Beiträge von Helmut

    Servus,

    diesmal bereitet mir eine Galerina Kopfzerbrechen, die ich Sommer 2025 in einer Kiefern-Moorwald in Sphagnum-Polstern gefunden habe. Mit keinem der mir zur Verfügung stehenden Schlüsseln ist eine Bestimmung gelungen. Hier die Beschreibung:

    Hut bis ca. 20 mm breit, ansonsten siehe Foto, Geruch unauffällig

    Mikro-Befund vom Quetschpräparat vom Exsikkat in KOH 3%: Sporen (n=30) 8,0-10,5 x 5,0-6,0 µm, im Schnitt 9,4 x 5,5 µm, Q = 1,6-1,8, im Schnitt 1,72, elliptisch-amygdaloid, fein warzig, ohne deutlichen Keimporus, nicht dextrinoid; Basidien 4-sporig; Cheilozystiden (n=20) 31-42 (48) x 7,0-14,0 x 3,0-6,0 µm (Länge x Bauchbreite x Kopf), mit langem Halsteil und abgesetztem Köpfchen sowie breiterem Bauch; Kaulozystiden ähnlich den Cheilozystiden, am Bauch meist schlanker und mit deutlicher abgesetztem Köpfchen; Schnallen z. T. vorhanden (nicht an jeder Septe)

    Anbei die Fotos.

    Gruß Helmut


    Standort-Foto


    Cheilozystiden


    Kaulozystiden in Kongorot-Ammoniak


    Sporen in KOH 3%

    Liebe Freunde der Schleimköpfe,

    an einer hübschen Phlegmacie habe ich mir beim Bestimmen die Zähne ausgebissen. Sie wuchs im Karwendelgebirge auf ca. 1200 m in einem Bergwald mit Fichte, Lärche, Tanne und Buche über Kalk.

    Die Sporen messen 9,5-11,5 (12,0) x (5,7) 6,0-7,3 µm, im Schnitt 10,6 x 6,5 µm, der Quotient liegt bei 1,62 im Schnitt (1,45-1,78), zitronenförmig, deutlich warzig. Die KOH-Reaktion war am Hut rosarötlich, sonst negativ.

    Der Schlüsselweg in "Funga Nordica":

    • Stiel nicht knollig, Lamellen blau, Hut glatt und kaum eingewachsen faserig, KOH im Fleisch negativ à Key H (p. 818)
    • Fleisch ist blau, fleckt aber nicht violett bei Verletzung, keine ockerlichen bis braunen wolligen Bänder am Stiel, Sporen im Schnitt über 9,5 µm lang (Schlüsselpunkt 20)
    • 20a: Recht blasse Hutfarben (-21 bis 24), violette Lam. führen zu C. argenteolilacinus in Schlüssel C! Unpassend!?
    • 20b: Blass gelbliche Hutfarben (ab 25), Stielbreite > 2 cm, aber Sp. kleiner 14-17 µm (à 26), im Nadelwald und Hut selten mit Velumresten (-27 bis 31), da passt aber keine der Hutfarben [also alternativ Laubwald und Hut häufig mit Velumflecken --> ab 32],
    • 32: Sporenschnitt > oder < 11 x 6,5 µm im Schnitt? à enden beide im Nichts!

    Wo bin ich falsch abgebogen?

    Danke im Voraus!

    Helmut

    Servus beinand,

    gleich noch eine "UMO"-Altlast vom 18.10.1995, gefunden in meinem Archiv. Laut Aufzeichnungen habe ich auch ein Exsikkat angelegt von dieser Cantharellus-Art. Ich konnte allerdings bis heute keine Pfifferlings-Art in der Literatur finden mit braunem Filzhut und ansonsten eher blass gelben Farben. Ein Schwärzen oder Bräunen war nicht zu beobachten, allenfalls ein leicht bräunlicher Ton an den Leisten. Standort: Unter Fichte und Kiefer in Mischforst über Kalk, Osthang an der Naab.

