Beiträge von lamproderma

    Die sah makroskopisch ganz anders aus, viel bräuner, deshalb hab ich sie gar nicht mit diesem Fund verglichen.


    Grüße

    Felli

    Hallo Felli,

    Trichia contorta ist sehr variabel, es gibt ja auch mehrere Varietäten.

    Sie ist manchmal auch viel brauner, bildet sowohl Sporocarpien als auch kurze Plasmodiocarpien.

    Hallo Ulla, sind die Sporen normal „unregelmäßig rundlich“, oder werden sie erst durch das Quetschen mit dem Deckglas oval? Von „fein stachelig“ sehe ich auch nichts.

    VG, Tonio

    Hallo Tonio,

    die Sporen verlieren durch das Quetschen nicht ihre Form. Sie sind oft unregelmäßig rund bis fast eiförmig. Das kommt auch auf die Entwicklung an. Bei gestörten Aufsammlungen findet man dann auch oft sehr unterschiedlich große Sporen, manchmal auch mit Riesenwuchs.

    "Fein stachelig" ist auch auf einem Foto schlecht zu erfassen. Entweder man fokussiert auf das Ornament, dann sieht man das zwar besser aber die Spore selbst ist unscharf oder man stellt die Spore scharf, dann sieht man das Ornament nicht gut. Es sei denn man kann durchs Mikro stacken.

    Auch ist der Unterschied zwischen fein stachelig und fein warzig fließend.


    VG Ulla

    Hallo Ela,

    willkommen im Forum. Sicher wirdt Du hier viel lernen können.

    In Leipzig gibt es auch eine Pilzgruppe. Wenn Du Interesse hast, kann ich Dir die Kontaktdaten schicken.


    LG aus Merseburg

    Ulla

    Hallo Felli,

    Trichia decipiens ist immer gestielt, hat aber auch lang ausgezogene Elaterenenden (zw. 70-100um).

    Dein Fund ist Trichia contorta, ich vermute sogar die var. attenuata. Die var. contorta hat Elateren bis ca. 20um ausgezogen, während die var. attenuata bis über 40um lange Enden hat.

    Manchmal gibt es aber auch Übergänge, dass es nicht einfach ist zu unterscheiden welche Varietät es ist.

    Trichia contorta ist eine reine Spätherbst-Winter-Art. Wächst oft auf den Innenseiten von Laubholzrinde. Beide Varetäten sind recht häufig.


    LG Ulla

    Guten Abend zusammen.


    Hatte kürzlich einen Pilz gefunden, der in einem Graben neben dem Waldweg lag. Dieser hat keine Lamellen, Röhren oder sonstiges.

    Nur schwarze, hungrige kleine Käfer unter dem Hut.

    Kann mir jemand sagen, um was es sich da handeln könnte ?

    Hallo,

    die schwarzen, hungrigen kleine Käfer haben leider alle Bestimmungsmerkmale weggefressen. :gkopfkratz:

    Da wird Dir leider kaum jemand sicher sagen was das mal war. Pilz ist eben viel zu alt.


    VG Ulla

    Hallo Tonio.

    da hast Du ja einen schönen Fund gemacht.

    Das ist eine Licea, mit großer Wahrscheinlichkeit Licea castanea.

    Licea ist eine Gattung, die nur selten im Freiland gefunden wird, da die Fruchtkörper sehr klein sind. In Feuchtkammerkulturen sind sie leichter zu entdecken.

    Licea castanea gehört zu den Arten deren Peridie sich durch vorgezeichnete Grate öffnet. Das sieht man auf Deinen Fotos recht gut. Ein Capillitium hat die Gattung nicht. Die glatten Sporen und deren Größe passen auch gut zu der Art.

    Die braunen Hyphen auf Deinen letzten Fotos gehören aber nicht zu dem Myxo. Wer weiß wie sie dort mit reingekommen sind, vielleicht vom Substrat.

    Aus welcher Ecke kommst Du? Der Fund wäre sicher wichtig zu kartieren. Es gibt nur wenige Funde in ganz Deutschland.


    VG Ulla

    Hallo Urs-Peter,

    Dein Fund ist auf jeden Fall eine Trichia.

    Da gibt es aber einige ähnliche Kandidaten, die durchs Mikro aber leicht auseinander zu halten sind.

    Ich tippe aber auf Grund der Jahreszeit auf Trichia contorta, die ist z.Z. am häufigsten.

    Trichia varia ist auch sehr ähnlich, aber leicht von der contorta durch die locker gewickelten Elateren zu uinterscheiden.

    VG Ulla

    Hallo Enno,

    mit Didymium difforme liegst Du richtig.

    Die Art wächst gern auf pflanzlichen Abfällen und hat eine dicke Kalkkruste.

    Auf Deinem ersten Foto sieht man die typischen Sporen, die auf einer Seite heller sind, teilweise etwas zipfelig ausgezogen. Größe ist auch i.O.


    LG Ulla

    Liebe Pilzfreunde,


    wir machten heute einen Ausflug in den Südharz.

    Da liegt z.Z. im Vergleich zum Oberharz so gut wie kein Schnee, aber es war kurz unter Null.

    Es war frostig und nicht sehr angenehm. Aber "Bewegung ist alles, das Ziel ist nichts" - so meine Devise.


    Schon am Parkplatz überraschte uns eine schöne Gruppe Haareis.

    Im Lauf der Wanderung sahen wir an vielen Stellen weiteres, eines schöner als das andere. Da mußte ich immer wieder draufhalten.










