Botryobasidium

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  • Hallo zusammen, ich bräuchte Unterstützung


    Traubenbasidie, dünn, porös-netzig vom 25.12.25 auf einem Kiefernästchen,

    Das Makrofoto vom 4.Jan. ist stärker gelb als das Frischmaterial 9 Tage vorher mit mehr grauweiß.

    Sporen: 6 (oder mehr ?), 8-11,5 x 4-5(5,5) µm, nicht biapiculat, +/- schiffchenförmig, mehrheitlich mit einem abgerundeten Apex.

    Hyphen ohne Schnallen, dünnwandig ca. 6-8µm und dickwandig überwiegend 8-11(bis13µm!) mit 0,8-1,2µm Wanddicke und schwach dextrinoid.

    Basidien, (ungenau, kollabieren inzwischen) ca... 12-20 ×7-10, jung kurz-kurzkeulig verdickt später schwach eingeschnürt, keine Schnallen.

    Konidien Sporen habe ich keine gefunden.


    Hierzu habe ich 2 Szenarien, mit und ohne Konidien bearbeitet. Es waren zwar keine eindeutige Konidien Sporen vorhanden, aber schmale 1-3µm, oft rechtwinkelig verzweigte, septierte Hyphen wie sie bei Larsson+ Ryvarden Fungorum 43 / 2021 als Ausgangangshyphen zu den Konidiophoren u.a. bei B. capitatum und B. ellipsosporum skizziert sind.

    Mir ist schon klar, dass man ein Botryobasidium mit Konidien nicht bestimmen kann, wenn die dazugehörigen gut ausgebildeten Konidien Sporen fehlen.

    Frage: Gehören diese dünnen, septierten, verzweigten Hyphen zum Anfangsstadium für Konidien (Konidiophoren) oder sind es irgendwelche Hyphenelemente vom "Untermaterial"?



    Sporen und Basidien




    Hyphen


    Literatur: Larsson+Ryvarden Syn.Fung. 43 (2021) und Bernicchia, BK P.d.Schw.


    Szenario1 mit Konidien:

    B. conspersum mit schmalen Sporen und zu schmalen Hyphen entfällt.

    B. capitatum mit seinen +/- biapicularen und zu schmalen Sporen passt eigentlich auch nicht, obwohl die "Konidienhyphen" (falls es welche sind 🤔) gut hinkommen würden.

    B. rubustior hat zu schmale Hyphen und zu kleine Sporen.

    Als gute Option mit Konidien würde ich B. ellipsosporum sehen (bei Pinus).


    Szenario2 ohne Konidien:

    B. botryosum schließe ich wegen der nicht biapicularen Sporen aus.

    B. laeve hat zu kleine schmale Sporen

    B. medium hat Schnallen

    B. optusisporum mit mehrheitlich abgerundeten Sporen Apex, Sporengröße, dickwandigen Hyphen bis 13ym und Vorkommen bei Pinus wäre ein guter Kandidat


    Eine Artbestimmung nach Szenario 1 (mit Konidien) ist natürlich ohne ausgebildete Konidien Sporen nicht möglich.

    Sollte es sich hier nicht um Konidiophoren handeln, ist das Ergebnis von Szenario 2 zumindest diskussionswürdig.

    Vor allem die oft dicklichen abgerundeten Sporen (nicht biapiculat) und dickwandige Hyphen 8-10 µm(bis 13) wären schon ein gutes Argument für Botryobasidium optusisporum.

    Ich möchte gerne wissen, welche Spekulationen von mr plausibel sind, bzw. was ich ausschließen kann.

    Vielleicht kann mir jemand dabei helfen.

    Wie immer gerne auch Frank Tomentella

    Im Voraus vielen Dank

    Gruß Armin






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  • Servus Armin,


    wenn ich deine Beschreibung richtig interpretiere, sind die Subiculum-Hyphen nur bis ca. 1,5 mal so breit, wie die Hyphen im Fruchtkörper nahe der Basidien?


    Zitat

    6-8µm und dickwandig überwiegend 8-11(bis13µm!)


    1,5 × 6 = 9

    1,5 × 8 = 12


    Würde also ungefähr passen?! Ich gehe meist erst nach dem Schlüssel in den Corticicaea of Northern Europe und da ist das weit Vorne ein Hauptpunkt. Bei dem Verhältnis kommt man dort direkt zu Botryobasidium obtusisporum. Die Sporenmaße passen gut und die Form bei den meisten Bildern auch. Eine Spore sieht aus wie von B. botryosum.


    Botryobasidium laeve hätte breitere Subiculumshyphen und kleinere Sporen, fällt also weg.


    Dann bleiben nur B. botryosum und B. obtusisporum. Ich kenne B. botryosum nur mit klar zuspitzenden Sporenenden. Wenn ich in diesem Paper von Oberwinkler https://scispace.com/pdf/the-r…es-and-the-464wxenpfm.pdf die Abbildung von B. obtusisporum anschaue (auf S. 13), zeichnet er Sporen an einer Basidie auch hitenausspitzend. Oberwinkler war ein extrem exakter Beobachter und Zeichner. Die Zeichnungen in den Corticiaceae of Northern Europe sind für mich (größtenteils) auch unerreicht. Deshalb nehme ich das so gerne als Bestimmungsquelle. Ich habe aber seit einigen Jahren kaum noch Botryobasidium angeschaut. Früher aber Hunderte und Aberhunderte an Aufsammlungen. Ich bin aber vermutlich nicht mehr auf dem neuesten Stand.


    Vielleicht schreibt Frank ja noch etwas dazu. Ich wäre jedenfalls bei B. obtusisporum.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: ja, die braunen Hyphen sind Frendhyphen. Und die langen Hyphen kann ich so schwer interpretieren.

  • Hallo Armin,


    wie Christoph würde ich deinen Fund als Botryobasidium obtusisporum einordnen. Für B. ellipsosporum fehlt das anamorphe Stadium, was bei meinen Funden dieser Art immer dabei war. Die Sporenform und -größe passt gut zu B. obtusisporum, auch wenn mal eine einzelne Spore biapikulat erscheint. Sporen-, Basidien- und Hyphenmaße sind für B. ellipsosporum auch etwas zu groß. Für B. botryosum (B. vagum?) fehlen die typischen biapikulaten Sporen und die subhymenialen Hyphen sind bei B. botryosum etwas schmäler (5-7µm). Auch das Verhältnis von Subiciularhyphen zu Subhymenialhyphen spricht für B. obtusisporum, was Christoph schon erwähnt.


    LG

    Frank

  • Danke Christoph und Frank,

    dass ihr euch mit dem Thema befasst habt.


    Die dünnen verzweigten Hyphen waren für mich suspekt, musste sie aber erwähnen.


    Übrigens zur Hyphenbreite bis 13ym, die ich mehrfach fesstellte:

    Sie ist auch bei Larsson + Ryvarden 2021 explizit erwähnt. Die dazugehörige Zeichnung ist die gleiche wie in Cortinaceae of North Europe, aber dort ist die Hyphenbreite nur bis 10ym angegeben.

    Bei den infrage kommenden Arten scheinen diese breiten, dickwandigen Hyphen ein gutes Merkmal zu sein.


    @ Christoph:

    Ja, Cortinaceae of North Europe ist auch für mich immer die erste Wahl.


    Ich hoffe, dass Larsson und Ryvarden bald den 2ten Band mit weiteren Arten herausbringt. Cortinacae of North Europe habe ich leider nur als schlechte pdf Kopie.

    Ein Buch in der Hand ist immer noch das beste.

    Gruß Armin