    Gruß Helmut


    Liebe Röhrlingsfreunde,

    bei der Revision meines Bilderarchivs ist mir ein Filzröhrling von Mitte Juli 1990 untergekommen, den ich damals nicht bestimmen konnte. Aber auch heute gibt er mir Rätsel auf: Hut gelb, Stiel unten rosa, oben gelblich und runzelig, Fleisch im Stiel unten rosa, oben schwach gelblich, im Hut leicht blauend mit einer dunkel weinroten Linie unter der Huthaut. Die Kombination all dieser Merkmale passt weder zu X. subtomentosus noch zu X. chrysonemus so richtig. Standort: Unter Eiche auf xerothermem Kalkboden. Ich tendiere zu X. chrysonemus, denn der soll einen gelben Hut haben, aber die rosa Stiel- und Fleischfarben sind so nicht beschrieben. Was meint Ihr?

    Gruß Helmut

    P. S.: Ein Exsikkat ist vorhanden




    Danke Ria für die hilfreichen Links! Allerdings habe ich weiterhin das Problem, dass die Merkmale nicht zusammenpassen: Die Größe der Endoperidie ("Spore-Ball") liegt im Schlüssel mit ca. 10-15 mm genau zwischen den Arten, die Ökologie (geschlossener schattiger Wald) spricht eindeutig für berkeleyi, die Sporengröße (ohne Ornament) liegt mit 5,1-5,2 µm im Schnitt weit über berkeleyi, aber sogar noch über pseudostriatum. Da kommt man dann ins Spekulieren (2-sp. Basidien?, "molekulare" Ergebnisse (ITS?) zuverlässig?, noch eine unbeschriebene Art? etc.). Da beide "Arten" selten sind, ist eine Absicherung über eine größere Menge an Kollektionen schwierig.

    Gruß Helmut

    Moin Brummel, mir hat es letztens auch in den Pfoten gejuckt.



    Trotz des seltsamen Namens verdammt lecker und zudem völlig wutzfrei.

    Genial, "söderisiert"! Darf man das verbreiten?

    Gruß Helmut

    Servus Forumisten,

    nochmal zum Schwammerl: Das Foto von unten erinnert mich an einen Vertreter der Sacchariolens-Gruppe der Gattung Hebeloma. Das ist übrigens eine Gruppe von Fälblingen, die intensiv "parfümiert" riechen, also nicht rettich- oder kakaoartig. Das müsste aber beim Sammeln aufgefallen sein. Die Erscheinungszeit Mitte März ist allerdings schon sehr ungewöhnlich!

    Gruß Helmut

    Servus beinand,

    aufgrund der Nachprüfung einer Kollektion von G. berkeleyi aus 2020 im Großraum Regensburg reaktiviere ich mal das Thema hier. Die Sporen waren nämlich fast genau 5 µm im Schnitt: 4,8-5,5 (5,8) µm, im Schnitt 5,2 x 5,1 µm. Dafür habe ich in der Funga Nordica einen Hinweis auf G. pseudostriatum als "kleinere Form" von G. berkeleyi gefunden, die auf kalkhaltigemSandboden im Offenland zu finden sei: "Open grazed ground on sandy calcarous soils ...". Für G. berkeleyi sind Nadel- oder Laubwälder auf Kalk genannt. Da mein Fund aus einem Fichtenforst mit eingestreuten Kiefern und Buchen auf Kalkboden stammt, bleibe ich beim Namen G. berkeleyi. In der mir zur Verfügung stehenden Literatur finden sich die beiden Arten nur als Synonym. Falls jemand aktuelle Spezialliteratur dazu hat oder die Originalbeschreibungen, wäre ich für eine Bestätigung oder einen Widerspruch dankbar.

    Gruß Helmut


    12,5 Teilstriche auf der Skala entsprechen 10 µm

    Servus,

    ich möchte mal gerne den Fokus noch auf die Ökologie legen. Was wachsen denn direkt daneben noch für Pilzarten?

    Ich habe einen Standort unter alten Eichen (breiter Grünstreifen am Straßenrand) auf lehmigem, neutralem bis leicht basischem Boden, an dem ich seit den 1990er Jahren immer wieder einen Hexenröhrling mit sehr kleinen Flöckchen am Stiel finde, manchmal wirkt der Stiel fast glatt. Irritiert hat mich aber schon immer die Begleitfunga: Netzstieliger Hexenröhrling, Wurzelnder Bitterröhrling, Anhängselröhrling, Rauer Wulstling, Schwachfleckender Täubling (R. persicolor) und zahlreiche andere kalkliebende Arten verschiedener Gattungen. Den echten "Flocki" finde ich hingegen nur auf sauren Böden in Nadel- und Mischforsten, vor allem im ostbayerischen Grenzgebirge und dessen Ausläufern.

