Beiträge von mollisia

    Hallo,


    naja, oscurisporus soll bis zu 40 cm Durchmesser erreichen können .....


    Anhängend nun einen Kollektion aus Goslar unter Linde, die ich aufgrund ihre konstant kleinen Fruchtkörper für cuprinus hielt. Einziges Manko war für mich dass ich absolut keine einzige eingedrückte Spore finden konnte. Aber die Fruchtkörper waren halt mit 8-12 cm, vielleicht auch mal einer maximal 15 cm, nicht gerade in dem Größenbereich der für obscurisporus angegeben ist. Und es gibt mehrere Straßenstreifen hier in Goslar mit Mengen solcher Paxillusen unter Linde, und die sind nie größer. Sylvie kennt die seit Jahren so.

    Molekular aber wie gesagt ist das P. obscurisporus.

    Die beiden Sporenpulverhäufchen auf den Glasplatten sind links P. obscurisporus (weinbraun) und rechts P. adelphus (olivbraun)


    gleich noch eine zweite Kollektion ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    vor allem die Sporenform wäre interessant. P. cuprinus soll teilweise ganz leicht eingeschnürte Sporen haben - etwas was ich nie gesehen habe. Was letztlich auch nicht so sehr verwunderlich war, nachdem sich meine cuprinus als obscurisporus molekular herausstellten *ggg*


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    auf jeden Fall einer mit porphyrbraunem Pulver - entweder obscurisporus oder cuprinus. Weil Pappel und so stämmig würde ich viel auf obscurisporus setzen. Meine vermeintlichen cuprinus-Funde der letzten beiden Jahre waren trotz schmächtigerer Fruchtkörper und Mykorrhiza mit Linde allesamt nach Sequenzierung obscurisporus - zumindest nach der ITS. Jeweils 99,5-99,6% Übereinstimmung, wobei Christoph da eher sagen kann ob die ITS in dieser Artengruppe überhaupt aussagekräftig ist.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Schupfi,


    in den wenigen Ausnahmefällen, dass bei Sporen die Breite in Draufsicht ("Bauchlage", Apikulus mittig) und in seitlicher Ansicht ("Seitenlage", Apikulus seitlich) deutlich voneinander Abweichen, gibt man ausnahmsweise drei Wertebereiche an: Länge x Breite Frontansicht x Breite Seitenansicht. Das kommt vor bei Psilocybe, Panaeolus und Coprinus s.l. - ansonsten eigentlich kaum (mir fällt jedenfalls nix anderes ein).


    Die obere rhombische hätte ich auf jeden Fall auch gemessen, weil sie im Umriss scharf ist und somit flach liegt. Ob da andere Sporen drunter oder drüber liegen ist egal, solange du sehen kannst wo Länge bzw. Breite zu messen ist und die Sporen rundherum scharf ist.


    Über die Art und Weise, wie man korrekt, noch korrekter und höchstkorrekt seine Sporenmessungen darstellt, gibt es Diskussionen wie Sand am Meer. Teils sehr erbittert ausgetragen. Nicht umsonst gehört bei einer Publikation in den Methoden-Abschntt rein, nach welchen Maßgaben die Sporenmessungen dargestellt sind. Häufig wird das (statistisch errechnete) 95%-Konfidenzintervall angegeben, zusätzlich noch geklammerte Ausreißer. Die Mittelwerte werden häufig separat angegeben und ebenso gemittelt wenn man viele Kollektionen vermessen hat. Wenn es nur eine Kollektion oder nur wenige sind die man dann zusammenfasst, dann schreibe ich den Mittelwert (oder den gemittelten Mittelwert) immer zwischen Min. und Max. des 95% Konf.-Intervalls und unterstreiche oder fettdrucke es.

    Also z.B. (7,2-)7,5-8,3-9 x 3,5-4,2-5(-5,5) µm (60/3/2) - wobei "(60/3/2)" bedeutet 60 Sporen aus 3 Fruchtkörpern aus 2 getrennten Aufsammlungen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Schupfi,


    also bissel weiter kommen wir schon noch .....


