Beiträge von boccaccio

    Hallo Sandra,


    ich hab an Chemikalien die kleinen Fläschchen vom Mykoshop. Wie viel da genau drin ist, weiß ich jetzt gar nicht, aber mehr als 10 ml wird das auch nicht sein. Im Prinzip habe ich auch keine großen Probleme mit der Chemie, ich habe hier ja auch Schwefelsäure, Kalilauge, para-Phenylendiamin, Eisensulfat und anderes da. Was ich halt nicht abschätzen kann ist wie dicht die Fläschchen sind, die ich hier im Arbeitszimmer im Schrank stehen habe. Und bei krebserregenden Chemikalien wie Anilin wäre das halt schon ganz gut zu wissen, egal wie klein die Menge ist.

    Die andere Sache ist natürlich die Haltbarkeit. So Sachen wie Guajak halten ja nur ein Jahr und so viele Täublinge finde ich jetzt nicht, daß ich mein Fläschchen aufbrauchen würde. Über die Entsorgung habe ich mir aber noch keine Gedanken gemacht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    erst mal einen herzlichen Dank an Berthold, der mir eine Trüffel zugeschickt hat. Diese ist gestern bei mir eingetroffen und sofort unters Mikroskop gewandert. Es sind zahlreiche runde bis elliptische Asci zu erkennen, die 2-4 Sporen enthalten. Jung sind die elliptischen Sporen hyalin, werden im Alter aber braun. Die Sporen sind (25-34) µm x (18-23) µm groß und haben ein netzförmiges Ornament, durch die Waben mit einer Größe von ca. 13 µm x 6 µm definiert werden. Alles in allem haben wir hier also tatsächlich Tuber aestivum vorliegen.



    Björn

    Hallo Felli,


    gehen wir einfach mal alle in Frage kommenden Pilze durch:


    Uromyces excavatus auf E. verrucosa, planar-hochmontan, Sporen undeutlich dichtwarzig, im oberen Teil mit feiner Stäbchenstruktur

    Uromyces euphorbiae-dulcis auf E. dulcis, Sporen zart netzig

    Uromyces winteri auf E. falcata, Sporen warzig bis längsleistig. Bisher im Gebiet fehlend

    Uromyces laevis auf E. seguieriana, Sporen völlig glatt

    Uromyces sublevis auf E. glareosa, E. seguieriana, Sporen dicht feinwarzig

    Uromyces alpestris auf E. cyparissias, montan-hochmontan, Sporen fein punktwarzig

    Uromyces scutellatus auf E. cyparissias, E. esula, E. glareosa, E. lucida, E. salicifolia, E. seguieriana, E. verrucosa, E. virgata, E. exigua, E. peplus, planar-hochmontan, undeutlich flache oder fehlende Keimporenkappe am Scheitel, Sporen groben Warzen bzw. Wülsten

    Uromyces kalmusii auf E. cyparissias und E. esula, wärmeliebend, collin, Sporen mit dichstehenden Warzen, oft zu schiefen Längsleisten zusammenfließend. Die Längleisten reichen bis in die Keimporenplatte hinein

    Uromyces striolatus auf E. cyparissias, collin-hochmontan in den Alpen, Sporen mit z.T. unregelmäßig verteilten Längleisten besetzt, papillöse Keimporenkappe glatt


    Also käme mit ganz glatten Sporen wohl nur U. laevis in Frage. Du kannst ja auch mal mit dem Gäumann (gibt es digital bei der ETH) und Jules Homepage vergleichen. Hast du die Sporen auch gemessen?


    Björn

    Hallo zusammen,


    ist die Art noch makroskopisch bestimmbar? Morcheln sind doch mittlerweile auch ein Faß ohne Boden geworden. Jetzt ist gerade das französische Morchelbuch rausgekommen, das ich aber (noch) nicht habe. Im September soll es eine englische Ausgabe geben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    Dann ergänze ich auch mal bisherigen Taphrinas:

    Taphrina alni ex Alnus incana


    Taphrina deformans ex Prunus persica


    Taphrina padi ex Prunus padus


    Taphrina pruni ex Prunus spinosa


    Taphrina sadebeckii ex Alnus glutinosa


    Auf die Taphrina crataegi warte ich ja immer noch vergebens. Und Taphrina alni scheint die Berge zu mögen. Ich hab meine einzigen Funde in Les Diablerets, VD in den Alpen gemacht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    das mit den Namen ist so eine Sache. Bei etlichen Pflanzen weiß ich tatsächlich den deutschen Namen nicht oder müßte länger drüber nachdenken. Von daher sind wissenschaftliche Namen für mich schon einfacher. Man kann es ja auch so sehen: Wenn man die Pflanze kennt, braucht man den Namen eh nicht. Und wenn man sie nicht kennt, lernt man einfach direkt den wissenschaftlichen Namen.


