Heidefund: Byssonectria

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 741 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von magicman.

  • Hallo, ich durfte in der Heide eine unbekannte Gruppe von Mossbecherlingen finden. Selbst mit Mikroskop ist die Bestimmung schwierig.


    Beim Stöbern im Netz bin auf die tolle Seite http://www.octospora.de gekommen. Dort gibt es natürlich den Schlüssel für Mikroskopiker.


    Aber diese Arten leben ja in Symbiose oder parasitieren auf Moose und idealerweise gibt es auch noch eine Auflistung der Wirte für die Arten. D.h. kann ich den Wirt bestimmen

    bin ich potenziell schon recht nah an der Art. Das Problem ist, ich kenne mich überhaupt nicht mit Moosen aus.

    Vielleicht kann mir jemand unter die Arme greifen, der sich mit Moosen auskennt!? Felli ?


    Nun zu den Moosbecherlingen:


    Habita: Heide, Nährstoffarm, Stickstoffreich, Sandig. Die FK der Gruppe sind sehr klein (Maximal 1,5 mm) und direkt auf Sand zu finden. Der Standort war sehr sonnig

    und die Gruppe wurde vorgestern gefunden. D.h. recht früh im Jahr.


    Edit: Die FK sind sehr wahrscheinlich der Gattung Byssonectria zuzuordnen. Ökologie und makroskopische Eigenschaften passen sehr gut.

    (Danke Karl, Alex und Felli)





    Vielen Dank für das Sichten und eure Hilfe


    lg Rainer

  • Ich denke Karl hat recht. Vor zwei Jahren habe ich mal eine orangene und eine gelbe Byssonectria mit jeweils unterschiedlich großen Sporen sequenziert - das Ergebnis: konspezifisch. Seitdem glaube ich, dass es lediglich eine Byssonectria bei uns gibt und folgerichtig sollte alles Byssonectria terrestris heißen. Ich kenne die übrigens ausschließlich von Heide-ähnlichen Habitaten.


    Gruß

  • Servus Rainer,

    da brauchst du das Moos nicht,

    Karl hat dich ja schon auf die richtige Fährte gebracht.

    Diese Pilzchen wachsen sehr häufig auf mit Urin-getränkten Stellen.

    Grüße

    Felli

  • Hallo Karl, Alex und Felli, vielen Dank für eure Einschätzung und Hinweise.


    Es ist also eine Byssonectria. Die Ökologie und makroskopische Beschreibung treffen es doch sehr.


    "Apothezien 0,8-1,5 mm lang, zahlreich, ungestielt, subglobulär, dann in Form kleiner Becher mit flachem, orangefarbenem Hymenium, dessen Rand mit kleinen weißen Fetzen gefranst ist."


    Karl hat diese auch schon sehr häufig im Depot gefunden.


    In diesem Areal gibt es immer etwas neues zu finden.

    Sollte jemand Interesse an einem Exikkat haben, würde ich diese bei einem erneuten Fund trocknen?



    lg Rainer

  • magicman

    Hat den Titel des Themas von „Heidefund: unbekannter Moosbecherling: Octospora, Neottiella, Lamprospora....?“ zu „Heidefund: Byssonectria“ geändert.
  • Hallo Karl, das mache ich gerne.


    Meine heutigen Finde sind junge Becherlinge, aber keine Byssonectria


    Wenn du auch an anderen interessiert bist, wären die heutigen Funde versendbar.


    1. Discinella, die ich für D. Boudieri halte. Der Becher war fast über den ganzen Winter zu finden. Nur Eis und Schnee haben ihn ferngehalten.



    2. Geopora: die auch schon finden durfte. Hier gehe ich von dem Kalk- Liebhaber G. Foliacea aus.

    Ältere Fruchtkörper zeigen übrigens einen Befall auf dem Hymenium. Nobi, hatte diesen mal bestimmt.




    Vielleicht kann mir auch jemand von euch beantworten, ob man junge Becherlingen besser getrocknet oder

    frisch versendet, damit sie besser aussporen?


    LG Rainer

  • Servus Rainer,

    Bei dir wachsen ja schon wieder so schöne Sachen- Ich konnte hier außer die Sacoscypha´s noch keine größeren Ascomyceten entdecken- kommt aber sicher noch :)

    Vielleicht kann mir auch jemand von euch beantworten, ob man junge Becherlingen besser getrocknet oder

    frisch versendet, damit sie besser aussporen

    Ganz einfach:

    junge Becherlinge - die nicht zur Sequenzierung bestimmt sind - kannst du eigentlich stehen lassen, sie reifen erst ab einem bestimmten Reifegrad nach, - und auch das ist nicht sicher.

    Zur korrekten Bestimmung sind halt oft ausgereifte Sporen nötig X(

    Falls die Becherlinge auf einem festen Substrat wie Holz, Dung - Haare.etc. wachsen, kannst du sie mit dem Substrat entnehmen und reifen lassen.

    Bei unreifen/ jungen Becherchen kannst du allenfalls die Gattung einigermaßen festlegen.

    Denke ich zumindest, aber vielleicht irre ich mich ja auch.

    Grüße

    Felli

  • Bei dir wachsen ja schon wieder so schöne Sachen- Ich konnte hier außer die Sacoscypha´s noch keine größeren Ascomyceten entdecken- kommt aber sicher noch :)

    Hey Felli, im wärmebegünstigten Rheintal tick die Uhr schon etwas anders. Es sind schon viele Arten zu finden.

    junge Becherlinge - die nicht zur Sequenzierung bestimmt sind - kannst du eigentlich stehen lassen

    Tja, wie schade. Diese sind ja das ganze Jahr zu finden... ;)