Beiträge von Oehrling

    Zu Bild 3: gelbhütige Täublinge gibt es einige, ohne Angabe zu Schärfe und Sporenpulverfarbe ist da beim besten Willen nicht viel zu machen


    Interessieren dich diese Pilze wirklich, oder willst du nur Namen hören, die du dann nach ein paar Tagen wieder vergisst? Nur mal so.


    Freundliche Grüße
    Oehrling

    [quote='Calabaza','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=119182#post119182']
    > Sie bekam bislang von mir Steinpilze, Parasol blank (mit Ei aus der Pfanne), Parasol paniert aus der Pfanne wie ein Schnitzel, Fichtenreizker, Champignons aus der Pfanne und Champignons natur mariniert. Sie favorisiert eindeutig Parasolschnitzel.


    Meine (8) mag am liebsten Pfifferlinge, dann Steinpilze. Dagegen fand sie neulich gebratene Kiefernreizker scheußlich.


    > Bei Herbsttrompeten kann ich nicht mitreden, die habe ich bislang nicht gefunden. Weder im Laub- , Misch- oder Nadelwald. Liegt vermutlich am Boden hier.


    A-wah! Guckstu hier: westlich von Walddorfhäslach, Landstraße nach Böblingen, an dem Waldspielplatz auf der rechten Seite (unter den Strommasten), kurz nachdem die Straße in den Wald hineinführt. Sind bestimmt gerade frisch gewachsene da.[hr]
    Man kennt das Das-schmeckt-irgendwie-nach-nichts-Problem auch von anderen im Wortsinne kostbaren Lebensmitteln, z. B. Austern oder frischer Fisch in Sushi-Qualität (der völlig korrekterweise "nach nichts" zu schmecken hat). Leute, die hier nichts zu schmecken glauben, haben eben andere Vorstellungen von einem "guten" Geschmack und sollten das teure Geld in ein kräftiges Rindersteak, eine 100%-Schokolade, einen Stinkkäse oder ähnlich Aromastarkes anlegen.


    Die meisten Leute haben die Ansicht, dass ein guter Geschmack stets ein kräftiger Geschmack zu sein habe (je kräftiger desto besser?), weshalb sie auch glauben, teuer bezahlte aber aromaschwache Rohstoffe durch ein Gewürzfeuerwerk aufpeppen zu müssen. Dabei ist das mangelnder Respekt dem Rohstoff gegenüber und letztlich sinnlos rausgeschmissenes Geld. Habe ich mir einen exklusiven Rohstoff gekauft, dann will ich genau den schmecken (aha, so schmeckt das also!) und nicht irgendwelche Gewürze.


    Mir erschließt sich ferner nicht, wie man so etwas wie "Geschmackshitparaden" bei Pilzen aufstellen kann, nach dem Motto: Pilz A schmeckt am besten, dann kommt Pilz B, dann Pilz C. Bei mir ist es eher so: wenn ich in der aktuellen Saison Pilz A schon dreimal auf dem Teller hatte, dann will ich lieber Pilz B oder C als nochmal Pilz A, da ich diesen und seinen ach so tollen Geschmack über habe. Das bedeutet auch, dass ich Pilz-Mischgerichte aus Röhrlingen viel weniger interessant finde als z. B. ein Pfännchen Reifpilze, Grünspanträuschlinge (natürlich ohne Huthaut!) oder Krause Glucke.

    Ich Arsch habe im Österreich-Urlaub in den Hohen Tauern (Fichtenwald auf 1550 m NN) einen gefunden, den ich für einen Heringstäubling gehalten und fortgeschmissen habe, obwohl er nicht fischelte und mit Eisensulfat nicht grün wurde. Nicht mal fotografiert habe ich ihn.

    Nr. 2 ist einer der Kammtäublinge. Schade, dass du den Pilzen die Füße abgeschnitten hast. Wie soll man einen Scheidenstreifling erkennen, wenn die Stielbasis fehlt? Auch bei dem Kammtäubling fehlt dadurch ein wichtiges Bestimmungsmerkmal, nämlich ob an der Stielbasis rostbraune Verfärbung, gelbes Velum oder einfach nichts zu sehen ist.


