Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 3.112 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Graubart.

  • Hi Ihr Lieben,


    heute möchte ich Euch mal um Hilfe bitten.
    Im Rahmen meiner aktuellen Weiterbildung muss ich demnächst einen kurzen Vortrag über
    Moose halten - ich möchte auch einige davon kurz vorstellen.
    Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche.


    Gibt es hier "Foris", die nach Fotos einige der bekannteren Arten hier sicher bestimmen könnten?
    Viele Arten sind sicher nur mikrospopisch zu bestimmen, aber es soll auch nicht so ausgefallen werden
    und ich möchte mich auf die bekannteren Wald-Arten beschränken wie:


    Zypressenschlafmoos
    Waldbürstenmoos
    Weißmoos
    Sternmoos
    Sichelmoos
    etc.


    Ein Versuch zum Thema Wasseraufnahme wird integriert sein - was könnte sonst dazu?
    Oder hat jemand andere Ideen zum Thema Moose?
    Kennt Ihr gute Webseiten zum Thema?
    Für jeden Vorschlag/jede Idee bin ich dankbar!


    Desweiteren werde ich ab jetzt bis Herbst etwas zum Thema Wald und Pilze vorbereiten.
    Von vielen Pilzen/Moosen habe ich persönlich oft nicht so gute Fotos. Ich würde mich sehr freuen, wenn einige von Euch vielleicht
    bereit wären, mir ihr eigenes Bildmaterial kostenlos zur Verfügung zu stellen.


    Und vielleicht könnten ja auch Moose generell einen kleinen Extraraum im Forum bekommen und vorgestellt werden! ???
    Moose sind ja bekanntlich auch gute Zeigerplanzen, siehe hier:
    http://www.pilzkunde.de/index.…-themen/moose-kennen-wozu


    So, habt jetzt schon vielen herzlichen Dank für Eure Unterstützung.

    Ciao
    Conny
    ........................................................................................
    –žMein Herz schwingt mit der Ruhe, die die Stille der Natur auslöst.–œ
    (Hazrat Inayat Khan)


    Pilzchips: 125

    Einmal editiert, zuletzt von Xebolon ()


  • Hallo Conny,


    evtl. kann dir unser Mitglied "Graubart" da weiterhelfen :thumbup: . Schreib ihn am besten mal an.


    Viele Grüße,
    Florian

  • Hallo Conny,


    Moose bestimmen ist eine schwierige Sache. Ich habe eben erst begonnen, mich in die Thematik einzuarbeiten. Hilfreich ist z.B. folgende Seite:


    http://www.bildatlas-moose.de/


    Interessant ist auch, dass es Pilze gibt die an Moosen parasitieren. Dazu habe ich z.B. diesen Bericht geschrieben:


    http://www.pilzforum.eu/board/…nreichenden-dokumentation


    Du kannst gerne die Fotos aus diesem Bericht, oder auch andere von mir aus diesem Forum, für Deinen Vortrag nutzen.

  • @ Florian
    Ja, Graubart hatte glaube ich in seinen immer lesenswerten Beiträgen schon öfter auch mal was "moosiges"! ;)


    @ Ralf
    Danke für die Links (werde ich morgen mal reinschauen) und vor allem ein ganz dickes Dankeschön,
    dass ich Deine Fotos nutzen darf! :thumbup: :D


    Ein gutes Nächtle zusammen - heute Nacht klauen sie uns mal wieder eine Stunde.

    Ciao
    Conny
    ........................................................................................
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    (Hazrat Inayat Khan)


    Pilzchips: 125

  • Hallo Conny / Xebolon,
    vor ein paar Jahren hatte ich mich auch mit Moosen beschäftigt. In der Zwischenzeit ist sicher einiges verschüttet gegangen, ich habe auch keine Routine mehr in der Präparation, wie ich vor kurzem festgestellt habe.


    1. Bestimmungsanfragen
    Wenn Du Bestimmungshilfe brauchst, kannst Du Dich gerne an mich wenden. Aber ich kenne nur eine überschaubare Zahl von Moosen. Einfacher ist es, die Fragen im Forum Pflanzenbestimmung zu stellen:
    http://forum.pflanzenbestimmung.de/
    Da schaue ich auch in Abständen hinein, manchmal antworte ich auch.


    Im Unterforum "Was ist das für eine Wildpflanze?" werden auch Bestimmungsanfragen zu Moosen gestellt und meistens beantwortet.
    (Bestimmungsanfragen zu Flechten sind im Unterforum "Was ist das für ein Pilz?" zu finden.


    Es ist allerdings so, dass es im Bereich Moose und Flechten im Vergleich zu Blütenpflanzen und Pilzen nur eine winzigen Anzahl an Interessierten und an Artenkundigen gibt. Antworten können länger dauern, evtl. gibt es (wie auch beim Pilzforum) keine Antwort.
    Wichtig: es dürfen bei allen Artengruppen auch Fragen nach "einfachen" Arten gestellt werden.


