Beiträge von EmilS

    Hallo Anke,


    das ist Leucoagaricus leucothites, Rosablättriger Egerlingsschirmling. Häufige Pilzart, momentan besonders. Gefühlt jeder zweite angefragte Pilz. ;)

    Viele Grüße,

    Emil

    Liebe Pilzfreunde,


    könnt ihr mir bei folgendem Fund helfen? Fundort Südtirol im Bergfichtenwald, vereinzelt Buche, Kiefer und Birke. Leider keine Möglichkeit zur Mitnahme oder Mikroskopie.

    An der Basis zusammengewachsen, sehr angenehmer Geruch (parfümiert, Leder, Holz). Geschmack mild. Fleisch weißlich und ungezont. Ziemlich groß, 10-15 cm.

    Ich dachte an Bankera violascens, aber bin unsicher, ob das passt. Mich irritieren die blassen Orangetöne.


    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo,


    dem Pablo kann man schon glauben. ;)
    Die Ziegenlippe kann man hier ausschließen, sehr wahrscheinlich ist das Hortiboletus engelii (Eichen-Filzröhrling).

    Für Röhrlinge, insbesondere die Filzröhrlinge im weiteren Sinn, ist folgender Schlüssel empfehlenswert: >Schlüssel<

    Man muss sich reinarbeiten, aber er ist sehr hilfreich und je mehr man sich damit befasst, desto besser wird man, wie überall.


    Viele Grüße,

    Emil

    Liebe Pilzfreunde,


    hier noch mal zwei Kremplinge, vielleicht kann Christoph mal drüber schauen ;) , sonst eher zum Zeigen.


    1) Paxillus cuprinus

    Einzelexemplar. Spielplatz, Wiese mit Birken und Buchen. Sporenpulver mit kupferrotem Ton. Sporen leicht mandelförmig (ungleichmäßig zugespitzter Apiculus).


    2) Paxillus rubicundulus s. l.

    Hier fände ich mal eine ungefähre Einordnung interessant, da ich leider keinen Zugriff auf die entsprechende Literatur (zu P. olivellus und P. adelphus) habe.


    Viele Grüße,
    Emil

    Hallo Peter,


    das ist ja wirklich eine schöne Kollektion. Wären die Merkmale immer so deutlich, würde die Abgrenzung dieser Art sicherlich weniger Probleme machen.


    Viele Grüße,
    Emil

    Hallo Schupfnudel,


    den Tintling kannst du mit Coprinopsis insignis (Großer Rausportintling) vergleichen, der sollte aber keinen "knotigen" Stiel haben. Sonst bleibt da nicht mehr viel Anderes als C. atramentaria (/romagnesiana).

    Viele Grüße,
    Emil

    Hallo Rudi,


    dein Ausreißer (3) ist Rheubarbariboletus armeniacus (Aprikosenfarbener Filzröhrling). Typischer könnte der kaum sein mit der kräftigen Goldgelbfärbung im Stiel, dem darüber waagerecht abgesetzten Blauen, der rötlichen Hutfarbe (?), dem leicht wurzelnden Stiel und der gelben Stielspitze mit rot pusteligem Stiel darunter.


    Der Rest sollte Hortiboletus engelii sein, eine recht variable Art.

    Viele Grüße,
    Emil

    Hallo Pablo,


    okay, ich danke dir. Ich hatte das jetzt so verstanden, dass das Taxon "T. inocyboides" ungültig ist und "T. inocybeoides" eine Varietät, bzw. Forma von T. argyraceum. Zumindest laut Gröger, GroPiBaWü... Aber wenn es genetisch gestützt ist, muss das ja falsch sein?

    Viele Grüße,

    Emil

    Pilz Nr. 1 ist eine klare Inocybe. Tricholoma inocybeoides hätte zwar manchmal rosaliche, aber niemals gelbliche Töne (und natürlich weißes statt dunkles Sporenpulver). Es ist ein Pilz mit obligatorischer Birken-Mykorrhiza, also nie ohne Birke zu finden.


    Hallo Oehrling,


    gilt T. inocybeoides als eigene Art? Soweit ich weiß, ist sie als Varietät von T. argyraceum zu betrachten. Umso bemerkenswerter, wenn sie sich dennoch im Gilben und der Ökologie unterscheiden sollte.

    Viele Grüße,

    Emil

    Randnotiz:

    Amanita solitaria ist stark giftig (enthält ein Nierentoxin, das Smithiana-Toxin). In den Funghi Italiana steht er leider immer noch als essbar drin...


    Hallo Christoph,


    das ist interessant, steht leider fast nirgends. Hast du da zufällig eine Quelle oder gab es nachgewiesene Vergiftungsfälle mit der Art?

    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo Grafei,


    ich würde so aus der Ferne (die Bilder sind leider etwas klein und weit weg) deinen Parasol Macrolepiota procera f. fuliginosa (Dunkler Parasol) nennen wollen und deinen Unbekannten Macrolepiota rhodosperma (Sternschuppiger Riesenschirmling).

    Viele Grüße,

    Emil

    Hallo zusammen,


    Ich möchte mal etwas zur äußeren Systematik der Pilze schreiben (also mit anderen Worten zur allgemeinen Systematik der Lebewesen). Ich habe mich schon öfter gefragt, wie das verwandtschaftlich alles zusammenhängt, wie das ist mit den Reichen (Tiere, Pflanzen, Pilze, ?...), wo die Schleimpilze hin gehören und so weiter. Bestimmt geht das nicht nur mir so. Ich habe es recht einfach gehalten, aber die neuesten Erkenntnisse sind schon sehr kompliziert und etwas Durchblick zu erlangen langwierig und diffus; aber sehr interessant.


