Flechten im Oberpfälzer Wald

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 114 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von ogni volta.

  • Hallo zusammen,

    auf den Exkursionen der diesjährigen BMG Tagung in Tännesberg sind mir als "Beifang" auch ein paar Flechten untergekommen, die nicht untergehen sollen (bis auf die letze, die darf das, aber dazu später)


    Auf einem im Moor liegenden vermutlich Pappelstamm wuchsen diese hübschen Schirmchen:


    Lichenomphalia umbellifera/ericetorum, man sieht hier schön den Thallus aus kugeligen Algenzellen


    und daneben eine wunderbar orchestrierte Truppe von




    Multiclavula mucida

    beides Flechten mit Basidiopartner, was nicht allzu häufig vorkommt.


    In einem Bachtal fielen mir auf den hübschen Granitsteinen kurz oberhalb der Wasseroberfläche neben den Lebermoosen eine auffallend stabile, hübsch grün gefärbte Flechte auf:








    Lugol


    Pyknidien


    und offenbar ein Parasit, denn diese Ascosporen sind 3fach septiert, die Gattung Dermatocarpon sollte jedoch unseptierte (max 1x septierte) Ascosporen haben.


    Es dürfte sich um Dermatocarpon luridum handeln, eine Flechte, die gerne in der Sprizwasserzone von sauberen Bächen auf saurem Silikatgestein wächst.

    Diese Flechte überlebt es bei Hochwasser auch mal einige Zeit unterwasser zu sein.

    Leider habe ich nur Lugol's zu Hause, damit reagiert das Mark nicht. Mit Melzers sollte es rot reagieren.

    Für D. leptophyllodes, die I- ist, sind mir die Loben zu groß und sie scheinen mir auch polylobär.

    Aber vielleicht hat ja jemand von euch eine Meinung dazu?


    Viele Grüße

    Ingo

  • Hallo Ingo,


    Wow! Basidioflechten habe ich noch nie gefunden, bzw. gesehen. Glückwunsch!

    Dermatocarpon ist gesetzt. Ich würde auch die kleinblättrige D. luridum vermuten.

    Super!


    LG, Martin

  • ogni volta

    Hat den Titel des Themas von „Flechten im Bayerischen Wald“ zu „Flechten im Oberpfälzer Wald“ geändert.