Bilder aus dem Depot. Da kann man nur hoffen, daß es in den kommenden Wochen genug Regen für weiteres spannendes Pilzwachstum gibt.


    Björn

    Hallo Matthias,


    hast du auch mal die Huthaut mikroskopiert? Das geht am Besten, wenn du ein Stück abziehst und mit einer Rasierklinge das restliche Fleisch abschabst (den Trick habe ich von Karl und der funktioniert sogar bei Grobmotorikern wie mir).


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte ja vor einiger Zeit schon meine Exkursion ins Rotbachtal am 31.08.2019 vorgestellt und dabei am Ende noch vier Russulas angekündigt. Die will ich jetzt hier mit Bitte um Bestimmungshilfe vorstellen. Was die chemischen Reaktionen bei 1 und 4 mit Guayak angeht, muß man das eventuell mit etwas Vorsicht genießen, weil ich da wegen mangelnder Erfahrung noch nicht so genau auf die Schnelligkeit und Stärke der Reaktion geachtet habe. In der Retrospektive könnte die Dokumentation sicher hier und da etwas besser sein, aber leider hatte ich an dem Wochenende nicht schrecklich viel Zeit (wegen Dienstreise am folgenden Montag), aber vielleicht können die Experten ja trotzdem hier und da etwas sagen.


    Nummer 1:

    Begleitbäume: Fagus und Quercus, Carpinus nicht auszuschließen

    Geschmack mild

    Mit Guayak nach 20 Sekunden blau, mit Eisensulfat leicht rosa

    Sporenpulverfarbe IIc, es war aber leider nur sehr wenig Pulver vorhanden

    Sporengröße (6.4 +- 0.2) µm x (5.2 +- 0.3) µm


    Nummer 2:

    Das dürfte auch ohne Mikroskopie eindeutig Russula nigricans sein.

    Begleitbäume: Fagus, Geschmack mild-nussig

    Mit Guayak sofort tiefblau, mit Eisensulfat keine Reaktion erkennbar Bottrop-0056.jpg


    Nummer 3:

    Ganz klar eine Compactae.

    Begleitbäume: Fagus (und offenbar auch Pinus, wie ich auf dem Foto feststellen muß)

    Geschmack leicht scharf

    Mit Guayak sofort dunkel blau, mit Eisensulfat keine Reaktion erkennbar.

    Sporenpulverfarbe Ia-b

    Sporengröße (6.6 +- 0.6) µm x (5.5 +- 0.4) µm. Auffallend war, daß es neben einigen sehr großen Sporen auch einige sehr kleine Sporen gab (Länge von 5.9 bis 8.0 µm, Breite von 4.9 bis 6.1 µm), entsprechend die recht große Standardabweichung


    Nummer 4

    Begleitbäume: Fagus

    Geschmack: sehr schnell scharf

    Mit Guayak nach 10 Sekunden blau, mit Eisensulfat ein Hauch von Rosa

    Sporenpulverfarbe Ib bis IIa.

    Sporengröße (7.5 +- 0.4) µm x (6.4 +- 0.3) µm


    Björn

    Hallo zusammen,


    Russula exalbicans sieht jetzt in der Tat nach einer guten Option aus. Im Russularum Icones und auf Sven Kögels Russula-Seite wird als Sporenpulverfarbe auch IIIa bzw. IIIb genannt, was dann ja auch zu meinem Fund passen würde.


    Den Täubling hast du da wieder mal sehr hübsch verziert, Grüni!


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei der Puccinia jageae hat mich nur gestört, daß ich dort keine stachelfreie Tonsur sehen konnte. Also zumindest bei MIR ist die viel deutlicher ausgeprägt ;)


    Die Guayak-Reaktion ist einmal nach circa 10 Sekunden fotografiert, das zweite Bild dann in etwa nach einer Minute (Mist, wenn man nicht multitaskingfähig ist und gleichzeitig die Zeit stoppen und fotografieren kann).


    Der Stiel zeigte, insbesondere am gesammelten Exemplar am nächsten Tag leichte grau-grün Töne sowie unten auch einen purpurfarbenen Schimmer. Für Russula gracillima scheint der mir aber doch zu robust zu sein.