    Gehen wir mal den Schlüssel durch:

    1* -> 4 weil Stiel normal

    4 -> 5 weil auf Boden und nicht auf Dung

    5* -> 8 weil Sporen im Mittel < 9 µm

    8* -> 13 weil Sporen dickwandig und graubraun im Mikroskop (Braunsporer sind im Mikroskop gelbbraun, etwa die Farbe von Melzers Reagenz, während Dunkelsporer im Mikroskop graubraun, violettbraun oder noch dunkler sind)


    Ab hier wird es etwas unsicher, und wir müssen beide Schlüsselwege gehen:


    13 -> 14 wenn fast alle Sporen deutlich rhombisch (so wie die oberste Spore auf deinem Sporenbild)

    13* -> 17 wenn max. die Hälfte der Sporen rhombisch sind


    Dass Du rhombische Sporen hast kann man erstens gut an deinem Präparat sehen bei den Sporen die "auf dem Bauch" liegen während die seitlich liegenden Sporen elliptisch bis leicht mandelförmig sind (links unten z.B.). Und zweitens sieht man das an diesen unterschiedlichen Breitenwerten die Du gemessen hast, je nachdem ob die Sporen auf der Seite lag (schmal, ca. 4,16-4,78 µm) oder auf dem Bauch (breit, ca. 5,13-5,32 µm).


    Wenn wir also annehmen, dass fast alle Sporen rhombisch wären, dann würde es mit Punkt 14 weitergehen:

    14 -> 15 weil Huthaut nicht flockig oder faserig. Ob sie wirklich abziehbar ist kann man nicht sehen, sie wirkt aber so. Zumindest ist sie nicht flockig bis faserig und diese Alternative würde auch zu nichts vernünftigem führen.

    15 -> Deconica phyllogena, weil kein üppiges Velum zu erkennen ist, auch nicht bei den jüngeren Exemplaren


    Würden wir aber annehmen, dass nur ein Teil der Sporen rhomisch ist, dann würde es mit Punkt 17 weitergehen:

    17* -> 18 weil der Keimporus deutlich zu erkennen ist (die helle Stelle am Sporenende gegenüber dem Apikulus, praktisch ein Loch in der Sporenwand)

    18 -> Deconica xeroderma, weil die von Dir gemessenen Sporen eher 7 x 5 x 4,5 µm entsprechen als 7,5-9 µm Länge


    Wenn wir also alle Merkmal richtig ermittelt und auch richtig interpretiert haben, und auch der Schlüssel passt, dann müssen wir uns jetzt nur noch zwischen D. phyllogena und D. xeroderma entscheiden ....

    Wenn man sich also die Beschreibungen dieser beiden Arten durchliest, dann kann man folgende Minuspunkte für die jeweilige Art rauslesen:

    D. phyllogena: kommt vor allem auf Buchenholz und -laub vor, Velum vorhanden ("ähnelt crobula" -> eine Art mit Velum)

    D. xeroderma: kommt wohl nur hochmontan-alpin vor, Velum vorhanden


    Mein Favorit makroskopisch wäre ja Deconica montana gewesen. Dafür sprechen Standort (Pioniermoose), fehlendes Velum, eher rundlicher Hut ohne Buckel.


    Was hast Du nun aber wirklich?


    Deconica phyllogena fällt meines Erachtens weg, weil Standort und Velumverhältnisse so gar nicht passen.


    Bleibt also über, dass Du entweder Deconica xeroderma an einem untypisch tief gelegenen Standort gefunden hast, oder dass Du Deconica montana gefunden und die Sporen zu klein gemessen hast, denn die sollten dann 7-9 x 5-6 x 4,5-5,5 µm sein. Letzteres läge eventuell an einer fehlerhaften Kalibrierung.

    Deine Maßangaben 6,5-7,7 x 5,1-5,3 x 4,2-4,8 µm läge aber sogar noch ganz knapp in einem Bereich, wo man mit etwas gutem Willen und dem Gedanken an nicht ganz ausgereifte Sporen noch sagen könnte "passt grad so" für D. montana. Für D. xeroderma wären sie in den Höchstmaßen zu groß, für D. montana in den Kleinstmaßen zu klein. Meist misst man vor allem als Ungeübter aber eher zu klein (wegen unreifen Sporen) als zu groß.


