Ramularia rubella (Bonord.) Nannf. 1950

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  • Hallo zusammen,


    in diesem Portrait möchte ich euch eine Ramularia rubella vorstellen, die mir Björn ( boccaccio ) auf der Hohenstein Witten Tour 29.05.2021 gezeigt hat.

    Dieser wächst auf Ampfer (Rumex).

    Hier sind die Bilder:

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    VG : Thorben

  • Servus beinand,


    ich habe Ramularia rubella an Rumex obtusifolius agg. heute beim Gassigehen aufgesammelt. Kurz zur Systematik – Ramularia ist die Nebenfruchtform der Gattung Mycosphaerella, hat aber als älterer Name ihr gegenüber Priorität. Die Familie, zu der sie gehört, heißt aber – auch wegen der Prioritätsregel – Mycosphaerellaceae. Sie ist Teil der Ordnung Mycosphaerellales und gehört zu den Dothideomycetes.


    Auf Ampfer sieht man sehr oft die typischen, rotrandigen Blattflecken. Aber sie alleine reichen nicht aus, denn beispielsweise Didymella rumicicola (Boerema & Loerakker) Qian Chen & L. Cai (= Phoma rumicicola) erzeugt genauso aussehende, rotrandige Flecken (und weitere Blattbesiedler an Rumex).


    Aber erstmal die Fotos:


    Die großen, mehr braunen Blattflcken zeigten auf der Blattunterseite deutliche, weiße Rasen aus Konidienträgern mit Konidien. Auf der Blattoberseite sind ebenfalls unterm Bino erste Büschel aus Konidienträgern zu sehen, aber offenbar reift bei dieser Kollektion die Blattunterseite zuerst aus. Die kleineren, innen weißen, auß0en roten Flecken waren meist noch "nackt", bei einem konnte ich aber auch schon erste Ansätze im Bino sehen.



    Die Sporen sind sehr charaktistisch mit ihrer Birnenform. Ich habe gemessen: (n = 30) 22,6–26,3–30,8 × 8,8–10,4–12,1 µm, Q = 2,16–2,54–2,93



    Die konidiogenen Zellen stehen in Büscheln und zeigen deutlich die Abbruchstelle, an der sich die Konidien gelöst haben. Beim Präparieren mit Tesafilm werden diese Nester aber gern gestaucht. Die konidiogenen Zellen sind etwas dickwandig und gerade bis etwas wellig, knorrig. Letzteres kann auch durch die Präparation verstärkt werden. In Kultur sehen sie in der Literatur schön gerade aus.


    Ramularia rubella ist sehr häufig, aber man muss eben immer reinmikroskopieren. Selbst die Sichtung des weißen Rasens im Bino reicht nicht, denn es gibt weitere Ramularien an Rumex. Die haben allerdings mehrzellige Konidien. Die großen, einzelligen, oft birnenförmigen Konidien lassen Ramularia rubella aber sofort erkennen.


    Liebe Grüße,

    Christoph