Beiträge von Wolfgang P.

    Hallo an alle,


    InteressanterPilz!


    Ich würde als erstes mal mit der Eisensulfat-Probe auf Lyophyllum connatum testen (wird lila auf dem Hut). Um Leucopaxillus candidus (mein Tipp) zu erkennen, müsste man aber wohl mikroskopieren (Sporen amyloid?).


    Clitocybe catinus kenne ich nicht, soll aber wohl wie ein Mönchskopf ohne Buckel sein. Dieser hier hat ein filziges Weiß am Hut, das eher zu den von mir genannten Arten passt.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo,


    Zum ersten fällt mir der Buchen-Wasserfuß (Hydropus subalpinus) ein.
    Gar nicht selten bei Buche, aber wenn man den nicht mal gezeigt bekommt, wird man immer auf dem Schlauch stehen... (... ich auch, bis Heinz Ebert ihn mir erklärt hat).


    Das große was Du siehst, sind die Zystiden. Die Basidien sind die viel kleineren Zellen rundherum (in der Mitte von Bild 10 sogar mit Sterigme).


    Gruß,


    Wolfgang


    PS: den Gurkenschnitzling solltest Du auch unters Mikro legen - der Name "Macrocystidia" ist Programm...

    Zitat


    Da wird man wohl selber genauer forschen oder noch ein wenig Geduld aufbringen müssen, bis es da was eindeutiges mit Sequenz gibt.


    Hallo an alle,


    gerade die Chlorophyllums sind doch gründlich sequenziert und mikroskopiert, von Vellinga schon vor 15 Jahren. In der Gruppe könnte jetzt Ruhe sein (solange die subrachodes aus Florida nicht über den Teich kommt), auch wenn die Arten in einzelnen Merkmalen auch mal überlappen.


    Neben den Zystiden unterscheiden sich die Arten auch vor allem am Anteil abgestutzter Sporen, bei brunneum am stärksten (und fast alle), bei rachodes teils-teils, bei olivieri kaum mal eine. Das gucke ich mir eigentlich immer als erstes an.


    Auf die Verletzungsfarbe würde ich mich nicht verlassen. Und Google ist auch nicht immer Dein Freund - da sollte man bei Pilzbildern kritisch die Quelle hinterfragen.


    Es ist auch nicht so, wie oft behauptet, dass beim Safranschirmling die Umkombiniererei dazu geführt hat, dass ein alter Name neu interpretiert wurde ("Paradoxon"). Das, was früher rachodes hieß, heißt immer noch so. Umlernen mussten nur die Pilzkenner, die früher eine dunkle Nadelwald-Art so genannt haben, obwohl das gar nicht zur Originalbeschreibung gepasst hat. Wer im Laubwald und an Feldrändern unterwegs ist, der hat rachodes schon immer so genannt, und tut es auch weiter. Für die dunkle Nadelwald-Art war dann halt ein zweiter, neuer Name nötig.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    den Erdstern halte ich für den Dunklen, Geastrum coronatum. Hier noch ganz frisch.


    Liesels erster Stielstäubling ist, wie Pablo schreibt, typische melanocyclum, während der von Chris brumale ist.


    Unterscheidbar nicht nur an der Stielfarbe, sondern auch an
    Farbe der Endoperidie - brumale kommt weiß aus dem Boden, melanocyclum rotbraun (ist noch sichtbar). Leicht verwittert gleichen sie sich dann an.
    Struktur der Exoperidie: bei Melanocyclum wattig, was sich durch Anheftung vieler Sandkörner bemerkbar macht,
    bei brumale häutig und abblätternd, das sieht man auf Chris' Bild ganz typisch, wenn man voll reinzoomt.


    kotlabae ist rein weiß


    Tulostoma fimbriatum - auf Liesels letztem Bild, hat keinen dunklen Hof (neben den gewimperten bis wulstigen Öffnung).


    Gruß,


    Wolfgang

    1. Eigentlich wollte ich mir den Pilz ja gestern Abend genauer anschauen. Leider hat er die Nacht bei mir nur sehr schlecht überstanden: Viel mehr als ein kleiner brauner Fleck ist nicht übrig geblieben. Die sterblichen Überreste habe ich dann aber trotzdem mal unters Mikroskop gelegt, wobei dann das rauskam (meine Mikroskopierkünste sind ja generell noch in den Kinderschuhen und wenn der Pilz sich dann nicht kooperativ zeigt, wird es nicht einfacher...):


    Hallo Björn,
    zumindest hat sich der Pilz als Rötling zu erkennen gegeben, mit den eckigen Sporen. Ab da ist der Pilz ohnehin nicht mehr Einsteiger-kompatibel.


    Gruß,


    Wolfgang



    Auch da wäre es ja nicht verkehrt, ein paar Mißverständnisse auszuräumen, aber theoretisch sollte Clavulina ja nicht direkt da rein gehören, wo sich bäumchentechnisch Clavaria und Ramariopsis aufhalten, oder?