    Bleibt für mich mein Fazit: Ich denke es ist Deconica montana.


    Hätte man die Pilze noch könnte man sich noch die Cheilozystiden anschauen, die sind auch ein wenig unterschiedlich zwischen diesen Arten.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich denke dass es ein Entoloma aus dem cetratum-Komplex ist. Aufgrund von Größe und Farbe würde ich als ersten Arbeitsname mal Entoloma cuneatum in den Raum werfen.


    Entoloma hirtipes kenne ich sehr dunkel, fast schwarz, in keinem Entwässerungszustand mit solchen karamelbraunen Farben.


    Entoloma hirtipes stinkt auffallend nach Tran, wie der Gurkenschnitzling. Kannste ja mal testen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Christoph,

    ja, genau. Es ist nicht an die Mitgliedschaft in der DGfM gebunden, aber an eine Autorenschaft in der Z. Mykol..


    Ein Antrag kann formlos an die Schriftleitung erfolgen (wir haben dafür einen Jahresetat) und darin sollte kurz dargestellt werden was man machen will und mit welchem Ziel.

    Je nachdem wie es zeitlich aussieht wird die Sequenzierung dann entweder Marco übernehmen wenn er ihm Labor Kapazitäten frei hat oder wir geben das okay für die Finanzierung durch z.B. Alvalab oder so.

    Je nachdem, wie intensiv sich dann ev. Marco oder sein Laborleiter oder wer mit dem Sequenzieren in die Publikation einbringt, wird ggf. auch eine Mitautorenschaft erwartet, aber das sollte dann ja auch selbstverständlich sein. Natürlich nicht wenn es nur ums generieren der Sequenz geht.


    beste Grüße,

    Andreas


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Peter,


    also gut, ich will hier nicht anfangen Erbsen zu zählen und sprachliche Feinheiten zu diskutieren. Für mich bedeutet halt "braucht Zugang" sinngemäß dasselbe wie "muss einen Zugang haben" und kann das auch nicht anders interpretieren.


    Ich finde jedenfalls dass man Pilze auch "nur" mit mikroskopieren und auch ohne Zugang zum Sequenzierung gut und glücklich bestimmen kann - Fehlbestimmungen gibt es so und so hin und wieder.

    Bei Mollisia z.B. sind bestimmt 75% der hinterlegten Sequenzen falsch bestimmt oder Isolate, deren Benennung rein auf der Trefferquote von bereits hinterlegten (meist falsch bestimmten) Sequenzen beruht. Und dadurch transportieren diese Fehlbestimmungen sich immer weiter und weiter - würden die Leute die Pilze mikroskopieren statt sequenzieren würden sie merken dass die Sequenzen nicht stimmen ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,

    Servus Bernd,


    iWenn du einen Artikel über den Fund schreiben willst und dafür die Sequenz nötig ist, zahlt die Sequenz ja die BMG und der Verein für Pilzkunde München (die mycologia Bavarica hat ja ein Budget, um Amaterumykologen hier zu unterstützen, indem sie Sequenzierkosten auf Antrag übernehmen kann).

    die DGfM und die Z. Mykol. übrigens seit einigen Jahren ebenso ;) *zwinker*


    LG, Andreas

    Hallo,


    also für mich riecht der Maipilz frisch schon widerlich - und erst angegammelt .... *börks*

    Ich halte die Braunfärbung des Fleisches für beginnende Zersetzung, und dass dann der Pilz nicht mehr frisch nach Mehl riecht sondern halt ranzig-unangenehm, sollte kein Wunder sein.

    Relativ schlankstielige, etwas dünnfleischige Fruchtkörper kommen beim Mairitterling immer mal vor, insbesondere die älteren Fruchtkörper sind oft so.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Peter,


    ja nun, natürlich kann das vorkommen, dass nach Sequenzierung eine Bestimmung revidiert werden muss. Genau wie es sein kann, dass nach neuerlichem Mikroskopieren in Fund revidiert werden muss. Wieso man also sequenzieren muss wenn man mikroskopiert, erschließt sich mir null. Eher träfe ja noch zu "wer nicht mikroskopiert muss halt sequenzieren" ....