    Gewöhnungsbedürftig für alle, die das Pilzforum gewöhnt sind: es können pro Beitrag nur 3 Bilder eingestellt werden. Gegebenenfalls muss man sich selbst eine Antwort schreiben und dort die nächsten Bilder einstellen. Einige Details hat Jule beschrieben:
    http://forum.pflanzenbestimmung.de/viewtopic.php?f=2&t=1683
    (Soweit ich weiß ist das ist "unsere" Jule).
    Das Hochladen auf den Server ist (wie auch im Pilzforum) vorzuziehen. Fotos auf externen Servern werden oft nach einiger Zeit gelöscht.


    2. Was ich empfehlen kann:
    mir hat zu Anfang die Seite von Michael Becker geholfen:
    http://www.ijon.de/moose/index.html
    Es macht nichts, wenn die Seite seit längerem nicht mehr aktualisiert wurde. Es stimmt noch alles und ich bin froh, dass sie noch erreichbar ist.


    Auch die Seite der BLAM (Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft Mitteleuropa) zur Mooskunde ist hilfreich:
    http://www.blam-hp.eu/allgbryo.html


    3. Filme
    Das Österreichische Schulportal weist auf zwei Moosfilme auf Youtube hin:
    http://www.schule.at/portale/b…oosfilme-auf-youtube.html
    Vom ersten habe ich mir den Anfang angesehen: sehr sehenswert.



    4. Literatur
    Einiges ist nicht mehr lieferbar, aber evtl. in größeren Bibliotheken ausleihbar.


    Ich muss gestehen, meine ersten Bestimmungsversuche habe ich mit dem Buch:
    Unsere Moos- und Farnpflanzen / Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler. 11. Aufl. Stuttgart: Franckh-Kosmos 1999.
    Vor den Artportraits gibt es einen bebilderten Bestimmungsschlüssel.
    Natürlich muss man im Hinterkopf haben, dass es viel mehr Arten gibt. Aber man kommt oft zumindest bis zur Gattung. Dann muss man weitersehen. In dieser Auflage sind auch sehr gute Fotos enthalten. Seit wann das der Fall war, weiß ich nicht.


    Das andere Anfänger-Bestimmungsbuch ist:
    Ruprecht Düll: Exkursionstaschenbuch der Moose. 5. übearb. u. erw. Aufl. Bad Münstereifel: IDH-Verlag 1997.
    Für mich ebenfalls sehr brauchbar. Keine Fotos, aber viele Zeichnungen, die bei Moosen oft viel hilfreicher sind als Fotos.


    Es gibt einen Nachfolger für dieses Buch:
    Ruprecht Düll. Barbara Düll-Wunder: Moose einfach und sicher bestimmen. 2. korr. u. verb. Aufl. Wiebelsheim: Quelle & Meyer 2012.
    Es enthält ebenfalls einen Bestimmungsschlüssel, Zeichnungen und Fotos. Leider hat es auch nur das kleine (Postkarten-)Format wie das Buch von Rita Lüder (das vorher genannte ist ca doppelt so hoch, also ca DIN A5). Für mich als Gleitsichtbrillenträger ist das kleine Format nicht so angenehm. Man macht aber sicher nichts verkehrt, wenn man sich das zulegt. Ich habe es mir vor kurzem in einer Bibliothek ausgeliehen. Es hat natürlich den Vorteil, dass es nicht so sperrig ist.


    Ruprecht Düll weist bei etlichen Moosen darauf hin, dass es sich um "Schulbuchmoose" handelt, die im Unterricht verwendet werden können.


    "Richtige" Bestimmungsbücher:
    Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey: Moosflora. 4. Aufl. Stuttgart: Ulmer 2004.


    und
    Die Moose Baden-Württembergs. 3 Bde. Stuttgart: Ulmer 2000-2005.
    Für Deine Heimat Südniedersachsen sicher noch brauchbar.


    Bei älteren Büchern wie auch bei Roten Listen muss man beachten, dass die Häufigkeitsangaben nicht mehr stimmen. Jan-Peter Frahm sprach von einer "Rückkehr der Epiphyten": durch die strengeren Vorgaben vor allem zum Schwefelgehalt in Benzin und Heizöl, aber auch für Industrieanlagen, sind die Moos- und Flechtenwüsten in Städten (auf Bäumen) verschwunden. Es sind viele Arten zurückgekommen, säureliebende Arten sind verschwunden, aber bevorzugt kommen Arten zurück und breiten sich aus, die nährstoffliebend / stickstoffliebend sind.


    So viel für heute. Wenn mir noch was einfällt, antworte ich noch mal.


    Viele Grüße
    Lothar
    [hr]
    Hallo,
    noch eine Ergänzung: den deutschen Namen "Waldbürstenmoos" habe ich zum ersten Mal gelesen. Ich nehme an, dass es mir unter dem Namen Frauenhaarmoos bekannt ist. Wie auch bei Flechten gibt es nur für wenige Arten etablierte bzw. volkstümliche Namen. Aber für Schüler sind die wissenschaftlichen Namen kaum zu gebrauchen.


    Mit den wissenschaftlichen Namen ist das inzwischen allerdings ja auch so eine Sache.
    Ich kenne das Moos noch als Polytrichum formosum.
    In der Wikipedia wird angegeben:
    Schönes Widertonmoos (auch Schönes Frauenhaarmoos genannt) (Polytrichastrum formosum, Syn. Polytrichum attenuatum Menzies)


    Man kommt sich so alt vor :D


    Viele Grüße
    Lothar