Beiträge von Oehrling

    Übrigens habe ich noch nie Stockschwämmchen auf Holzschnitzeln wachsen sehen, obwohl ich sie schon über 30 Jahre lang sammle. Man findet sie normalerweise mitten im Wald auf Baumstümpfen.

    Pilz Nr. 1 könnte irgendein rotbrauner Milchling sein, von denen es ziemlich viele Arten gibt. Wäre dann auf jeden Fall nichts Leckeres.
    Natürlich kann ich auch danebenliegen, das kann bei solchen Anfragen schon mal vorkommen.


    Gemäss meinen Recherchen im Internet könnte es sich tatsächlich um einen rostroten Lärchenröhrling handeln.


    Das wäre dann ein sehr schöner Fund. Du hast bei deinen Recherchen inner- und außerhalb des Internets sicherlich folgendes abgecheckt:
    - in der Nähe des Pilzes wuchs eine Lärche (nur dann kann dein Vorschlag überhaupt in Frage kommen)
    - die Röhren des Pilzes waren leuchtend orange, keinesfalls gelb
    - die Röhren des Pilzes verfärbten auf Druck nicht, insbesondere nicht in Richtung blau oder grün
    - die Stielrinde des Pilzes war schmutzig orangebraun, und es war eine undeutliche flockige Ringzone vorhanden
    - am Hutrand des Pilzes hingen einige kleine helle flockige Schuppen, die dem Hutrand ein leicht zotteliges Aussehen geben


    Freundliche Grüße
    Stephan

    Das ist ein parasitischer Pilz, der diese roten Flecken erzeugt (sozusagen Pilz auf Pilz). Den Namen kann man sicherlich ergoogeln oder in einem Buch nachlesen. Solche leuchtendroten Flecken findet man häufig auch auf Fruchtkörpern von Hygrocybe virginea.

    Weil es bisher keiner geschrieben hat, hole ich es nach: um einen Kartoffelbovist als solchen zu bestimmen, schneidet man ihn quer durch. Das Innere müsste je nach Alterszustand leicht rosalich (sehr jung), violettlich (jung) oder schwarz (nicht mehr so jung) sein und einen charakteristischen chemisch-stechenden Geruch verbreiten. Tust du ebendieses bei deinen Pilzen, wirst du ein weißes, weißliches oder gelblich-grünes Inneres feststellen - das kann dann kein Kartoffelbovist sein.

    Man sieht aber Pappelblätter rumliegen. Das auf den Fotos zu sehende Habitat entspricht nicht dem typischen Habitat von Kieferngrünlingen. Kieferngrünlinge haben auch striate Hüte.
    Das sind schon die gleichen wie unsere von letzter Woche.[hr]


    Hallo,


    unbedingt zu erwähnen ist, dass der Grünling derzeit aufgrund einzelner Todesfälle in Frankreich und dem Nachweis eines Giftstoffs, welcher Rhabdomolyse (Muskelzersetzung) hervorruft, als stark giftig einzustufen ist. Dies ist wohlbemerkt in älteren Pilzbüchern nicht angegeben, dort wird diese Art noch als essbar bezeichnet.


    lg björn


    ... was aber in der Gegend um Nürnberg (Kiefernwald auf Sandboden) keinen Pilzsammler davon abhält, weiterhin Grünlinge zu sammeln und fröhlich zu verspeisen, wie seit Jahrzehnten auch. Wenn es mehrere Grünlingsarten gibt, ist vielleicht auch nur eine davon giftig, eine, die bei Nürnberg nicht vorkommt. Denn angesichts dessen, was dort an Grünlingen weggeputzt wird, hätte es dort auch schon längst Todesfälle geben müssen.


    Aber dann müssten die Geruchsbeschreibungen auch ÜBERALL DRINGENDST überarbeitet werden .... (2 Bücher und alle von mir gelesenen Internetbeschreibungen...)


    Volle Zustimmung! Obwohl sich Gerüche von Pilzen meist klar definieren lassen, sind viele der in den Pilzbüchern vorfindbaren Geruchsbeschreibungen reiner Bullshit (wie übrigens auch diejenigen in den Forumsanfragen :) ), Da werden munter Beschreibungen (metallisch-chemisch, mehlartig-ranzig, kakaoartig...) und Bewertungen (unangenehm, widerlich, angenehm frisch nach Pilz...) durcheinandergeschmissen, und kennt ein Buchautor einen Pilz nicht wirklich (doch, doch, auch das kommt vor! 8| ), schreibt er gerne mal aus anderen Quellen ab oder bleibt bewusst ungenau.


