Beiträge von Wolfgang P.

    Hi Pablo,


    ja, das Problem ist riesig, und bisher sind noch lange nicht alle aufgewacht, die es betreffen könnte. Im Forum muss eigentlich von Woltlab eine Lösung kommen, denn das betrifft ja alle Foren-Betreiber. Bis dahin kann man nur hoffen, dass man keinen Brief vom Anwalt bekommt (halte ich auch für wahrscheinlich, dass keiner kommt).


    Bei meinem Arbeitgeber rechnen wir dagegen auf jeden Fall mit Anfragen, denn es gibt nicht nur ein Recht auf Vergessen, sondern auch ein Recht auf Transparenz, und der Betroffene kann alle Daten über sich aus allen Systemen anfordern, und es kursieren im Netz schon Musterbriefe für eine solche Anforderung.



    Was die Ziehung der Grenze beim Löschen angeht: die trifft klar der Betroffene selbst und nicht der Betreiber des Forums. Wer auch sonst?


    Gruß,

    Wolfgang


    Edit: im Falle des Forums würde ich dem Betroffenen das Recht einräumen, seine Daten selbst zu löschen, und wenn er darauf nicht eingeht, muss man das wohl mal bis zu einem Verwaltungsgericht bringen.

    Hi Beorn, hi Rada,


    Beiträge und Fotos einer Person sind natürlich auch personenbezogene Daten, solange ein Bezug zu einer Person hergestellt werden kann.

    Der Bezug kann nicht nur von den Admins aus den Profildaten, sondern ggf. auch aus dem Inhalt des Textes hervorgehen, oder der abgebildeten Person.


    Eine Pilzbestimmung wird ja eh keiner löschen lassen, eine Bemerkung mit Personenbezug unter der Gürtellinie schon eher.


    Ich bin ja nicht unbedingt ein Freund der Regulatorik, und kämpfe mich gerade im Auftrag meines Arbeitgebers durch die DSGVO, aber gerade beim Löschen von Texten und Bildern finde ich das "Recht auf Vergessen" durchaus eine sinnvolle Sache.


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    §6 Nr 3 hält nur bis 26. Mai, da tritt die EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft, und jeder hat das Recht, seine Daten vom Anbieter löschen und/oder sich aushändigen zu lassen.

    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Juliane,


    die Lappenzahl ist als Merkmal von geringerer Bedeutung.


    Du zeigst ziemlich sicher G. pectinatum, denn das Peristom (die Öffnung) ist gefurcht, die Endoperidie (die innere Hülle) ist lang gestielt und dunkel, aber ohne Collar (nach unten gerichteter Kragen).


    Gruß,
    Wolfgang


    Zitat von Steinpilzhummel


    Hallo Stefan,


    der Tip mit den Karten ist toll. Aber ich stelle auch fest , das das Eichsfeld insgesamt da sehr sehr schwach vertreten ist. Wenn ich Namen der Pilze nach und nach eingebe die ich hier wirklich reichlich finde, findet man für das Eichsfeld kaum Einträge. Da scheint keiner bei uns im Eichsfeld Lust darauf zu haben etwas bekannt zu geben . Das ist schade.


    LG Heike


    Hallo an alle,


    pilze-deutschland ist kein Eingabesystem, sondern ein reines Darstellungssystem. Damit kann keiner online erfassen (auch keine Landeskoordinatoren).


    Für die Eingabe dient z.Z. Mykis (ein Programm auf Basis von Microsoft Access, das lokal installiert werden muss).
    Oder das gute alte http://brd.pilzkartierung.de/ für die Online-Erfassung, bis das neue Online-System fertig ist. Die Daten daraus gehen auch erstmal nach Mykis, und werden dann in unregelmäßigen Abständen nach pilze-deutschland hochgeladen.


    Manche der - ehrenamtlich arbeitenden ! - Landeskoordinatoren nehmen auch Daten in Excel entgegen, aber das macht zusätzliche Arbeit beim Import.


