Hallo, Besucher der Thread wurde 1,1k aufgerufen und enthält 3 Antworten

letzter Beitrag von Beorn am

Perenniporia fraxinea = Eschen - Baumschwamm

  • Perenniporia fraxinea (Bull.) Ryvarden
    Eschen - Baumschwamm
    Synonyme:
    - Boletus fraxineus Bull.
    - Polyporus fraxineus (Bull.) Fr.
    - Fomes fraxineus (Bull.) Cooke
    - Fomitopsis cytisina (Berk.) Bondartsev & Singer


    Familie: Polyporaceae
    Ordnung: Polyporales
    Klasse: Agaricomycetes



    makroskopische Eigenschaften: Fruchtkörper mehrjährig, dadurch im Schnitt oft mit geschichteten Röhren; Kontext und Röhren creme- bis holzfarben, sehr fest und zäh; ungestielt; pileat oder mit kleinen Resupinatanteilen, junge Fruchtkörper im ersten Jahr an Überhängen in Wurzelhöhlen oder Stammnischen auch +/- resupinat ohne deutliche Hütchen; Mehrjährige Fruchtkörper können sehr groß werden, mit weit ausladenden, bis 1 Meter breiten Hüten, oft dachziegelig und ineinander verwachsen; Hutoberseiten bei jungen Fruchtkörpern mit dünner Kruste, ockerbraun, rötlichbraun oder grauschwarz; später mit dickerer (aber immer noch vergleichsweise weicher) Kruste, normalerweise uneben wellig, höckerig oder grubig; Frische Zuwachsränder als dicke, relativ weiche Wülste ausgeprägt, weiß über cremefarben bis gelb; Poren frisch weißlich, fein (4-6/mm), später cremefarben bis grauocker, komplett abgestorben braun


    mikroskopische Eigenschaften: Hyphenstruktur im Kontext dimitisch, in der Röhrentrama auch +/- deutlich trimitisch; Skeletthyphen & Bindehyphen (wo vorhanden) dickwandig & deutlich dextrinoid; generative Hyphen hyalin, dünnwandig, oft schwer zu beobachten; Septen mit Schnallen; Hymenium homogen, keine Zystiden (Zystidiolen können auftreten), Basidien keulig, meist 4-sporig, mit Basalschnalle; Sporen rundlich bis ovoid-elliptisch oder tropfenförmig, dickwandig, glatt; um 5,5-8 x 5-7 µm; Sporenpulver im Abwurf weißlich bis blass cremegelblich


    Vorkommen: Schwächeparasit und Folgezersetzer (Weißfäuleerreger) an den Stammfüßen alter Laubbäume; auch noch mehrere Jahre an den Stümpfen gefallener Bäume; tendeziell wärmeliebende Art, verbreitet vor allem in Flußauen oder alternativ in anthropogen beeinflussten Gebieten; vielerorts aber relativ selten und nur gebietsweise verbreitet; bei weitem nicht nur an Eschenarten, sondern mit recht großem Substratspektrum; in der nördlichen Oberrheinebene neben Eschen auch oft an Robinien, gelegentlich auch an Platanen, Eichen und Linden.



    Bilder (für Großansicht draufklicken):