    Ja, das neue Mikroskop (ein Motic Panthera C) habe ich jetzt seit einem guten Monat und bin voll und ganz begeistert. Ist schon etwas anderes, ob man beim Bresser mit der Spiegelreflex bei 1/20 Sekunde Belichtungszeit und ISO 3200 durchs Okular fotografiert oder hier einfach die Kamera ans Trino anschraubt und mit kurzer Belichtung bei ISO 100 alles einfangen kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich mit einer Bekannten auf einer Tour an der Sengbachtalsperre in Solingen. Eigentlich war die Idee, dort den einen oder anderen Speisepilz zu sammeln, aber an Großpilzen gab es leider nur sehr wenig zu finden. Aber immerhin gibt es ja Phytoparasiten ;)


    1. Coleosporium tussilaginis ex Tussilago farfara


    2. Coleosporium senecionis ex Senecio ovatus. Der weiße Belag ist wohl Ramularia coleosporii. Was der graue Belag ist, weiß ich nicht.


    3. Hier dachte ich erst an einen Brand, im Mikroskop zeigte sich dann aber, daß es nur zwei Arten Anamorphes Gedöns hatte.


    4. Ich vermute Puccinia jaceae ex Centaureum sp.

    IMG_6260.JPG


    5. Puccinia graminis ex Festuca gigantea


    6. Octospora affinis ex Orthotrichum affine. Wie gehabt: Im Bergischen Land muß man ein Büschel Moss vom Holunder nehmen und hat den Pilz sicher.

    7.


    7. Lactarius sp.


    8. Russula sp.

    Begleitbäume: Betula, Picea, Pinus

    Chemische Reaktionen: schwache Reaktion mit Guayak, mit Eisensulfat anfangs scheinbar leicht rosa, später keine Verfärbung erkennbar, Fleisch und Lamellen keine Reaktion mit Ammoniak

    Geruch: fruchtig

    Geschmack anfangs leicht bitter, dann schärflich werdend

    Huthaut bis zum halben Hutradius abziehbar, Hutfleisch darunter in Hutfarben gefärbt, Huthaut mit sehr langen Zystiden, die sich in Sulfovanillin dunkel färben

    Sporenpulverfarbe IIIa (IIc?), Sporengröße (8.0 +- 0.3) µm x (6.8 +- 0.2) µm


    Björn

    Hallo zusammen,


    zu den ganzen Blätterpilzen kann ich nicht wirklich viel sagen, da kümmert sich Jan-Arne drum. Ich mache da immer nur die "Blätterpilze" ;)

    G. ocior hatte Jan-Arne glaube ich von gleicher Stelle ein paar Tage vorher schon mikroskopiert. Aber das weiß er sicher auch besser und wird dazu was schreiben. Ansonsten wird dieses Jahr in der Gruga aber alles, was ein leichtes Fragezeichen haben könnte, mikroskopiert.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es wieder mal in die Gruga zum Kartieren. Dabei fanden sich folgende Pilze:


    1. Entyloma calendulae ex Calendula officinalis


    2. Puccinia convolvuli ex Calystegia sepium agg.


    3. Caloboletus radicans. Oder sollte ich ihn lieber Cara nennen? :D


    4. Abortiporus biennis nach einer Rasenmäherbehandlung


    5. Tintlinge, die Jan-Arne noch unter die Lupe nimmt

    Gruga-0015.jpg


    6. Agaricus campestris


    7. Hgrocybe conica


    8. Podosphaera plantaginis ex Plantago lanceolata


    9. Marasmius sp., guckt sich Jan-Arne auch noch an.


    10. Coprinellus disseminatus


    11. Gymnopus ocior


    12. Russula recondita


    13. Puccinia menthae ex Mentha sp.


    14. Golovinomyces macrocarpus ex Matricaria recutita. Keine Fibrosinkörper vorhanden.


    15. Inocybe sp.


    16. Phragmidium mexicanum ex Potentilla indica


    17. Xerula radicata


    18. Puccinia asperulae-odoratae ex Galium odoratum


    19. Hygrocybe conica zum Zweiten


    20. Noch eine Inocybe sp.


    21. Peziza sp.


    22. Ramaria sp. Das macht mikroskopisch aber sehr wenig Spaß...

    Sporen scheinen in BWB praktisch kein Ornament zu haben, wobei man an den Rändern aber kleine Erhebungen erahnen kann

