Beiträge von Oehrling

    Hallo geero,

    er gehört in die Sektion der Pectinatae oder der Foetentinae, aber man kann ohne durchgezogenes Bestimmungsprogramm nicht sagen, dass es R. pectinata ist. Man hat immer noch die Auswahl zwischen sechs bis acht Arten.

    FG

    Oehrling

    Hallo Uwe,

    was in der Literatur immer so alles auftaucht... Wie viele Ritterlingsautoren, so viele Namen! Die Bedeutung der rosarötlichen Stielbasis, die an meinen Exemplaren in Beitrag #1 zu sehen ist, wurde vor ein paar Tagen von Helmut Zitzmann (Username Helmut) ins Spiel gebracht, als Bestimmungsmerkmal für T. sejunctum. Ich müsste jetzt mal in der Ritterlingsliteratur nachforschen, ob dies evtl. ein Trennmerkmal zwischen T. sejunctum var. coniferarum und T. avernense ist. Das will ich heute noch erledigen und mich dann zurückmelden.


    Hallo Ingo,

    wie ich schon in Beitrag Nr. 1 geschrieben hatte, habe ich in den Sarcodon natürlich reingebissen, so wie ich in jeden von mir gefundenen Sarcodon reinbeiße. Es kam ein bitterlicher Geschmack, von der Stärke her einem alten Fichten-Habichtspilz (Sarcodon imbricatus) entsprechend heraus, der aber lange nicht die Intensität von S. scabrosus erreichte. Für S. scabrosus unpassend erschien mir auch die sehr beeindruckende Größe des gezeigten Fruchtkörpers (über 20 cm Hutdurchmesser) sowie die völlige Abwesenheit jeglicher Laubbäume am Fundort. In der mir zur Verfügung stehenden Stachelingsliteratur habe ich bei keiner Beschreibung von S. regalis eine Geschmacksangabe gefunden, selbstverständlich auch kein Foto. Die Ikonografie der Gattung Sarcodon lässt halt immer noch sehr zu wünschen übrig. Edit: jetzt habe ich in OTTO (1997), S. 19 eine Geschmacksangabe für Sarcodon regalis gefunden: "schwach bitter". Das trifft's.


    FG

    Oehrling

    Hallo Myrko,

    in der Kombination Färbung, mild und Cremesporer wäre Russula amoena erste Wahl. Wäre das Sporenpulver ockergelb, oder ist die Schärfe doch stärker vorhanden als von dir angegeben, kommen ganz andere Arten in Frage, so etwa R. exalbicans oder queletii..

    Nun ist das gezeigte Einzelexemplar vielleicht nicht alt, aber auf jeden Fall lädiert, so dass ohne mikroskopische Untersuchung hier nichts gehen dürfte. Um R. amoena nachzuweisen, dürfte man in der Huthaut weder Dermatozystiden noch Primordialhyphen finden.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    hier ist noch nicht genügend die Rolle des Verlages des Bon/Pareys ausgeleuchtet worden, der in völliger Verkennung der Nachfragesituation zunächst das Buch jahrelang zu einem grotesk niedrigen Preis von 25 Euro verkauft hatte, und als die Nachfrage nach dem Werk noch anstieg, die Produktion Knall auf Fall (abgesehen von einer kleinen, sehr schnell vergriffenen Neuauflage) einstellte. Betriebswirtschaftlich gesehen hat man auf Abertausende Euro Umsatz verzichtet, volkswirtschaftlich gesehen hat man die besten Bedingungen für die dann entstehende Preisblase geschaffen. Meines Erachtens war das Buch immer schon deutlich mehr wert als der damalige Verkaufspreis, d. h. es wurde von Verlagsseite weit unter Wert verscherbelt, so dass die Leute auch eine falsche Vorstellung vom angemessenen Preis bekamen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Myrko,

    mehrere Fragen auf einmal hast du gestellt.


    zur ersten: Es gibt drei "echte" Graustieltäublinge, den Gelben, den Orangeroten und den Weinroten. Eine dieser drei Hutfarben sollte jeweils vorhanden sein. Das Fleisch ist spätestens am nächsten Tag aschgrau verfärbt, nicht nur im Stiel. Daneben gibt es noch etliche andere Täublinge, bei denen das Fleisch beim Eintrocknen oder bei starker Durchwässerung grau verfärben kann, die aber nicht unter Graustieltäubling laufen. Die Beobachtung, dass bei einem Täubling das Fleisch graut, rechtfertigt für sich allein noch nicht die Einordnung als Graustieltäubling.


    zur zweiten: so ganz ohne Foto ist es sehr schwierig, um nicht zu sagen unmöglich. Du erwähntest "längs verlaufende Fasern", was eben nicht ein Merkmal der Täublinge ist. Es ist daher nicht sicher, ob dein Fund überhaupt Täublinge sind. Die Täublinge, deren Fleisch erst rötet, bevor es graut bzw. schwärzt, müsstest du in der Sektion Nigricantes (Schwärztäublinge) suchen, da hast du die Auswahl zwischen fünf bis sechs verschiedenen Arten.


