Beiträge von mollisia

    Hallo Raphael,


    doch, getrocknete Pilze ist die richtige Einordnung, die zugehörige Zolltarifnummer ist die 07123900.

    Ich kreuze dann "Geschenk" oder "Warenprobe" an und gebe einen fiktiven kleinen Wert an. Zu 99% wird das dann aufgrund des geringen Wertes nicht weiter zollamtlich behandelt. Und getrocknete Pilze sind ja nun nix schlimmes. Ein Problem ist wenn Du lebende Kulturen verschicken willst, die darfst Du niemals so deklarieren, sonst werden sie unweigerlich an der Grenze oder spätestens an der Uni abgefangen und vorsorglich vernichtet ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    als Amanita ceciliae hatte ich auch zuerst gedacht, vor allem wegen der üppigen Hüllreste. Ich halte das für die Wahrscheinlichste Idee, auch wenn es andere große Scheidenstreiflinge mit brüchigem Velum gäbe. Z.B. Amanita malleata agg.. Jung sind alle diese Arten oft noch hell oder gar weiß, und Albinos gibt es vermutlich auch von den meisten Arten.

    Amanita citrina wäre m.E. zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber die Riefung ist doch sehr deutlich, grob und lang - irgendwie nicht "citrina-like". Auf meinem Bildschirm habe ich keinerlei gelben Reflexe im Foto, und auch die Hüllreste sehen nicht so recht nach citrina aus.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Michl,


    ich habe selbst keine Tipps, aber frag doch mal bei Cathrin Manz (PhD-Studentin, Uni Frankfurt) nach, ich meine mich zu erinnern dass sie als Bachelorarbeit etwas über das Wachstumsverhalten von Austernseitlingskulturen gemacht hat. Ihre Mailadresse lässt sich bestimmt googeln, oder Du kontaktierst sie über ResearchGate.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    Phaeomarasmius erinaceus, ja.

    Die Art wächst gerne an Weiden (Strauchweiden) und an Rosensträuchern in Hecken, vor allem auf Ästen die noch im Luftraum hängen. Da sie so klein sind werden die Fruchtkörper sicherlich auch öfters übersehen, zumal eh wenige im Rosengebüsch rumkriechen.

    Wer mal wirklich deutlich inkrustierte Huthauthyphen sehen will sollte sich mal ein Hutschüppchen in Wasser unters Mikroskop legen :)


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Lukas,


    ich würde viel auf Peziza micropus wetten. Aber letztlich wird nur die Mikroskopie beweisen, was es wirklich ist.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    mit dieser ausgeprägten Hutrandriefung kommt eigentlich nur ein Scheidenstreifling in Frage, aber welcher das hätte werden können kann ich nicht mal näherungsweise raten. Es könnte eventuell auch eine andere Amanita sein, aber wie gesagt, die starke Hutriefung deutet auf Scheidenstreifling hin.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Raphael,


    ich würde einfach die ITS machen lassen, am besten gleich auch rückwärts. Damit kannst Du dann in GenBank oder so blasten, also vergleichen, und bekommst die 100 oder wahlweise auch 250 nächstähnlichen Treffer angezeigt. Damit ist in den meisten Fällen eigentlich die Gattung klar, gelegentlich auch schon die Art. Immer unter der Voraussetzung, dass die Treffer-Sequenzen auch richtig bestimmt sind ....

    Viel mehr kann man damit auf die Schnelle erst mal nicht machen, aber manchmal juckt es mich einfach zu sehr, dass ich nicht weiß welche Gattung eine Kollektion sein soll. Wenn sich dann dabei herausstellt, dass die Gattung klar ist, aber keine Art hinreichend identisch ist, dann könnte es sich lohnen sich mit dem Fund und dem nächstverwandten Artenspektrum mal intensiver auseinanderzusetzen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Tomas,


    ich hatte das ernst gemeint, ich mag Steinpilze am liebsten jung in Scheiben geschnitten, mit Öl bepinselt und dann auf dem Backblech kross gebraten. Gleichzeitig wollte ich zum Ausdruck bringen, dass ich das nicht für einen Gallenröhrling halte.


    LG, Andreas

    Hallo,


    ja, auf jeden Fall ein Helmling.

    Vermutlich einer der Nitrat-Helmlinge (M. silvae-nigrae oder M. leptocephala) oder Mycena abramsii. Aber das liese sich nur mikroskopisch verifizieren.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Raphael,


    du könntest ein Stückchen zum Sequenzieren schicken, dann dürfte wenigstens die Gattung klar(er) sein nachher.