    Und ja, Kartierung lebt vom Mitmachen. "Profi-Kartierer" gibt es praktisch nicht, jeder einzelne Punkt ist in der Freizeit von einem leidenschaftlichen Pilzfreund gefunden und erfasst worden. Eigentlich für jeden eine ganz einfache Möglichkeit, nicht nur von den Daten im Netz zu profitieren, sondern auch etwas zurückzugeben, oder?


    Tatsächlich werden nicht nur Daten von seltenen Arten benötigt, sondern auch jede Lücke in der Karte vom Fliegenpilz tut weh. Die 100%ige Bestimmung ist allerdings wichtig - falsche Daten sind noch schlechter als gar keine.


    Grüße,


    Wolfgang

    Ich wundere mich immer, warum es so wenig aussagekräftige Untersuchungen über die Heilkraft von Pilzen gibt. Wahrscheinlich ist der Verkauf von Heilpilzen nicht so lukrativ, wie der von künstlichen pharmazeutischen Produkten. So ähnlich wie bei den Kräutlein...


    Hallo Wutzi,


    das Gegenteil ist richtig:


    eine klinische Doppel-Blind-Studie ist richtig teuer. Das reduziert den Gewinn der pharmazeutisch hergestellten Arzneimittel. Daher machen das die Pharma-Firmen nur dann, wenn sie auch die Patente auf die Herstellung haben, und damit eine Krankheit behandelt wird, die relativ häufig ist, damit der Umsatz reicht, die Kosten der Zulassung wieder reinzukriegen.


    Wenn Du dagegen Naturprodukte als Nahrungsergänzungsmittel vermarktest, kannst Du jeden wirkungslosen Mist für absurde Preise verkaufen. Da ist der Gewinn nach oben eigentlich nicht begrenzt. Stell Dir vor, Du züchtest Schmetterlingstrameten, und kannst sie unter dem klingenden Namen "Coriolus" für 377 Euro das Kilo verkaufen:
    https://www.pilzshop.de/coriolus-pulver-kapseln
    Da wird doch jeder Speisepilzzüchter und jederTrüffelsucher blass vor Neid...



    Das heißt nicht, dass Pilze wie Chaga wirkungslos sind. Es bezahlt nur keiner die klinische Studie, weil man auf den Pilz kein Patent anmelden kann. Das sind m.E. die Kollateralschäden eines kapitalistisch organisierten Gesundheitssystems, aber das führt hier etwas zu weit...


    Wolfgang

    Hallo Craterelle,


    ein aktuelles Projekt, das mittelfristig zu einem mehrsprachigen synoptischen Schlüssel führen soll, läuft ja unter "Funga Böhmerwald" mit Beteiligung der DGfM.


    Die ersten Schritte werden hoffentlich im Sommer unter pilze-ohne-grenzen.eu bzw. fungi-without-borders.eu bzw. houby-bez-hranic.eu online gehen.


    Ein so großes Web-Projekt benötigt immer eine hohe Anfangs-Investition, aber Funga Böhmerwald hat immerhin 40.000 EUR für die Software und 70.000 EUR für die Befüllung mit Merkmalen - mal sehen, wie weit man damit kommt. Das Ziel wären > 4000 Arten...


    Der synoptische Schlüssel wird in der 1. Phase noch nicht dabei sein - das bringt's auch erst richtig, wenn die Merkmalserfassung weitgehend abgeschlossen ist. Und schon bei den Merkmalen steckt der Teufel im Detail: welche Auswahlliste legt man hinter das Merkmal "Sporenform", und wie beschreibt man damit seitlich leicht abgeplattete Sporen?


    Ob das Projekt am Ende die ausreichende "Initial-Zündung" geliefert hat, um Community-getragen weiter zu leben, wird sich ohnehin frühestens in 4-5 Jahren zeigen.


    Grüße,


    Wolfgang


    Hallo Nosozia,


    ja, glatte Sporen sprechen gegen Lepista.


