Schildborstling bestimmen

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 314 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Felli.

  • Hallo,


    am 08.07. haben wir bei Gräfendorf an einem durchnässten Holz an einem Bach folgende Schildborstlinge fotografiert:





    Am Mikroskop habe ich bislang folgende Aufnahmen gemacht:


    Sporen+Asci:





    Spore in mehreren Focusebenen:





    Haare am Rand (Auflicht):



    Haare im Quetsch-Präparat:



    Die Sporengrößen sind ziemlich konstant (habe viele weitere gemessen), die 3 auf dem Bild sind also repräsentativ. Das gilt auch für den Quotienten / Form der Sporen. Der liegt im Mittel bei ca. 1,4.

    An der Basis der Haare sehe ich keine Verzweigungen.

    Mit dem Schlüssel auf ascomycetes.org komme ich irgendwie auf kein konsistentes Ergebnis.

    Bei den häufigeren Arten passt es entweder mit der Sporengröße, Ornamentierung, Warzen und Form / Quotient oder mit der Haarlänge bzw. deren Basis nicht richtig zusammen.


    Hat jemand einen Tipp für mich, was ich noch machen könnte bzw. welche Arten in Frage kommen könnten?


    LG Markus


  • Hallo Markus,


    stammen die Sporen aus einem Abwurf? Das ist wichtig, weil man nur dann sicherstellen kann, daß die Sporen wirklich reif sind. Und nur bei reifen Sporen kann man das Ornament adäquat beurteilen. Dafür sollte man die Sporen dann übrigens mit BWB anfärben, dadurch wird das Ornament deutlich sichtbar. Außerdem wird bei Scutellinia ggfs. wichtig, ob sich das Epispor beim Erhitzen in BWB+Milchsäure ablöst.


    Björn

  • Hallo Björn,


    ja, die Sporen stammen von einem Sporenabwurf. Der Fruchtkörper lag 4 Tage auf einem Objektträgerglas und dann wurden die Sporen in Wasser vermessen.

    Als Quetschpräparat habe ich u.a. auch in BWB mikroskopiert, aber keine Sporen aus dem Abwurf, die waren ja in Wasser. Da es nicht übermäßig viele freie Sporen waren (geschätzt vielleicht in der Größenordnung 100) und diese reicht breit verteilt) werde ich da keine freien Sporen mehr in BWB mikroskopieren können.

    Da muss ich das nächste Mal 2 getrennte Sporenabwürfe anfertigen, weil Größe messen soll man ja in Wasser.

    Wie macht man das mit dem Erhitzen? Feuerzeug drunterhalten und wie lange?


    LG Markus

  • Hallo Markus,


    wenn der Fruchtkörper nur so spärlich abgesport hat, dann war er wahrscheinlich nicht wirklich reif. Normalerweise hat man da relativ schnell eine entsprechende Menge an Sporen und kann auch durchaus mehr als einen Abwurf mit einem Fruchtkörper machen. Man kann bei Ascomyceten übrigens auch den Fruchtkörper etwas anfeuchten, ein Deckglas auf die Fruchtschicht legen und das ganze dann mit einer Lampe anleuchten. Da sollte man dann binnen 10 Minuten einen Abwurf haben.


    Ansonsten kann man so einen Abwurf auch erstmal in Wasser mikroskopieren und anschließend etwas BWB von der Seite hineinziehen. Damit spart man sich ein Präparat. Und Erhitzen funktioniert in der Tat mit einem Feuerzeug. Zeitlich so lange, daß es warm wird ohne daß es kocht.


    Björn

  • Hallo Björn,


    mal sehen, ob ich dem inzwischen trockenen Fruchtkörper mit Anfeuchten noch ein paar Sporen entlocken kann.


    Ansonsten halt beim nächsten Mal.


    Danke für Deine Tipps!


    LG Markus

  • Servus Marcus,

    Sind die Randhaare in etwa so lang wie die Aussenhaare?

    Mach doch mal einen Querschnitt durchs Apothecium, dann kann man das auch besser beurteilen wie tief die Haare im Fruchtkörper verankert sind, und ob nicht doch Basisverzweigungen zu sehen sind.

    Dass der untersuchte Fruchtkörper nicht reif war hat Björn ja schon angedeutet,

    - man sieht es auf deinen Bildern mit den Asci auch recht deutlich, dass keine reifen Sporen im Ascus- Inneren vorhanden sind. Reife Sporen sind für eine Bestimmung unerlässlich. Und selbst dann kommt man bei Scutellinia oft nicht auf ein sicheres Ergebnis - leider.

    Mit kurzen Haaren auf Holz kommt mir erstmal was aus der Gruppe um S. umbrorum ssl. in den Sinn.

    Grüße

    Felli