Beiträge von lamproderma

    Hallo Thorben,

    D. comatum ist D. difforme sehr ähnlich. Am auffälligsten ist bei D. comatum dass das Capillitium sehr elastisch ist und bei Öffnung der Fruchtkörper aus diesem dann herausquillt. In geschlossenem Zustand sind die Arten kaum auseinander zu halten.

    Das Ergebnis von Andreas erklärt ja auch die Sporen, welche mir auch nicht sehr typisch für D.difforme vorkamen.

    Es ist eben immer wichtig möglichst vollreife Fruktifikationen zu untersuchen, da dann erst manchmal auch wichtige Eigenschaften zu sehen sind.

    D. comatum ist auf jeden Fall eine selten erfasste Art.

    Ich hatte sie erst einmal vor langer Zeit.

    VG Ulla

    Hallo Thorben,

    da war ich doch zusehr auf B. utricularis fixiert, B. capsulifera bildet ja auch Sporenklumpen und die Sporen sind aber mehr kreiselförmig.

    Das habe ich auf deinen Fotos nicht so erkannt. Ich kenne diese Art allerdings auch nicht aus eigener Anschauung.

    Ist ja dann auf jeden Fall was besonders. Schön, das Andreas sich das nochmal angesehen hat.

    Wenn man den Beleg nicht selbst in der Hand hatte ist es manchmal doch schwierig.

    LG Ulla

    Hallo Christine,

    Dein Päckchen mit dem Beleg ist gut angekommen und schon beim Auspacken sah ich dass meine Vermutung nicht verkehrt war.

    Dein zunächst als "Fischeier-Schleimpilz" (Tubifera ferruginosa) benannte ist was ganz anderes und was viel Besseres.

    nämlich Enteridium (=Retucularia) olivaceum.

    Das ist eine recht seltene Art die nur mit wenigen Nachweisen in Deutschland gefunden wurde (siehe auch auf Willkommen bei den Pilzen Deutschlands).

    Wie es der Zufall wollte, bis Ende letzten Jahres gab es für mein Bundesland Sachsen-Anhalt noch keinen Nachweis, aber über die Feiertage habe ich gezielt in Kieferngebieten oder Kiefernwäldern nach Myxomyceten gesucht und dabei u.a. auch Enteridium olivaceum an 3 Stellen gefunden, auch auf Kiefer wie Dein Fund.

    Vielleicht ist die Witterung für diese Art in den letzten Wochen günstig gewesen.

    Du hast ja durch das mehrfache Fotografieren den Entwicklungsweg sehr gut dargestellt! ==Pilz22==Pilz24

    Ich habe die Art nur in reifem Zustand gefunden.

    Die Art ist dann sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch gut kenntlich.

    Vor allem unter Mikroskop gibt es unverkennbare Eigenschaften:


    .

    Die Sporen bilden Klümpchen, sind etwas kreiselförmig und an der Außenseite der Klümpchen warzig bis stachelig.

    Die Sporenmasse ist olivgrün, daher der Name - olivaceum, Sporengröße zw. 10-15um




    Das Capillitium besteht aus einem starren Netz aus breiten Fasern, die sind auf Deinen letzten Fotos auch gut makroskopisch zu sehen.


    Also ein toller Fund, sollte auch jeden Fall für dein Bundesland gemeldet werden!


    LG Ulla

    Hallo Björn,

    ich möchte zwar Jan-Arne nicht vorgreifen, da er die Belege ja mitgenommen hat und sicher auch auf ein Ergebnis gekommen ist, aber hier meine Vermutungen:

    Beim 1. Schleimi würde ich an Didymium squamulosum denken. Man sieht auf Deinem Foto gut die weißen Stiele und auf dem letzten Foto der Art die typischen Capillitium-Fäden von einer Didymium-Art. Sporengröße und Skulptur würden auch passen.

    Nr. 3: ist sicher auch eine Didymium-Art. Man sieht auf dem Mikrofoto, dass die Peridie braunfleckig ist. Das und das Vorkommen auf Moos könnte auf Didymium melanospermum zutreffen. Die Sporen sind ja leider gestört. Man sieht auch nicht ob die Fruchtkörper gestielt sind. Bei D. melanospermum müßten sie einen schwarzen Stiel haben.

    Nr. 4: sieht mir von der Wuchsform wie eine Badhamia aus. Mehr kann man leider nicht sagen.

    Nr. 6: scheint auch eine Didymium-Art zu sein. Auf den Mikrofotos sieht man Kalkkristalle und das Capillitium hat keine Kalkknoten.

    Der Stiel ist rötlich. Mit der Sporengröße gibt es ein paar Arten, die ebenfalls einen rötlichen Stiel haben. das muß man genauer untersuchen.

    Nr. 8 ist Trichia scabra. Die netzigen Sporen und das Capillitium sind typisch.

