Beiträge von Wolfgang P.



    Auch da wäre es ja nicht verkehrt, ein paar Mißverständnisse auszuräumen, aber theoretisch sollte Clavulina ja nicht direkt da rein gehören, wo sich bäumchentechnisch Clavaria und Ramariopsis aufhalten, oder?


    Exakt - Clavulina ist eine ganz andere Familie. Clavulinopsis und Ramariopsis lassen sich übrigens sequenziell gut in zwei Gattungen aufteilen, nur "C." subtilis ist eine Ramariopsis und keine Clavulinopsis (was man auch ohne Mikroskop schon vermutet hätte, aber die Sporen sind unter Lichtmikroskop glatt) . Clavaria ist polyphyletisch.


    Ansonsten nimm nicht so wörtlich, was ich zur Clavulina cinerea geschrieben habe - es ist nur eine Art der Cantharellaceen, aber nicht die gleiche Art wie Cantharellus cinereus, genau genommen sind es mehrere Arten (2-3). Du bekommst eine E-Mail.


    Gruß,



    Wolfgang


    Hi Pablo,


    es gibt schon ein paar moderne Arbeiten mit Sequenzierung. Zum Beispiel ist Clavaria greletii eigentlich ein Samtschneckling mit Keulenform, und Clavulina cinerea ist ein Grauer Leistling mit Keulenform.


    Bernd Oertel hat auch schon mal einen Baum gerechnet mit Ramariopsis und Clavulinopsis. Viele Arten kenne ich aus eigener Anschauung, aber gerade der tenuipes/krieglsteineri/daulnoyae - Komplex ist mir noch recht unklar. Untersuchung mit Sequenzierung - logo.


    Da besteht auch die gute Chance, dass da was bei rauskommt, weil die Arten genetisch recht gut getrennt sind, und ihnen nur einfach Makro-Merkmale zur Bestimmung fehlen.


    Bei den Ritterlingen könnte Dich die Prophezeihung einholen: "Pilze, die makroskopisch nicht trennbar sind, sind meist auch von der Sequenz sehr ähnlich". Das Kontinuum der Merkmale könnte sich dann also in einem Kontinuum der ITS-Sequenzen wiederspiegeln, und Du bist so schlau wie zuvor.


    Gruß,


    Wolfgang


    Hi.


    ich glaube nicht, daß die schlanksporigen und eher zierlichen "krieglsteineri" - Keulchen das Gleiche sind wie diese dicken, fettkeuligen und breitsporigen Dinger, die ich momentan prophylaktisch als "daulnoyae" bezeichne. Die Sporenform dieser "ccf daulnoyae" wäre eher die von C. falcata, aber makroskopisch ist das eben was ganz anderes.


    Hi Pablo und alle,


    ich habe auch schon dicke, fettkeulige Dinger gefunden, aber ein Unterschied in der Sporenform ist mir noch nicht aufgefallen.


    Ich finde das interessant, irgendwann nehme ich mir die mal vor - bitte Aufsammlungen mit Foto + Exsikkat aufbewahren.


    Leider wird in der Literatur da so einiges wahllos synonymisiert - mit welcher Literatur bist Du auf den Namen daulnoyae gekommen?


    Grüße,



    Wolfgang


    Hallo Björn,


    die besagte Keule hört in D vermutlich auf den Namen "Clavaria krieglsteineri", in NL benutzt man für dieselbe Art meist den Namen "C. daulnoyae".


    Wichtig (aber schwer zu finden) sind die offenen Schnallenbögen an den Basidien. Um sie zu finden, muss man den Pilz in einem "Gleitmittel" (z.B. "L4" oder 3% KOH) sehr fein zermatschen. Die Sporen von 4-sporigen Basidien sind 7-9 x 4-5 my.



    (1) könnte auch ein Rötling sein, aber das wird das Mikroskop schnell zeigen...


    Gruß,


    Wolfgang


    Hallo Lotte,


    mycobank und indexfungorum werden von echten Menschen gepflegt, und die sind leider nicht unfehlbar, sondern denen passieren auch Fehler.


    Dazu bleibt ein Interpretationsspielraum, ob man denn jede neu aufgestellte Gattung wirklich gleich übernehmen muss, oder ob man die Argumente für eher schwach hält. Leider grassiert im Moment die Spalterei, und viele folgen dieser Mode.