    Für die metachroa-Verwandschaft wäre mir zu viel rot im Hut, aber vielleicht habe ich ein zu enges Bild von der Variationsbreite. Es gibt aber noch ein paar andere rote mittelgroße Trichterlinge, die ich aber alle nicht persönlich kenne außer sinopica.


    Mit der Aperturblende solltest Du Dich trotzdem auseinandersetzen, sonst wirst Du Ornamente nie so gut sehen wie Pablo sie zeigt - einfach nur weil Du ein kleines Hebelchen am Mikroskop nicht bedient hast. Verschenkte Chancen.


    Grüße,


    Wolfgang


    Also Frost hatte es zumindest. Aber irgendwie passt nichts.


    Gruß Nosozia


    Hallo Nosozia,


    ich denke, das ist Lepista flaccida, der Fuchsige Trichterling.


    Hast Du das Sporenpräparat noch? Wenn Du die Aperturblende weiter aufmachst, kannst Du das Ornament sehen.


    Gruß,



    Wolfgang

    >> Wenn ich nur genug Sporen messe, dann sollten ein paar "falsche" mitgemessene Sporen eigentlich nur die Streuung erhöhen, solange ich nicht systematisch zB nur die Kleinen aussortiere, oder ? <<


    Hallo Günter,
    nein, wenn Sporen flach in Seitenlage liegen, zeigen sie die größte Länge. Alles was irgendwie hochkant steht, kann sie optisch nur kürzer erscheinen lassen (bei gleicher Breite), folglich misst Du systematisch "zu runde" und "zu kurze" Sporen.


    Um es, wie Christoph, noch komplizierter zu machen, sind Sporen ja dreidimensional, daher gibt es nicht nur x und y, sondern auch z. Das kann man aber in einem Mikroskop nicht direkt messen, sondern man kann höchstens Sporen, die "auf der Seite" liegen, mit solchen vergleichen, die "auf dem Bauch" liegen. Das sieht man daran, ob der Apikulus zur Seite guckt oder zentral steht.


    In vielen Fällen sind Höhe und Breite aber ähnlich, so dass es für den "Normal-Bestimmer" keinen Unterschied macht. Wichtige Ausnahme: Coprinus (Christoph kennt sicher noch ein paar mehr Gattungen, bei denen der Z-Wert in Bestimmungsschlüsseln gefragt wird) . Bei einer Neubeschreibung sollte man es aber schon erstmal genau nehmen.



    >> Grobe Ausreißer in der Größe lässt man außen vor. <<


    Hier könnte jetzt Jens Wilk einen Vortrag halten. Woran erkennt man, dass eine Spore schon ein "grober Ausreißer" ist, oder noch im Rahmen der Varianz? Dafür gibt es statistische Tests, aber um die laufen zu lassen, muss man die Sporen natürlich erstmal messen. Aber das ist ein Thema für sich...


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Sarah,
    die optische Überlagerung von einem Mess-Bild und einem Sporenbild ist mal eine originelle Messtechnik ;)


    Allerdings solltest Du auf Dein Objektmikrometer auch einen Tropfen Wasser und ein Deckglas tun, und dann Immersionsöl.
    Dann wird nicht nur die Skala gestochen scharf, dann sind auch die beiden Strahlengänge (und damit die Vergrößerung) vergleichbar.


    Was hast Du denn bei den 3 Bildern verändert - eigentlich sieht man ja nur auf dem 2. was, aber da sieht die Sporenform anders aus?


    Rautenförmig sind die Sporen aber nicht. Welches Vergleichsbild aus dem Internet meinst Du denn?


    Guck mal hier:
    http://guiahongosnavarra1garci…m-infumatum-breskuhn.html



    Gruß,


    Wolfgang

    Hi sarifa,


    der Gerberei-Rasling kann dunkelblauen oder schwärzen oder sowas dazwischen. Aber meines Wissens nicht so blauen wie ein Röhrling.


    Trockne mal ein paar Scheibchen von dem Pilz, Lyophyllum wäre ja ganz dankbar mit mikroskopischen Merkmalen.