    LG Ulla

    Hallo Matthias,

    für eine Diderma halte ich das nicht, denn dafür ist die Peridie zu wenig kalkhaltig. Diderma hat meist eine dicke glatte Kalkruste.

    Didymium scheidet m.E auch aus, da bei dieser Gattung der Kalk auf der Oberfläche kristallin ist.

    Ich tippe eher auf eine Physarum-Art. Da würde die granulierte Kalkoberfläche passen.

    Bei Physarum gibt es einige ungestielte Arten. Leider kann man bei Deinem Fund auch nicht ins Innenleben der Fruchtkörper schauen. Das wäre wichtig um die Struktur des Capillitiums im Innern zu begutachten. Das Capillitium bildet ein Fadengeflecht, welches aber immer an den Verbindungestellen Kalkknoten hat. Deren Form ist meist auch für die Bestimmung wichtig. Die Sporen haben Warzengruppen (das sind die dunklen Flecken auf den Sporen). Das ist aber auch bei einigen Arten so. Mir fällt z.B. Physarum cinereum oder Ph. bitectum ein, die beide auch an Blättern fruktifizieren. Die Sporengröße würde auch für beide Arten passen.

    Also man müßte die Aufsammlung genauer untersuchen um die genaue Art festzustellen.

    LG Ulla



    .

    Hallo Thorben,

    leider sieht man auf Deinen Fotos nicht, ob die Fruchtkörper gestielt sind, bzw. ob sie einen weißen Stiel haben. Den müßte Didymium squamulosum haben. Der ist aber auch oft nur sehr kurz und kaum zu sehen. Auf dem 2. Foto sieht man wenigstens den weißen Ansatz vom Hypothallus (das ist der Stielansatz).

    Die Kalkkristalle von der Peridie sind auf Deinem vorletzten Forto gut zu sehen. Das Vorhanden dieser unterscheiden Didymium von Physarum oder Diderma.

    Ich denke, dass Du mit Didymium squamulosum recht hast.

    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    ja Du hast gut aufgepaßt. Dein Fund dieses Mal hat wirklich nicht die typischen D. difforme-Sporen. Es fehlt ihnen die netzige Skulptur und der hellere Keimporus.

    Aber auf Deinen Makrofotos der Myxos auf dem Blatt scheint es so als wären die Fruchtkörper noch nicht vollreif. Da wäre die kalkhaltige Peridie richtig weiß. So ist es möglich, dass die Sporen auch noch nicht die typische Struktur ausgebildet haben.

    Aufgrund des Erscheinungbildes denke ich aber trotzdem, dass es sich um Didymium difforme handelt, denn andere Arten (auch aus der Gattung Diderma) kommen nicht in Frage.

    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    Dein Fund dürfte Didymium difforme sein. Das ist eine Art die gern auf pflanzlichen Abfällen wächst.

    Typisch ist die feste Kalkkruste die aus dichtgepackten Kalkschuppen besteht (sieht man auf deinem dritten Foto gut.

    Die "Hyphen" heißen bei Schleimpilzen "Capillitium", wie auch bei den Gastromyceten. Die gegabelte Form paßt gut.

    Sporengröße und Skulptur sind auch i.O.

    LG Ulla

    Hallo Christine,

    habe leider Deine letzten Fotos übersehen.

    Nach den letzten denke ich immer weniger, dass es Tubifera ferruginea der Fischeier-Schleimpilz ist, sonder vermute eher, dass das eine Reticularia (=Enteridium)-Art ist.

    Allerdings nicht der häufige Stäublings-Schleimpilz (Reticularia lycoperdon), sondern eine andere, seltenere Art.

    Leider kommt man da ohne Mikroskop nicht weiter. Falls Du es also genauer wissen willst, müßte man den Fruchtkörper genauer untersuchen. Wenn Du kein Mikroskop hast, könnte ich das auch machen. Dann melde Dich.

    LG Ulla

    Hallo,

    bei Eurem ersten Schleimer hätte ich eher an Physarum bitectum gedacht, da es so aussieht als würde sich die äußere Peridie mehr unregelmäßig öffnen, nicht wie bei Ph. bivalve schlitzmäßig. Aber ich denke Jan-Arne hat die mikroskopischen Merkmale festgehalten, da sich ja beide Arten schon durch die Sporengröße unterscheiden.

    Trichia botrytis hat immer gelbes Capillitium während Metatrichia floriforme mehr orangerötliches hat. Deshalb denke ich T. botrytis ist klar.

    Zur Lamproderma sage ich nichts genaueres. Könnte eventuell Lamproderma scintillans sein.

    LG Ulla

    Hallo Nando,

    das sind ja tolle Nachrichten. habe Deine Beiträge auch schon vermisst.

    Aber der Grund ist ja wirklich süß!

