Entoloma (cf.) versatile

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema, welches 173 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von kruenta.

  • N'abend,


    am Waldrand unweit der kürzlich aus dem Wald gezeigten Wiesenpilze steht noch so einiges, wenn man denn anfängt zu suchen. Bei diesem Pilz mit dem gelbseidigen, gebuckelten Hut hätte man von weitem auch einen jungen Risspilz vermuten können. Spätestens die Sporen brachten dann Sicherheit. Auch nicht zahlreich, 3 einzelne Exemplare über einen Quadratmeter verteilt.

    Die Lamellenschneiden sind das reinste Flaschenlager, jedenfalls an der frischen Lamelle sehr hübsch anzusehen

    überwiegend 4-sporig

    im Präparat verlieren die Cheilozystiden viel von ihrem Reiz

    es gibt braun pigmentierte Elemente, das könnten Pleurozystiden sein, welche der Lamelle die untypische Färbung verleihen


    da ich mir nicht sicher war, ob das nicht nur durch KR gefärbt wurde, noch in KOH 3%

    Sporen 9,5-11-[15]*6,5-7,5-9 µm, Q~1,45

    HDS

    und in KOH


    Die Art ist sogar in der litauischen Funga enthalten, dort in subg. Inopilus. Diese Bestimmung scheint im Vergleich mit weiterem Material zu der Art Bestand zu haben. Das sieht nächste Woche aber bestimmt schon wieder anders aus.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,

    schöner Fund :)

    Wenn ich meinen Fund mit deinem vergleiche dann passt das gut (Siehe hier).


    VG : Thorben

  • Hallo Karl,

    thorben96 Ebenfalls neu beschrieben wird Entoloma chloridicolor. Diese Art ist wohl morphologisch nicht von E. versatile zu trennen. Es ist ätzend ich weiß :D

    ;( Es so wäre so einfach gewesen.

    Also zukünftig E. versatile agg. ?


    VG : Thorben

  • Hallo Karl,


    den Artikel hatte ich ohnehin gerade offen. allerdings erst am Anfang. Ich habe jetzt beide Artbeschreibungen durchgelesen. Und habe da so meine Zweifel - da scheint keiner ordentlich Korrektur gelesen zu haben. Und dann fragt man sich, was denn von der Schablone stammt und was wirklich zu der Art gehört.


    Bei chloridicolor steht in der Bildunterschrift "Scale bars: 1 cm (habit), 10 μm (spores, cheilo- and caulocystidia)" - allerdings werden gar keine caulocystidia gezeigt. Und im Text heißt es "

    Caulocystidia absent, but outer stipitipellis hyphae with abundant cylindrical to slightly clavate, sometimes somewhat capitate outgrowths, up to 45 × 7.5 μm, mainly without septa, so continuous with stipitipellis hyphae, not encrusted" [was besser zu meinem Pilz passt - während Thorben bei seinem ja Kaulozystiden hat]


    Bei olivaceovirens wird gleich gar nichts in der Beschreibung zu Kaulozystiden gesagt. Diese werden auch in der Bildunterschrift nicht erwähnt. Also vermutlich gibt es keine. Dann steht da "Basidia 45–60 × 7–15 μm, 4-spored, clamped, necrobasidia frequent" [damit weiß ich nun wenigstens, wie die braunen Dingers bei mir heißen - die sollen bei beiden genannten Arten vorkommen]. Abschließend heißt es dann "Clamp-connections absent." Ja, was denn nun? Theoretisch, so könnte man argumentieren, bezieht sich dieser letzte Satz nur auf den vorherigen Absatz. Aber da gibt es keine Absätze seit der Behauptung, es gäbe Schnallen an den Basidien. Und allgemein wird das, soweit ich das bei Entoloma-Papers ersehe, dass die abschließende Negierung von Schnallen - als eigenständiger Satz - für alles gilt. [Schnallen hab ich bei mir nicht, bliebe also chloridicolor].


    Allerdings steht die Frage, ob eine Erstbeschreibung, die Widersprüche enthält, überhaupt als gültig angesehen werden kann.


    LG, Bernd

  • Hallo Bernd,

    nachdem ich den Kommentar gelesen hatte bin ich nicht tiefer eingestiegen, zumal mir die Information vorher schon mündlich gegeben wurde.


    Notes: Entoloma chloridicolor is phylogenetically

    distinguishable from both E. versatile, and E. olivaceovirens.

    The holotype had a brown grey pileus, but additional material

    from Russia shows distinct green colours, like in E. versatile.

    So, they represent barcode species that cannot always be

    distinguished morphologically.

    LG Karl

  • Hallo Karl, ja schon, habe ich gelesen, aber dann müsste die Beschreibung bei allen 3 Arten identisch sein. Was darauf hinausliefe, dass man eine Art beschreibt, die in 3 sequenziösen Aromen (Unterart?) daherkommt.


    Menschen kann man ja per Sequenz auch unterscheiden - bis auf eineiige Zwillinge - und theoretisch zu separaten Arten beschreiben, wenn man der Sequenz die ultimative Priorität einräumt.


    LG, Bernd