Beiträge von lamproderma

    Hallo,

    bei Eurem ersten Schleimer hätte ich eher an Physarum bitectum gedacht, da es so aussieht als würde sich die äußere Peridie mehr unregelmäßig öffnen, nicht wie bei Ph. bivalve schlitzmäßig. Aber ich denke Jan-Arne hat die mikroskopischen Merkmale festgehalten, da sich ja beide Arten schon durch die Sporengröße unterscheiden.

    Trichia botrytis hat immer gelbes Capillitium während Metatrichia floriforme mehr orangerötliches hat. Deshalb denke ich T. botrytis ist klar.

    Zur Lamproderma sage ich nichts genaueres. Könnte eventuell Lamproderma scintillans sein.

    LG Ulla

    Hallo Nando,

    das sind ja tolle Nachrichten. habe Deine Beiträge auch schon vermisst.

    Aber der Grund ist ja wirklich süß!

    Dir und Deiner kleinen Familie alles Liebe und Gute!

    Aber vielleicht läßt Du pilzmäßig doch wieder ab und an was hören!

    LG Ulla

    Hallo,

    den Gewimperten Erdstern würde ich allerdings ausschließen.

    Auf den ersten 3 Fotos sehe ich den Halskrausenerdstern- Geastrum triplex. Der sieht im noch geschlossenen Zustand wie eine Zwiebel aus, d.h. nicht völlig kugelig, sondern mit einer ausgezogenen Spitze. Das sieht man auf den ersten beiden Fotos bei den jungen Fruchtkörpern gut. Die Halskrause bildet sich erst wenn der Fruchtkörper vollständig ausgebreitet ist oder schon älter ist wie bei Foto 3. Auch hat Geastrum triplex ein gehöftes, gewimpertes Peristom, d.h. um die Mündung ist ein Hof (auf Foto 1+2 zu sehen.) und das Peristom ist fransig.

    Auf dem letzten Foto sieht man keine Mündung ums Peristom, also kein Geastrum triplex.

    Ich denke bei diesem an den Rötenden Erdstern Geastrum rufescens. Für G. fimbriatum halte ich den jedenfalls auch nicht, bei dem ist die Kugel, die Endoperidie meist nach unten in die Endoperidie eingesenkt und die Lappen der Endoperidie sind richtig nach unten eingerollt. Auch ist die Art mehr eine Waldart, während G. triplex oft auf ruderalen Stellen auch außerhalb des Waldes wächst.

    Bei Erdsternen wachsen oft mehrere Arten beieinander, sodass man nicht gleich sagen kann, das ist alles eins.

    Die Sporen müssen nicht unbedingt schon im Rindenmulch gewesen sein, sie können auch erst nachträglich angeweht worden sein. Dann müssen die Bedingungen stimmen und die Erdsterne kommen.

    LG Ulla

    Hallo Adrian,

    Deine jungen Judas-Ohren sehen für mich eher wie der Fleischrote Gallertbecher Ascocoryne cylichium oder eventuell auch A. sarcoides aus.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    ja da sieht es doch sehr nach C. alta aus, bei Euch heißt es "aufribbeln" bei uns "auftrieseln" (hab mich verschrieben: nicht abtrieseln).

    Durch die feuchte Witterung z.Z. hat der Schleimi das nicht schon draußen gemacht, sondern das Capillitium war sicher etwas verklebt.

    Ist auf jeden Fall was besseres als C. nigra!

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    bei der Fuligo kann ich Beli nur zustimmen, Fuligo leviderma. Die hat immer so eine orangebraune Kruste außen.

    Bei der Comatricha sieht es schon schwieriger aus.

    C. tenerrima würde ich aber schon daher ausschließen, da diese Art nicht auf Holz wächst sondern mehr auf pflanzlichen Teilen und auch sehr klein ist. Auch sind die Sporen etwas kleiner.

    Die von Dir vermutete C. alta hat Sporen von dieser Größe die so aussehen, warzig mit einem helleren Keimporus. Das Capillitium dieser Art ist bei Reife aber sehr elastisch und löst sich ganz leicht vom Stiel ab. Auch verfilzt es dann mit dem Capillitium der anderen Fruchtkörper.