    Exakt - Clavulina ist eine ganz andere Familie. Clavulinopsis und Ramariopsis lassen sich übrigens sequenziell gut in zwei Gattungen aufteilen, nur "C." subtilis ist eine Ramariopsis und keine Clavulinopsis (was man auch ohne Mikroskop schon vermutet hätte, aber die Sporen sind unter Lichtmikroskop glatt) . Clavaria ist polyphyletisch.


    Ansonsten nimm nicht so wörtlich, was ich zur Clavulina cinerea geschrieben habe - es ist nur eine Art der Cantharellaceen, aber nicht die gleiche Art wie Cantharellus cinereus, genau genommen sind es mehrere Arten (2-3). Du bekommst eine E-Mail.


    Gruß,



    Wolfgang


    Hi Pablo,


    es gibt schon ein paar moderne Arbeiten mit Sequenzierung. Zum Beispiel ist Clavaria greletii eigentlich ein Samtschneckling mit Keulenform, und Clavulina cinerea ist ein Grauer Leistling mit Keulenform.


    Bernd Oertel hat auch schon mal einen Baum gerechnet mit Ramariopsis und Clavulinopsis. Viele Arten kenne ich aus eigener Anschauung, aber gerade der tenuipes/krieglsteineri/daulnoyae - Komplex ist mir noch recht unklar. Untersuchung mit Sequenzierung - logo.


    Da besteht auch die gute Chance, dass da was bei rauskommt, weil die Arten genetisch recht gut getrennt sind, und ihnen nur einfach Makro-Merkmale zur Bestimmung fehlen.


    Bei den Ritterlingen könnte Dich die Prophezeihung einholen: "Pilze, die makroskopisch nicht trennbar sind, sind meist auch von der Sequenz sehr ähnlich". Das Kontinuum der Merkmale könnte sich dann also in einem Kontinuum der ITS-Sequenzen wiederspiegeln, und Du bist so schlau wie zuvor.


    Gruß,


    Wolfgang


    Hi.


    ich glaube nicht, daß die schlanksporigen und eher zierlichen "krieglsteineri" - Keulchen das Gleiche sind wie diese dicken, fettkeuligen und breitsporigen Dinger, die ich momentan prophylaktisch als "daulnoyae" bezeichne. Die Sporenform dieser "ccf daulnoyae" wäre eher die von C. falcata, aber makroskopisch ist das eben was ganz anderes.


    Hi Pablo und alle,


    ich habe auch schon dicke, fettkeulige Dinger gefunden, aber ein Unterschied in der Sporenform ist mir noch nicht aufgefallen.


    Ich finde das interessant, irgendwann nehme ich mir die mal vor - bitte Aufsammlungen mit Foto + Exsikkat aufbewahren.


    Leider wird in der Literatur da so einiges wahllos synonymisiert - mit welcher Literatur bist Du auf den Namen daulnoyae gekommen?


    Grüße,



    Wolfgang


    Hallo Björn,


    die besagte Keule hört in D vermutlich auf den Namen "Clavaria krieglsteineri", in NL benutzt man für dieselbe Art meist den Namen "C. daulnoyae".


    Wichtig (aber schwer zu finden) sind die offenen Schnallenbögen an den Basidien. Um sie zu finden, muss man den Pilz in einem "Gleitmittel" (z.B. "L4" oder 3% KOH) sehr fein zermatschen. Die Sporen von 4-sporigen Basidien sind 7-9 x 4-5 my.



    (1) könnte auch ein Rötling sein, aber das wird das Mikroskop schnell zeigen...


    Gruß,


    Wolfgang


    Hallo Lotte,


    mycobank und indexfungorum werden von echten Menschen gepflegt, und die sind leider nicht unfehlbar, sondern denen passieren auch Fehler.


    Dazu bleibt ein Interpretationsspielraum, ob man denn jede neu aufgestellte Gattung wirklich gleich übernehmen muss, oder ob man die Argumente für eher schwach hält. Leider grassiert im Moment die Spalterei, und viele folgen dieser Mode.


    Eine "harte" Definition für eine Gattung existiert nicht, man kann einen beliebigen Verzweigungsknoten des Baumes dazu ernennen. Nimmt man Knoten weiter oben, entstehen viele kleine Gattungen (z.B. Rheubarbariboletus) , nimmt man einen weiter unten, entsteht eine große Gattung (z.B. Cortinarius, Entoloma). Was allerdings nicht passieren darf, wenn zwei Zweige denselben Gattungsnamen haben, höhere (spätere) Abzweigungen aber einen anderen. Dann ist die Gattung "polyphyletisch", also nicht einheitlich. Da muss man dann aufräumen, wie z.B. bei den Wiesenkeulen.


    Einen solchen Nutzen der Aufspaltung erkenne ich persönlich bei Xerocomus nicht. Von daher kann man die Mode auch ignorieren und Xerocomus als gültige Gattung beibehalten. Man sollte sich aber schon entscheiden, welchen Weg man geht, und einen der beiden Namen in die Synonymie des anderen geben.


