Ausflug in "mein" Flusstal – Ciboria amentacea, Encoelia furfuracea, Auricularia auricula-judae, Fomes fomitarius

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  • Hallo,


    vor dem Frost und Schnee, welcher uns in den letzten Tagen heimgesucht hat, war ich mal wieder an „meinem“ Flusslauf unterwegs. Ziel waren wieder Moos-Becherlinge.


    2 Tage vorher war ich dort mit meinem Bruder Wandern, und wir haben auf bemoosten Felsen im Fluss kleine Becherlinge gefunden. Nur konnte und wollte ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht damit aufhalten.







    Ich habe im Tal mal wieder Mengen an Moosen abgesucht, so etwas Oranges fällt auf – Nichts.

    An zuvor gefundener Stelle im Moos fand ich dann die beigefarbenen Becherlinge, mit bis zu 5 mm Durchmesser. Die Plastikdosen wurden gefüllt.


    Zu Hause angekommen habe ich durch Zufall mit einem Mykologen gesprochen und vom Fund berichtet. Wir konnten schnell klären, dass es sich hierbei um Ciboria amentacea, den Erlenkätzchen-Becherling handelt.


    In der Tat ist es so, dass über den bemooste Felsen Äste von Erlen hängen. Und Reste der Kätzchen sind im Moos eingewachsen. Und an diesen Resten wächst das Becherchen.

    Erlen an Gewässern gibt es hier genug, ich bin sicher, dort unter dem Laub vom Vorjahr noch weitere Funde zu machen. Bei meinem Becherchen sind die Stiele nur kurz ausgeprägt, jedoch deutlich vorhanden.












    Auf dem Rückweg kam ich durch eine Art Gestrüpp. Hier wachsen angeflogene Pappeln, Hasel und Holunder. Teilweise komplett abgestorben und dick bemoost.


    Und an alten, bemoosten Holunder wuchsen viele, sehr große Auricularia auricula-judae, Judasohren. Solch einen großen Fund habe ich bisher noch nicht gemacht. Der größte Fruchtkörper hatte 10 cm Durchmesser.

    Die Dinger wurden eingetütet und zu Hause getrocknet. Klar, so ein Judasohr ist kein kulinarisches Highlight, aber in einem asiatischen Gericht dienen sie mehr Füllstoff und etwas, auf dem man herumkauen kann.






    An identischer Stelle fand ich auch Encoelia furfuracea, den Haselkleiebecherling. Die Becherlinge sind noch nicht voll ausgebildet, das dauert noch etwas. Dann wird es weitere Bilder geben.








    An weiterem Totholz dort an der Stelle fand ich Becherlinge, die sich von Encoelia furfuracea unterscheiden. Und da gibt es auch Pappel-Totholz. Leider ist die Rinde kaum mehr zu erkennen. Meine Vermutung geht hier in Richtung Encoelia fascicularis, dem Schwarzbraunen Pappelbecherling. Das muss ich jedoch noch genau abklären.



    An anderer Stelle fand ich an einer Buche Fomes fomentarius, den Zunderschwamm. An sich nichts Besonderes. Allerdings fiel mir auf, dass an allen Fruchtkörpern Deformierungen vorhanden sind. Unten am Stamm haben alle Pilze Deformierungen, weiter oben am Stamm sind sie normal ausgebildet. So in der Art und Weise ist mir das noch nie aufgefallen. Oder habe ich Denkfehler?






    Ich hatte wieder eine schöne Exkursion, das Gesuchte habe ich zwar nicht gefunden, dafür schöne andere Sachen. Und jetzt haben wir wieder -10 °C und es liegt Schnee…



    Ich hoffe ihr hattet wieder etwas Kurzweil beim Lesen und Ansehen,

    Grüße,

    Steffen

  • Hallo Steffen,


    Glückwunsch zu den Funden!

    Ich hatte letztes Jahr den Haselkleie-Becherling auf Pappel gefunden. Gerolf aus "Schiehaad" hat mir den bestimmt.


    Gruss, corne

  • Corne


    Hallo Corne,


    auf Pappel könnte das aber auch Encoelia fascicularis sein. Hast Du noch Bild davon?


    Grüße,

    Steffen

  • Nicht parat... aber mit "Gerolf hat mir den bestimmt" meine ich "mikroskopiert". Ausserdem passt er äußerlich absolut nicht zu den Bildern.

    Gruss, corne

  • Hallo Corne,


    und das mikroskopieren hat wirklich Haselkleiebecherling ergeben? Weil die Ränder auch so rissig sind. Hm?


    LG,

    Steffen

  • Das passt schon so

    LG Rudi

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