Welches Gedicht hat Euch am Besten gefallen? Ihr dürft eine Stimme vergeben. 0
Das Ergebnis ist nur für Teilnehmer sichtbar.
Liebe Freunde der fungiphilen Dichtkunst.
Ich hoffe, dass trotz des tatendurstigen Durchstreifens Eurer Pilzwälder noch Zeit für die Abstimmung zum Pilzgedicht des Monats September bleibt.
Hier dürft Ihr Eure Stimme abgeben.
Die Abstimmung endet mit Ablauf des 02. November.
Welches der folgenden Gedichte hat Euch am Besten gefallen?
Die Vorgaben waren sandig - Alter- Puzzle
Herbstliches Erwachen
Wenn Nebel durch die Täler ziehen
und feuchte Luft den Wald erfüllt,
beginnt ein Reich, ganz still, zu blühen,
das sich in braunes Laub verhüllt.
Die Hüte recken sich nach oben,
aus Erde, die vom Regen schwer.
Sie werden leis vom Wind umwoben
und wachsen lautlos mehr und mehr.
Der Boden hier ist karg und sandig,
doch bricht die Kraft sich ihre Bahn.
Das junge Wachstum ist beständig,
ein Wunder, das man sehen kann.
Es braucht die Stille und das Alter
des Waldes, der nun schlafen geht.
Ein kühler Geist wird zum Gestalter,
wenn stumm ein Pilz im Moos entsteht.
Man sucht sie in den dichten Hecken,
wo sich die Spur im Kraut verliert.
Sie lieben es, sich zu verstecken,
bis man ihr Muster dann kapiert.
Es gleicht dem Puzzle der Natur,
das sich im Herbst zusammenfügt.
Man staunt auf weiter, grüner Flur,
wie sich das Leben selbst genügt.
Ein scharfer Geselle
Rot wie Zinnober seine Mütze ist,
sie glänz ganz toll im Gegenlicht.
Jedoch wenn er sie dann mal nimmt ab,
reißt er von ihr nur kleine Lappen herab.
Seine Zähne waren mal schneeweiß zu Beginn.
Doch nun ist das schon lange dahin.
Etwas gelblich sind sie jetzt vom scharfen Gesell'.
Aber dafür sind sie doch noch immer ganz hell.
Irgendjemand hat sie einst mit Gabeln verseh'n.
Ja, so kann es dir als scharfen Gesellen ergeh'n.
Doch wenn einer da drauf drückt, ganz keck,
dann brechen sie spröd ab und fallen ihm alle weg.
Auffällig ist sein weißes Bein.
Bei ihm solls etwas dicker sein.
Doch wenn man's drückt, man glaubt es nicht,
kann es durchaus sein, dass es bricht!
Zum Ausgeh'n, damit die Frau sich regt,
hat sehr teures Parfüm er aufgelegt.
Etwas Obstgeruch dies mit sich führt,
die Frau das lässt nicht ungerührt.
Sein Parfüm die Frau gar so betört.
Ihr Wiehern rundum jeder hört.
Wild beißt sie in den scharfen Gesellen rein.
Vor Schmerz würde sie dann am liebsten schrei'n.
Gesehen wird es dadurch von allen,
wie sie lässt den scharfen Gesellen fallen.
Er bricht entzwei, man glaubt es kaum.
Jetzt kann man mit ihm Puzzle bau'n.
