Bäume erkennen im Schnee

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 316 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von hilmgridd.

  • Hallo zusammen,


    bei mir geht winterpilzmäßig leider nichts, deswegen habe ich heute mal Baumarten wiederholt.

    Besonders praktisch war, das der Waldweg freigeschnitten wurde und daher viel frische Holzflächen verschiedenster Arten sichtbar waren, das bringt nochmal neue Elemente in die Bestimmung.

    Weis nicht ob das für wen anderes hier Mehrwert hat, aber wer mag, kommt gerne mit. :)


    1.1

    Knospen spindelförmig, deutlich abstehend, mit sehr vielen Knospenschuppen. Knospen zweizeillig wechselständig angeordnet.

    1.2

    Aufnahme zu Hause nachgeholt, draußen hat man nichts erkannt.


    1.3

    Rinde größtenteils glatt, bis auf Verletzungen (im nächsten Bild).


    1.4

    Der Vollständigkeit halber... :D


    1.5


    Wenn durchnässt&frisch durchaus auch mal nicht in heller Farbe sondern hell orange-gelblich. Rinde +/- ähnlich dick ringsherum, hier wurde auf Höhe von Ästen geschnitten daher mehrere "Herzen". Ich persönlich finde das die Holzstrahlen im Gegensatz zu 2. weniger "durchgehend" sind, sie werden sozusagen heller/weniger hell und unterschiedlich dick von Herz bis Rinde. Aber das ist nur was mir hilft das muss nicht für andere hilfreich sein. :)


    2.1

    Knospen deutlich kürzer als bei 1., mehr als 4 unterscheidbare Schuppen. Dieser Ast stammt aus der Krone.


    2.2


    2.2.2

    Gleiche Art anderer Baum. Dieses Knospen waren richtig prächtig ausgeprägt. :)


    2.3

    Recht unauffälliges Schnittbild, Jahrringe sichtbar jedoch nicht so deutlich, Rinde dünn und glatt, Stamm wulstig - ist das unterste Stammstück also da sind die meisten Bäume "gewellt" aufgrund der Wurzelanläufe, darauf nicht zu viel geben. Im Gegensatz zu 2.4, sind hier die Holzstrahlen nahezu nicht sichtbar - variabel.


    2.4

    Anderer Baum gleiche Art, Stamm in der Mitte etwas oberflächlich abgetrocknet. Mir hilft im Unterschied zur Buche, das die Rinde nicht gleichmäßig dick ist (wie sie unten rechts in diesem Bild scheint) sondern oft dünnere Stellen hat wo das Holz sich wie "eingebuchtet" hat in die Rinde (oben links gut zu sehen). Auch die Jahrringe an sich sind weniger rund als bei Buche, sondern wie gebuchtet, zu sehen z.b. in Stammmitte oberhalb und links vom Riss. (ähnlich einer Blume) Schwer zu beschreiben das muss man einfach immer wieder sehen.


    2.5

    Jung glatt, im mittleren Alter oft stark längs-wulstig, im starken Baumholz dann oft nur noch solche Längsfurchen verbleibend. Manchmal so glatt wie 1.


    2.6

    Anderer Baum gleiche Art


    3.1

    Wenn ich hier mit der Knospe anfangen würde wüsste sofort jeder was es ist, deswegen erstmal das Schnittbild. :)


    3.2

    Auffallend hier besonders die Maserung innerhalb der Jahresringe, dass sind die Leitungsgefäße die diese Baumart in der Hauptvegetationsperiode bildet, die sind einfach enorm groß. Interessant auch die Maserung innerhalb der Jahrringe ist sozusagen parallel zum Jahrring verlaufend. Dies ist bei 7.3 genau umgekehrt.


    3.3

    In älterem Zustand entwickelt diese Art starke Rillen in Wuchsrichtung, jung ist die Rinde fast glatt und erst bei genauerem Hinsehen fallen einem sehr feine Rillen auf.


    3.4

    Sehr typisch schwarze mächtige Knospen.


