Beiträge von lamproderma

    Hallo,

    sehr schöne Eindrücke von der Artenvielfalt.

    Es wäre schön wenn Du die Fotos durchnummerieren würdest und die Nummern auch im Text bei den Arten einfügst sodass nicht so bewanderte Pilzfreunde die namen mit den Fotos verbinden können..

    Ein paar Fotos sind leider auch doppelt im Beitrag.

    Ist die für Dich unbekannte Art der rötlichbraune Porling? Den würde ich für einen Zimtfarbenen Weichporling Hapalopilus rutilans halten.


    VG Ulla

    Hallo Sebastian,


    da hast Du Dich ja redlich bemüht das Richtige rauszubekommen.

    Bei den Physarales lagst Du schon richtig.

    Zur Unterscheidung von Physarum und Didymium muß man die Kalkauflage auf der Peridie untersuchen ob sie kristallin (Didymium) oder amorph (Physarum) ist. Auf Deinen letzten Fotos sieht man gut die Kalkkristalle (wie kleine Sternchen) --> deshalb Didymium

    Dann das Capillitium untersuchen: die Verdickungen der Capillitiumfäden hast Du als Kalk interpretiert. Das sind aber "nur" Verdickungen. Kalkknoten bei Physarum sitzen meist in den Achseln der Netzstruktur. Sie sehen auch anders aus als die Verdickungen. Da kommt man wieder auf Didymium.

    Du schriebst, die Fruchtkörper seien nicht gestielt, aber auf dem ersten Foto sieht man das sie nicht ganz aufsitzen und auf den 2 folgenden Fotos sieht man auch, das da eine weißer stämmiger aber sehr kurzer Stiel ist, der bis in den Fruchtkörper reinragt. Die Fruchtkörper haben oft auf der Unterseite einen Nabel in den der Stiel reinragt und sie deshalb wie sitzend scheinen. Die von Dir vermutete D. anellus ist wirklich sitzend, hat keinen Stielansatz und die Columella sitzt direkt auf dem Hypothallus auf.

    Die dunkle Verdickung im Köpfchen auf dem 2. Foto ist die Columella. Die besteht auch aus Kalk. Das ist anders als bei den Stemonitales. Die sind ja völlig kalkfrei.

    Die Sporenstruktur und -größe ist auch i.O. sodass ich wie vermutet wieder auf Didymium squamulosum komme.

    Diese Art ist sehr vielgestaltig (vielleicht kommt bei zukünftiger Sequenzierung raus dass es mehrere Arten sind?). Sie ist aber sehr häufig und kommt gern auf Laub vor.

    Da Du mit einem Schlüssel versucht hast zum Ergebnis zu kommen, versuch den doch mal rückwärts zu gehen. Da findest Du vielleicht raus wo der Denkfehler war.

    Noch eine Bemerkung zu nivicolen Arten. Die wachsen wie bekannt am Rande des tauenden Schnees. Die Schneelage muß dick sein und mehrere Wochen liegen bleiben und dann erst bei frühlingshaften Temperaturen tauen. Solche Bedingungen hat man in der Ebene nicht, deshalb das Vorkommen im Gebirge (teilweise schon ab 500m in Mittelgebirgen, z.B. Harz, Thüringer Wald, Schwarzwald). Dieses Jahr wird es aufgrund der ungünstigen Schneelagen sicher auch in den Alpen schwierig für diese Arten von den Mittelgebirgen ganz zu schweigen.


    LG Ulla

    Hallo Bernd,

    heute ist der Beleg wohlbehalten angekommen.

    Ich werde ihn in den nächsten Tagen mal genauer unter die Lupe (Mikro) nehmen.

    Weitergehende Literatur habe ich mir auch noch besorgt, da es mit Badhamia nicht leicht ist. Es gibt einige neu beschrieben Arten.

    Ich hoffe, dass ich wirklich auf ein schlußendliches Ergebnis komme.


    LG Ulla

    Hallo Sebastian,

    das wird schon etwas problematischer.

    Man sieht nicht ob die Fruchtkörper einen Stiel haben. Er kann auch sehr kurz sein.

    Man muß dann die Peridie mikroskopieren ob die weißen Kalkteile aus Kalkkristallen bestehen --> das wäre dann Didymium.

    Das Capillitium schein ja keine Kalkknoten zu haben. Das spricht auch für Didymium.

    Ich würde auf einen kurzen weißen Stiel tippen und Kristalle auf der Peridie?

    Dann könnte es Didymium squamulosum sein. Die Art wächst gern auch auf Laub.


