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letzter Beitrag von Beorn am

Mykorrhiza-Myzele umsiedeln?

  • Hallo liebes Forum,


    ich habe zwar paar ältere Beiträge gefunden aber bin ehrlich gesagt nicht ganz schlau daraus geworden.


    Mal ganz doof gefragt: Kann zum Beispiel ein Fichtensteinpilz aus dem Wald irgendwie mit der Fichte im eigenen Garten "verbunden" werden?


    Grüße und Danke,

    Matthias

  • Hallo, Matthias!


    Ja, das geht - theoretisch.
    Praktisch wird's aber extrem schwierig, weil das von so dermaßen vielen Faktoren abhängt, daß es nicht wirklich steuerbar ist.
    Vielleicht interessant am Rande: Wenn du Mycel von Boletus edulis (Fichtensteinpilz) im Garten ansiedeln willst, brauchst du nicht unbedingt eine Fichte (Picea abies). Denn Boletus edulis ist extrem flexibel, was die Mykorrhizabildung betrifft. Der bildet auch Mykorrhizen mit diversen anderen Laub- und Nadelbäumen wie zB Fagus, Quercus, Betula, Carpinus, Tilia, Populus, Castanea, Corylus, sowie Larix, Pinus, Abies, Pseudotsuga uvm.
    Wenn sich's einrichten lässt, dockt ein Mycel auch an mehrere Bäume zugleich an.
    Aber - und jetzt kommt das Problem: Entscheidend sind nicht die Bäume im Garten, sondern die Basisbedingungen. Zuviel Stickstoff im Boden: keine Verbindung möglich. Zu viel Kalk (mineralisch - basischer Untergrund): Keine Verbindung möglich. Feinwurzeln des Baumes bereits anderweitig mit Mykoprrhiza gesättigt: Keine Verbindung möglich. Zu trockener, zu dichter oder zu stark wasserdurchlässiger Untergrund: Keine verbindung möglich. Einige weitere Faktoren werden wohl auch noch eine Rolle spielen, bzw. eine passende Mikroflora (Bakterien, Schleimpilze, andere Pilze) im Boden und der Entwicklungsstand des "transplantierten" Mycels.

    Wenn die Bedinungen im Garten passen, ist es vermutlich sogar einfacher, nach dem Gieskannenprinzip im Garten im Wurzelbereich der Bäume regelmäßig Putzreste (mit Sporen!) von diversen Steinpilzen (Boletus edulis von unterschiedlichen Standorten) zu verteilen. Idealerweise Pilzstücke auf den Rasen unterm Baum, dann mit dem Rasenmäher ein paar Mal drüber und dann ordentlich gießen.
    Die chancen erhöhen sich, wenn man zur gleichen Zeit den einen oder anderen ganz jungen Baum (am besten übrigens Rotbuche, Fagus sylvatica) im Garten einsetzt.



    LG; Pablo.

  • Hallo Matthias,

    Und selbst wenn es klappt , kann es auch mal 10 Jahre dauern bis die entsprechenden Pilze erscheinen.

    Jahre in denen du nicht weisst ob es geklappt hat.

    Sogar "gut eingebürgerte" Myzelien machen manchmal so lange Pause.

    Gruß

    Norbert

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    Pilzchips = 100 -5 APR 2015 +12 APR 2016 = 107 -7 Für APR 2017 = 100 + 5 APR 2018 =105 +5 APR 2019 =110+6 APR 2020=116
    Pilzbestimmung im Netz ist keine Essfreigabe

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  • Hallo, Matthias!


    Aber funktionieren kann es - mit etwas Glück.
    Die entscheidenden Fragen sind: Welche Bäume hast du im Garten, und welchen Untergrund?
    Davon ausgehend könnte man schon mal zusammenstellen, welche Mykorrhizapilze am ehetsen Chancen haben, soch dort wohl zu fühlen. Von denen dann Fruchtkörper im Wald einsammeln, an den gewünschten Stellen ausbringen und gucken was passiert...
    Eventuell muss es ja nicht Boletus edulis sein, zB wenn du noch eine Eiche (oder Rotbuche) hättest und eher basischen Untergrund, dann vielleicht Boletus aestivalis (Sommersteinpilz).



    LG; Pablo.

  • Hallo, Matthias!


    In dem Fall würde ich es ausprobieren mit dem großzügigen verteilen von Pilzputzresten, idealerweise bei eher saurem Untergrund Fichtensteinpilze (Boletus edulis), Maronen (Imleria badia) und Flockis (Neoboletus erythropus).
    Wäre der Boden eher basisch, dann könnte es schwieriger werden, da Boletus edulis, Imleria badia und Neoboletus erythropus sauren Untergrund mögen. Man müsste sich dann was einfallen lassen, wie zB Semmelgelben Schleimkopf (Cortinarius varius) oder Netzhexen (Suillellus luridus, für die ist Picea aber als Mykorrhizapartner nur einie Notlösung).



    LG; Pablo.

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