    Bitte merke dir, dass man Pilze grundsätzlich erst putzt, NACHDEM sie bestimmt sind. Sonst weigert sich auch ein Pilzberater, dir zu helfen.

    Auch kein Problem:
    Sonntag, 22.09.13
    Sonntag, 20.10.13
    Sonntag, 27.10.13
    Treffpunkt immer in Öhringen am Parkplatz Alte Turnhalle um 8:30 Uhr
    Obolus für Nichtmitglieder: 5 Euro, darin enthalten: kostenlose Fahrt ins Zielgebiet und wieder zurück, Beratung/Kontrolle bezüglich der selbstgesammelten Pilze


    Der Bericht war so kurz, weil ich vor lauter Sammeln kaum Fotos machen konnte, und ich außerdem meine kleine Tochter bei Laune halten musste. Außer den gezeigten Arten gab es z. B. noch den Grünen Knolli, den Pantherpilz, den Spitzgebuckelten Raukopf, den Fuchsigen Raukopf (alle tödlich giftig), die Eichenrotkappe, den Hohlfußröhrling, den Cortinarius largus (deutschen Namen kenne ich nicht), den Gelbmilchenden Zottenreizker, den Kiefernreizker, den Lachsreizker, den Pechschwarzen Milchling, eine unübersichtliche Anzahl von Täublingen und last not least ein paar Pfiffis. Die Sammelkörbe der Teilnehmer waren jedenfalls knallvoll mit Steinpilzen.

    Ich finde den Stiel etwas zu dick für R. sordida, ist aber nur meine HO. Schade, dass das Internet keine Gerüche transportieren kann. Aber wenn du freilich sagst: du kennst den Geruch von L. nuda, und das ist nicht dieser Geruch, dann ist es halt nicht L. nuda.[hr]


    Und es wäre schon etwas früh im Jahr für den Violetten..


    Sorry, dass ich dagegen spreche, aber ich habe schon Ende April Violette Rötelritterlinge gefunden.

    Der ist makroskopisch schwierig. Wenn er scharf ist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine "Säufernase" (Sektion Sardoninae, d. h. du bist schon in der richtigen Untergattung unterwegs). Leider gibt es in dieser Untergattung etliche Arten mit dunkelrotem Hut und rot überlaufenem Stiel, z. B. Russula rhodopus, Russula queletii, oder eben Russula sardonia.


    Daher noch ein paar Rückfragen, die weiter führen würden:
    - hast du die Sporenpulverfarbe, und war sie nur blass ockergelb oder richtig leuchtend gelb?
    - war der Pilz im Mund sehr schnell scharf, oder erst mild und dann nach einer halben Minute scharf?
    - waren die Lamellen nur blassgelblich oder freudig zitronengelb?
    - gab es am Fundort außer Kiefer auch noch Fichten (einzelne reichen)?
    - roch der Pilz fruchtig wie Apfelmus?

    Ich sehe gar keine rostbraunen Fäden am Stiel. Daher denke ich auch, dass es der Violette Rötelritterling ist. Auch von oben sieht der Pilz nicht wie ein Dickfuß aus, da die Hutoberfläche offenbar völlig glatt und kahl ist. C. camphoratus hat seidiges Velum auf dem Hut und riecht auch nicht nach Azetylen, sondern eher wie ein drei Monate nicht geduschter Bauarbeiter.

    [quote='Harzpilzchen','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=181213#post181213']
    > Russula spec. 01


    wenn scharf, dann R. firmula oder adulterina?


    > Russula spec. 02


    auch R. queletii?


    > Russula spec. 03


    wenn scharf, vielleicht dasselbe wie spec. 01
    wenn mild, vielleicht R. integra in grünoliv, das gibt's auch!