    Eine "harte" Definition für eine Gattung existiert nicht, man kann einen beliebigen Verzweigungsknoten des Baumes dazu ernennen. Nimmt man Knoten weiter oben, entstehen viele kleine Gattungen (z.B. Rheubarbariboletus) , nimmt man einen weiter unten, entsteht eine große Gattung (z.B. Cortinarius, Entoloma). Was allerdings nicht passieren darf, wenn zwei Zweige denselben Gattungsnamen haben, höhere (spätere) Abzweigungen aber einen anderen. Dann ist die Gattung "polyphyletisch", also nicht einheitlich. Da muss man dann aufräumen, wie z.B. bei den Wiesenkeulen.


    Einen solchen Nutzen der Aufspaltung erkenne ich persönlich bei Xerocomus nicht. Von daher kann man die Mode auch ignorieren und Xerocomus als gültige Gattung beibehalten. Man sollte sich aber schon entscheiden, welchen Weg man geht, und einen der beiden Namen in die Synonymie des anderen geben.


    Gruß,


    Wolfgang

    Servus
    Dank für die Antworten/ Bestätigung,
    kann jemand etwas zum Moos vom Zweiten sagen?


    Grüße
    Felli


    Hallo,
    ich bin kein Moos-Spezi, aber mit dem Glashaar an der Blattspitze könnte es Tortula sein.


    Gruß,
    Wolfgang

    Hallo an alle,


    das letzte Bild als "Samtritterling" lässt mich zweifeln, die kenne ich nicht mit so gerieften und weiß überfaserten Stielen.


    Eine sichere Bestimmung lässt das Bild m.E. nicht zu, aber es würde mich nicht wundern, wenn bei Begutachtung der Sporen ein Rötling rauskommt.


    Weiter oben wird ein Safranschirmling als "olivieri" bezeichnet, da sehe ich einen normalen (=rachodes).


    Bei Gabeltrichterlingen auf Magerwiese sollte man immer zuerst Pseudoclitocybe obbata im Blick haben.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    wow - das hätte ich der Wiese nicht zugetraut! Glückwunsch an die Finder!


    Ich war an dem Tag auf Vor-Exkursion zur Wiesenpilztagung an der Nahe (ab Donnerstag), und hab' auch über 10 Arten gesehen, aber ovina hatte ich noch nie! Scheint ein gutes Jahr für die Art zu sein, ich höre gerade von 2 Funden aus der Eifel.


    Beim nächsten Mal bin ich dabei.


    Grüße,


    Wolfgang


    Hi,
    wie haltet ihr denn (ohne Geruch) den Stachelbeer-Täubling und den Amethyst-Täubling auseinander - Nur durch den rötlichen Stiel?


    Hi Snuggles,
    ja, der Stachelbeertäubling hat schon eine besondere Stielfarbe (lila metallic), daran kann man selbst ohne Hut noch die Art erkennen ;)


    Bei (4) bin ich mit beorn und JanMen bei einem (Flatter-)Milchling.


    (5) ist m.E. kein Kahler Krempling, da gefällt mir die Idee einer Nebelkappe schon besser, aber der Pilz ist in keinem bestimmbaren Zustand.


    Grüße,
    Wolfgang

    Hallo Beorn und die anderen,


    es gibt ja nicht so viele Cortinarien, die ich anhand eines Bildes bestimmen würde,aber zu diesem hier kann man wohl "Langstieliger Schleimfuß" (C. elatior) sagen.


    Die Untergattung und Sektion ist (wie beorn schreibt) durch die violette Schleimzone am Stiel eingegrenzt. Da gibt es 3 Arten, von denen 2 im Bergnadelwald vorkommen, und eben elatior, der ein häufiger Pilz in sauren Buchenwäldern ist. Er ist durch den konischen, breit gebuckelten Hut und den gerieften Hutrand von den beiden anderen abgegrenzt.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    >> Dass der heutige Olivieri tatsächlich den alten Safranschirmling abgelöst hat, habe ich so nicht wirklich gewusst. <<
    diese Aussage gilt auch nur für die Personen, die überwiegend in Bergnadelwäldern Pilze sammeln.
    Die haben schon immer olivieri gesammelt und das (mangels eigenem Namen) "rachodes" genannt ( Stefan, nur ein "C", das ist latein und nicht italienisch) und mangels Kenntnis des echten rachodes auch den Fehler nicht bemerkt.


    Für die Menschen, die in stadtnahen Gebieten und/oder Laubwäldern unterwegs waren und sind, ändert sich gar nichts, das was dort schon immer rachodes hieß, heißt auch weiterhin so.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    hier werden gerade nur zwei Arten der Gattung Chlorophyllum (Safranschirmlinge) diskutiert und verglichen.


