Alpin-Exkursion 18.07.2026

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 281 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Helmut.

  • Hallo zusammen


    Die alpinen Pilze kommen langsam in Fahrt :)

    Trotz der Trockenheit scheint es den Pilzen ab ca. 2500m zu gefallen, weiter unten hat es wenig bis nichts.


    Meine erste Exkursion war vor 10 Tagen. Da gab es noch nicht wirklich viel, aber die Saison startet ja auch gerade erst.

    Habitat: Auf 2350-2600m auf Kalk, bei Salix herbacea oder Salix reticulata.


    Menschen habe ich nicht getroffen, dafür andere Lebewesen.


    Frösche gab es auch massenhaft.


    1:

    NIcht wirklich was Spezielles, aber man freut sich im Moment über jeden Pilz: Phloeomana speirea.


    2:

    Eine Telamonia bei Salix reticulata, die ich als Cortinarius subtilior bestimmt habe.


    Sporen: 9.2-10.2-11.3 x 6.1-6.6-7.2 µm, Q = 1.43-1.55-1.74


    Und nun zwei Mallocybe-Kollektionen.

    Wie immer sehr schwierig - Ditte , falls du einen Blick drauf werfen willst, wäre ich froh.

    Muss aber nicht sein, ich lasse sie sowieso sequenzieren.


    3:

    Das ist wieder eine der Mallocyben mit chromgelbem Fleisch in der Stielbasis.

    Mit den gängigen Schlüsseln kommt man immer auf substraminipes.

    In der Gegend dort hatte ich schon oft gelbfüssige Risspilze, nach der Sequenzierung war es aber nie substraminipes.


    Hier sieht man schön die gelbe Basis.


    Sporen: 8.3-9.5-10.6 x 5.0-5.8-6.7 µm, Q = 1.49-1.64-1.91


    Cheilozystiden 2-3 zellig, Endelement 24-47 x 6-13 µm.


    4:

    Der hier könnte spannender sein., auf 2600m bei Salix herbacea.



    Sporen sehr schlank, 8.8-10.2-11.5 x 4.2-4.6-5.1 µm, Q = 1.87-2.20-2.61


    Hier komme ich auf kein brauchbares Ergebnis. Mit diesen laceroiden Sporen käme man rasch auf M. malenconii.

    Aber die soll einen struppigen Hut haben, die hier sind bestensfalls etwas faserig.

    Könnte das die ominöse (und ungültig beschriebene) Inocybe nespiakii sein?


    Weitere Risspilze von den nächsten Exkursionen folgen...


    LG Raphael

  • Hallo Raphael,


    deine Funde auf alpinem Level finde ich immer ausgesprochen spannend. Solch ein spezielles Habitat fehlt mir im flachen Rheinland :).


    Und vor allen Dingen findet man recht viele unbeschriebene Arten. Dies gilt vor allen dingen für die Entoloma und Inocybe.


    Vielleicht treibt es mich auf der Wanderschaft doch mal in den alpinen Bereich, um den einen oder anderen Fund zu machen.


    lg Rainer

  • Wie immer schöne Doku, Raphael!

    Alpine Mallocyben (und viele andere Gattungen) hätte ich auch noch etliche zum Sequenzieren, da beneide ich Dich ein wenig um diese Möglichkeit! Wie es der Zufall will war ich auch am 17./18. Juli auf einer Hütten-Übernachtung in knapp 2200 m. Da standen zwar die Pilze "eigentlich" nicht im Mittelpunkt, aber wenn da welche am Wegrand stehen, müssen die Mit-Wanderer halt ein wenig warten. Ab 2300 m aufwärts und unten im Fichtenwald gab es a bissl was, dazwischen nix. Ich will die nächsten Tage zumindest die wenigen alpinen Funde auch mal vorstellen.

    Gruß Helmut