    Dein Satz einfach so zu lesen würde praktisch jeden vom mikroskopieren abhalten, weil es deiner Ansicht nach ja eh sinnlos ist wenn man nicht auch sequenzieren kann. Und das will ich so nicht stehen lassen! Makroskopie, Mikroskopie, Ökologie, Chemie, Chromatographie, Sequenzierung - alles hat seinen Stellenwert innerhalb der Pilzbestimmung.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo beli,


    ich kann Dir leider dazu nichts sagen. Scheidenstreiflinge sind schon mit Mikroskopie richtig schwierig, zumal die weißen Arten oft einfach nur helle Formen oder Albinos von eigentlich bräunlich oder grau gefärbten sind - manchmal aber auch nicht ....

    In Kroatien bin ich bisher auch mit der Bestimmung meist nicht klar gekommen, obwohl es diese hellen mit dem hohen Volva-Ansatz dort überall und in Menge gibt. Bei manchen Kollektionen bin ich mir recht sicher, dass es Amanita supravolvata ist. Bei anderen bin ich nicht sicher. Leider haben Neville & Poumarat mit ihrer Amanita pini da mehr für Verwirrung gesorgt als dass es die Sache erleichtert, meiner Meinung nach.


    Momentan kann ich nur empfehlen, diese hellen in Südeuropa entweder gar nicht erst mitzunehmen, oder wenn doch, dann sehr genau beschreiben, sehr genau mikroskopieren, und dann sequenzieren lassen.


    Kann gut sein, dass Christoph das anders sieht ;)


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    den hast Du richtig erkannt, das ist der Kastanienbraune Stielporling.


    Zum Speisewert kann ich nichts sagen, weil ich ihn nie versucht habe aufgrund seiner Zähigkeit, und es sind auch keine mir bekannten Berichte vorhanden.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo beli,

    Tricholomella constricta ist ein nitrophiler Pilz, der würde nicht auf einer ungedüngten Wiese wachsen, außer dass dort immer Hunde Gassi geführt werden. Außerdem passt die Größe nicht (T. constricta ist ein kleiner Pilz) und das Wachstum "in dichtem Hexenring" auch nicht.


    Das Sporenpulver hilft da nicht wirklich weiter, denn es wäre auch weiß, und ich bin ziemlich sicher dass es weißes Sporenpulver sein wird.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Wolfgang,


    ja, das Sporenpulver ist schon sehr dunkel, aber die Lamellen sind zu hell für einen echten Braunsporer, finde ich.

    Aber ich gebe zu dass Pholiota lenta auch was hat, der hat auch lange helle Lamellen ....


    LG, Andreas

    Hallo Matthias,


    nein, innerhalb der EU brauchst Du das CN22 nicht. Als Privatperson kannst Du das eh nicht nutzen, denn Briefe dürfen Privatpersonen nicht mehr ins Ausland schicken wenn sie was anderes als ausschließlich Dokumente beinhalten und Warensendungen sind generell nur für Gewerbekunden möglich.

    Du kannst alles was nicht Dokumente sind als Privatperson also ausschließlich per Päckchen/Paket verschicken, und dafür brauchst Du (bei Sendungen außerhalb der EU, also Schweiz, Großbritannien, Norwegen, und alles außerhalb Europa) das etwas umfangreichere CN23-Formular, wie es auch die Post verwendet. Gibts dort auch automatisch wenn Du mit deinem Paket dorthin gehst. Die einzutragenden Angaben sind in etwa dieselben wie oben dargestellt: Stückzahl, Wert, Zolltarifnummer, Ursprungsland.

    Bei einem Warenwert von >1000 Euro muss eine digitale Ausfuhranmeldung erfolgen, die aber nur jemand vornehmen kann der beim Zoll angemeldet ist.


    Solange Du also nur innerhalb der EU verschickst, ist alles problemlos.


    beste Grüße,

    Andreas