Beiträge von Oehrling


    also bei Pilz 1 sehe ich auch ein Täubling aber welche Hut farbe ist die richtige, die auf Bild 1b Grün oder 1c Rot/Rosa? Oder viell. 1d Braun? Naja.


    Wahrscheinlich alle. Russula carpini hat alle diese Hutfarben im Angebot. Das war mit ein Grund für mich, diese Art zu raten.

    Hallo peri,
    ich versuche mich im Raten, denn da du zu den fotografierten Pilzen nichts weiter sagst, sind die konkreten Anhaltspunkte doch "etwas spärlich".
    Nr. 1: könnte der Hainbuchentäubling (Russula carpini) sein, wäre mild oder höchstens etwas prickelig auf der Zunge, hätte gelbes Sporenpulver und würde bei Hainbuche (z. B. in einem Garten mit Hainbuchenhecke?) wachsen
    Nr. 2: könnte der Birnen-Risspilz (Inocybe fraudans) sein, mit aufdringlich süßlich-parfümiertem Geruch, nicht spermatisch
    Tipp: Risspilze, die bestimmt werden sollen, müssen ausgegraben werden, damit man die Stielbasis sieht
    Nr. 3: alter Perlpilz
    Nr. 4: kann es sein, dass die Röhrenmündungen gelb und nicht rot waren? dann ist es kein Hexenröhrling, sondern ein Schwarzblauender Röhrling (Boletus pulverulentus)
    Nr. 5: ein Wulstling, leider mit sauber abgeschnippelter Stielbasis, d. h. mit sauber abgeschnippeltem Hauptbestimmungskriterium
    Nr. 6: wohl ein Perlpilz, mit viel weinrot in den madigen Stellen

    Hallo Beorn,
    ein kleiner Tipp von mir: Trinos Hinweis auf die gut sichtbaren rosa Schecken auf dem Hut ist der entscheidende. Der Hut ist, wie man auf dem Foto sieht, nicht wollig-filzig, sondern glatt-glänzend. Und bedenke auch, dass das ein Riesen-Oschi sein muss mit einem Stieldurchmesser von mindestens 3 bis 4 cm. So groß werden nicht viele Milchlinge. Der Baumpartner am Fundort müsste Weide oder Pappel gewesen sein.

    In den Kommentaren ist zu lesen, dass die Pilze aus British Columbia, also aus dem östlichen Kanada stammen. Einige User spekulieren, dass es Agaricus augustus sei und bitten, zum Essen eingeladen zu werden. Der Pilz scheint dort also auch vorzukommen und als Speisepilz bekannt zu sein.

    Wenn es in dem Komplex A. rubescens/excelsa/spissa/pantherina lauter eindeutige Unterscheidungsmerkmale gäbe, würde sich ja niemals jemand mit Pantherpilzen vergiften.


    Meines Erachtens gibt es zwei absolut zuverlässige und zwei einigermaßen zuverlässige Unterscheidungsmerkmale zwischen Perl- und Pantherpilz. Der Perlpilz ist irgendwo an irgendeiner Stelle rosa, der Pantherpilz nie. Das Sporenpulver des Pantherpilzes ist inamyloid, das des Perlpilzes amyloid, d. h. träufelt man Melzersches Reagens auf das ausgefallene Sporenpulver, wird es beim Perlpilz blauschwarz und bleibt beim Pantherpilz hell. Melzersches Reagens gibt's in Tanjas Mykoshop für ein paar Euro, so etwas sollte jeder Pilzbestimmer haben.


    Die Manschette ist beim Perlpilz grundsätzlich gerieft, beim Pantherpilz grundsätzlich nicht. Am Fuß hat der Pantherpilz grundsätzlich einen gut sichtbaren weißen Velumgürtel ("Bergsteigersöckchen"), der Perlpilz nur ein paar Schüppchen/Flocken, die grundsätzlich graurosa sind. Wobei grundsätzlich heißt: es kann Ausnahmen geben.


    Nachdem ich schon so viele Perlpilz-Hutränder und Graue-Wulstlings-Hutränder mit Riefung und Pantherpilz-Hutränder ohne Riefung gesehen habe, ist das in meinen Augen kein gutes Bestimmungskriterium, ebenso die Farbe und Anordnung der Velumflocken auf dem Hut oder die Hutfarbe selber (Pantherpilz reines Braun mit Gelb-/Goldstich, Perlpilz eher fleischfarbenes Braun).

    Ich sag es nicht gern, aber in meinen Augen ist das ein überständiger, angetrockneter Schwefelporling, der die normalerweise vorhandenen freudigen Gelbtöne verloren hat. Und um mich zu überzeugen, dass das was anderes ist, müsstest du dich jetzt eben ans Mikro setzen. :shy:


    außen ist rosa, aber wenn ich den Stiel aufschneide ist innen weiß.


    Es heißt ja auch nicht, dass der Stiel rein rosa sein muss. Irgendwo am Stiel oder im Fleisch (so wie hier direkt unter der Huthaut) muss ein bisschen rosa sein, wenn man sicher gehen will. Es ist auch nicht auszuschließen, dass ein Perlpilz reinweiß ist (Albino-Form). So etwas isst man dann freilich nicht.

    @Pilzler13
    Es ist sehr schade, dass du mit der Mykologie aufhören willst, aber wenn du denkst, dass es dir nichts mehr bringt, so sei es. Ich wünsche dir dann jedenfalls viele Freunde, die Anderes können als Pilze bestimmen.


    Ich kenne jetzt nicht die ganze Vorgeschichte, aber möglicherweise überhöhst du das mit dem Menschen-verletzt-Haben. In diesem Forum und im Pilzepilze-Forum gab es doch eigentlich nur positive Kommunikation.