    Obwohl - letztes Jahr hatte ich im Hunsrück einen LBM bei dem ich keine Ahnung von der Gattung habe, auch nach dem Sequenzieren nicht ...... Aber ein Versuch wärs wert.

    Solltest Du die Kosten scheuen, würde ich die übernehmen, wenn ich ein Pilzchen als Beleg haben kann dann.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    hmm, also makroskopisch wäre mir da der Hut zu glatt. Der scheint mir bis zum Rand hin nicht schuppig zu sein, und nur witterungsbedingt so aufgebrochen. Ansonsten ist den Bildern ja nicht viel zu entnehmen, und die Mikromerkmale finde ich auch eher banal und auf wahrscheinlich etliche Risspilze zutreffend.

    Insofern kann natürlich sein, es spricht nichts wirklich dagegen (außer der glatten Hutoberfläche), aber auch nichts zwingend dafür, meiner Ansicht nach.


    Anbei Bilder einer Kollektion von I. furfurea aus Jena, hier noch als rufotacta beschriftet.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Bernd,


    aufgrund der Größe und des einzelnen Wachstums hätte ich den auch als P. violaceonigra bestimmt. Hatte ich zwei mal im Rheintal vor 25 Jahren, im Auenwald auf fast nacktem Boden, auf gelegentlich im Frühjahr überflutetem Boden, kurz nachdem das Wasser wieder abgeflossen war.


    P. pseudosuccosa ist kleiner und wächst immer (?) gesellig - aber ob das konstant ist und ausreicht für eine sichere makroskopische Trennung ?! ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    danke an Pablo für die schönen Bilder von cornucopiae. Der tief genabelte "tütenförmige" Hut ist auch gut zu erkennen, den ich für ein durchaus wichtiges Merkmal halte, neben den starken anastomosierenden Rippen. Letzteres kann der Austernseitling am Stielansatz aber auch haben, doch nie so stark ausgeprägt und herablaufend.


    Die Sulfovanillin-Reaktion, die Pablo da zeigt, ist meiner Erfahrung nach unbrauchbar, weil sie nach meinen Versuchen davon abzuhängen scheint, wieviel Vanillin in der Lösung ist. Wenn man dasselbe Hutstück an einer anderen Stelle anschneidet und in denselben Sulfovanillin-Tropfen nochmals eintaucht, dann wird die Reaktion blasser. Gebe ich nochmals etwas Vanillin in denselben Tropfen, dann wird das neuerliche Eintauchen mit einer frischen Schnittstelle wieder stärker.


    Ostreatus und pulmonarius immer sauber zu trennen halte ich auch für schwierig. Aber wenn sie typisch vorliegen ist es eigentlich kein Problem.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,

    P.S: Bei der Hybride war ich etwas vorschnell kommt wohl auch auf die Form an ich ergänze mal ein Bild von der Orchis x hybrida aus Nordostthüringen vom Wochenende

    am einfachsten ist die Hybride Orchis x hybrida am Helm zu erkennen, der rotviolett ist. Bei militaris ist er weiß, bei purpurea violettbraun.

    x hybrida ist die wohl häufigste Orchis-Hybride und fast überall vorkommend wo sich die beiden Arten begegnen.

    Wer am Kaiserstuhl oder am Ebringer Berg in der Gegend von Freiburg (Breisgau) Orchideen sucht, der wird gelegentlich noch dazu das Affenknabenkraut (Orchis simia) finden können. Das ist die dritte im Bunde und macht mit beiden Arten ebenfalls Hybriden, teilweise sogar Triple-Bastarde dann, weil die Hybriden ebenfalls fertil sind. Orchis simia hat noch dünnere Ärmchen aös O. militaris, ist aber vor allem gut daran zu erkennen, dass der Blütenstand von oben her aufblüht und nicht wie sonst üblich von unter her. Daran kann man dann auch die Hybriden gut erkennen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Bernd,

    um in einem langen Thread auf ein bestimmtes Posting hinzuweisen, werden alle Postings durchnummeriert. Die Nummer steht rechts oben in jedem Posting. Dein letztes hatte also die Nummer 47 ("#47"), meines gerade demzufolge die Nummer 48. Das kann manchmal nützlich sein, z.B. wenn man sich auf ein Bild beziehen will in einem längeren Thread indem verschiedene Leute verschiedene Bilder posten.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Bernd,


    ich bin mir Deiner Expertise voll im Klaren und widerspreche nur ungern, weil Du im Mikroskopieren sicherlich noch mehr Erfahrung hast als ich. Aber die Hypothese der Zweierpacks auszuschließen, weil man das auf den Basidien nicht sieht, halte ich für etwas zu kategorisch. Bei den Arten, die Sporen teilweise in Tetraden abgeben habe ich das auch noch nie auf der Basidie selbst beobachten können. Und es handelt sich ja auch immer nur um einen kleinen Teil von Sporen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Christoph,

    Ein Perispore ist per Definition eine Hülle außerhalb der eigentlichen Sporenwand, und das kann ich hier einfach nicht erkennen. Aber wo nun genau die Grenze zwischen einem echten Perispor liegt zu einer sich blasig abhebenden Sporenwand die aber kein echtes Perispor ist, das bin ich überfragt. Ultrastrukturell sicherlich nachweisbar, aber jetzt so für unsere Praxis?

