Beiträge von lamproderma

    Hallo Tuppie,

    falls Du nochmal zum Standort von Nr. 9 kommst, dürfte der Schleimpilz vielleicht reif sein.

    Ich vermute sehr stark, dass dann Badhamia utricularis draus geworden ist. Der Schleimi liebt nämlich Porlinge über alles und entwickelt dabei eine große Gefräßigkeit.

    Mir hat mal eine Badhamia utricularis einen ganzen Klapperschwamm weggemampft, den ich eigentlich für unsere Pilzausstellung ernten wollte. Da war ich aber sauer, auch wenn ich ja eigentlich Schleimis mag.

    LG Ulla

    Hallo Hagen,

    erst einmal alles Gute fürs neue Jahr mit vielen spannenden Pilzen!


    Mit Deiner Kultur auf dem Kudu-Dung (wußte gar nicht, dass Kudu so kleine Köttel machen :giggle:) hast Du was spannendes gezogen. Entschuldige, dass ich erst heute etwas dazu sage, aber da war ja noch was dazwischen (Weihnachten etc).

    Wie ich schon vermutete ist das einen Diderma. Die Peridie ist aber nicht grau wie Du erst schriebst, sondern war gelblich.Da wird es schon spannend, denn da gibt es nicht viele Arten. Die Peridie besteht aus granuliertem Kalk, im Fruchtkörperinnern liegt das Capillitium welches keine Kalkeinlagerungen hat.



    Die Capillitiumfäden sind an der Peridie angewachsen.

    Sporenfotos hattest Du ja auch schon gemacht, sie sind ca. 12-12,5um groß, warzig, die Warzen sind teilweise gratig verbunden und auf einer Seite aufgehellt

    Eine Columella gibt es nicht.

    Lange Rede: ich halte Deinen Fund für Diderma ochraceum.

    Das ist eine sehr seltene Art. Hier in Deutschland ist sie von Moospolstern an Felswänden (z.B.Sächsische Schweiz) bekannt.

    In Afrika ist sie auch nachgewiesen, da könnte sie auf Deinen Kudu gekommen sein.

    Wenn Du den Beleg (mit den restlichen 1 1/2 Fruchtkörpern) zurück haben möchtest, melde Dich, sonst werde ich ihn in meinem Herbar hinterlegen.

    Vielleicht kannst Du mir dann noch die Fund/Kulturdaten des Köttels mitteilen.


    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    ich denke auch , dass es sich um Arcyria cinerea handelt. Die Art ist ja normalerweise zylindrisch, aber manchmal gibt es auch kugelige Formen. Die ähnlich immer kugelige Arcyria globosa hat einen Stielbecher der bis zur Hälfte des Fruchtkörpers geht. Deine Funde haben nur einen relativ flachen Stielbecher. Deshalb A. cinerea.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    der orangerote Fruchtkörper ist ein unreifes Dictydiaethalium plumbeum.

    Die Trichia die Du abgebildet hast, hat aber lang ausgezogene Elateren, auf Deinen Fotos gut zu sehen. Das ist Trichia decipiens, jetzt im Winterhalbjahr häufig.

    Trichia erecta und T. subsusca hat viel kleinere, braune Fruchtkörper, die wie T. botrytis aufreißen und wie Du richtig geschlüsselt hast kurze Elateren-Enden.

    LG Ulla

    Hallo Carina,

    Dein Fund ist auf jeden Fall ein Schleimpilz aus der Gattung Arcyria (Kelchstäubling). Wie Björn schon schrieb, muß man untersuchen ob sich das Capillitium (das ist der Wollpuschel) leicht vom Stielbecher lösen läßt oder nicht. Dazu muß der Schleimi aber erst einmal abtrocknen. Dann muß man allerdings noch mikroskopieren und die Sporengröße messen sowie die Skulptur des Capillitiums anschauen.

    Ich habe in den letzten Tagen an Nadelholz öfters rote Arcyrien gefunden und ich denke erst einmal als Arbeitsname: Arcyria ferruginea.

    Das ist eigentlich keine seltene Art, aber jede neue Pilzart die man findet ist doch was besonderes, oder?

    Damit wünsche ich Dir fürs neue Jahr noch viele interessante Funde, die Du vielleicht hier im Forum vorstellst.


    LG Ulla

    Hallo,

    ja in den Niederlanden gibt es eine ganze Anzahl von Leuten die sich mit Myxomyceten beschäftigen.

    Das hängt sicher damit zusammen, dass Frau Nannenga-Bremekamp, die ein bedeutendes Bestimmungsbuch über Myxomyceten und zahlreiche Veröffentlichungen schrieb aus den Niederlanden stammt.

