Beiträge von Austernseitling

    Liebe Pilzmenschen


    Es gab heute sozusagen keine Röhrlinge in meinem Wald :(

    Doch plötzlich grüsste mich dieser bereits etwas weichhütige Greis, dessen Stiel jedoch noch einigermassen fest und dessen Farbenpracht immer noch eine Freude waren.

    - Fundort 500 m.ü.M, Kalkboden, ausschliesslich junge und alte Buchen in der Nähe.

    - Geruch schwach herb-säuerlich

    - ca. 13 cm Hutdurchmesser

    - dunkles, feines Netz am Stiel

    Ich vermutete sofort den Satansröhrling Rubroboletus satanas, den ich erst einmal andernorts vor etwa acht Jahren gefunden hatte. Zu Hause über meine Bücher gebeugt würde ich den Blasshütigen Purpurröhrling Rubroboletus rhodoxanthus nicht komplett ausschliessen. Das mässige Blauen meines Fundes deutet eher auf den Satan hin. Das nicht so intensiv gelbe Fleich ebenfalls. Er war ja aber auch nicht mehr so frisch. Was meint ihr?

    So oder so freue ich mich über diesen relativ seltenen Fund!


    Besten Dank für eure Expertise und herzliche Grüsse

    Andreas







    Liebe Pilzmenschen


    Diese Pilze habe ich heute gefunden:

    - ca. 600 m.ü.M.; Schweizer Mittelland

    - Substrat: moderiger Stumpf (höchstwahrscheinlich Fichte; es gab nur Fichten drumherum)

    - ziemlich feste Fruchtkörper

    - Hut und Stiel beige-hellbräunlich (an den Rotstich im Hut erinnere ich mich nicht; bin mir nicht sicher, ob das Foto so korrekt ist)

    - Lamellen weisslich mit Zwischenlamellen, herablaufend, etwas rilligen Stiel bildend im obersten Teil

    - auf Druck und Schnitt keine Farbveränderung feststellbar

    - Geruch: sehr eigenartig, etwas süsslich (?), nicht unangenehm

    - Wuchs in kleinen Büscheln

    Was könnte das wohl sein? Ich tappe komplett im Dunkeln und finde nichts Passendes. Danke für eure Mithilfe! Ich bin gespannt...


    Liebe Grüsse

    Andreas







    Hallo Günter

    Die Riefung der Huthaut beim Panther ist kein Muss. Das sind meist ältere Fruchtkörper, die das haben. Dadurch muss man dann etwas aufpassen, dass man diese älteren Panther nicht mit Scheidenstreiflingen verwechselt. Bei letzteren ist die Riefung ein Muss. Sie geht jedoch über etwa einen Drittel des Hutradius'. So stark ist sie beim Panther nie. Und vor allem hat der Scheidenstreifling nie eine Knolle, keine Socke wie der Panther und dafür eine lockere Scheide.

    LG A

    Hallo

    Also für Cantharellus friesii ist es recht typisch, dass er auf dem Hut noch kleine weitere Fruchtkörper bildet. Ich hab das bei grösseren/älteren Exemplaren schon öfter gesehen (jedoch tatsächlich noch nie dermassen ausgeprägt wie bei dem prächtigen Teil auf dem Bild.

    LG A

    Also, ich probiere mal...

    1) ist mir etwas zu vergammelt; evtl. irgendeine Art Schirmling oder Champignon. Damit kenne ich mich nicht aus.

    2) Schopftintling. Ist bereits am zerfliessen. Jetzt kannst du Tinte gewinnen davon:-)

    3) Flaschenstäubling oder etwas ähnliches

    4) ein Riesen-Schirmling (Achtung im Garten wachsen sehr giftige Arten davon)

    5) vermutlich ein Riesenbovist.


    LG A

    Wenn sich die Bücher und Webseiten nicht einig sind, wo was vorkommt, so schau ich noch gerne bei den Verbreitungskarten der Pilze. In der Schweiz hier. Da hats unter Ökologie immer eine spannende Statistik. Zum ph. schweinitzii z.B.

    Also schon eher selten auf (Weiss-)Tanne. Aber möglich!