    > Russula spec. 04


    R. rhodopus? R. helodes? Wenn bei Kiefer, R. sanguinaria?


    > Russula taigarum


    da hättest du ruhig dazuschreiben können, dass das etwas Ultra-Seltenes in Deutschland ist


    @Schleimrüpel
    ich bin zwar nicht Hartmut, aber ich hoffe, es ärgert sich keiner über den Antwortklau: R. mustelina ist ein Blasssporer, R. integra ein Gelbsporer - d. h. an der Farbe der reifen Lamellen kann man sie sehr gut auseinanderhalten

    Das Exemplar ist leider nicht mehr taufrisch. So etwas sieht einem Pilzbuchbild nicht mehr besonders ähnlich, und so wird die Bestimmung schwierig. Blauende Röhren und Stielnetz auf gelbem Grund passen schon zum Anhängselröhrling, nur ist dessen Fleisch (im Frischzustand) eben leuchtend gelb. Da müssen echte Röhrlingsspezialisten ran, die auch aus solchen "Senioren" noch was rauslesen können.

    Nr. 1: könnte Macrolepiota mastoidea (Zitzen-Riesenschirmpilz, Kleiner Parasol) sein; Safranschirmlinge sind es auf keinen Fall, bei denen würde das Fleisch rot verfärben.


    Nr. 5: bei diesen Pilzen haben deine Bilder besonders schlechte Qualität: unscharf, falsch belichtet, Kamera viel zu weit weg, daher keine realen Farben und Details zu erkennen.


    Nr. 7: alles Suillus viscidus (Grauer Lärchenröhrling); um Suillus bresadolae zu finden, muss man ins alpine Hochgebirge fahren


    Nr. 8: Russula foetens/subfoetens (Stinktäubling). Nix zum essen.


    Ist übrigens keine gute Idee, Pilzen, die noch bestimmt werden sollen, die Füße abzuschneiden. Bei Nr. 4 ist nämlich die Farbe der Stielbasis ein wichtiges Bestimmungskriterium.


    Freundliche Grüße
    Oehrling

    Ich lehne mich jetzt mal etwas aus dem Fenster und sage: das muss der Pilz sein, der als Gift-Riesenschirmpilz bzw. als Gift-Parasol bezeichnet wird, wie auch immer der nun heißt. Büscheliges Wachstum, eckiggerandete Knolle, auf Detritus wachsend, für mich passt alles. Danke für die aufschlussreiche Foto-Dokumentation.

    Den Vorrednern stimme ich zu: das wird bestimmt ein Dickfuß. Jetzt gibt es noch ein paar Bestimmungschancen. Auf Bild 2 sieht es aus, als wäre das Fleisch safrangelb. Das würde zu Cortinarius traganus (Safranfleischiger Dickfuß) passen. Vielleicht stinkt der Pilz nach dem Aufschneiden unerträglich. Das würde zu Cortinarius camphoratus (Bocksdickfuß) passen.

    Spekulation (nur für den Fall, dass er nicht auf Holz gewachsen ist): das sieht mir nach einem Risspilz aus der Mallocybe-Sektion aus (bzw. Dulcamara-Gruppe). Geruch unbedeutend hast du geschrieben, aber vielleicht war der Geruch doch nicht ganz neutral, sondern ging in Richtung staubig-erdig. In dieser Gruppe gibt es auch bohnenförmige, unterm Mikroskop gelbbraun aussehende Sporen. D. h.: Cheilozystiden unbedingt anschauen (für Mallocybe: irgendwie keulenförmig, eventuell septiert), und nachweisen, dass keine Pleurozystiden vorhanden sind. Findest du Pleurozystiden oder sehen die Cheilos völlig anders aus, hat sich Mallocybe natürlich erledigt.

    Wenn der "Schafeuterporling" eine orangefarbene Oberseite hatte, war es ein Semmelporling, d. h. etwas noch Selteneres. Man hätte ein kleines Stück abbrechen und kosten können. Der Schafsporling schmeckt mild, der Semmelporling bitterlich.