    Das sieht bei Deinem Fund eigentlich nicht so aus. Es gibt von Comatricha nigra auch zylindrische Formen (eigentlich bildet die Art meist runde bis kurzelliptische Fruchtkörper auf langen Stielen). Die Sporen sehen aus wie die von C. alta auch größenmäßig.

    Falls Du den Beleg noch hast versuche doch mal mit einer spitzen Pinizette an der Spitze das Capillitium abzuzupfen. Wenn sich das Capillitium dann abtrieselt, könnte es dann eventuell doch C. alta sein, obwohl ich da nicht so recht dran glaube. C. nigra ist z.Z. sehr häufig, wächst gern übers Winterhalbjahr.

    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    ich denke, dass Du mit Deiner Bestimmung recht hast.

    Typisch für D. difforme sind die Sporen mit den bei Dir gut sichtbaren Graten auf der Oberfläche. Die Sporengröße ist auch i.O.

    Leider sieht man die Columella auf Deinen Fotos nicht, die müßte weiß sein. Auch das Capillitium ist auf Deinen Mikrofotos nicht zu sehen, aber auf den Makrofotos sieht man, dass die Aufsammlung welches hat.

    Das Vorkommen auf Moos ist allerdings ungewöhnlich, meist finde ich D. difforme auf pflanzlichen Abfällen, in Komposthaufen, an Grasresten am Boden etc.

    Aber die anderen Diderma- und Didymium-Arten die makroskopisch ähnlich sind, passen nicht wegen Sporenskulptur und -Größe.

    LG Ulla

    Hallo Tuppie,

    falls Du nochmal zum Standort von Nr. 9 kommst, dürfte der Schleimpilz vielleicht reif sein.

    Ich vermute sehr stark, dass dann Badhamia utricularis draus geworden ist. Der Schleimi liebt nämlich Porlinge über alles und entwickelt dabei eine große Gefräßigkeit.

    Mir hat mal eine Badhamia utricularis einen ganzen Klapperschwamm weggemampft, den ich eigentlich für unsere Pilzausstellung ernten wollte. Da war ich aber sauer, auch wenn ich ja eigentlich Schleimis mag.

    LG Ulla

    Hallo Hagen,

    erst einmal alles Gute fürs neue Jahr mit vielen spannenden Pilzen!


    Mit Deiner Kultur auf dem Kudu-Dung (wußte gar nicht, dass Kudu so kleine Köttel machen :giggle:) hast Du was spannendes gezogen. Entschuldige, dass ich erst heute etwas dazu sage, aber da war ja noch was dazwischen (Weihnachten etc).

    Wie ich schon vermutete ist das einen Diderma. Die Peridie ist aber nicht grau wie Du erst schriebst, sondern war gelblich.Da wird es schon spannend, denn da gibt es nicht viele Arten. Die Peridie besteht aus granuliertem Kalk, im Fruchtkörperinnern liegt das Capillitium welches keine Kalkeinlagerungen hat.



    Die Capillitiumfäden sind an der Peridie angewachsen.

    Sporenfotos hattest Du ja auch schon gemacht, sie sind ca. 12-12,5um groß, warzig, die Warzen sind teilweise gratig verbunden und auf einer Seite aufgehellt

    Eine Columella gibt es nicht.

    Lange Rede: ich halte Deinen Fund für Diderma ochraceum.

    Das ist eine sehr seltene Art. Hier in Deutschland ist sie von Moospolstern an Felswänden (z.B.Sächsische Schweiz) bekannt.

    In Afrika ist sie auch nachgewiesen, da könnte sie auf Deinen Kudu gekommen sein.

    Wenn Du den Beleg (mit den restlichen 1 1/2 Fruchtkörpern) zurück haben möchtest, melde Dich, sonst werde ich ihn in meinem Herbar hinterlegen.

    Vielleicht kannst Du mir dann noch die Fund/Kulturdaten des Köttels mitteilen.