    4.1

    Dachte falls sich jemand fragt was das ist, Spuren die entstehen wenn der Baum durch den Harvesterkopf durchgeschoben wird (dabei wird der Baum entastet, gemessen und abgeschnitten). Diese Walzen die da dran sind am Kopf verursachen die mondförmigen Abdrücke.


    4.2.

    Äste auf verschiedensten Höhen. Rechts aus der Krone, dieser Ast hat maximal Licht gehabt und daher viel Nadeln ausgebildet und deutlich kräftigerer Wuchs. Links vom gleichen Baum weiter unten, hier war weniger Licht -deutlich lichterer Nadelbewuchs. Wenn noch weniger Licht verfügbar ist sind die Nadeln nicht mehr rundherum "bürstenartig", sondern flach und weniger in der Zahl. Knospen braun, klein.


    4.3

    Die Nadeln sitzen nicht direkt am Ast auf, sondern auf einem braunen Nadelkissen. (=das Stück zwischen Nadel und Ast)

    4.4

    Je nach Alter kann diese Art auf dem Bild, einer Weiß-Tanne recht ähnlich werden da sie auch gräulich werden kann in der Rinde. Ich persönlich orientiere mich dann an den Rottönen, beide können zwar grob schuppig grau werden aber diese Rottöne finde ich bei der Weiß-Tanne nicht und wenn man nur aufmerksam genug schaut sieht man die Rottöne auch bei einer "grauen" Version der abgebildeten Art.


    4.5

    Klar erkennbare Jahresringe, Rinde nicht übermäßig dick (vgl Kiefer usw.). Frisch gesägte Weiß-Tanne hätte einen Nasskern (dunkel innen bis der Stamm trockener ist, wenn man mit dem Finger drüber reibt mufft das auch bei der Weiß-Tanne).


    4.6

    Im Gegensatz zur Tanne, fällt der Zapfen ganz herab. (bei der Tanne zerfällt der Zapfen und es rieselt Schuppen)


    5.1

    Rindenbild oft täuschend ähnlich zu einer Rotbuche, dieses Exemplar war etwa 40cm breit. Jung ebenfalls eine glatte Rinde.


    5.2

    Im Alter wird die Rinde grobschuppig. Die einzelnen Schuppen können recht groß oder kleiner sein, sie können sozusagen horizontal zumindest recht gerade aufbrechen und dadurch fast würfelartig erscheinen, es gibt aber auch Exemplare da bricht das eher unregelmäßig auf.


    5.3

    Knospen des Hauptverwechslungspartners sind rot. Eine weiter Art aus der gleichen Gattung hätte rötlich-braune Knospen und Korkleisten an den Ästen.


    5.4

    Blick in die Krone. Für mich die einfachste Methode die vorgestellte Art von einer Buche zu unterscheiden, denn bei großen Bäumen kommt man oft nicht an Knospen heran. Im Bild rechts die vorgestellte Art, mitte bis links eine Buche mit noch Blättern teilweise dran. Ganz links ist eine Kiefer. Die Krone der vorgestellten Art ist sehr viel "geordneter". Dies liegt daran dass die Äste (wie die Knospen) gegenständig sind. Sie stehen sich sozusagen gegenüber und das sorgt für den geordneten Eindruck. Buchen dagegen haben Knospen & Äste wechselständig. Daher sieht das "wilder" aus. Im Zweifel also einfach ein Blick in die Krone und in Kombination mit diesem Rindenbild, ist dann die Frage um welche Art es sich handelt geklärt. :)



    6.1

    Finde die Blattnarben dieser Art einfach süß. (Smiley)


    6.2

    Schräger Querschnitt der Äste zeigt eine Kammerung. Die Rinde am jungen Ast ist glatt.


    6.3

    An diesem Ast sieht man die Rinde von jüngeren Exemplaren. Es beginnt längsrissig zu werden, Gesamteindruck grau.


    6.4

    Etwas älter, die Längsfurchen sind bereits tiefer. Grau und Dunkelbrauntöne.


    6.5

    Mit genug Zeit wird die Rinde tief gefurcht. (dieser Baum hatte einen Durchmesser von etwa 80cm)


    6.6

    Knospen können kugelig (Seitenknospen) oder kegelförmig (Blütenknospen) sein.