    Nochmal Sporen in Kongorot/NH3 und KOH 3%

    Basidien 4-sporig und mit Schnalle

    Die berühmten Rhizomorphen in KOH 3%. Wie man sieht, sieht man nicht viel. Skeletthyphen sind aber wohl erkennbar

    Mit zusätzlichem Kongorot dann auch ampulliforme Septen


    23. Ganoderma resinaceum


    24. Scleroderma sp. Bei der Sporenmessung lande ich ziemlich genau bei 11 µm...


    25. Phragmidium sp. ex Rosa sp. Mit der abrupten Spitze geht meine Tendenz zu P. tuberculatum


    26. Entyloma dahliae ex Dahlia sp.


    27. Pucciniastrum epilobii ex Epilobium angustifolium


    28. Golovinomyces orontii ex Cucurbita pepo


    29. Puccinia pulverulenta ex Epilobium sp.

    Gruga-0108.jpg


    30. Und noch mal Phragmidium sp. auf Rosa sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern Abend ging es mal wieder auf eine kleine Runde in den Duisburger Stadtwald. Alles war recht trocken und so zeigten sich nur sehr wenige Großpilze. Die beiden gefundenen möchte ich aber trotzdem vorstellen:


    1. Das würde ich für eine Echinoderma halten und mit der Größe kommt dann wohl nur E. asperum in Frage. Da scheint die Huthaut aber nicht so recht zu passen und auch der eher fruchtige Geruch nicht.

    Huthaut

    Sporen (7.5 +- 0.4) µm x (3.0 +- 0.2) µm, Q=2.5+-0.2

    Cheilozystiden


    2. Russula sp.

    Begleitbäume: Fagus, Carpinus, Quercus, Betula

    Chemie: keine unmittelbare Reaktion mit Guayak, erst nach Minuten langsam blau-grün; mit Eisensulfat anfangs leicht rosa, nach Minuten deutlich; mit Phenol purpur, Stiel außen mit KOH orange, innen erst nach längerer Zeit hell-orange, keine Reaktion mit Ammoniak

    Geruch: schwach vorhanden, heute morgen nach dem Aussporen mit einer leichten Marzipannote

    Geschmack unmittelbar scharf, scheinbar von den Lamellen herrührend

    Stiel innen gekammert, außen mit orange-gelben Flecken

    Huthaut in Kongorot

    IMG_5953.JPG

    Huthaut in Sulfovanillin. Zystiden grau gefärbt.

    Sporenpulverfarbe Ia-b, Sporengröße (6.9 +- 0.4) µm x (5.8 +- 0.2) µm


    Insgesamt würde ich hier mal Richtung Ingratula tendieren und vorsichtig Russula farinipes vorschlagen. Was meinen die Experten?


    Björn

    Hallo zusammen,


    also ich komme via gettextbooks zu einem Amazon.co.uk Angebot für 61.75 Pfund, das dann inklusive Lieferkosten am Ende 85,78 € kosten soll. Das ist mehr als bei gettextbooks angezeigt, weshalb ich dann noch das zweitbeste Angebot bei Awesomebooks geprüft habe. Da lande ich am Ende bei 82,20 €. NHBS ist meiner Erfahrung nach durch die Versandkosten am Ende eigentlich immer deutlicher teurer als andere Anbieter.


    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem es in der vergangenen Woche im Ruhrgebiet stellenweise sehr ordentlich geregnet hat, hab ich mich am letzten Samstag zu einer längeren Tour durch Bottrop aufgemacht. Zunächst zur Halde Rheinbaben, wo sich pilzmäßig aber noch nicht viel tat. Von dort aus weiter in den Köllnischen Wald und schließlich ins Rotbachtal, wo wieder mal alles voll mit Pilzen war.