    LG A

    Wow! Sieht wirklich interessant aus. Der Filzige Gelbfuss spriesst auch bei mir grad an allen Ecken. Und es ist das erste Mal, dass ich haufenweise frisch aussehende Fruchtkörper von dem in wurmigem Zustand gefunden habe. Vermutlich hats zu wenig andere Pilze für die armen Insekten;-)

    Hallo Claudia

    Möglicherweise ist die Mäherei (mit Abführen des Schnittguts) ja gerade das Erfolgsrezept für einen schön mageren Standort mit seltenen Pilzen! Aber ja, schön anzusehen ist das Resultat nicht... Dein Vorschlag von nur einmal Mähen wäre für die restliche Biodiversität (Insekten, Absamen) sicher auch förderlich - oder noch besser gestaffelt; immer nur ein Teil der Wiese je ein Mal. Letzteres überfordert die Planung der Unterhaltsarbeiten leider oft (wie ich aus eigener Erfahrung bei einem Stadtgrün-Betrieb weiss).

    LG A

    Hallo Frank

    Das war nicht böse gemeint, gell. Natürlich macht das deiner Kremplingpopulation nichts:-) Und wenn du sie wieder zurückbringst umso toller! Du könntest sie auch zum Färben/Malen brauchen. Die Kahlen Kremplinge ergeben einen wunderbaren braunen Farbton:-) Dass du mir sie nur nicht isst (sie wären ja wohl gut, aber deiner Gesundheit nicht gerade zuträglich...)!

    LG Andreas

    Wenns dich interessiert kannst du mir natürlich den getrockneten Pilz schicken, dann untresuche ich ihn.
    Für mich brauche ich ihn nicht, ich habe die in Frage kommenden Arten alle schon in der Hand gehabt bzw. habe Exsikkate davon.

    Danke Uwe, für das Angebot. Aber in dem Fall lassen wir es doch mal so bleiben. Ich dachte mehr, weil du meintest, es könnte eine sehr seltene Art sein, du seist interessiert.


    Ich hatte Freude an dem auffälligen Pilz und das reicht mir für den Moment:-)

    LG A

    Hallo Frank


    Was willst du denn mit diesen vielen Kremplingen? (Ich lass die jeweils im Wald...)


    Sicher kann ich dir nicht helfen. Aber ich habe dieses Jahr zweimal an verschiedenen Orten bei Erlen Erlen-Kremplinge gefunden. Mindestens ein Teil von ihnen hatte jeweils eingewachsene Schuppen auf dem Hut (siehe Bild 1-3), sie waren also nicht kahl. Zudem scheinen sie mir eher etwas blasser zu sein wie die Kahlen Kremplinge. Deine sind ziemlich braun und ziemlich kahl soweit ich sehe. Mit Chemie und Mikroskop kenne ich mich leider nicht aus.


    Am einen Fundort (wo es gestern sicher gegen 100 Erlenkremplinge gab) habe ich wenige Meter daneben ein Waldstück, auf dem seit August immer einige Erlengrüblinge auffindbar sind. (In Deutschland sind letztere übrigens besonders geschützt. Du darfst sie nicht mitnehmen.) Sie leuchten sie schön hell im dunklen Erlenwald:-)


    Viel Erfolg beim weiteren Bestimmen!

    LG Andreas


    Erlen-Kremplinge mit Schuppen:


    Erlengrüblinge:

    Lieber Uwe

    Vielen Dank für deine Analyse! Also von den dreien, die du vorschlägst, wäre ich nach Winkler/Keller eindeutig bei C. flavorvirens. Jedoch würde ich da im Schlüssel nicht "Fleisch weisslich" wählen, sondern "Fleisch durchgefärbt grüngelb" (was es in meiner Erinnerung eindeutig war) und lande dann bei C. citrinus. Klingt ja sehr interessant und selten der Pilz. Falls du interessiert bist, den getrocknet zu bekommen, musst du es nur sagen. Ich könnte da gut noch einmal vorbeigehen. Vielleicht ist er ja noch da oder es wächst ein weiterer Fruchtkörper nach.

    LG Andreas

    Also ich kann da keinen Schleier erkennen.

    Vielleicht hätten da schärfere Detailbilder mehr Klarheit gebracht.

    Auf dem dritten Foto sehe ich deutlich einen Schleierrest am Stiel.


    Aber ja, Matthias, du hast völlig recht, die Fotos sind grauenhaft. Ich hoffe, mein Handy fängt jetzt dann bald zu spinnen an, so dass ich mir ein neues mit einer sauber fokussierenden, besseren Kamera besorgen muss;-)


    Jedenfalls danke für deine Bemühungen mit meinen Augenschmerz verursachenden Aufnahmen:-)

    Danke Werner, der Grünlingsklumpfuss C. citrinus wäre in der Tat gut möglich. Kalk passt. Buche wäre als Mykorrhizapartner naheliegender wie die einzelne, entfernte Fichte. Vielleicht wäre noch der Schöngelbe Klumpfuss C. splendens möglich?