    "Mein" xanthopus der Kollektion vom 05.08.1998 (siehe auch Foto) weist Sporen auf von (11,3) 12,0-15,5 x (4,0) 4,5-5,3 µm, Av. 14,08 x 4,75 µm, Q=2,6-3,4, QAv=2,97 (n=30).

    Fotos von 1998 und 2018 hänge ich an.

    Gruß

    Helmut




    Hallo Beli,

    wenn es ein Albino des"normalen" Eierschwammerls ist, dann hat das keinen eigenen Namen, sindern ist einfach eine albinotische Form von C. cibarius.

    Albinos haben aber im Normalfall überhaupt keine Pigmente, und auf Deinen Fotos scheinen doch schwach gelbliche Töne durchzuschimmern, sofern es keine Farbverfälschungen sind. Interessant wäre hier auch die Sporenpulverfarbe: Die müsste bei C. cibarius gelblich sein, bei einem Albino aber rein weiß.

    Gruß Helmut

    Servus,

    makroskopisch und ökologisch m. E. eher I. grammata. I. grammatoides ist ein Pilz saurer, vor allem sandiger Böden, gerne bei Weiden, Erlen (mit Kiefern und Birken). In meinen Sammelgebieten ist I. grammatoides zerstreut, I. grammata selten (nur eine Kollektion aus einer Parkanlage, aber auch auf saurem Boden). Schöner Fund!

    Gruß Helmut

    Servus Cognacmeister,

    also typisch sehen die gar nicht aus für T. albobrunneum und auch das Biotop passt eher nicht. Was bewegt Dich zu dieser Annahme? Waren da auch andere Bäume, evt. ein wenig weiter weg?

    Gruß Helmut

    Servus,

    T. acerbum wächst im "besseren" Laubwald auf Kalk, T. roseoacerbum auf sauren Böden. Mir ist letzterer leider erst einmal begegnet (Exsikkat vorhanden), und das war im Oktober 2009 in einem Mischwald mit Kiefern auf saurem, trockenem Sandboden im Bayerischen Wald.

    Leider ist der Fund nicht in Pilz-Deutschland.de gemeldet, da damals noch als "cf." bestimmt.

    Gruß Helmut



    Servus,

    zu "meiner" Zeit (1980er Jahre) musste ich noch von der Oberpfalz bis in den Schwarzwald fahren für die Prüfung. Ich war noch in Ausbildung, hatte kaum Geld und habe vor der Prüfung dann nur 2 Tage am Seminar teilgenommen, um auch die dortige Funga kennen zu lernen. Übernachtet habe ich im alten VW-Bus (nahe null Grad - brrr!). Mehr sog i ned!

    Gruß Helmut

    Kuhröhrlinge - also sauer. Aber die Reizker auf diesen Bildern verfärben überhaupt nicht so weinrot wie die Schnipsel auf Deinen ersten Fotos! Die sehen jetzt eher aus wie L. deliciosus. Bist Du sicher, dass die exakt auf dem selben Fleck wachsen wie die ersten?

    Gruß Helmut

    Servus,

    L. sanguifluus hat auch einen deutlichen weinroten Ton in den Lamellen (siehe 1. Foto im Anhang), der von Stefan "undsonstso" hier hat anfangs orange, also wohl L. semisanguifluus (siehe 2. Foto).

    Gruß Helmut


    Servus, bei mir im Ort wächst radicans auch unter Eiche in einem Grünstreifen am Straßenrand, wo ich ihn seit 1998 beobachte (zusammen mit anderen interessanten Arten wie Boletus xanthopus oder B. appendiculatus (ja, bei mir heißen die alle noch Boletus :-)). Vereinzelt waren da auch leicht rosahütige dabei, aber mit brauner Subcutis, wie hier vom 03.08.2014.

    Gruß Helmut

    Hallo Phillip,

    die Bestimmung erfolgte nach der Monografie von Beker, Eberhard & Vesterholt (Fungi Europaei 2016), und da spielen die Mikromerkmale eine wesentliche Rolle. Da steht auch, dass der Stiel und die Lamellen von H. fusisporum schwärzen "können". Ein Exsikkat aus meinem Garten von 2014 hat komplett schwarze Stiele, aber keine schwarzen Lamellen.

    Da gibt's aber noch weitere Arten in der sacchariolens-Gruppe. Funde sind halt wohl "mikroskopierpflichtig".

    Gruß Helmut