Hallo zusammen,
auf den Exkursionen der diesjährigen BMG Tagung in Tännesberg sind mir als "Beifang" auch ein paar Flechten untergekommen, die nicht untergehen sollen (bis auf die letze, die darf das, aber dazu später)
Auf einem im Moor liegenden vermutlich Pappelstamm wuchsen diese hübschen Schirmchen:
Lichenomphalia umbellifera/ericetorum, man sieht hier schön den Thallus aus kugeligen Algenzellen
und daneben eine wunderbar orchestrierte Truppe von
Multiclavula mucida
beides Flechten mit Basidiopartner, was nicht allzu häufig vorkommt.
In einem Bachtal fielen mir auf den hübschen Granitsteinen kurz oberhalb der Wasseroberfläche neben den Lebermoosen eine auffallend stabile, hübsch grün gefärbte Flechte auf:
Lugol
Pyknidien
und offenbar ein Parasit, denn diese Ascosporen sind 3fach septiert, die Gattung Dermatocarpon sollte jedoch unseptierte (max 1x septierte) Ascosporen haben.
Es dürfte sich um Dermatocarpon luridum handeln, eine Flechte, die gerne in der Sprizwasserzone von sauberen Bächen auf saurem Silikatgestein wächst.
Diese Flechte überlebt es bei Hochwasser auch mal einige Zeit unterwasser zu sein.
Leider habe ich nur Lugol's zu Hause, damit reagiert das Mark nicht. Mit Melzers sollte es rot reagieren.
Für D. leptophyllodes, die I- ist, sind mir die Loben zu groß und sie scheinen mir auch polylobär.
Aber vielleicht hat ja jemand von euch eine Meinung dazu?
Viele Grüße
Ingo