    LG Ulla

    Hallo Sebastian,

    Deinen Schleimi würde ich für Physarum nutans (Ph.album) halten. Typisch sind die nickenden Köpfchen.

    Allerdings ist Deine Aufsammlung noch nicht reif. Im reifen Zustand sind Schleimpilze einfacher zu erkennen. Meist hilft aber nur das Mikroskop.

    LG Ulla

    Hallo,

    schöne Fund hast Du da gemacht.

    Dass die "Österreicher" schon so weit sind ist ja bei Euch nicht verwunderlich :giggle: .


    Zu Deinen Schleimpilzfunden:

    Nr. 7 halte ich nicht für Trichia contorta, die ist nämlich ungestielt. Ich denke dass das Hemitrichia ist, entweder H. Calyculata oder H. clavata.

    Nr. 10: das letzte Foto kann auch was anderes sein als Arcyria denudata. man sieht, dass sich da Capillitium leicht vom Stielbecher löst und es auch viel grobmaschiger.

    N3: dürfte Dictydiaethalium plumbeum sein. Man sieht auf dem letzten Foto, dass der Myxo aus vielen Einzelfruchtkörpern besteht. Vergleich mal damit.


    LG Ulla

    Hallo Jörg,

    Deine Funde sind leider noch nicht reif, da ist es oft schwierig selbst die Gattung zu erkennen.

    Trichia decipiens könnte das sein, obwohl ich die unreif nie ein so goldgelb gesehen habe sondern mehr lachsfarben.

    Man müßte abwarten bis die Fruchtkörper reif sind.


    LG Ulla

    Hallo Jörg,

    ich würde Erwin beipflichten: Arcyria.

    Leider sind die Fruchtkörper noch nicht richtig reif, d.h. das Capillitium hat sich noch nicht gestreckt. Die Farbe ist auch etwas unklar: ist das mehr beige, gelb oder doch etwas rötlich?

    Um die Art rauszukriegen müßte man mikroskopieren.


    LG Ulla

    Hallo, ich würde das auch für einen unreifen Myxo halten.

    Vielleicht wird das mal Badhamia utricularis?

    Ist aber unsicher. Man müßte die reifen Fruchtkörper untersuchen


    VG Ulla.

    Hallo Bernd,


    ich glaube, dass Du da was ganz Besonderes gefunden hast! :gbravo::gbravo::gbravo:

    Eine Trichia ist es aber nicht, Trichiales haben keine Kalkstrukturen weder auf der Peridie noch im Capillitium.

    Aufgrund deiner Fotos sehe ich da im Innern der Fruchtkörper weißliche Kalkstrukturen, die mich stark an das Capüillitium einer Badhamia erinnern.

    Du schreibst auch : Sporen oft verklumpt. Die Sporen sind stark warzig mit hellerer Seite (dort hingen die Sporen im Klumpen zusammen)

    Das ist auch das typische Merkmal einiger Badhamia-Arten.

    So komme ich auf Badhamia nitens, eventuell die var. reticulata. Die var.nitens soll mehr kreiselförmige Sporen haben während die var. reticulata mehr rundliche (wie Deine Aufsammlung).

    Das ist eine Art, die in neuer Zeit in Deutschland noch nicht sicher festgestellt wurde. Das einzige was nicht ganz paßt ist, dass das Capillitium mehr gelblich sein soll.

    Aber etwas anderes fällt mir dazu erst einmal nicht ein. Die Gattung Physarum (auch mit kalkhaltigem Capillitium) schließe ich aber aus.

    Ich hoffe, dass Du den Beleg gut aufgehoben hast. Der Fund ist sicher wert in einer Publikation veröffentlicht zu werden!

    Zum Moos kann ich leider nichts sagen, da kenne ich mich nicht aus.


    LG Ulla

    Hallo Waldi,

    Deine Fund ist mir für eine braune Borsten-Tramete oben viel zu glatt. Der Pilz müßte filzig sein. Auch hat diese Art selten solche scharfkantigen Konsolen.

    Ich denke eher an den Erlen-Schiller-Porling - Inonotus radiatus, der kann auch solche Konsolen ausbilden und das Porenbild paßt auch.

    Du schriebst ja auch, dass der Pilz gelblicher als auf dem Foto aussieht. Das würde auch passen.

    Vergleich mal damit.


    LG Ulla

    Hallo Noah,

    das ist eine gute Frage.

    Ich weiß das auch nicht, wie man da zählen muß,

    Aber es gibt nur eine Art: Trichia varia, die hat nur eine einfach gewickelte Spiralleiste auf dem Capillitium. Das sieht man am besten an den Capillitium-Kurven, da ist die Leiste nur locker um den Capillitium-Strang gewickelt. Bei den anderen Arten von Trichia, Hemitrichia, Metatrichia sieht man, dass das stärker verdrillt ist. Aber wieviele Leisten es dann sind sehe ich auch nicht wirklich. Da müßte man einen Strang vom Anfang bis Ende verfolgen und zählen :gkopfkratz: .