    Verwechslungen: Perenniporia fraxinea ist bei typischer Ausprägung schon makroskopisch gut bestimmbar. Die meisten anderen Arten der Gattung wachsen resupinat, wie zB Perenniporia medulla-panis, die zudem etwas kleinere Sporen hat. Andere pileat wachsende Arten bilden nicht so große Fruchtkörper, wie zB Perenniporia ochroleuca, die sich zudem durch viel größere Sporen unterscheidet.
    Fomitopsis pinicola kann ähnlich sehen und hat sehr ähnliche Fleischfarben im Schnitt, allerdings hilft hier im Zweifel der Brutzeltest zur makroskopisch sicheren Unetscheidung: Die Hutkruste von FomPini schmurgelt und schmilzt beim Anzünden, weil sie im Gegensatz zur Hutkruste von Perenniporia Harz enthält.
    Wurzelschwämme (Heterobasidion annosum) haben eine ähnliche Wuchsform, wachsen ebenfalls weit unten am Stammfuß und sind auch hellfleischig, haben allerdings etwas gröbere Poren und können nicht so große Hüte bilden. Hier hilft im Zweifel ein Blick durchs Mikroskop, schon alleine die Sporen sehen völlig anders aus (dünnwandig und fein warzig beim Wurzelschwamm).
    Zunderschwämme (Fomes fomentarius) bevorzugen eine andere, regelmäßigere Wuchsform, unterscheiden sich durch dunkleres Fleisch (oft mit Myceliarkern) und bilden Fruchtkörper eigentlich lieber etwas höher am Stamm.
    Lackporlinge wie der Flache (Ganoderma applanatum) oder der Wulstige (Ganoderma australe) sind makroskopisch leicht durch ihr viel dunkleres Fleisch zu unterscheiden.
    Feuerschwämme haben ebenfalls dunkleres Fleisch und völlig andere mikroskopische Eigenschaften (Septen ohne Schnallen, Setae bei den meisten Arten, stark pigmentierte Skeletthyphen, dünnwandige Sporen). Das gleiche gilt für alle Schillerporlinge (wie zB Inonotus cuticularis), die außerdem einjährige Fruchtkörper bilden.
    Alte, sehr zähe Fruchtkörper von Riesenporlingen (Meripilus giganteus) unterscheiden sich durch helleres Fleisch und die fast gestielte Wuchsform.
    Fruchtkörper von anderen einjährigen Porlingen wie dem Graugelben Rauchporling (Bjerkandera fumosa) sind deutlich weicher, oft brüchiger; Bjerkandera hätte zudem eine dünne, dunkle Schicht zwischen Kontext und Röhren, die bei Perenniporia nie vorhanden ist.


    Vergleichsvorschläge:
    >Perenniporia ochroleuca = Ockerweißer Baumschwamm<
    >Perenniporia medulla-panis = Brotfleischiger Baumschwamm<
    >Fomitopsis pinicola = Rotrandiger Baumschwamm<
    >Heterobasidion annosum = Gemeiner Wurzelschwamm<
    >Fomes fomentarius = Zunderschwamm<
    >Ganoderma applanatum = Flacher Lackporling<
    >Ganoderma australe = Wulstiger Lackporling<
    >Phellinus igniarius = Weiden –“ Feuerschwamm<
    >Phellinus ribis = Strauchporling<
    >Inonotus cuticularis = Flacher Schillerporling<
    >Meripilus giganteus = Riesenporling<
    >Bjerkandera fumosa = Graugelber Rauchporling<

  • Hallo Pablo,


    kann dein Porträt mit diesen Bildern ergänzen und wenn du möchtest, kannst du sie auch verwenden.




    Viele Grüße
    Veronika Weisheit - Pilzberaterin Landkreis Rostock
    Auch Pilzberater können irren, erst recht in einem Forum, deshalb gibt es keine Freigabe von mir, Pilze zu verzehren, auch, wenn diese essbar sind.

  • Hallo, Veronika!


    Schöne Bilder dieser bemerkenswerten Art. :alright:
    Genau so ist das gedacht, daß man die Portraits mit eigenen Bildern erweitert und ergänzt. Pilze sehen ja immer unteschiedlich aus, und je mehr Leute ihre Bilder dazu stellen, desto reicher und vollständiger wird der Eindruck einer Art und auch die Vergleichsmöglichkeiten.



    LG; Pablo.

  • Ahoi!


    Klar, auch die sind wieder aktiv jetzt im Sommer, im Waldpark Mannheim sind sie ja häufig zu finden.

    In jung und frisch:


    Und hier ist der gleiche Pilz zu sehen wie auf dem sechsten Bild im Starbeitrag, nur drei Jahre später, immer noch mit frischen Zuwächsen:




    LG, Pablo.

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.