    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    ich denke auch , dass es sich um Arcyria cinerea handelt. Die Art ist ja normalerweise zylindrisch, aber manchmal gibt es auch kugelige Formen. Die ähnlich immer kugelige Arcyria globosa hat einen Stielbecher der bis zur Hälfte des Fruchtkörpers geht. Deine Funde haben nur einen relativ flachen Stielbecher. Deshalb A. cinerea.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    der orangerote Fruchtkörper ist ein unreifes Dictydiaethalium plumbeum.

    Die Trichia die Du abgebildet hast, hat aber lang ausgezogene Elateren, auf Deinen Fotos gut zu sehen. Das ist Trichia decipiens, jetzt im Winterhalbjahr häufig.

    Trichia erecta und T. subsusca hat viel kleinere, braune Fruchtkörper, die wie T. botrytis aufreißen und wie Du richtig geschlüsselt hast kurze Elateren-Enden.

    LG Ulla

    Hallo Carina,

    Dein Fund ist auf jeden Fall ein Schleimpilz aus der Gattung Arcyria (Kelchstäubling). Wie Björn schon schrieb, muß man untersuchen ob sich das Capillitium (das ist der Wollpuschel) leicht vom Stielbecher lösen läßt oder nicht. Dazu muß der Schleimi aber erst einmal abtrocknen. Dann muß man allerdings noch mikroskopieren und die Sporengröße messen sowie die Skulptur des Capillitiums anschauen.

    Ich habe in den letzten Tagen an Nadelholz öfters rote Arcyrien gefunden und ich denke erst einmal als Arbeitsname: Arcyria ferruginea.

    Das ist eigentlich keine seltene Art, aber jede neue Pilzart die man findet ist doch was besonderes, oder?

    Damit wünsche ich Dir fürs neue Jahr noch viele interessante Funde, die Du vielleicht hier im Forum vorstellst.


    LG Ulla

    Hallo,

    ja in den Niederlanden gibt es eine ganze Anzahl von Leuten die sich mit Myxomyceten beschäftigen.

    Das hängt sicher damit zusammen, dass Frau Nannenga-Bremekamp, die ein bedeutendes Bestimmungsbuch über Myxomyceten und zahlreiche Veröffentlichungen schrieb aus den Niederlanden stammt.

    Nochmal ein Hinweis zum Thema "nivicol". Thorsten, da hast Du sicher etwas von mir im Tread von Jan-Arne falsch verstanden.

    Dianema depressum ist keine nivicole Art sondern scheint bevorzugt im Winterhalbjahr zu fruktifizieren. Die anderen Dianema-Arten dagegen wachsen nivicol, d.H. im zeitigen Frühjahr am Schneerand oder sogar noch unterm schmelzenden Schnee und das bevorzugt im Gebirge über 500m NN.


    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    da hast Du ja einen tollen Neujahrsfund gemacht!

    So kann es sicher weitergehen.

    Ich denke, dass Du mit der Bestimmung recht hast.

    Leider habe ich diese Art noch nicht gefunden, es gehört eben oft Glück dazu.

    Kannst Du eventuell das Biotop beschreiben wo Du das Holz gefunden hast? War es Totholz oder noch lebend? Es ist immer sehr hilfreich wenn man mehr zur Funden seltener Arten weiß, da kann man dann gezielt ähnliche Biotope aufsuchen und hat vielleicht eine Chance sowas zu finden.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    Die Badhamia wird sicher trotzdem B.utricularis sein auch wenn sie keine langen Stiele hat.

    Das habe ich auch schon oft erlebt, dass sie nicht ganz typisch daherkommt.

    Aber die Sporenklumpen die Du angibst (lassen sich wirklich schlecht fotografieren, da sie sich beim Drücken aufs Deckglas leicht zerteielen lassen) und die relativ dunklen, grob warzigen Sporen sprechen dafür.

    Trichia contorta würde ich auch so sehen und Lycogala epidendrum agg. ebenso.

    Dir ein gesundes neues Jahr mit weiter so vielen tollen Pilzfunden!


