Hallo zusammen,
bei mir geht winterpilzmäßig leider nichts, deswegen habe ich heute mal Baumarten wiederholt.
Besonders praktisch war, das der Waldweg freigeschnitten wurde und daher viel frische Holzflächen verschiedenster Arten sichtbar waren, das bringt nochmal neue Elemente in die Bestimmung.
Weis nicht ob das für wen anderes hier Mehrwert hat, aber wer mag, kommt gerne mit. ![]()
Rot-Buche (fagus sylvatica)
1.1
Knospen spindelförmig, deutlich abstehend, mit sehr vielen Knospenschuppen. Knospen zweizeillig wechselständig angeordnet.
1.2
Aufnahme zu Hause nachgeholt, draußen hat man nichts erkannt.
1.3
Rinde größtenteils Glatt, bis auf Verletzungen (im nächsten Bild).
1.4
Der Vollständigkeit halber... ![]()
1.5
Wenn durchnässt durchaus auch mal nicht in heller Farbe sondern hell orange-gelblich. Rinde +/- ähnlich dick ringsherum, hier wurde auf Höhe von Ästen geschnitten daher mehrere "Herzen". Ich persönlich finde das die Holzstrahlen im Gegensatz zu 2. weniger "durchgehend" sind, sie werden sozusagen heller/weniger hell und unterschiedlich dick von Herz bis Rinde. Aber das ist nur was mir hilft das muss nicht für andere hilfreich sein. ![]()
Hainbuche, carpinus betulus
2.1
Knospen deutlich kürzer als bei 1., mehr als 4 unterscheidbare Schuppen. Dieser Ast stammt aus der Krone.
2.2
2.2.2
Gleiche Art anderer Baum. Dieses Knospen waren richtig prächtig ausgeprägt. ![]()
2.3
Recht unauffälliges Schnittbild, Jahrringe sichtbar jedoch nicht so deutlich, Rinde dünn und glatt, Stamm wulstig - ist das unterste Stammstück also da sind die meisten Bäume "gewellt" aufgrund der Wurzelanläufe, darauf nicht zu viel geben. Im Gegensatz zu 2.4, sind hier die Holzstrahlen nahezu nicht sichtbar - variabel.
2.4
Anderer Baum gleiche Art, Stamm in der Mitte etwas oberflächlich abgetrocknet. Mir hilft im Unterschied zur Buche, das die Rinde nicht gleichmäßig dick ist (wie sie unten rechts in diesem Bild scheint) sondern oft dünnere Stellen hat wo das Holz sich wie "eingebuchtet" hat in die Rinde (oben links gut zu sehen). Auch die Jahrringe an sich sind weniger rund als bei Buche, sondern wie gebuchtet, zu sehen z.b. in Stammmitte oberhalb und links vom Riss. (ähnlich einer Blume) Schwer zu beschreiben das muss man einfach immer wieder sehen.
2.5
Jung glatt, im mittleren Alter oft stark längs-wulstig, im starken Baumholz dann oft nur noch solche Längsfurchen verbleibend. Manchmal so glatt wie 1.
2.6
Anderer Baum gleiche Art
Esche, fraxinus excelsior
3.1
Wenn ich hier mit der Knospe anfangen würde wüsste sofort jeder was es ist, deswegen erstmal das Schnittbild. ![]()
3.2
Auffallend hier besonders die Maserung innerhalb der Jahresringe, dass sind die Leitungsgefäße die diese Baumart in der Hauptvegetationsperiode bildet, die sind einfach enorm groß. Interessant auch die Maserung innerhalb der Jahrringe ist sozusagen parallel zum Jahrring verlaufend. Dies ist bei 7.3 genau umgekehrt.
3.3
In älterem Zustand entwickelt diese Art starke Rillen in Wuchsrichtung, jung ist die Rinde fast glatt und erst bei genauerem Hinsehen fallen einem sehr feine Rillen auf.
3.4
Sehr typisch schwarze mächtige Knospen.
Gemeine Fichte, picea abies
4.1
Dachte falls sich jemand fragt was das ist, Spuren die entstehen wenn der Baum durch den Harvesterkopf durchgeschoben wird (dabei wird der Baum entastet, gemessen und abgeschnitten). Diese Walzen die da dran sind am Kopf verursachen diese mondförmigen Abdrücke.
4.2.