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    Die höchste Klassifizierungskategorie der Lebewesen ist die Domäne. Domänen gibt es drei Stück: Bakterien, Archeen und Eukaryoten.



    Während die Bakterien und Archeen sich weiter in Stämme (Phyla) unterteilen lassen, ließen sich die Eukaryoten (diese Domäne umfasst alle Lebewesen mit einem Zellkern) früher in Reiche unterteilen. Diese Einteilung ist allerdings veraltet und die Reiche wurden durch sogenannte Kronen- und Supergruppen abgelöst (die Supergruppe ist der Kronengruppe hierbei untergeordnet):


    Kronengruppe Amorphea:

    Supergruppen Amoebozoa (Einzeller, darunter Amöben und Schleimpilze) und Ophistokonta (z. B. Tiere und Pilze).


    Kronengruppe Diaphoretickes:

    Supergruppen Sar (z. B. Braunalgen, Dinoflagellaten, Wimperntierchen, Strahlentierchen, Kieselalgen und Falscher Mehltau) und Archaeplastida (z. B. Pflanzen, Rotalgen).


    Keiner Kronengruppe zugeordnet:

    Supergruppe Excavata (einzellige Organismen mit Geißeln).



    Hieraus ergeben sich schon mal interessante Erkenntnisse:

    - Während sich die Tiere und Pilze systematisch zur Supergruppe Opisthokonta zusammenfassen lassen, gehören die Schleimpilze zur Supergruppe der Amoebozoa. Daraus ergibt sich der überaus interessante Fakt, dass wir Menschen näher mit den Pilzen verwandt sind als diese mit Schleimpilzen. Schleimpilze sind also weder Pilze, noch Tiere, sondern klar abgetrennt.

    - Die Pflanzen wiederum stehen von den Pilzen verwandtschaftlich sogar noch weiter entfernt, da sie sich nicht nur in einer anderen Supergruppe, sondern sogar in einer anderen Kronengruppe befinden.

    - Während der Echte Mehltau ein Pilz (genauer: Ascomycet) ist, ist der Falsche Mehltau nichts dergleichen, sondern mit den Braunalgen verwandt. Der Falsche Mehltau gehört zu den sogenannten "Eipilzen", wozu außerdem der Erreger der Knollenfäule gehört, die im 19. Jh. für schwere Hungersnöte in Europa verantwortlich war.

    - Auch die Pantoffeltierchen sind natürlich keine Tiere, sondern gehören zur Supergruppe Sar und somit zu einer anderen Kronengruppe.


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    Zur inneren Systematik der Pilze kann man ebenfalls viel schreiben, das ist aber auf jeden Fall einen eigenen Beitrag wert.
    Ich hoffe natürlich, dass das bei jemandem Interesse geweckt hat. Ich jedenfalls beschäftige mich gern mit Systematik und verwandtschaftlichen Zusammenhängen.

    Viele Grüße,
    Emil

    Hallo,


    kann mir zufällig jemand sagen, anhand welcher Merkmale sich M. ravenelii und M. elegans unterscheiden? Das frage ich mich schon länger und bisher bin ich zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen.

    Viele Grüße,

    Emil



    Zitat

    Was Agaricus pseudopratensis betrifft, gibt es makroskopische Erkennungsmöglichkeiten. Ich will das aber erst noch in aller Ruhe nachrecherchieren und durch Literaturstudium (inkl. Parra, aber auch drüber hinaus, z.B. die Angaben von Bohus selbst usw.) ausarbeiten. Das schaffe ich im Moment zeitlich nicht, ist aber für den Winter angesagt. Wir brauchen das ja für die Pilzberaterausbildung. ;)


    Hi Christoph,


    hast du hier zufällig neue Erkenntnisse? Wie hoch ist die Gefahr, die giftigen (?) Arten ajs Versehen frei zu geben und gibt es da inzwischen Einigkeit bezüglich des Vorgehens?


    LG, Emil

    Hallo Christoph,


    Danke schön. Also sind Kremplinge auf offenen Flächen (außerhalb des Waldes) nicht (mehr) makroskopisch bestimmbar, die Unterscheidung sonst aber machbar. Wie ist es mit Waldfunden von kleinen Kremplingen? Das ist dann schon recht sicher P. involutus?

    Viele Grüße,
    Emil

    Hallo zusammen,


    bei den Kremplingen hat sich ja anscheinend Einiges getan, und dabei meine ich nicht P. validus & co. (das war noch mein letzter Stand), sondern dass jetzt der Kahle Krempling in mehrere Arten aufgespalten worden sein soll, ebenso der Erlen-Krempling...
    Hat jemand da Informationen für mich (oder am besten einen Schlüssel --> Christoph? :D )?

    Viele Grüße,

    Emil

    Also der Ötzi-Pfahl von der Unke hat mir ja wahrscheinlich 10 Punkte gebracht. Das war der eindeutigste Pfahl aller Zeiten. Sonst wäre ich evtl. schnellschussmäßig bei irgendeinem Chlorophyllum hängengeblieben oder so. Also Danke. :P


    GnG, Emil