Mehr interessantes von der Wiese

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 376 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von kruenta.

  • Moin,


    eigentlich wollte ich nur kurz nach der verzweigten weißen Clavaria/Clavulinopsis gucken ...


    Im Gestrüpp der Wiese gab es dann unter anderem

    1) eine gestielte sehr schlanke sattgelbe Keule, vielleicht in Richtung Clavaria flavipes oder Clavaria flavostellifera, die 2015 beschrieben wurde. Die scheinen erst zu kommen, aktuell sehr winzig und schwer ranzukommen, ohne die zu beschädigen. Beim nächsten Termin muss die Pinzette mit.



    2) eine braune Zunge, bei der ich zunächst auch braune Korallen/Keulen in Betracht gezogen hab, da die Abgrenzung von Löffel zu Stiel in der Form gar nicht passiert und in der Farbe nur sehr schwach, bei guter Beleuchtung. Gesehen habe ich zunächst nur die weißen (alt, jung oder schimmelig?) Exemplare

    Dazwischen eins ohne weiß

    und nach einigem Suchen noch ein großes Exemplar

    beim Ausgraben ist es aber trotzdem abgebrochen, hier die Bruchstelle

    hier sieht man endlich den Farbunterschied zwischen Löffel und Stiel

    Ach ja, der Hotspot mit den meisten Arten ist dieses Cluster aus (mit) Sandreitgras. Da sind aktuell vielleicht 15 CHEG auf ~150 m2 anzutreffen.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd

    Ein sehr schönes Habitat und wahrscheinlich ziemlich unberührt, auf jeden Fall findest du dort interessante Funde. BG Andy

  • Hallo Andy, gerade diese Wiese fällt eigentlich nicht unter unberührt. Die wurde zu Sowjetzeiten "melioriert" - also trockengelegt mit Tonrohren aller 15 m und einem Graben am Rand. Eigentlich gab es da nicht so viel zum trockenlegen, der Flecken mit Torf ist nicht groß. Da wo die Rohre verlegt sind ist der Boden natürlich vermauschelt und der Wuchs ist üppiger, insbesondere Schachtelhalme. Dann Kulturwiese. Erst seit den frühen 90ern wieder extensiv genutzt als Wiese/Weide. Gerade deswegen erstaunt es mich ja, dass die in Sachen Pilze so viel hergibt. Bei CHEGD bin ich so um 34 Arten, für die es mindestens einen Arbeitsnamen gibt.


    Deutlich natürlicher geht es im benachbarten Moor zu Hochmoor, Inseln im Moor und Schwingrasen


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,

    bei dem gelben Keulchen denke ich eher an Clavulinopsis laeticolor. Clavaria flavipes ist viel blasser und nur im Fleisch und am Stiel gelb, aber ohne Mikros kann man nie sicher sein.
    Die dunkle Keule ist sehr wahrscheinlich in der Gattung Geoglossum zu suchen. Erdzungen sind häufig von Hypomyces papulasporae befallen aber beides geht auch nur mikroskopisch.

    LG Karl

  • Hallo Karl, vielen Dank, eine Hypomyces, klingt plausibel.


    Aus der auch sehr ergiebigen Saison von vor zwei Jahren hatte ich etliche Belege von Erdzungen an Kucera geschickt. Davon war ein Einzelexemplar (ohne Foto) von etwa +/- 10 m der gleichen Stelle wie der heutige Fund. Dazu schrieb Kucera

    "

    But the second specimen is not G. umbratile.

    Your species has spores with 0, 7, 8, 9 septa and G. umbratile has usualy regular 7 septa.

    I don't know what is it. I think it is one member from Geoglossum fallax group. This group today counts cca 5 undescribed and not recognised taxa.

    "


    Dazu könnte dieses Exemplar gehören. Ob er da was hat sequenziert weiß ich aber nicht. Müsste ich mal nachhaken. Er hatte ja auch um weitere Exemplare gebeten.


    LG, Bernd