Die Artfeststellung, ist die ultimative Grundlage zur Beurteilung der Gefährdungslage und der daraus sich ergebenden
Einleitung notwendiger Gegenmaßnahmen bzw. auch auf den Verzicht auf Selbige.
Hallo Mischa,
da hast Du prinzipiell natürlich vollkommen recht.
Im konkreten Fall haben wir ein "Aber"! Eine genaue Feststellung der Art wird schwierig sein, solange man nicht auch eine Reihe von Fruchtkörpern in verschiedenen Altersstufen vorlegt. Man weiß um das Herumgeeiere bei der Hallimaschbestimmung hier im Forum, im Expertenkreis dürfte es nicht besser sein, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Das Problem ist, dass m.W. keine signifikanten Unterschiede im mikroskopischen Bereich auszumachen sind, sodass eine Bestimmung im Grunde nur auf makroskopischer Ebene zu machen ist. Es sei denn man sequenziert...
Des Weiteren kommt hinzu, dass die toxischen Wirkungen einzelner Hallimasch-Arten noch gar nicht geklärt sind, wahrscheinlich auch wegen der Schwierigkeit bei der Trennung der Arten. Flammer führt in seinem Giftpilze-Buch (2014) nur mellea und ostoyae auf und schreibt dazu: "Über den Biochemismus der verschiedenen Hallimasche ist nichts Konkretes bekannt". Ob es neuere Erkenntnisse gibt, kann ich nicht sagen, mir ist auf jeden Fall nichts bekannt.
Wenn man also schon nichts Genaues über die Wirkung spezieller Hallimasch-Arten auf den Mensch weiß, desto weniger weiß man natürlich über die Wirkung auf irgendwelche Tiere. Der Mythos, dass H. für Schweine giftig sein soll, taucht in älterer Pilzliteratur auf. In MHK, Handbuch für Pilzfreunde wird das zumindest mit "?" erwähnt.
Ob im vorliegenden Fall eine Beurteilung der Gefährdungslage tatsächlich möglich ist, halte ich (dann schon wieder mal) aufgrund der Kenntnislage für zweifelhaft. Ich bin auf irgendwelche Ergebnisse gespannt...
Beste Grüße
Harald