    Bei einem haben wir das Eis beiseite geschoben, damit man den eigentlichen Pilz - Exidiopsis effusa (Rosagetönte Wachskruste) sehen kann. Der ist aber leider nur ganz schwach rosa, eher weißlich.



    Winterhelmlinge und Herbe Zwergknäulinge gaben sich ebenfalls noch die frostige Ehre.




    Trotz der wenige Pilzarten war es ein schöner Wandertag.

    Ich hoffe, Ihr habt auch Freude dran.


    LG Ulla

    Hallo Cyrill,

    mit Perichaena corticalis hast Du eine typische Winterart gefunden, die fast ausschließlich auf der Innenseite von sich ablösender Rinde wächst.

    Das Capillitium ist oft nur spärlich vorhanden, aber die typische Deckelnaht verrät ihn meist.

    Wenn man gezielt Rindeninnenseiten im Winterhalbjahr absucht wird man die Art immer finden.


    VG Ulla

    Hallo Karl,

    von der Varietät hatte ich bisher noch nichts gehört.

    Ich habe mich darüber aber mal schlau gemacht und die Originalbeschreibung recherchiert.

    Die Varietät wurde von dem Schweizer Meylan 1931 beschrieben. Er beschreibt sie als sehr große Aethalien von bis zu 55cm, die allerdings nicht sehr hoch sind. Mikroskopisch soll sie von T. ferruginosa kaum zu trennen sein.

    Heute wird die Varietät meist nicht anerkannt und zu T. ferruginosa (Tubulifera arachnoidea) gestellt. Im französischen Schleimbuch wird sie eventuell dagegen als Synonym von T. dictyoderma vermutet. Diese Art bildet auch sehr große Fruchtkörper aus. Die Art kenne ich allerdings nicht.

    Anhand des vorliegendes Fotos würde ich deshalb den Namen nicht unterschreiben wollen. Unreife Myxos sind meist nicht wirklich sicher bestimmbar.

    Auch deshalb, wenn man keinerlei weitere Angaben dazu hat.

    In 123Pilze gibt es eine Seite wo die Fotos natürlich ähnlich aussehen. Aber da sind keine reifen Fruchtkörper zu sehen. Auch sind einige der Fotos garantiert keine Tubifera.

    Deshalb ist die Seite keinesfalls verlässlich.

    Es könnte auch was ganz anderes als Tubifera sein. Dazu müßte man reife Fruchtkörper haben.

    Also kann ich da leider nicht weiter helfen, denn ich will nicht spekulieren.


    LG Ulla

    Hallo Martin,

    ich würde den Pilz auch so nennen.

    der ist bei uns sehr häufig auf Physcia zu finden.

    Auf Deinem ersten Foto sieht man noch einen anderen Flechtenparasiten: Illosporiopsis christiansenii. Das sind die rosa Puschel.

    Die beiden Pilze wachsen oft gemeinsam.

    Vergleich mal damit.

    LG Ulla

    Hallo Petra,

    die rotbraunstieligen Didymium-Arten sind nicht immer leicht zu bestimmen. Man muß eigentlich immer mikroskopieren.

    Man muß die Peridie untersuchen ob sie braunfleckig ist, was bei Deinem Fund nicht der Fall ist. Wichtig ist außerdem, ob die Fruchtkörper eine Columella oder Pseudocolumella haben. Das sieht man leider auf Deinen Fotos nicht. Auch die Größe der Kalkkristalle ist wichtig. Diese sind in Deinem Fall kleiner als die Sporen. Bei den meisten rotbraunstieligen Arten sind die Kristalle größer als die Sporen. So komme ich durch Auschlußverfahren auch auf Didymium eximium. Die Größe der Sporen variiert manchmal, vor allem wenn die äußeren Bedingungen, wie jetzt im Winter, nicht optimal sind.

    Schöner Fund!


    LG Ulla

    Hallo Chris,

    nach dem Capillitium würde ich doch eher für eine Hemitrichia calyculata plädieren. So stark vernetztes Capillitium habe ich bei FH. clavata noch nie gesehen.

    Manchmal überraschen einen die Schleimis! Deshalb ist es eben wichtig immer auch zu mikroskopieren.

    Da paßt auch das Sporenmaß von 7-8um optimaler (das soll ja etwas kleiner sein als bei H. clavata)


    LG Ulla

    Hallo Chris,

    wichtig bei der Unterscheidung von Hemitrichia clavata und H. calyculata ist die Vernetzung des Capillitiums

    H. clavata hat ein wesentlich weitmaschigeres Netz, manchmal nur mit wenigen Vernetzungstellen, während H. calyculata immer ein sehr dicht vernetztes Capillitium hat, was sich dann meist aus dem Stielbecher wie ein Wattepuschel herausziehen läßt.

    Auf Deinem Foto sieht man mehrere Vernetzungstellen, aber es ist nicht klar ob das in Deinem Fall Zufall ist, dass Du gerade solche Stellen erwischt hast. Vielleicht schaust Du Dir das Capillitium unterm Mikro nochmal an.

    Die Sporengröße ist noch im Rahmen für H. clavata. Auch rein optisch würde ich Deinen Fund für H.clavata halten.


    LG Ulla

    HalloSebastian,

    Deinen Fund würde ich auch so nennen: Comatrichia nigra.

    Ist eine Art die jetzt im Winterhalbjahr gern wächst, sowohl auf Nadel- als auch auf Laubholz. Sie kann aber auch auf Porlingen wachsen, wie in Deinem Fall.

    Den Porling würde ich für einen Phellinus halten.


    LG Ulla