    Nochmal ein Hinweis zum Thema "nivicol". Thorsten, da hast Du sicher etwas von mir im Tread von Jan-Arne falsch verstanden.

    Dianema depressum ist keine nivicole Art sondern scheint bevorzugt im Winterhalbjahr zu fruktifizieren. Die anderen Dianema-Arten dagegen wachsen nivicol, d.H. im zeitigen Frühjahr am Schneerand oder sogar noch unterm schmelzenden Schnee und das bevorzugt im Gebirge über 500m NN.


    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    da hast Du ja einen tollen Neujahrsfund gemacht!

    So kann es sicher weitergehen.

    Ich denke, dass Du mit der Bestimmung recht hast.

    Leider habe ich diese Art noch nicht gefunden, es gehört eben oft Glück dazu.

    Kannst Du eventuell das Biotop beschreiben wo Du das Holz gefunden hast? War es Totholz oder noch lebend? Es ist immer sehr hilfreich wenn man mehr zur Funden seltener Arten weiß, da kann man dann gezielt ähnliche Biotope aufsuchen und hat vielleicht eine Chance sowas zu finden.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    Die Badhamia wird sicher trotzdem B.utricularis sein auch wenn sie keine langen Stiele hat.

    Das habe ich auch schon oft erlebt, dass sie nicht ganz typisch daherkommt.

    Aber die Sporenklumpen die Du angibst (lassen sich wirklich schlecht fotografieren, da sie sich beim Drücken aufs Deckglas leicht zerteielen lassen) und die relativ dunklen, grob warzigen Sporen sprechen dafür.

    Trichia contorta würde ich auch so sehen und Lycogala epidendrum agg. ebenso.

    Dir ein gesundes neues Jahr mit weiter so vielen tollen Pilzfunden!


    LG Ulla

    Hallo, ja eine Arcyria ist das schon, aber A. ferruginea glaube ich nicht.

    A. ferruginea müßte einen sehr flachen Stielbecher haben (auf Deinem Foto 2 eher tief) und das Capillitium ist für A. ferruginea zu grobmaschig.

    Die Farbe der reifen Fruchtkörper ist auch zu blass. A. ferruginea ist erst rot und verblasst dann eher zu orangerot bis rötlich gelb.

    Ohne mikroskopsiche Untersuchung kann man die genaue Art nur erahnen. Da kommen mehrere Arten in Frage.

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    ich denke daß Dein Fund irgendwie entwicklungsgestört ist.

    Da Du eine Entwicklungserie fotografiert hast, nehme ich an, daß Du das zu Hause in einer Schachtel aufbewahrt hast?

    Da passiert es oft, das die Schleimpilze nicht richtig oder merkwürdig ausreifen oder z.B. die Sporen sind uneinheitlich groß oder das Capillitium hat untypisches Ornament.

    Es könnte natürlich Arcyria cinerea sein. Aber bei dem letzten Foto könnte man auch denken daß das eine Diachea leucopodia auf einem extra ausgebildeten Stielchen ist (die die Art aber sonst nicht so hat). Man könnte durch mikroskopische Untersuchung vielleicht rausbekommen wie die Sporen oder das Capillitium ist.

    Da wäre eine Chance die Art zu bestimmen.

    Die Fruchtkörper sehen jedenfalls lustig aus. Hab sowas in der Art noch nie gesehen.

    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    Badhamia macht oft bei der Bestimmung Schwierigkeiten, deshalb kann ich nicht sofort sagen B. utricularis.

    Man sieht auf Deinen Fotos leider nicht ob die Fruchtkörper gestielt sind. B. utricularis bildet normalerweise einen längeren Stiel aus an dem die Fruchtkörper dann am Substrat typischerweise herunterhängen. Allerdings kann B. utricularis auch manchmal sitzend sein.

    Dann muß man bei Badhamia immer im Mikroskop untersuchen ob die Sporen eventuell verklumpt sind. Wenn man aber zu stark aufs Deckglas drückt, trennen sich die Klumpen und man kann das nicht mehr erkennen. Bei Deinen Fotos sieht man keine Klumpen.

    Die Sporengröße und Skulptur wurden B. utrucularis nicht ausschließen. Als weitere Art käme noch B. panicea in Frage, die anderen ähnlichen Arten kommen wegen der Sporengröße nicht in Frage.

    Um es mal zusammenzufassen: ich würde Badhamia utricularis nicht ausschließen, aber auch B. panicea in Erwägung ziehen.

    Es ist immer schwierig anhand der Fotos eine konkrete Destimmung zu wagen. Das gelingt meist nur bei leicht kenntlichen Arten.

    LG Ulla

    Hallo Chris,

    Deinen Schleim würde ich eher als Physarum leucophaeum bezeichnen, da die Stiele nicht durchgängig schneeweiß, kalkhaltig wie bei Ph. leucopus sind.