    FG

    Oehrling

    selbst wenn ich dort keine Trüffel ansiedeln kann, wird es hoffentlich mit ein paar anderen leckeren Mykorrhiza-Pilzen klappen. An ein paar Tonnen Kalk soll es nicht hapern, denn den bekomme ich ab Werk für ca. 15 € pro Tonne.

    Hallo Frank,

    die gängigsten (also z. B. handelbaren) Speisepilze wie Steinpilz, Marone, Pfifferling, Rotkappe usw. mögen keinen Kalk im Boden, sondern ihnen ist ein schwach saueres Habitat am liebsten. Über Kalkboden findet man zwar sehr schöne und farbenprächtige Bestimmpilze, aber kaum Speisepilze, vielleicht mal hie und da einen Reizker. Wenn die doch mal in entsprechenden Regionen vorkommen sollten, dann an oberflächenversauerten Stellen.

    FG

    Oehrling

    Hallo Alexander,

    auf dem Gminder-Semiar in Kroatien fanden wir Hygrophorus russula in der Tat in großen Mengen. Klar kam da der Wunsch nach Verkostung auf. Der Pilz schmeckt auf herkömmliche Weise zubereitet scheußlich bitter, so dass wir ihn umgehend von der Pfanne in die Mülltonne beförderten. Von mir bekommt er vielleicht grade mal einen Anstandspunkt, aber bestimmt nicht mehr.

    FG

    Oehrling

    Ich selber habe mich auch weniger über den Anfrager geärgert - der ist einfach nur d**f und wird sicherlich bald an die "richtigen" Pilze gelangen. Also ich für meinen Teil helfe dem dann nicht.

    Sehr geärgert habe ich mich dagegen über den, der meinte, das Ganze in der Richtung kommentieren zu müssen, dass doch bei jedem Pilzsucher ein gewisses Maß an Selbstverantwortung und Einsicht vorausgesetzt werden könne, und dass daher die abgelaufene Beratung impertinent und fehlerhaft sei.

    Na ja, jetzt sind sie beide gottlob über alle Berge.

    FG

    Oehrling

    Hey benola.


    Wie du selbst geschrieben hast, hast du dich ja Nicht ! nur auf die Äusserungen hier verlassen, sondern dich wohl auch anderweitig informiert

    Hallo Reticulatus,

    sorry, aber daran mag ich hier nicht wirklich glauben. Die Gesamtumstände, die Abfolge und der Wortlaut der einzelnen Postings...

    FG

    Oehrling

    Mal ganz abgesehen davon, dass in diesem Fall die Zurechtweisung völlig zu Recht erfolgt ist: man wird hier nicht zurechtgewiesen, weil man seine Pilzfunde isst, sondern weil man erst unbekannte Pilze anfragt, sich dann mehr oder weniger blind auf die Informationen verlässt, die einem in den Kram passen, aber diejenigen ignoriert, die nicht in den Kram passen, und dann die Pilze letztlich isst, weil irgendein Mopps behauptet hat, das sei der und der Pilz. Also das hat irgendwo schon was von der Darwintheorie.

    FG

    Oehrling

    Hallo Pablo,

    die von dir in #4 gezeigten Pilze

    - haben keine Orangetöne am Hut, sondern nur olivgrüne

    - haben anscheinend auch alt weiße (bzw. gelb überlaufene) Lamellen, ich sehe nirgends graue

    Sie entsprechen vollkommen meinem Bild von T. viridilutescens, scheinen mir makroskopisch aber etwas anderes zu sein wie "meine" T. avernense. Letztere habe ich auch schon mal im Schwarzwald gefunden, aber unter Kiefer (Berghang am Ostrand Hornbergs, Gesellschaft mit Sand-Kiefern-Pilzen wie T. equestre, T. joachimii, Bankera fuligineoalba).


    Hier noch ein Bild von 2005 in Vintage-Qualität von T. viridilutescens, wie ich sie im Schwarzwald fand:


    FG

    Oehrling

    Hallo Climbingfreak,

    ich weiß halt nicht, wie groß Sarcodon glaucopus sein darf. Im HROUDA, den ich normalerweise zur Stachelingsbestimmung verwende, ist für Sarcodon glaucopus eine durchschnittliche Hutbreite von lediglich 5 cm angegeben. Die Pilze hier waren in der Spitze über 20 cm dick, das scheint mir von 5 cm doch sehr weit weg.

    Im Artikel von OTTO über die Stachelinge Deutschlands (1997) werden auf S. 19 für Sarcodon regalis Pinaceae als Baumpartner angegeben. Auch im HROUDA heißt es zu Sarcodon regalis "growing in coniferous forests".