    Den Fruchtkörper-Farben würde ich bei einem schwärzenden Pilz ja nicht so trauen - vielleicht hat er ja schon geschwärzt.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo sarifa,


    wenn ich mir den Stiel auf den Bildern so ansehe: hat der bei Berührung langsam geschwärzt?


    Das würde ja Christophs Idee mit Lyophyllum/Tephrocybe s.l. erhärten, und gleichzeitig die Auswahl der Arten einschränken...


    ...vielleicht der Gerberei-Rasling Lyophyllum leucophaeatum? Das ließe sich mikroskopisch leicht bestätigen.



    Wolfgang

    Hallo Claudia,


    na, um bei dem Präparat jetzt Dein 100x mal an die Grenze zu bringen, zieh' doch ein Tropfen Jod-Reagens unter (verdünntes Melzers geht auch, wenn Du kein Lugol hast), und guck' Dir die Ascus-Spitzen genau an.


    Aber dafür musst Du die Blende am Kondensor weiter aufmachen als bei den letzten Bildern, denn alles was Du an Tiefenschärfe und Kontrast bei geschlossener Blende gewinnst, verlierst Du an Auflösung...


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Forum,


    nach 6 Stunden noch keine Antwort - was ist los???


    Der Wohlriechende ist das eher nicht, der ist grau und nicht braun und riecht so deutlich nach Marzipan, dass man ihn nicht verwechseln könnte.


    H. latitabundus (Großer Kiefern- S.) kenne ich nicht persönlich.


    Könnte das nicht einfach ein leicht angefrosteter Frostschneckling sein???


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    die gewöhnlichen 100x sind für Öl gerechnet und nicht für Wasser, sowas gibt's nur für spezielle medizinische Zwecke. Der Brechungsindex von Öl (1,518) ist verschieden von Wasser (1,333), daher nimmt der Lichtstrahl dann einen anderen Weg.


    Ich würde aber auch so nie das Deckglas weglassen, um keinen Siff an meine Linse zu bekommen. Ich lasse das Öl auch drauf, das darf man bei den (inzwischen üblichen) synthetischen Ölen. Früher (und bei eBay) wurden bzw. werden auch mal Billig-Öle verkauft, die entweder verharzen (z.B. Zedernöl), oder den Linsenkitt auflösen (z.B. Anisol). Die darf man natürlich nicht drauflassen, oder am besten gar nicht erst an die Linse dranlassen.


    Hier im Thread wird meist von Quetschpräparaten gesprochen. Richtiger ist eigentlich "Zupfpräparat", denn man sollte sein Präparat schon mit 2 Nadeln zu Brei zerzupfen, bevor das Deckglas drauf kommt. Dabei werden die Zellen weniger zerstört als beim reinen Drücken von oben, was oft nur noch Matsch übrig lässt.


    Das 100x ist übrigens sogar weniger anfällig gegenüber zu dicken Präparaten als das 40x, weil sich der Brechungsindex zwischen Öl und Wasser weniger unterscheidet als der zwischen Luft und Wasser.


    Viel Spaß beim Eintauchen in die Mikro-Welt!


    Ein gutes Präparat für diese Jahreszeit und für Lust auf mehr sind auch die Moosbecherlinge, die man zur Zeit an fast jeder alten Mauer finden kann (orange Pünktchen in den Moospolstern).


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Naturgucker,


    das ist in der Tat ein interessanter Fund.


    Die kleinsporigen aus der myceliosa-Ecke (da gibt es noch ochracea, decurrens, ...) haben eher stachelige als warzige Sporen - leider geben Deine Bilder kein genaues Bild der Ornaments her, aber stachelig sieht es nicht aus. Das Ornament sollte mit Baumwollblau angefärbt und bei offener Blende begutachtet werden.


    Da müsste man auf jeden Fall noch ein paar weitere mikroskopische Merkmale angucken, z.B. die Kristalle an den Rhizomorphen.
    Wenn das wirklich eine Ramaria ist und keine Ramariopsis (wobei ich da keine so mastige Art kenne), sollte der Fund von Josef Christan begutachtet werden.


    Grüße,


    Wolfgang