    Gruß,


    Wolfgang

    Servus
    Dank für die Antworten/ Bestätigung,
    kann jemand etwas zum Moos vom Zweiten sagen?


    Grüße
    Felli


    Hallo,
    ich bin kein Moos-Spezi, aber mit dem Glashaar an der Blattspitze könnte es Tortula sein.


    Gruß,
    Wolfgang

    Hallo an alle,


    das letzte Bild als "Samtritterling" lässt mich zweifeln, die kenne ich nicht mit so gerieften und weiß überfaserten Stielen.


    Eine sichere Bestimmung lässt das Bild m.E. nicht zu, aber es würde mich nicht wundern, wenn bei Begutachtung der Sporen ein Rötling rauskommt.


    Weiter oben wird ein Safranschirmling als "olivieri" bezeichnet, da sehe ich einen normalen (=rachodes).


    Bei Gabeltrichterlingen auf Magerwiese sollte man immer zuerst Pseudoclitocybe obbata im Blick haben.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    wow - das hätte ich der Wiese nicht zugetraut! Glückwunsch an die Finder!


    Ich war an dem Tag auf Vor-Exkursion zur Wiesenpilztagung an der Nahe (ab Donnerstag), und hab' auch über 10 Arten gesehen, aber ovina hatte ich noch nie! Scheint ein gutes Jahr für die Art zu sein, ich höre gerade von 2 Funden aus der Eifel.


    Beim nächsten Mal bin ich dabei.


    Grüße,


    Wolfgang


    Hi,
    wie haltet ihr denn (ohne Geruch) den Stachelbeer-Täubling und den Amethyst-Täubling auseinander - Nur durch den rötlichen Stiel?


    Hi Snuggles,
    ja, der Stachelbeertäubling hat schon eine besondere Stielfarbe (lila metallic), daran kann man selbst ohne Hut noch die Art erkennen ;)


    Bei (4) bin ich mit beorn und JanMen bei einem (Flatter-)Milchling.


    (5) ist m.E. kein Kahler Krempling, da gefällt mir die Idee einer Nebelkappe schon besser, aber der Pilz ist in keinem bestimmbaren Zustand.


    Grüße,
    Wolfgang

    Hallo Beorn und die anderen,


    es gibt ja nicht so viele Cortinarien, die ich anhand eines Bildes bestimmen würde,aber zu diesem hier kann man wohl "Langstieliger Schleimfuß" (C. elatior) sagen.


    Die Untergattung und Sektion ist (wie beorn schreibt) durch die violette Schleimzone am Stiel eingegrenzt. Da gibt es 3 Arten, von denen 2 im Bergnadelwald vorkommen, und eben elatior, der ein häufiger Pilz in sauren Buchenwäldern ist. Er ist durch den konischen, breit gebuckelten Hut und den gerieften Hutrand von den beiden anderen abgegrenzt.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    >> Dass der heutige Olivieri tatsächlich den alten Safranschirmling abgelöst hat, habe ich so nicht wirklich gewusst. <<
    diese Aussage gilt auch nur für die Personen, die überwiegend in Bergnadelwäldern Pilze sammeln.
    Die haben schon immer olivieri gesammelt und das (mangels eigenem Namen) "rachodes" genannt ( Stefan, nur ein "C", das ist latein und nicht italienisch) und mangels Kenntnis des echten rachodes auch den Fehler nicht bemerkt.


    Für die Menschen, die in stadtnahen Gebieten und/oder Laubwäldern unterwegs waren und sind, ändert sich gar nichts, das was dort schon immer rachodes hieß, heißt auch weiterhin so.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    hier werden gerade nur zwei Arten der Gattung Chlorophyllum (Safranschirmlinge) diskutiert und verglichen.


    Tatsächlich hat die Gattung mindestens drei !!! Arten, nämlich


    - C. olivieri: Olivgrüner S.
    - C. rachodes: Gemeiner S.
    - C. brunneum: Gift - S. oder Garten - S.


    Mikroskopisch unterscheiden sich alle drei in der Sporenform.


    C. olivieri erkennt man an deutlich sichtbaren Olivtönen auf der Huthaut und das Vorkommen im (Berg-)Nadelwald, die beiden anderen sind nitrophil und thermophil.


    Da ich zumindest auf meinem Bildschirm olivtöne auf der Huthaut zu sehen glaube, würde ich für den gezeigten Pilz olivieri in den Ring werfen, wozu auch der Standort passt, auch wenn typische olivieri noch deutlich dunkler sind.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    für mich ist das ziemlich deutlich gallica.


    Es kommt nicht auf das Vorhandensein eines Ringes an, sondern auf die Konsistenz.


    mellea hat einen eher häutigen Ring, die meisten anderen Arten (wie diese) einen eher wattig-spinnwebartigen.
    Der Ring von ostoyae hat dann noch einen schwarzen Zahnradkranz.


    mellea ist an der Stielbasis typischerweise verjüngt, gallica immer keulig verdickt.


    Gruß,


    Wolfgang