    Der scheibenförmig um die Stielbasis angeordnete Hypothallus müßte bei Ph. leucopus ebenfalls weiß sein. Ist es aber nicht.

    Die Sporen von Ph. leucophaeum sind leider nur etwas größer als von Ph. leucopus, deshalb als Unterscheidung nicht wirklich zu gebrauchen.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    Deine Trichia botrytis ist o.K.

    Der 2. Schleim sieht nach einer Physarum aus, müßte aber auf jeden Fall ein Capillitium haben, das ist aber meist sehr dünn, hyalin und schlecht zu sehen.

    Aufgrund der weißlichen Stiele würde ich auf Physarum leucophaeum tippen.

    Didymium-Arten schließe ich eigentlich aus, da müßte man im Mikrobild wenigstens Kalkkristalle sehen, bzw. dunkleres Capillitium als bei Physarum.

    LG Ulla

    Hallo,

    Deine Herbstlorchel und der Gelbstielige Muschelseitling sind i.O.

    Die "Leiche" würde ich als Kartoffelbovist (Dickschaliger) bezeichnen und die Porlinge als Flacher Lackporling und der andere als Schmetterlingsporling.

    Der Drüsling dürfte der Kreiseldrüsling - Exidia recisa sein. War er an Weide?

    LG Ulla

    Liebe Maria,

    da gibst Du uns ja wieder eine harte Nuss zu knacken. Der Weihnachtsmann hat ja auch schon Nüsse gebracht!

    Ja Geastrum campestre (= G.pedicellatum) käme in Frage, aber ich könnte mir auch G. nanum (=G.schmidelii) vorstellen. Beide sind Trockenrasenarten.

    Es wäre schön, wenn Du die Belege die Du sicher gemacht hast, mal abtrocknen läßt. Da kann man z.B. erkennen ob ein Erdstern hygrometrisch ist, dann rollen sich nämlich die Lappen der Exoperidie leicht oder stärker nach oben (kennst Du vielleicht vom Wetterstern?). Außerdem sieht man die Oberfläche der Endoperidie (Kugel) besser.

    Geastrum campestre müßte eine sandig wirkende, raue Oberfläche haben während die vom G. nanum glatt ist. Auch ist G. nanum nicht hygrometrisch.

    Ich vermute, daß Deine Funde alle der gleichen Art angehören, nur in unterschiedlichem Altersstadium.

    LG Ulla

    Hallo magellan,

    da hast Du ja wirklich einen Badhamia-utricularis-Hotspot gefunden! ==Pilz22==Pilz22

    So viele auf einen Haufen habe ich noch nie entdecken können. Da konntest Du alle Entwicklungsstadien sehen und hier vorstellen. Toll!

    Ich hatte heute nur eine Gruppe mit unreifen Fruchtkörpern. Kann sie leider nicht weiter verfolgen, da ich in den nächsten Tagen nicht mehr dahion komme.


    Dir noch ein schönes Weihnachten und weiter so tolle Funde!

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    Wie Jan-Arne schon gesagt hat: Craterium minutum und Arcyria cinerea.

    Bei den Mikrofotos des Craterium sieht man das die Fruchtkörper etwas gestört sind, da sich sehr uneinheitlich große Sporen ausgebildet haben.

    Zu der Trichia: varia ist auszuschließen, wegen der nur einfach gewickelten Spiralleisten bei Trichia varia.

    Man sieht auf Deinen Fotos, dass das Capillitium lang ausgezogenen Enden hat und die Sporen kein stark ausgeprägtes Ornament.

    Es kommen da nur wenige Arten in Frage. Leider hast Du ja kein Makrofoto mitgeliefert. Ich tippe mal so ins Blaue rein: Trichia botrytis, die hat solche langen Enden des Capillitiums und die Sporen sind nur feinwarzig.

    Trichia decipiens käme auch in Frage aber das müßten die Sporen mehr Ornament haben.

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    gut wenn Du die Belege aufhebst.

    Immer gut trocknen und dann am besten in Streichholzschachteln einkleben.

    Vielleicht auch danach Schachtel nochmal mindestens eine Woche in den Tiefkühlschrank, damit alle Insekten getötet werden. Wenn man das nicht macht erlebt man nach einiger Zeit oft ein Überraschung und der Beleg ist weggefressen!

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    ja eine Trichia, aber Du weißt, ohne Mikro gibts Probleme.

    Könnte Trichia persimilis, Tr. scabra oder eventuell auch Tr. varia sein. Die sind alle ungestielt und wachsen so gedrängt.

    Mit Mikro lassen sich diese Arten leicht auseinanderhalten, anhand der Sporen und des Capillitiums.

    LG Ulla