    Ansonsten habe ich mir den Golovinomyces orontii noch mal vorgenommen. Man muß da einfach nur anwenden, was man bei Jule im Phytokurs lernt: Wenn man einfach ein Stück Tesafilm auf das Blatt drückt und anschließend den Tesafilm auf einen Objektträger, auf dem sich ein kleiner Tropfen Wasser befindet, klebt, dann eröffnen sich auf einmal ganz neue Möglichkeiten und man sieht deutlich mehr vom Mycel inklusive der ominösen Appressorien, die ich hier mal rot markiert habe.


    Björn

    Hallo Felli,


    ich kann gerne auch einen Blick auf deinen Fund werfen. So ein Phyto braucht ja nicht viel Zeit unterm Mikro. Ich glaube aber, daß die Erfolgswahrscheinlichkeiten bei der Bestimmung deutlich steigen, wenn du erst noch mal schaust, ob du an der Stelle gesunde Pflanzen findest, die wir dann bestimmen können. Ansonsten sieht das für mich auf deinem letzten Bild schon warzig aus, das sind keinesfalls irgendwelche Bläschen in der Spore.

    Eine letzte Frage noch: Wo hast du die Pflanze gefunden? Planar, collin, hochalpin?


    Björn

    Makroskopisch sieht es definitiv so aus! Mikroskopisch habe ich da nicht wirklich ernsthaft reingeschaut. Schimmel ist irgendwie nicht so meine Welt...


    Björn

    Hallo Nobi,


    keine Sorge, ein bißchen Dung werde ich mir immer mal wieder ins Haus holen. Die alten Proben sind nur gerade ausgelaugt bzw. von grünem Schimmel befallen und werden jetzt mal entsorgt. Dann wird es Zeit für neuen Scheiß :D


    Björn

    Hallo zusammen,


    erstmal vielen Dank für Eure Rückmeldungen. An A. augustus hatte ich zwischenzeitlich auch gedacht, aber da mir bei Champignons die Erfahrung fehlt und es so viele Arten gibt, die sich oft nur minimal unterscheiden, war ich mir nicht sicher. Das hat sich jetzt aber geändert.


    Ich habe oben im Beitrag auch noch die Mikrofotos etwas näher beschriftet. Im Endeffekt ist es natürlich alles wild gequetschte Lamelle, was die Zuordnung nicht immer so ganz einfach macht. Im ungequetschten Zustand hat man aber leider nur erkennen können, daß die Lamellenschneide steril ist, nicht wie die Cheilozystiden genau aussehen. Was den Ring angeht, war der hängend (siehe auch die Fotos oben).


    Mit der Schäffer-Reaktion ist das so eine Sache. Klar würde die beim Schlüsseln stark helfen, andererseits sammel ich selten Champignons ein und Salpetersäure und Anilin braucht man halt sonst eher selten und will sie nicht unbedingt im Haus haben...


    Björn

    Hallo zusammen,


    als ich gestern ins Büro gegangen bin, stand neben einem Straßenbaum auf nackter Erde eine Gruppe aus vier recht kräftig wirkenden Pilzen. Da ich keine Kamera dabei hatte, habe ich mir dann mal zwei Fruchtkörper mit nach Hause genommen. Insbesondere der größere der beiden Fruchtkörper scheint einen Trockenschaden zu haben, aber bis zu Agaricus komme ich trotzdem. Dann wird es aber schwer.

    Geruch teilweise eine leichte Marzipannote, besonders beim Anschneiden, ansonsten aber eher leicht unangenehm. Stiel und Hutfleisch zeigen keine Reaktion mit KOH. Sporengröße (7.9+-0.6) µm x (4.9+-0.2) µm, Q=1.6+-0.1. Hat da jemand eine Idee?


    Wild gequetsche Lamellen...

    Basidien

    Basidiolen oder Cheilozystiden?

    Basidien

    Noch mal ein Überblicksbild, wo man glaube ich einige Cheilozystiden erkennen kann

    Cheilozystiden

    Cheilozystiden

    Basidien 4-sporig


    Björn

    Hallo zusammen,


    von DEM Erbsenrost zu sprechen ist auf Euphorbia eher ungünstig, weil es viele verschiedene Roste gibt, die auf Euphorbia Aecien vom Aecidium-Typ ausbilden und zu solchen Deformationen führen. Auf Euphorbia sind die praktisch nicht zu bestimmen und man muß dann wissen, auf welche Pflanze sie wirtswechseln. Aber das nur am Rande.