Äste auf verschiedensten Höhen. Rechts aus der Krone, dieser Ast hat maximal Licht gehabt und daher viel Nadeln ausgebildet und deutlich kräftigerer Wuchs. Links vom gleichen Baum weiter unten, hier war weniger Licht -deutlich lichterer Nadelbewuchs. Wenn noch weniger Licht verfügbar ist sind die Nadeln nicht mehr rundherum "bürstenartig", sondern flach und weniger in der Zahl. Knospen braun, klein.
4.3
Die Nadeln sitzen nicht direkt am Ast auf, sondern auf einem braunen Nadelkissen. (=das Stück zwischen Nadel und Ast)
4.4
Je nach Alter kann diese Art auf dem Bild, einer Weiß-Tanne recht ähnlich werden da sie auch gräulich werden kann in der Rinde. Ich persönlich orientiere mich dann an den Rottönen, beide können zwar grob schuppig grau werden aber diese Rottöne finde ich bei der Weiß-Tanne nicht und wenn man nur aufmerksam genug schaut sieht man die Rottöne auch bei einer "grauen" Version der abgebildeten Art.
4.5
Klar erkennbare Jahresringe, Rinde nicht übermäßig dick (vgl Kiefer usw.). Frisch gesägte Weiß-Tanne hätte einen Nasskern (dunkel innen bis der Stamm trockener ist, wenn man mit dem Finger drüber reibt mufft das auch).
5.1 Wenn ich mal eine Weißtanne finde die gesägt wurde wär das hier vielleicht gut einzufügen ![]()
Walnuss, juglans regia
6.1
Finde die Blattnarben dieser Art einfach süß. (Smiley)
6.2
Schräger Querschnitt der Äste zeigt eine Kammerung. Die Rinde am jungen Ast ist glatt.
6.3
An diesem Ast sieht man die Rinde von jüngeren Exemplaren. Es beginnt längsrissig zu werden, Gesamteindruck grau.
6.4
Etwas älter, die Längsfurchen sind bereits tiefer. Grau und Dunkelbrauntöne.
6.5
Mit genug Zeit wird die Rinde tief gefurcht. (dieser Baum hatte einen Durchmesser von etwa 80cm)
6.6
Knospen können kugelig (Seitenknospen) oder kegelförmig (Blütenknospen) sein.
(kein Schnittbild da zum Glück keine Walnuss gefällt wurde)
Trauben- / Stieleiche (quercus spec.)
7.1
Schnittbild von einem 1cm starken Ast. Hier bereits sehr deutliche Holzstrahlen sichtbar. Wer mutig ist kann mit diesem Bild schon runter auf die Gattung.
7.2
Für mich hervorstechendstes Merkmal die dicken Holzstrahlen, sowie Maserung zwischen den Jahresringen. Auch der Farbkern sowie die Maserung zwischen den Jahrringen fällt auf. Frisch gesägt riecht der Kern sauer/würzig.
7.3
Anderer Baum gleiche Gattung, hier noch deutlicher der Farbkern zu sehen.
7.4
7.5
Knospen breit eiförmig, oft +/- stumpf.
(Habe tatsächlich die Rinde vergessen zu fotografieren, das hole ich noch nach ![]()
hier ist eine tolle Quelle für verschiedene Rinden von Arten dieser Gattung. Auf 3 Seiten werden hier verschiedenste Arten vorgestellt)
Saal-Weide, salix caprea
8.1
Jahrringe wie inneinander "verwischend", die Jahrringe sind oft nicht so "richtig rund" sondern wie beim unteren Stamm im oberen Bereich gut zu sehen so "ausgedellt". Diese Baumart hat sehr gern Fäule (unterer Baum). Manchmal sieht man auch riesige nach Essig riechende Löcher die von einer roten großen Raupe verursacht wurden. Schadbild (mehr zur Raupe)
8.2
Rinde ganz jung glatt, dann mit kleinen Rauten die dunkler als die restliche Rinde sind (der Botaniker sagt Lentizellen), dann furchen ausbildend sie mit zunehmendem Alter stark ausgeprägt und dick werden.
8.3
8.4
Knospen anliegend, wechselständig.
8.4
Aufplatzend, ein weißer weicher Flausch kommt zum Vorschein. "Kätzchen"
8.5
(Foto zu Hause gemacht) Hier soll das hellbraune Mark gezeigt werden, was rechts zu erahnen ist.
Ich dachte ich fang' mal mit den bei mir häufigsten Arten an, das wars für heute.
Viele Grüße ![]()