    Ich möchte dich daher nach deiner Literaturquelle zu der Aussage, S. regalis sei ein Laubwaldpilz, fragen, da ich das noch nie gehört habe.

    FG

    Oehrling

    Kurzum es handelte/handelt sich um den Büschelrasling

    Hallo Benola,

    mich würde einmal interessieren, wie du jetzt letztlich zu dieser Feststellung bzw. Überzeugung gekommen bist. Der eine Typ, der mal so und mal so sagt, wird es ja wohl nicht gewesen sein, der dich überzeugt hat. Und kennen tust du den Pilz nach deiner eigenen Aussage ja auch nicht wirklich.

    Hallo Reticulatus,

    du kannst dir halt nicht wirklich vorstellen, wie unglaublich d*** Pilzsucher sein können. Aber ich kann es, nach dem, was ich alles in diesem sehr speziellen Herbst erleben musste. Dass Leute da nicht in jeder Minute höflich bleiben können, ist mir klar. Das Hauptproblem besteht darin, dass man die Pilze schon beisammen und meistens schon geputzt hat, sogar die Herdplatte hat man angeheizt - und dann kriegt man plötzlich kalte Füße und sucht jemanden, der die Verantwortung übernehmen soll. Ich spekuliere das nicht, ich weiß das, weil es mir schon jemand gesteckt hat, wie es läuft. Aber es funktioniert, so lange im Forum irgendeiner über das hingehaltene Stöckchen springt, ganz egal wie hoch sein Fachwissen tatsächlich ist.

    FG

    Oehrling

    Hallo zusammen,

    ich kenne übrigens Leute, bei denen im Wald hinter ihrem Haus Leucoagaricus nympharum wächst. Sie haben den Pilz seit Jahrzehnten fröhlich als Parasol eingesammelt und verzehrt, bis ich ihnen mal steckte, dass das gar kein Parasol ist, sie hatten aber nach ihrer Aussage nie Vergiftungserscheinungen. Das soll jetzt kein Plädoyer sein, den Pilz zum Essen freizugeben, aber der Speisewert des Pilzes kann anscheinend nicht einheitlich beurteilt werden.

    FG

    Oehrling

    Hallo Schrumz,

    Cortinarien sind nur dann ein Hexenwerk, wenn man zwanghaft versucht, jeden Pilz auf die Art zu bestimmen. Bei Pilz Nr. 1 könntest du z. B. mal versuchen, die Sektion/Untergattung festzumachen, das wäre glaube ich schon ein guter Erfolg.

    Nr. 2 hätte ich jetzt aufgrund der schwarzen Schüppchen auf dem Hut erst einmal als Cortinarius meinhardii angesehen, einem Pilz, dem man nachsagt, tödlich giftig zu sein. Dazu müsste man den Pilz längs durchschneiden, um festzustellen, ob das Fleisch einheitlich neongelb gefärbt ist.

    Bei Nr. 3 bist du glaube ich nicht in der richtigen Sektion. Da die Hutoberfläche ziemlich feinkörnelig rau ist und die Lamellen nicht genügend leuchtende Farbe haben, müsste das ein Raukopf (Leprocybe) und kein Hautkopf (Dermocybe) sein. Olivgrün gefärbte Rauköpfe gibt es einige, z. B. C. venetus, suche da vielleicht einmal weiter.

    FG

    Oehrling

    Hallo Pablo,

    Tricholoma viridilutescens soll

    - kleiner sein als die hier gefundenen Pilze (hier: Hutbreite ca. 10 cm, Stieldicke ca. 3 cm), im Habitus ziemlich grazil

    - eine glatte, bei feuchtem Wetter schmierige Huthaut haben (hier: Huthaut feinschuppig und trocken)

    - auf dem Hut keine Orangetöne haben

    - auch im Alter weiße Lamellen haben (hier: graue)

    Außerdem soll Tricholoma viridilutescens im moosigen Fichtenwald wachsen, was ich anhand meiner Funde aus dem mittleren Schwarzwald und dem Schwäbischen Wald bestätigen kann. Dieser Fund stammte jedoch aus einem ganz anderen Habitat.

    FG

    Oehrling

    Hallo Ahemi,

    die Fotos sind alle unter Kunstlicht aufgenommen, so dass man keine Chance hat, die wahre Hutfarbe zu erkennen. Damit wird es schon mal sehr schwierig per Foto. Ein gelbsporiger milder rothütiger Täubling ohne kannelierten Hutrand unter Birke wäre z. B. Russula velenovskyi. Dieser hätte an der Wurzel seiner Dermatozystiden feine Inkrustationen, die man mit einem guten Karbolfuchsin-Präparat sichtbar machen könnte.

    FG

    Oehrling