    (kein Schnittbild da zum Glück keine Walnuss gefällt wurde)

    7.1

    Schnittbild von einem 1cm starken Ast. Hier bereits sehr deutliche Holzstrahlen sichtbar. Wer mutig ist kann mit diesem Bild schon runter auf die Gattung.


    7.2

    Für mich hervorstechendstes Merkmal die dicken Holzstrahlen, sowie Maserung zwischen den Jahresringen. Auch der Farbkern sowie die Maserung zwischen den Jahrringen fällt auf. Frisch gesägt riecht der Kern sauer/würzig.


    7.3

    Anderer Baum gleiche Gattung, hier noch deutlicher der Farbkern zu sehen.


    7.4


    7.5

    Knospen breit eiförmig, oft +/- stumpf.


    7.6

    hier ist eine tolle Quelle für verschiedene Rinden von Arten dieser Gattung. Auf 3 Seiten werden verschiedenste Arten vorgestellt.


    8.1

    Jahrringe wie inneinander "verwischend", die Jahrringe sind oft nicht so "richtig rund" sondern wie beim unteren Stamm im oberen Bereich gut zu sehen so "ausgedellt". Diese Baumart hat sehr gern Fäule (unterer Baum). Manchmal sieht man auch riesige nach Essig riechende Löcher die von einer roten großen Raupe verursacht wurden. Schadbild (mehr zur Raupe)


    8.2

    Rinde ganz jung glatt, dann mit kleinen Rauten die dunkler als die restliche Rinde sind (der Botaniker sagt Lentizellen), dann furchen ausbildend die mit zunehmendem Alter stark ausgeprägt und dick werden.


    8.3


    8.4

    Knospen anliegend, wechselständig.


    8.4

    Aufplatzend, ein weißer weicher Flausch kommt zum Vorschein. "Kätzchen"


    8.5

    (Foto zu Hause gemacht) Hier soll das hellbraune Mark gezeigt werden, was rechts zu erahnen ist.


    Ich dachte ich fang' mal mit den bei mir häufigsten Arten an, das wars für heute.

    Viele Grüße :)

    VG, Moosfreundin :)


    Meine Pilzbestimmungen sind wie Wettervorhersagen: manchmal richtig, manchmal nicht. Wer seinen Fund essen möchte geht zum PSV.

    3 Mal editiert, zuletzt von Moosfreundin ()

  • Supergute Idee in der pilzarmen Zeit. 6 von 8 Ist mein Ergebnis, nicht schlecht für den Anfang :)

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 - 10 (APR 24)- 1 (legaler Bestechungsversuch im Vorfeld des APR zugunsten GI)= 41 + 21 (Thorwulf Spende)= 62 + 38 (Hannes2 Spende) = 100 PC :gbravo: + 3 Gnolmengastfreundlich = 103-15 (APR 25) = 88+ 1 Nannettenrätsel=89 + 3 Jammerei auf hohem SchwarzhexxNiveau = 92+ 3 (Platz 20 APR25)=95

  • Freut mich sehr wenn es dir gefallen hat. :) Finde dein Ergebnis super, nr.5 war ja nur ein Platzhalter also hast im Prinzip fast alles gewusst!


    Ich war heute auch nochmal unterwegs und habe Berg-Ahorn fotografiert für den Vergleich zur Buche, den füge ich später noch hier ein. Oh und für den anderen Post habe ich einen schönen Kiefernast gefunden der auch noch eingefügt wird.

    liebe Grüße

    VG, Moosfreundin :)


    Meine Pilzbestimmungen sind wie Wettervorhersagen: manchmal richtig, manchmal nicht. Wer seinen Fund essen möchte geht zum PSV.

  • Danke, dass Du Dir die Mühe machst, ich finde es sehr spannend. Vielleicht könnte das hier so was ähnliches wie die Pilzportraits werden, Deine Beschreibungen sind auch toll und auch die Schnittbilder mal zu sehen, vor allem von großen Baumstämmen, ist hilfreich.

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

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