    Täubling Nr. 4 ist Russula amoenolens, da bin ich mir zu 95 % sicher.
    Täubling Nr. 11 könnte Russula violacea oder eine andere Violacinae sein, der nach dem Antrocknen sehr gut an seinem strengen Ölsardinengeruch zu erkennen ist.
    Pilz Nr. 22 hätte ich jetzt auch für einen Täubling gehalten, natürlich nur, wenn der Stiel beim Brechen nicht auffasert.
    Täubling Nr. 28 ist aufgrund der misslungenen Fotos nur zu raten, sieht aber nach Frauentäubling aus. Wie man den erkennt, ist hier ja schon ausreichend thematisiert worden.

    Nach all den mehr oder weniger gelungenen Witzeleien noch einen konkreten Tipp: auf der Knipse nach einem Knopf namens "Autofocus" suchen, oder per Menü das Naturaufnahmensymbol (oft eine grüne Tulpenblüte) anwählen, dann passiert dir so etwas wie das mit dem Fuß nicht noch einmal.

    In Michael/Hennig/Kreisel, Handbuch für Pilzfreunde, Band IV, treibt sich eine zweifelhafte Champignonart namens Agaricus aestivalis rum, die sich dadurch auszeichnet, dass sie stark gilbt, vor allem auf dem Hut und auf der Stielrinde unterhalb der Manschette, so wie ein typischer Anischampignon, aber überraschenderweise banal-nichtssagend riecht und vor allem im Frühsommer vorkommt. Also ziemlich gut auf das passt, was du hier zeigst.

    Hallo Beorn,
    irgendwas scheint mir an der von dir beschriebenen Merkmalskombination nicht ganz zu stimmen: Einen Täubling mit weißen Sporen und splitternden Lamellen, der unter der Huthaut und am Stiel rosa/lila ist, gibt es einfach nicht. Daher würde ich es sogar für möglich halten, dass das nicht alles dieselbe Art ist, was du da zeigst.


    Um in diesem Fall weiterzukommen, kommen wir um die Eisensulfat-Probe (Einreiben der unverletzten Stielrinde mit Eisensulfat-Kristallen) leider nicht herum:
    nur leicht graugrün beim Frauentäubling,
    blass-schmutzig orangerosa bei den Griseinae-Arten ionochlora, parazurea usw., dazu den Pfirsichtäubling,
    etwas deutlicher orangerosa bei R. grisea selber und
    freudig orange beim Fleischroten Speisetäubling (R. vesca), der in seiner "Verarschungs-Variante" auch so aussehen kann.


    Außerdem brauchen wir noch die exakte Sporenpulverfarbe, die du so ermittelst, dass du das Sporenpulver mit einer Rasierklinge zu einem kleinen Häufchen zusammenschiebst und dieses dann auf reinweißes Papier rutschen lässt. Vielleicht kannst du auf diese Art feststellen, dass das Sporenpulver eben doch nicht weiß, sondern hellcreme ist, und dann kommen wir in Richtung R. ionochlora.

    Oder der Vielfärbende Birkenpilz, Leccinum variicolor.
    Da müsste ich jetzt mal - abgesehen vom Baumpartner - die genauen Unterschiede nochmal nachlesen.


    Leccinum variicolor verfärbt in der oberen Hälfte rosagrau, in der unteren Hälfte blaugrünlich. Das ist der Grund für seinen Artnamen.
    Die Art, wie ein längs durchgeschnittenes Leccinum verfärbt, ist mit das wichtigste Bestimmungsmerkmal innerhalb dieser Gattung und sollte stets vor Ort geprüft werden..

    Ich bin wieder frech und setze auch 5 Chips gegen Leccinum scabrum und auf Leccinum carpini. Das sind doch vertrocknete Hainbuchenblätter auf Bild 2.


    erebus
    Gibt es ein Bild vom längs durchgeschnittenen Pilz? Damit könntest du das Wetträtsel überzeugend auflösen. Leccinum carpini verfärbt grauschwarz, Leccinum scabrum wird höchstens leicht bräunlich.

    Ja: jetzt, wo man die Stielbasis sieht, kann man anfangen mit der Interpretation. Z. B. kann man die Stielbasis als knollig ansehen und damit seinen Bestimmungsvorschlag untermauern. Ich habe auch überhaupt keine Probleme mehr damit, wenn du sie JETZT, nachdem du dir die Form der Stielbasis angeschaut hast, "Inocybe cf. godeyi" nennst. Ideal ist es, dass Pilzler13 sich die Teile nochmal unterm Mikroskop anschaut, denn wenn sich jetzt noch herausstellen sollte, dass diese Pilze Pleurozystiden haben, kann man sogar das "cf." wegtun, und dann hast du so einen Knaller wie Inocybe godeyi BESTIMMT, wozu ich nur gratulieren kann. Wenn keine Pleurozystiden gefunden werden und die Cheilocystiden breit schlauchförmig sind, dann hast du immerhin Inocybe erubescens BESTIMMT, was auch nicht schlecht ist.

    Das könnte der Grund sein, weshalb hopsing17 sich so sicher ist. Kannst ja einen von denen nochmal durchschneiden, aber mach dir dabei dein Messer nicht kaputt ;)

    Wenn es der Rotrandige Baumschwamm ist, müsste er im Anschnitt blass gelborange sein und einen unangenehmen säuerlichen Geruch ähnlich gärenden Pflanzenteilen haben (der Angabe in Gerhardts BLV-Bestimmungsbuch mit "angenehm würzig" kann ich nicht folgen).