    1. Puccinia bardanae ex Arctium sp.

    2. Laetiporus sulphureus


    3. Kuehneromyces mutabilis? Kann das auf Holzspänen wachsen?


    4. Keine Idee hier


    5. Xerula radicata


    6. Pucciniastrum epilobii ex Epilobium sp.


    7. Rhytisma acerinum


    8. Pluteus sp., muß ich mir noch mal genauer anschauen, wenn ich wieder zu Hause bin.

    Lamelle

    Sporen (6.4 +- 0.4) µm x (5.2 +- 0.3) µm, Q=1.2

    Huthaut


    9. Kuehneromyces mutabilis


    10. Fistulina hepatica


    11. Fuligo septica


    12. Tyromyces kmetii


    13. Pycnoporus cinnabarinus


    14. Tylopilus felleus


    15. Delicatula integrella


    16. Polyporus badius


    17. Crepidotus crocophyllus


    18. Mycena acicula


    19. Amanita pantherina


    20. Podosphaera balsaminae ex Impatiens noli-tangere. EDIT: Was habe ich denn da für einen Quatsch geschrieben, und warum schreit niemand? Das war natürlich kein Mehltau sondern Scleroderma verrucosum.


    21. Dieser Täubling hatte seltsame Tierchen an seinen Lamellen, die sich offenbar von den Sporen ernähren:


    Es gab auch noch 4 Russulas, die kommen aber dann später in einen eigenen Beitrag:

    Russula nigricans

    Eine andere Compactae, leicht scharf

    Ziemlich scharf


    Björn

    Hallo Claus,


    das Problem war halt, daß ich noch keine Chemikalien hatte, als der Pilz frisch war ;) Aber bei den Exemplaren, die ich am Wochenende eingesammelt habe, und die ich auch noch bei Zeiten vorstellen werde, habe ich direkt mit Chemie hantiert.


    Björn

    Hallo zusammen,


    momentan ist bei mir arbeitsmäßig relativ viel zu tun, deshalb vorerst nur eine kurze Rückmeldung zur Nummer 4. Die habe ich jetzt mit Guayak (links am Stiel) und Eisensulfat (rechts am Stiel) bearbeitet.


    Nach circa 20 Sekunden Einwirkzeit keine Reaktion.

    Am nächsten Morgen mit Guayak einen Hauch blau-grün, die Eisensulfatstelle erscheint ein wenig gräulich. Ist R. cyanoxantha damit raus oder zählt das noch als Nullreaktion?



    Björn

    Hallo zusammen,


    heute hat sich der APR zu einer Exkursion in die Effringhauser Schweiz an der Stadtgrenze Hattingen/Velbert aufgemacht. Im Ruhrgebiet hatte es die letzten Tage teilweise heftig geregnet. Leider war davon in Velbert wenig angekommen, so daß das Pilzaufkommen insgesamt eher mager war. Einige tolle Funde haben wir dann aber doch gemacht:


    1. Leichter Anisgeruch


    2. Gymnopus peronatus


    3. Kuehneromyces mutabilis


    4. Ustilago maydis


    5. Coleosporium senecionis ex Senecio inaequidens


    6. Puccinia millefolii ex Achillea millefolium


    7. Phragmidium violaceum ex Rubus fruticosus agg.


    8. Phragmidium bulbosum ex Rubus fruticosus agg.


    9. Peronospora variabilis ex Chenopodium album


    10. Puccinia convolvuli ex Convolvulus arvensis


    11. Tuberculina persicina ex Puccinia convolvuli


    12. Podosphaera balsaminae ex Impatiens noli-tangere


    13. Podosphaera dipsacacearum ex Dipsacus fullonum


    14. Neoërysipe galeopsidis ex Galeopsis tetrahit


    15. Erysiphe vanbruntiana var. sambuci-racemosae ex Sambucus racemosus


    16. Puccinia ferruginosa ex Artemisia vulgaris


    17. Puccinia graminis ex Festuca gigantea


    18. Puccinia coronata ex Festuca gigantea

    Effringhauser Schweiz-0048.jpg


    19. Wilsoniana sp. ex Amaranthus sp. Sind das jetzt netzartige oder labyrinthartige Strukturen?


    20. Im gleichen Präparat fanden sich dann auch noch diese hübschen Sporen:



    Björn