    Zu den Sporen: Bei Phytoparasiten braucht man eigentlich nie irgendwelche Färbemittel oder sonstige Chemie, die kann man einfach in Wasser mikroskopieren. Deine Fotos scheinen aber eher optische Schnitte durch die Spore zu zeigen. Versuch doch mal, den Fokus etwas höher auf die Oberseite der Spore zu setzen. Ich hänge mal zwei Bilder mit unterschiedlichem Fokus an, beim zweiten kann man die Oberfläche und die Stacheln deutlich besser erkennen:


    Björn

    Hallo zusammen,


    die Pflanze ist, wie schon geschrieben, eine Euphorbia. Hilfreich wäre es zu wissen, welche Euphorbia genau. Wuchsen dort in der Nähe auch nicht deformierte Pflanzen?

    Die kleinen gelben Punkte mit den Konidien sind die sog. Spermogonien, das Stadium 0 des Rostpilzes. Dann haben wir da in braun noch die Telien. Da die Teliosporen einzellig sind, ist es keine Puccinia (die gibt es auf Euphorbia gar nicht), sondern ein Uromyces (Melampsoras gibt es zwar auch auf Euphorbia, die bilden aber Aecien vom Caeoma-Typ und die sehen wir hier nicht). Und um da weiter zu kommen, wäre der genaue Wirt jetzt sehr hilfreich.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern war ich eine Runde am Rhein spazieren. Der Großteil der Tour - zumindest zeittechnisch - war in Neuss auf der Ölgangsinsel, anschließend ging es aber auch noch auf Düsseldorfer Seite am Rhein entlang. Dabei waren auch wieder jede Menge Phytoparasiten mit von der Partie, die ich Euch hier zeigen möchte.


    1. Hier erstmal ein Dank an Jule, die meine Pflanzenbestimmung korrigiert hat. Diese Hecke hier ist natürlich Prunus laurocerasus. Der Mehltau darauf ist eine Podosphaera, aber für die genaue Artsbestimmung muß ich noch mal die Konidienträger genauer betrachten.


    2. Bei der Bestimmung der Distel tue ich mich schwer. Der Mehltau sollte aber unabhängig davon Golovinomyces montagnei sein.


    3. Podosphaera aphanis ex Rubus fruticosus agg.


    4. Peronospora dipsaci ex Dipsacus fullonum


    5. Podosphaera fugax ex Geranium sp.


    6. Puccinia punctata ex Galium mollugo agg.


    7. Melanotaenium endogenum ex Galium mollugo agg.


    8. Puccinia phragmites ex Rumex sp.


    9. Epichloë sp. auf unbekanntem Gras


    10. Melampsorella symphyti ex Sympthytum sp.


    11. Thekopsora guttata ex Galium mollugo agg.



    12. Ein Streifenbrand der Gattung Urocystis an unbekanntem Gras


    Björn

    Hallo Werner,


    Appressorien habe ich keine gefunden. Und zwar in meinem ganzen Leben noch nicht. Die sind laut Jule aber wohl auch nicht so ganz einfach zu präparieren. Man muß halt nicht nur die Seitenstränge des Myzels mit den Konidien erwischen, sondern eben auch einen Myzelhauptstrang.

    Tabak scheint unten andere Blätter zu haben und Kermesbeere kriegt keinen falschen Mehltau. Ich könnte mir vorstellen, daß Nr. 3 am Ende auch eine Oenothera ist (dann aber nur lokal und nicht systemisch befallen). Mal abwarten, irgendwann blüht die Pflanze ja auch.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Freitag war ich am späten Nachmittag auf einer kleinen Runde im Botanischen Garten Duisburg und habe nach Phytoparasiten Ausschau gehalten. Das hat sich insgesamt auch sehr gelohnt, aber sehr selbst:


    1. Golovinomyces orontii ex Vinca major


    2. Peronspora arthurii ex Oenothera biennis agg.


    3. Hier bin ich mir leider bei der Pflanze unsicher, entsprechend bleibt der flasche Mehltau erstmal ohne Namen


    4. Uromyces hyacinthi ex Hycinthoides x massartiana


    5. Puccinia obsucra ex Luzula sylvatica


    6. Pseudopeziza trifolii ex Trifolium repens


    7. Puccinia sessilis ex Arum maculatum


    8. Melampsora euphorbiae ex Euphorbia sp.


    9. Hier bin ich mir bei der Wirtsbestimmung nicht ganz sicher. Wenn es aber Geranium pyrenaicum ist, ist der Pilz Uromyces kabatianus


    10. Puccinia komarovii ex Impatiens parviflora. Endlich hab ich ihn mal im Aecienstadium erwischt.


    Björn

    Hallo Carina,


    schöne Bilder zeigst du uns da! Da muß ich direkt an das Meer aus Frauenschuhen denken, daß ich vor einigen Jahren in Arth-Goldau in der Schweiz gesehen habe.

    Bei der ersten Orchidee handelt es sich um Orchis militaris. Die blauen Blüten, die du für Platterbsen gehalten ist, sind Akeleien. Der Duft kommt übrigens vom Weißdorn und nicht vom Apfel. Der hätte deutlich größere Blüten.


    Björn