    Allerdings wird in den Schlüsseln nie gefragt, ob das Capillitium mit 3 oder 4 Spiralleisten umwickelt ist.

    Wichtig ist, ob das Capillitium außer den Spiralleisten noch Stacheln, Verdickungen hat und wie dick es ist und vor allem wie die Enden aussehen (kurz oder lang auslaufend).


    LG Ulla

    Hallo Uwe,

    herzlichen Glückwunsch zu dem schönen Fund. Die Art ist ja recht selten und man findet sie meist in Kulturen, da sie sehr winzig sind.

    Aber deine Fotos zeigen alles wesentliche: den gestielten Fruchtkörper mit den braunen Pickeln auf der Peridie.

    Das Mikrofoto zeigt das typische Capillitium mit den kleinen Warzen und Stacheln, welches an die Gattung Perichaena erinnert (zu dieser Gattung wurde es von manchen Mykologen gerechnet).

    Die "Spiralleisten" welche im 3-bändigen Myxobuch genannt sind sind aber nicht so deutlich ausgebildet wie bei den anderen Hemitrichia-Arten oder wie bei der Gattung Trichia. Die Autoren hatten nur wenig Material, es ist auch keine Mikrozeichnung abgebildet. Die Warzen und Stachelchen sind manchmal spiralartig angeordnet, dass es so aussieht wie eine unvollständige Spiralleiste.

    Im Französischen Myxomyceten-Buch von Meyer et al. ist es sehr gut abgebildet und gleicht Deinem Foto. Die Sporengröße und Skulptur ist auch i.O. Deshalb dürfte Deine Bestimmung als Hemitrichia pardina korrekt sein.

    Der Fund auf Dung ist allerdings neu. Ich hatte die Art meist auf Rinde oder auch mal auf Kräutern, aber bisher immer in Kultur.


    Was sind diese "Spiralleisten" und wie sehen die aus?

    Normalerweise sieht ein Capillitium, welches Spiralleisten aufweist wie eine gedrehte Wäscheleine aus, je nach Anzahl der Spiralleisten mehr oder weniger verdrillt.


    LG Ulla

    Hallo,

    Bei dem Zusammenvorkommen mit Stereum hirsutum wird Deine Bestimmung schon stimmen. Toller, seltener Fund, würde ich auch gern mal finden.

    Tremella mesenterica wächst ja immer zusammen mit Peniophora sp.. Ist ja auch viel häufiger.


    LG Ulla

    Hallo Renato,

    schön wie der Schleimi z.Z. wächst.

    Aber irgendwann wird er an dem Punkt angekommen sein, dass das Biotop nicht mehr stimmt, dann kann er natürlich fruktifizieren, wenn Du Glück hast oder er stirbt.

    Hoffen wir für Dich das erstere.

    Wenn Du in freier Wildbahn Schleimis finden willst, mußt du Dich damit beschäftigen wo diese fruktifizieren.

    Da sind morsche Stämme sehr geeignet. Da sollte man erst nach farblich auffallenden Myxos schauen (wie z.B. Trichia, Arcyria, Physarum oder Didymium).

    Und natürlich sollte man sich etwas Literatur anschaffen, um vielleicht anhand der Fotos die Gattung oder Art einzugrenzen.

    Ich empfehle für Anfänger gern das Büchlein vom Marion Geib: Myxomyceten; Kleiner Führer für Exkursionen.

    Aber es gibt natürlich auch das dreibändige, deutschsprachige Werk von Neubert, Nowotny, Baumann & (Marx): Die Myxomyceten Deutschlands.

    Schlußrndlich sollte man sich ein Mikroskop anschaffen, denn die genaue Bestimmung der Arten ist meist nur mikroskopisch möglich.

    Damit sieht man auch erst die faszinierende Welt der mikroskopischen Eigenschaften der Schleimpilze. Du wirst dann begeistert sein. Versprochen!

    Aber ich biete natürlich auch gern Bestimmungshilfe an, wenn sie erwünscht ist.

    LG Ulla

    Bocaccio schrieb:

    Code
    No hablo nada de español, así que solo responderé en inglés. No creo que este sea un hongo de carbón porque básicamente no hay hongos de carbón en los helechos. Tampoco parece un Cordyceps, pero me falta una buena idea de lo que podría ser. Así que necesitamos información microscópica para llegar más lejos...