    Dir und Deiner kleinen Familie alles Liebe und Gute!

    Aber vielleicht läßt Du pilzmäßig doch wieder ab und an was hören!

    LG Ulla

    Hallo,

    den Gewimperten Erdstern würde ich allerdings ausschließen.

    Auf den ersten 3 Fotos sehe ich den Halskrausenerdstern- Geastrum triplex. Der sieht im noch geschlossenen Zustand wie eine Zwiebel aus, d.h. nicht völlig kugelig, sondern mit einer ausgezogenen Spitze. Das sieht man auf den ersten beiden Fotos bei den jungen Fruchtkörpern gut. Die Halskrause bildet sich erst wenn der Fruchtkörper vollständig ausgebreitet ist oder schon älter ist wie bei Foto 3. Auch hat Geastrum triplex ein gehöftes, gewimpertes Peristom, d.h. um die Mündung ist ein Hof (auf Foto 1+2 zu sehen.) und das Peristom ist fransig.

    Auf dem letzten Foto sieht man keine Mündung ums Peristom, also kein Geastrum triplex.

    Ich denke bei diesem an den Rötenden Erdstern Geastrum rufescens. Für G. fimbriatum halte ich den jedenfalls auch nicht, bei dem ist die Kugel, die Endoperidie meist nach unten in die Endoperidie eingesenkt und die Lappen der Endoperidie sind richtig nach unten eingerollt. Auch ist die Art mehr eine Waldart, während G. triplex oft auf ruderalen Stellen auch außerhalb des Waldes wächst.

    Bei Erdsternen wachsen oft mehrere Arten beieinander, sodass man nicht gleich sagen kann, das ist alles eins.

    Die Sporen müssen nicht unbedingt schon im Rindenmulch gewesen sein, sie können auch erst nachträglich angeweht worden sein. Dann müssen die Bedingungen stimmen und die Erdsterne kommen.

    LG Ulla

    Hallo Adrian,

    Deine jungen Judas-Ohren sehen für mich eher wie der Fleischrote Gallertbecher Ascocoryne cylichium oder eventuell auch A. sarcoides aus.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    ja da sieht es doch sehr nach C. alta aus, bei Euch heißt es "aufribbeln" bei uns "auftrieseln" (hab mich verschrieben: nicht abtrieseln).

    Durch die feuchte Witterung z.Z. hat der Schleimi das nicht schon draußen gemacht, sondern das Capillitium war sicher etwas verklebt.

    Ist auf jeden Fall was besseres als C. nigra!

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    bei der Fuligo kann ich Beli nur zustimmen, Fuligo leviderma. Die hat immer so eine orangebraune Kruste außen.

    Bei der Comatricha sieht es schon schwieriger aus.

    C. tenerrima würde ich aber schon daher ausschließen, da diese Art nicht auf Holz wächst sondern mehr auf pflanzlichen Teilen und auch sehr klein ist. Auch sind die Sporen etwas kleiner.

    Die von Dir vermutete C. alta hat Sporen von dieser Größe die so aussehen, warzig mit einem helleren Keimporus. Das Capillitium dieser Art ist bei Reife aber sehr elastisch und löst sich ganz leicht vom Stiel ab. Auch verfilzt es dann mit dem Capillitium der anderen Fruchtkörper.

    Das sieht bei Deinem Fund eigentlich nicht so aus. Es gibt von Comatricha nigra auch zylindrische Formen (eigentlich bildet die Art meist runde bis kurzelliptische Fruchtkörper auf langen Stielen). Die Sporen sehen aus wie die von C. alta auch größenmäßig.

    Falls Du den Beleg noch hast versuche doch mal mit einer spitzen Pinizette an der Spitze das Capillitium abzuzupfen. Wenn sich das Capillitium dann abtrieselt, könnte es dann eventuell doch C. alta sein, obwohl ich da nicht so recht dran glaube. C. nigra ist z.Z. sehr häufig, wächst gern übers Winterhalbjahr.

    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    ich denke, dass Du mit Deiner Bestimmung recht hast.

    Typisch für D. difforme sind die Sporen mit den bei Dir gut sichtbaren Graten auf der Oberfläche. Die Sporengröße ist auch i.O.

    Leider sieht man die Columella auf Deinen Fotos nicht, die müßte weiß sein. Auch das Capillitium ist auf Deinen Mikrofotos nicht zu sehen, aber auf den Makrofotos sieht man, dass die Aufsammlung welches hat.

    Das Vorkommen auf Moos ist allerdings ungewöhnlich, meist finde ich D. difforme auf pflanzlichen Abfällen, in Komposthaufen, an Grasresten am Boden etc.

    Aber die anderen Diderma- und Didymium-Arten die makroskopisch ähnlich sind, passen nicht wegen Sporenskulptur und -Größe.

    LG Ulla