    Tatsächlich hat die Gattung mindestens drei !!! Arten, nämlich


    - C. olivieri: Olivgrüner S.
    - C. rachodes: Gemeiner S.
    - C. brunneum: Gift - S. oder Garten - S.


    Mikroskopisch unterscheiden sich alle drei in der Sporenform.


    C. olivieri erkennt man an deutlich sichtbaren Olivtönen auf der Huthaut und das Vorkommen im (Berg-)Nadelwald, die beiden anderen sind nitrophil und thermophil.


    Da ich zumindest auf meinem Bildschirm olivtöne auf der Huthaut zu sehen glaube, würde ich für den gezeigten Pilz olivieri in den Ring werfen, wozu auch der Standort passt, auch wenn typische olivieri noch deutlich dunkler sind.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    für mich ist das ziemlich deutlich gallica.


    Es kommt nicht auf das Vorhandensein eines Ringes an, sondern auf die Konsistenz.


    mellea hat einen eher häutigen Ring, die meisten anderen Arten (wie diese) einen eher wattig-spinnwebartigen.
    Der Ring von ostoyae hat dann noch einen schwarzen Zahnradkranz.


    mellea ist an der Stielbasis typischerweise verjüngt, gallica immer keulig verdickt.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Beli,


    rund um den Flügelsporigen Milchling gibt es da ein paar Arten, die alle röten (pterosporus, fuliginosus, romagnesii, ruginosus).
    Ich fürchte, ohne Details der Sporen-Ornamente wird der Name eher geraten bleiben. Ich rate mal fuliginosus.


    Gruß,


    Wolfgang

    Bon schreibt im Parey's : Ohne Zystiden
    In den Großpilzen : Cheilozystiden zahlreich ,zylindrisch bis keulig , manchmal korallenförmig.
    Wie soll ich als Laie da noch durchblicken ??
    Also Bestimmung ist klar : EIN PILZ !


    Hallo Norbert,


    die Zystiden bei solchen Rüblingsverwandten sind manchmal echt schwer zu finden. Kein Wunder, dass manche Autoren die nicht gefunden haben.


    Bon/Parey würde ich aber nicht als aktuelle Literaturquelle gelten lassen, und mich eher an das Pilzkompendium halten, oder an die Monographie von Antonin und Noordeloos.


    Nachdem ich da jetzt kurz nachgeblättert habe, bin ich noch zuversichtlicher, dass Dein Pilz in diese Artengruppe prolixa/distorta reingehört. Ob das jetzt eine oder zwei Arten sind, ist vielleicht nicht so wichtig.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Norbert,


    so kleine runde Sporen gibt es bei Rhodocollybia. Vielleicht R. prolixa = distorta? Aus eigener Anschauung kenne ich die Art aber nicht. Aus welcher Höhenstufe stammt denn der Fund?


    Vielleicht mal sehr gründlich nach unregelmäßig geformten Cheilocystiden suchen, das könnte helfen.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Heidi,


    dass eine H. lacunosa mal nicht unregelmäßig gewunden, sondern regelmäßig gesattelt ist, ist keine Seltenheit und auch in der Literatur so beschrieben.


    Bei so einem Zwerg ist das erst Recht nicht verwunderlich.


    H. atra scheidet aus wegen dem Stiel.
    Meine Telefon-Diagnose als phlebophora, die ich von dem Standort kenne, scheidet bei Betrachten der Bilder natürlich auch aus.


    Ich hab'sicherheitshalber nochmal den Häffner-Schlüssel in Beih. Z. Mykol 7,1987 durchgeschlüsselt, da kommt man auch glatt bei H. lacunosa raus.
    Bleibt also einfach ein "Grübchen-Lorchelchen"



    Gruß,
    Wolfgang

    Hallo Co-Mainzer,


    ich bewundere schon seit längerem Deine Myxo-Kunst.


    Ich hätte ja gerne mal ein solches Bild wie das erste auch für die DGfM-Startseite in der Bildershow.
    Ob Du vielleicht....?


    Wenn Du mal zur Abwechslung Großpilze ablichten willst, wärst Du auch bei den Exkursionen in Bingen willkommen.


    Grüße aus Gonsenheim,


    Wolfgang Prüfert

    Hallo Alex,
    den Erdstern nimmst Du am besten mal aus dem Kühlschrank und stellst ihn auf die Heizung.


    In dieser Gattung sind die Merkmale am trockenen Pilz nämlich leichter zu erkennen.


    Mein Tipp:der erste könnte sich dann als G. striatum "outen". Beim zweiten "klingelt's" gerade nicht.


    Gruß,
    Wolfgang