Telamonie mit auffälligem Geruch - Cortinarius pilatii?

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 210 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Mykollege_Günter.

  • Hallo,


    ich habe hier eine Telamonie, von der ich denke dass eine Bestimmung durchaus möglich sein könnte.


    Fundort ist ein Mischwald mit Kiefer, Fichte und Birke auf Bundsandstein. Die Pilze wuchsen in einer kleinen Gruppe im Moos/Waldboden.


    Der Habitus ist insgesamt recht schmächtig und an Risspilze oder Helmlinge erinnernd.


    Hut ca 15..25mm, nuss- bis graubraun, in der Mitte ein spitzer Buckel. Am Hutrand auch im Alter auffällig behangen mit weißem faserigem Velum. Hut hygrophan; trocknet ockerfarben ein. Beim Abtrocknen erkennt man spärliche feine , vom Hut abstehende Schüpchen.

    Lamellen ocker- bis graubräunlich mit einem lila Schimmer, der nur bei gutem Licht oder auf Kamerabildern gut zu erkennen ist. Die Lamellenscheiden sind schartig und heller. Mit der Mikroskop erkennt man blasenförmige Zellen (Basidiolen?).

    Der Stiel ist ca 3..4mm dick, bräunlich, an der Basis dunkler. Über die gesamte Länge mit weißem Velum faserig überzogen. Stielfleich im oberen Bereich ocker/hellbraun, an der Stielbasis dunkelbraun; hohl.


    Der Geruch war im regennassen Wald noch nicht prägnant, später aber auffällig intensiv frisch + fruchtig, für mich an Petersilie + Zwetschke erinnernd. Mit etwas Phantasie kann man auch an an (fruchtige) Pelargonien denken.


    Sporen 8,6 x 4,9µm; Q=1,76; mandelförmig mit ausgeprägtem Apex; Ornament mäßig warzig.




    Abends bei Warmlicht, daher etwas farbverfälscht:






    Nach einer Nacht im geschlossenen Gefäß aber zimmerwarm gelagert:





    Sporen:





    Ich habe zur Bestimmung Kibby, FN, FAN8 und GPBaWü5 herangezogen. Ohne Erfahrungen mit den Telamonien vertut man sich bekanntermaßen sehr schnell in den Schlüsseln; schlussendlich bin ich aber bei den Gürtelfüßen mit Pelargonienduft hängengeblieben. Am besten gefällt mir Cortinarius pilatii (C.diasemospermus), der Melissen-Gürtelfuß. Der fruchtige Geruch mag an Melisse erinnern, Sporenmaße passen, ebenso die spärlichen und erst erst bei Abtrocknung sichtbaren Schüppchen auf dem Hut (während alle anderen nach Pelargonien duftenden Arten deutlich ausgeprägtere Hut-Schüppchen aufweisen).


    Darf ich den Fund so einsortieren oder gibt es Einwände? Zur Absicherung verlinke ich hier noch unsere Schleierlingsexperten Cortinarius und Mykollege_Günter

  • Schwierig, in der Sektion Flexipedes mit ca 15 Arten, auf eine bestimmte Art runterzuschlüsseln.

    C. pilatii ist sehr gut möglich, aber auch C. pelargoniostriatulus.

    Danke Dir für Deine Einschätzung. Ich freue mich zunächst einmal, in der richtigen Sektion angekommen zu sein. In der FAN8 und FN nachgeschlagen war ich bereits im Vorfeld überrascht, wie viele Arten zu den Flexipedes zählen. Zu C. pelargoniostriatulus finde ich allerdings wenig; in der FAN8 ist die Art lediglich in einem Phylogramm erwähnt. Hast Du ein Paper oder ähnliches zu Hand, in dem die Art besprochen wird?


    Herzliche Grüße, Thomas.