Unbekannter Porling an Pinus sylvestris

Es gibt 15 Antworten in diesem Thema, welches 669 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Cognacmeister.

  • Hallo zusammen,


    bei einer Kartierungsexkursion auf der Sophienhöhe am letzten Samstag habe ich auf Kiefernstämmen einen hübschen Porling gefunden. Im Feld dachte ich, daß er aufgrund seines gelben Randes bestimmt einfach zu bestimmen sei. Das hat sich bis jetzt leider nicht bewahrheitet, aber vielleicht hat ja hier jemand ( Tomentella ) eine zündende Idee. Das Hyphensystem ist monomitisch, Septen sind mit Schnallen, Zystiden habe ich keine entdeckt. Die Sporen sind glatt und messen 5,4-6,1-6,8 x 2,9-3,5-4 µm, Q=1,43-1,75-2,08. Die Sporen sind makroskopisch ohne Reaktion in Melzer, auch die Hyphen sind ohne Reaktion in Melzer. Makroskopisch zeigt der Fruchtkörper keine Verfärbung mit 3% KOH. Damit lande ich bei Ryvarden in Teilschlüssel H. Ob der Pilz Braun- oder Weißfäule verursacht, kann ich leider nicht beurteilen, damit lande ich also wahlweise bei Oligoporus oder Ceriporiopsis. Bei Ceriporiopsis finde ich keine Art, die auch nur ansatzweise paßt, was vor allem daran liegt, daß sich in dieser Gattung offenbar vor allem Arten befinden, die sich für Laubholz interessieren. Bei Oligoporus als Gattung komme ich zu Teilschlüssel E. Von der Sporenbreite her wäre O. norrlandicus ein Kandidat, der aber Chlamydosporen haben müßte, die ich nicht gesehen habe. Bleibt als Alternative O. rancidus (die mittlerweile offenbar mit Rhodonia placenta synonymisiert wurde), wobei die Sporen dafür aber eigentlich einen Tick zu breit sind.


    Fruchtkörper am Fundort


    Hymenium mit Kongorot gefärbt


    Sporen in Wasser


    Björn

  • Hallo Cognacmeister,


    ich habe gerade mal einen schnellen Blick auf den orangefarbenen Rand geworfen und konnte dort keine Konidien entdecken, nur inkrustierendes gelbes Pigment an den Hyphen. Gegen Ceriporia spricht aber meiner Meinung nach auch das Vorhandensein von Schnallen an den Septen.


    Björn

  • Hallo Cognacmeister,


    ich habe gerade mal einen schnellen Blick auf den orangefarbenen Rand geworfen und konnte dort keine Konidien entdecken, nur inkrustierendes gelbes Pigment an den Hyphen. Gegen Ceriporia spricht aber meiner Meinung nach auch das Vorhandensein von Schnallen an den Septen.


    Björn

    Passt Scho Björn stimmt schon sag i a auf die schnelle fällt mir jetz nix ein ausser anomoloma albolutescens des is da aber weit daneben denk i lg bin neugierig was die tomentella wieder raushaut. Die wissen schon zuviel🙃

  • Hallo Björn,


    dein Porling sieht makroskopisch ja toll aus und man denkt, der muss doch "leicht" zu bestimmen sein. :)

    Resupinat, monomitisch, mit Schnallen, an Pinus und bei der Sporengröße und -form komme ich auch erstmal bei Fibroporia norrlandica raus. Die Chlamydosporen sind schwierig im Context zu finden. Die Art hat allerdings ein weißes Hymenophor. Ich hatte dieses Jahr die Art zum ersten Mal und habe sie auch sequenzieren lassen.

    Ähnlich deinem Fund wäre noch Sarcoporia polyspora. Da sind die Sporen allerdings dextrinoid und das hast du ja geprüft!?

    Wievel Poren pro mm hat den dein Porling?

    Wenn wir online zu keinem Ergebnis kommen, kannst du mir den Fund auch gern zusenden.


    LG

    Frank

  • Hallo lieber Frank wo wären den diese chlamydosporen den zu finden bei dieser Art lg.

  • Hallo Frank,


    ich habe heute Poren gezählt und komme am noch vorhandenen Rest Frischmaterial auf 2-3 Poren pro mm. Ich habe auch noch mal gezielt im Subikulum nach Konidien gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Einzig leicht angeschwollene Hyphen habe ich finden können.



    Ich kann dir den getrockneten Beleg gerne in den nächsten Tagen zuschicken.


    Björn