    Das grundsätzliche Problem liegt darin, dass man bezüglich des Erfassens von Gerüchen nicht völlig talentfrei sein sollte, es einige aber offensichtlich sind (wohl auch Buchautoren). Man bekommt das mit, wenn man verschiedene Leute an Pilzen riechen lässt und sie bittet, die wahrgenommenen Gerüche in Worten zu beschreiben. Der m. E. beste Geruchsbeschreiber unter den Buchautoren ist (war) Walter Pätzold, abgesehen von den speziellen Gattungsautoren. Wenn es um zu diskutierende Gerüche geht, sollte man daher immer auch bei ihm nachschlagen.

    Jau, jetzt ein Mikroskop, und du würdest Cortinarius-Sporen vor dir sehen. Ich fürchte, das ist so ein Pilz, dem du mit deinen Bestimmungsmethoden leider nicht beikommst. Zumindest könntest du KOH auf den Hut schmieren, bei schnell und intensiv schwarzer Reaktion wäre es wohl eine Telamonie.


    Zum Baum (Strauch): bin jetzt nicht so der Botaniker, aber könnte das vielleicht der Gemeine Schneeball sein?

    Mein Einwand wäre allgemeiner Art: hast du auch sämtliche braunen auf Magerrasen wachsenden Gattungen mit trichterlingsähnlichem Habitus auf dem Schirm (Nabelinge, Samtschnecklinge, Rötlinge...)? Wenn ja, bleibt mir ob dieser schnellen Bestimmung nur der Mund offen stehen. Das könnte ein Nordeloos nicht besser.

    Du findest einen von dir gesehenen Pilz in vier Büchern nicht. Jetzt stellst du eine Anfrage ohne Bild ein, mit einer Beschreibung, die jede Menge Fragen offen lässt. Für wie realistisch hältst du es eigentlich, dass jemand in diesem Forum diese Anfrage beantworten kann?


    Oder nochmal anders: wenn dein Pilz schon in vier Büchern nicht drin ist, was lässt dich glauben, dass dieser Pilz für einen Hobbypilzkundler von Bedeutung ist? Oder dass ein Hobbypilzkundler diesen Pilz kennen müsste?

    Jetzt möchte ich noch einmal für Dfu sprechen. Er hat einen Rat gewollt ("Irgendwelche Einwände?..."), er hat von mir einen ablehnenden Rat bekommen, er hat gesagt, dass er diesen Rat nicht braucht, und er hat die Pilze gegessen. Mehr ist nicht passiert. Was weiter passiert, ist allein Dfu's Sache. Man kann davon ausgehen, dass er sich dessen bewusst ist, was mit zugegebenermaßen äußerst geringer Wahrscheinlichkeit passieren könnte, und seine Entscheidung ist das Resultat eines individuellen Entscheidungsprozesses, für den er selber geradesteht. Er ist es, der die Pilze vor sich hat, und er sollte am besten wissen, welche es sind. Also: so lange er nicht hinterher Symptome bekommt und dann behauptet, im Forum wäre ihm zum Essen des Pilzes geraten worden, ist alles im grünen Bereich.


    In den letzten Tagen fällt mir in diesem Forum eine immer stärkere Hektik, verbunden mit aktiver Missioniererei auf. Dadurch kommt eine irgendwie schlechte Stimmung auf. Leute, entspannt euch doch wieder, niemand muss hier den Hilfspolizisten spielen.

    Lepista saeva ist schon essbar. Ich habe ihn bisher selbst zweimal ohne jede Beschwerden gegessen. Bei uns im Verein essen den einige. Ich finde ihn geschmacklich nicht ganz so gut wie Lepista nuda, nicht so aromastark.


    Schön, dass sich Öhrling ja auch selbst als Informationsquelle benannt hat. :D (Internet = pilzforum.eu = member Öhrling)


    Ich wollte damit eigentlich sagen, dass ich mir unter einer vertrauenswürdigen Informationsquelle nicht irgendeinen User in irgendeinem Forum vorstelle, der irgendwas behauptet. Gott hat uns das Hirn gegeben, damit wir es zu gegebener Zeit selbst einsetzen.