    LG Ulla

    Hallo, ja eine Arcyria ist das schon, aber A. ferruginea glaube ich nicht.

    A. ferruginea müßte einen sehr flachen Stielbecher haben (auf Deinem Foto 2 eher tief) und das Capillitium ist für A. ferruginea zu grobmaschig.

    Die Farbe der reifen Fruchtkörper ist auch zu blass. A. ferruginea ist erst rot und verblasst dann eher zu orangerot bis rötlich gelb.

    Ohne mikroskopsiche Untersuchung kann man die genaue Art nur erahnen. Da kommen mehrere Arten in Frage.

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    ich denke daß Dein Fund irgendwie entwicklungsgestört ist.

    Da Du eine Entwicklungserie fotografiert hast, nehme ich an, daß Du das zu Hause in einer Schachtel aufbewahrt hast?

    Da passiert es oft, das die Schleimpilze nicht richtig oder merkwürdig ausreifen oder z.B. die Sporen sind uneinheitlich groß oder das Capillitium hat untypisches Ornament.

    Es könnte natürlich Arcyria cinerea sein. Aber bei dem letzten Foto könnte man auch denken daß das eine Diachea leucopodia auf einem extra ausgebildeten Stielchen ist (die die Art aber sonst nicht so hat). Man könnte durch mikroskopische Untersuchung vielleicht rausbekommen wie die Sporen oder das Capillitium ist.

    Da wäre eine Chance die Art zu bestimmen.

    Die Fruchtkörper sehen jedenfalls lustig aus. Hab sowas in der Art noch nie gesehen.

    LG Ulla

    Hallo Thorben,

    Badhamia macht oft bei der Bestimmung Schwierigkeiten, deshalb kann ich nicht sofort sagen B. utricularis.

    Man sieht auf Deinen Fotos leider nicht ob die Fruchtkörper gestielt sind. B. utricularis bildet normalerweise einen längeren Stiel aus an dem die Fruchtkörper dann am Substrat typischerweise herunterhängen. Allerdings kann B. utricularis auch manchmal sitzend sein.

    Dann muß man bei Badhamia immer im Mikroskop untersuchen ob die Sporen eventuell verklumpt sind. Wenn man aber zu stark aufs Deckglas drückt, trennen sich die Klumpen und man kann das nicht mehr erkennen. Bei Deinen Fotos sieht man keine Klumpen.

    Die Sporengröße und Skulptur wurden B. utrucularis nicht ausschließen. Als weitere Art käme noch B. panicea in Frage, die anderen ähnlichen Arten kommen wegen der Sporengröße nicht in Frage.

    Um es mal zusammenzufassen: ich würde Badhamia utricularis nicht ausschließen, aber auch B. panicea in Erwägung ziehen.

    Es ist immer schwierig anhand der Fotos eine konkrete Destimmung zu wagen. Das gelingt meist nur bei leicht kenntlichen Arten.

    LG Ulla

    Hallo Chris,

    Deinen Schleim würde ich eher als Physarum leucophaeum bezeichnen, da die Stiele nicht durchgängig schneeweiß, kalkhaltig wie bei Ph. leucopus sind.

    Der scheibenförmig um die Stielbasis angeordnete Hypothallus müßte bei Ph. leucopus ebenfalls weiß sein. Ist es aber nicht.

    Die Sporen von Ph. leucophaeum sind leider nur etwas größer als von Ph. leucopus, deshalb als Unterscheidung nicht wirklich zu gebrauchen.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    Deine Trichia botrytis ist o.K.

    Der 2. Schleim sieht nach einer Physarum aus, müßte aber auf jeden Fall ein Capillitium haben, das ist aber meist sehr dünn, hyalin und schlecht zu sehen.

    Aufgrund der weißlichen Stiele würde ich auf Physarum leucophaeum tippen.

    Didymium-Arten schließe ich eigentlich aus, da müßte man im Mikrobild wenigstens Kalkkristalle sehen, bzw. dunkleres Capillitium als bei Physarum.

    LG Ulla