    Servus Andreas,


    Dass das Perispor (und dann auch das Ektospor) nicht zur Sporenwand gehören, kenne ich so nicht. Du schreibst per definitionem - hast du eine Quelle dafür?

    KIRK et al. (2010): Dictionary of Fungi, 10th edition (auch in den früheren Ausgaben so enthalten)

    Zitat: "perispore (perisporium), sheath outside the true spore wall"


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    also Athelia kommt wegen des Aufbaus nicht in Frage meiner Ansicht nach.

    Diese dünneren Hyphenende oder was würde ich auch nicht als Zystiden ansehen, vermutlich sind sie belanglos.

    Und ob die Basidien wirklich keine Schnallen haben würde ich nochmal überprüfen.


    Ich könnte mir Sistotremastrum niveocremeum vorstellen, aber das ist nur ein vager Verdacht.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Ingo,


    deswegen solltest Du nicht frustiriert sein. Ohne Exsikkatmaterial gehts einfach nicht, man kann nicht alles selber frisch finden.

    Arbeiten mit Herbarmaterial ist immer nicht so schön wie Frischmaterial, in manchen Fällen hat man auch deutlich weniger Merkmale zur Verfügung. Elemente quellen nicht immer wieder so auf wie sie frisch waren, Zystiden wollen sich nicht finden lassen usw. Alles bissel anstrengender, aber kein Grund zur Verzweiflung. Und manchmal sogar schöner: Versuche mal durch einen frischen Fruchtkörper vom Judasohr einen guten Schnitt zu machen .... - plötzlich wirst Du Trockenmaterial zu schätzen wissen *ggg*


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich halte das auch für Austern-Seitling - für Lungenseitling ist er mir eher zu kräftig.


    Meine Ansicht über den Rillstieligen ist, dass das ein sehr seltener Pilz aus dem Auwald ist, gerne auf Ulme, mit eher tütenförmigem Hut. Und ich denke dass die meisten Fundmeldungen von Rillstieligem Seitling sich auf Austernseitlinge mit anastomosierendem Lamellenansatz beziehen. Es kann aber gut sein, dass meine Artauffassung von P. cornucopiae zu eng ist.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    bei einigen dieser Sporengebilden sieht man meiner Ansicht nach recht eindeutig, dass es sich um zwei zusammengeklebte Sporen handelt. Das wiederum ist ein nicht so verwunderliches Phänomen, denn es gibt etliche Arten von Trichterlingen und auch anderen Arten (manche Corticiaceen z.B.), bei denen das Vorkommen von Sporentetraden gar als Artmerkmal gilt. Hier sind es natürlich keine Tetraden, sondern Paare, denn der Pilz ist ja zweisporig und nicht viersporig.

    Insofern könnten die von mir als Sporen mit herausquellendem Inhalt gedeuteten Gebilde in Wirklichkeit dann doch zwei Sporen sein. Da Sporen ja nicht unbedingt völlig gleichzeitig auf allen vier (zwei) Sterigmen einer Basidie reifen, könnte ich mir vorstellen, dass das zusammenkleben beider Sporen schon in einem relativ frühen Stadium der Sporenentwicklung stattfindet und dann die schneller wachsende Spore die kleiner praktisch vom Sterigmum abreißt. Damit hätte man dann ein Sporenpaar aus unterschiedlich großen/reifen Sporen. Vielleicht kann sich die Sporenwand auch auflösen/verbinden wenn zwei Sporen so gedrängt aneinander sitzen?


    Dass man keine Übergänge zwischen geschäumtem Inhalt und homogenem großen Tropfen findet, halte ich für normal. Solche Übergänge habe ich noch nie bewusst wahrgenommen, habe da allerdings auch noch nie gezielt drauf geachtet. Da bei Basidiomyceten die Unterschiede zwischen vitalen und toten Sporen nicht bestimmungsrelevant sind (oder zu sein scheinen ... ?!) hielt ich das nicht für notwendig.


    Ich glaube auch weiterhin, dass für die Artbestimmung dieser Kollektion all diese Sporenpaare irrelevant sind.


    beste Grüße,

    Andreas