Es gibt in Anfragen Fotos, die so gut gemacht sind, dass man gar keine Beschreibung in Worten braucht, um dem abgebildeten Pilz einen Namen geben zu können. Das ist der Idealfall.
Problematisch wird es, wenn der Anfrager
- offenkundig nicht wirklich an Pilzen interessiert ist, auf einer Wanderung aber dann doch mal einen sieht, und ihn einfach so mit einem Handy von oben knipst - erhält er dann über das Forum einen Namen zu dem Pilz, kann man sicher sein, dass der zwei Wochen später längst wieder vergessen ist
- zu Hause schon mit sabberndem Mund vor selbstgefundenen Pilzen hockt, aber auf Deutsch gesagt nicht den Arsch in der Hose hat, sie auf eigene Verantwortung zu essen
- nicht nur von Pilzen keine Ahnung hat, sondern auch nicht vom Fotografieren, d. h. nicht in der Lage bzw. willens ist, ein scharfgestelltes, richtig belichtetes Foto zu knipsen
- sich mit der Kenntnis möglichst vieler Pilzarten brüsten will (Typ "Artenjäger"), sich die dazu notwendige eigene mühsame Bestimmungsarbeit aber nicht antun möchte, und deshalb im Wald jedes noch so unbedeutende kleine braune, graue oder weiße Pilzchen fotografiert und dann erwartet, dass er im Forum umgehend den Namen auf dem Silbertablett serviert bekommt - nicht ahnend, dass bei seinem nächsten Fund eines ähnlich aussehenden Pilzes die Fehlbestimmung fast zwangsläufig erfolgen wird
Die Frage ist, ob in diesen Fällen sich die Anfrager überhaupt die Mühe machen würden, eine wie auch immer aussehende Fundbeschreibung abzuliefern.
Trotz allem sollte jedem überlassen bleiben, wie er seine Anfrage stellt. Man ist ja wie gesagt nicht verpflichtet, darauf zu reagieren. Und man kann immer sagen: aufgrund der vorliegenden Angaben ist keine Benennung möglich. Wird dann noch zusätzlich ein Hinweis darauf gegeben, aus welchen Gründen die Anfrage unzureichend war (z. B. schlecht gemachtes Foto, nur Hutoberfläche gezeigt...), sollte das selbstverständlich nicht als arrogantes Verhalten ausgelegt werden.
