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letzter Beitrag von antoff am

Cheilymenia auf Gallowaydung >>Cheilymenia theleboloides?

  • Liebe Dungpilzfreunde,

    auf einem kleinen Spaziergang durch das Witte Venn leuchteten mir auf zahlreichen Gallowaydunghaufen gelbe Becherchen entgegen, weshalb ich nicht widerstehen konnte....Auf dem Dungstückchen, das ich mitnahm, waren leider nur unreife Fruchtkörper; ich habe versucht sie reifen zu lassen, aber das wird nun keinen Zweck mehr haben: Für unzählige Springschwänze scheinen Cheilymenias so etwas wie eine Leibspeise zu sein.

    Nunja, ich hätte die Fruchtkörper nun gar nicht hier eingestellt, aber ich fand die Haarbasis sehr charakteristisch: sie war nie verzweigt, sondern stets abgerundet.

    Bei den Sporen habe ich nun nur die größte vermessen, die ich fand, da ich denke, dass die anderen noch gewachsen wären.

    Diese Spore maß 19X11,3.

    Ich hatte nun an Cheilymenia dennisii gedacht, weiß aber nicht, ob meine mageren Angaben für eine Bestimmung reichen.

    Schon einmal vielen Dank und liebe Grüße

    Matthias

  • Servus Matthias,

    Ch. dennisii müßte doch - so weit ich mich erinnere- braune Haare

    und in Baumwollblau ablösende Sporenhaut haben.

    Ohne reife Sporen wird´s schwer, ich schau dennoch mal ob ich noch was finde. Irgendwie kommt mir die Makroskopie bekannt vor.

    Vielleicht kann ja noch jemand anderer was dazu sagen.

    Grüße

    Felli

  • Hallo Felli,

    vielen Dank für deine Antwort. Ja, die fehlenden braunen Haare haben mich auch irritiert. Nur mit hyalinen Haaren würde ich dann bei Lasiobolus landen (oder gibt es andere Gattungen, die hier noch in Betracht kämen?), und die dürften eigentlich ja keine septierten Haare haben. Oder gibt es vielleicht septierte Haare bei Lasiobolus?

    Ja, aber wenn die Sporenhaut sich in Baumwollblau ablöst, scheidet die Art dann aus. Nur fehlt mir dann tatsächlich eine zündende Idee:kaffee:,

    liebe Grüße

    Matthias

  • Cheilymenia passt natürlich, Matthias!

    Lasiobolus hat nie septierte Haare.

    Trichobolus hat zwar septierte Haare, ist allerdings bereits makroskopisch außen vor.


    Für die Artbestimmung braucht es reife Sporen.

    Sind sie glatt, gestreift, retikulat oder...

    Am besten aussporen lassen und die Sporenoberfläche in BWB untersuchen.


    LG, Nobi

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  • Hallo Nobi,

    vielen Dank auch dir. Dann bin ja froh, dass ich in der richtigen Gattung gewesen bin.:)

    Tja, diese Cheilymenia wird dann leider unbestimmt bleiben: Die Springschwänze haben mehr oder weniger alles weggefressen. Ich werde aber am Donnerstag noch einen kurzen Abstecher ins Witte Venn machen, mal schauen, ob ich noch etwas finde.

    Liebe Grüße

    Matthias

  • antoff

    Hat den Titel des Themas von „Cheilymenia auf Gallowaydung“ zu „Cheilymenia auf Gallowaydung >>Cheilymenia theleboloides?“ geändert.
  • Liebe Dungpilzfreunde,

    am Donnerstag bin ich wieder ins Witte Venn aufgebrochen und habe mich auf die Suche nach der Cheilymenia-Art begeben; nun, das war nicht schwer, denn viele Dunghaufen leuchteten gelb mit Becherchen.

    Ich bin jetzt natürlich nicht sicher, dass das, was ich vorher gezeigt hatte, zur selben Art gehört, aber ich meine nun, dass die Pilze, die unten zu sehen sind, Cheilymenia theleboloides sein müssten.

    Die Sporen hatten eine Querstreifung (sieht man auf der letzten Spore) und maßen zwischen 15,5-20,8X10-10,8; die meisten waren um die 20X10,5.

    Dann fiel mir noch der orangene Inhalt der Paraphysen auf; da diese apikal nicht besonders erweitert waren, habe ich Cheilymenia granulata ausgeschlossen.

    Was meint ihr? Liege ich richtig?

    Liebe Grüße

    Matthias

    In Lugol

  • Prima, dass Du der Sache nochmal auf den Grund gegangen bist, Matthias.:thumbup:


    Ich bin da ganz bei Felli und sehe da ziemlich sicher Cheilymenia theleboloides.

    Neben den feingestreiften Sporen sind auch die unscheinbaren, aber gut entwickelten Haare typisch.

    Moravec nennt in seiner Gattungsmonografie fünf Formen.

    Bei Deinem Fund sollte es sich um f. theleboides handeln, für die Moravec eine durchschnittliche Sporengröße von 19 x 10,5 µm angibt, was gut mit den von Dir ermittelten Maßen übereinstimmt.

    Eine mikroskopisch ähnliche Art ist Cheilymenia karstenii, die jedoch nicht so deutliche Haare besitzt und mit 0,3 - 1,5 mm sehr klein ist.


    LG, Nobi

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  • Hallo Felli und Nobi,

    prima, da freue ich mich, dass ich noch den Namen der Cheylimenia-Art herausbekommen habe. Vielen Dank für eure Hilfe!

    Interessant, dass Moravec fünf verschiedene Formen unterscheidet.

    Von Cheilymenia karstenii habe ich bisher noch nie gehört. Spannend. Es gibt also noch eine ganze Menge zu entdecken.:)

    Liebe Grüße

    Matthias

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