Falls du Lust hast, die gut schmeckenden Nelkis mal zu probieren: achte auf die Lamellenfarbe. Nelkis haben cremefarbene, blass lederbräunliche Lamellen (sind niemals dunkler als die Hutoberfläche), Verwechslungskandidaten (Ackerlinge, Träuschlinge, Düngerlinge...) dagegen dunkler braune Lamellen.
Beiträge von Oehrling
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Da kann ich IngoW nur bestätigen: erstmal ein Esslöffelchen voll austesten und die darauffolgende Nacht abwarten. Grummelt's leicht im Magen, könnte eine Hallimasch-Unverträglichkeit vorliegen. Passiert nichts, verträgst du sie wohl. Übrigens solltest du das mit den Maronen genauso machen, falls du sie zum ersten Mal isst.
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: Mal sehen, der muss doch zu knacken sein. Am besten eben auch mit ein paar FK in der Hand (und Klammer auf der Nase).Nee, nicht mit Klammer auf der Nase, den Geruch brauchst du hier ganz nötig.
Seht es mir bitte nach, dass jetzt nur wissenschaftliche Namen kommen, aber das ist hier einfach zielführender.Tricholoma columbetta: eigentlich reinweiß, kann aber Farbflecken haben (vor allem blaugrün am Stiel), Geruch schwach nach Mehl, nicht "stinkend", im Laub- und Nadelwald (das ist sozusagen ein T. orirubens ohne Hutschuppen)
Tricholoma inamoenum: grauockerweiß, dreckig weiß, bis ledergelb-blassbräunlich, junge Exemplare stets mit konischem Hut, ältere Exemplare gebuckelt, Geruch exakt wie der Schwefelritterling (verbranntes Horn?), im Gebirgs-Nadelwald unter Fichte im Moos
Tricholoma lascivum: dreckig weiß, Geruch unangenehm süßlich-pissig mit schwach mehliger Komponente ("stinkende Bahnhofstoilette, in die man zur Geruchsverbesserung Klospray reingesprüht hat"), im neutralen bis basischen Laubwald unter Buche/Eiche
Tricholoma album: Aussehen und Vorkommen wie T. lascivum, folglich mit diesem optisch leicht zu verwechseln, doch Geruch nicht penetrant stinkend, sondern nur schwach mehlartig
Tricholoma stiparophyllum: im Allgemeinen größer als T. inamoenum/lascivum/album, ziemlich leuchtend weiß, Hut flach-ausgebreitet und ohne Buckel, unangenehm staubartig-erdiger Geruch, immer bei Birke stehend
Tricholoma argyraceum var. inocybeoides: sehr klein, Hut konisch-spitzig, leuchtend weiß, Geruch angenehm schwach mehlig, immer bei Birke stehend
Tricholoma sulfurescens: sehr selten, Hut- und Stielfarbe weiß bis cremegelb, oft mit gelben Flecken, vor allem nach Manipulation, Geruch diffus angenehm (von mir noch nie gefunden)
Nützlich wäre auch noch eine Beschreibung des jeweiligen Geschmacks (mild, bitter-scharf, nur scharf, sofort scharf, verzögert scharf...), aber das dürft ihr von mir aus selber erheben - wenn ihr durch die weißen Ritterlinge wirklich durchblicken wollt. Und Literaturangaben sind hier kritisch zu betrachten, da wird von manchen Autoren viel durcheinandergeworfen, weil sie sich eben nicht nach jedem weißen Ritterling bücken, was man aber müsste.
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Vor die Auswahl gestellt: Wiesen- oder Anischampignon? tendiere ich zu letzterem. Der Wiesenchampignon hätte folgenden Farbverlauf in den Lamellen von jung nach alt: hellrosa, leuchtendrosa, braunrosa, rotbraun. Dagegen der Anischampignon: weißlich-gelblich, graurosa, hellgrau, dunkelgrau, schwarz. Letzteres scheint mir zuzutreffen, ich würde auch erwarten, dass man bei genauem konzentrierten Hinriechen doch eine Art Anis-/Marzipangeruch feststellen kann.
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Dieser wird mMn in Bild 3 und 4 gezeigt, sodass einer Gattungs-Benennung nichts im Wege steht. Ohne Essfreigabe: das sind Champignons, und zwar gilbende. Nur welche Art? Da bräuchte man noch Angaben über den Geruch. Der auffällige Zahnradkranz auf der Unterseite der Manschette legt immerhin eine Zugehörigkeit zur Arvensis-Gruppe (Schafchampignons) nahe.
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Hallo zusammen,
Lachsreizker hätten Gruben am Stiel, wie Harry sagte, haben fast keine grünlich verfärbten Stellen, schmecken nur wenig bitter und wachsen bei Tanne (wer weiß, wie Tannen im Wald aussehen?
),
Fichtenreizker haben keine Gruben, viel grün verfärbte Stellen, sind im Alter sehr zerbrechlich und schmecken unangenehm bitter;
Edelreizker haben Gruben, stehen bei Kiefer, und die Milch verfärbt nicht weinrot;
Lactarius quieticolor (wie heißen die auf deutsch?) haben Gruben und stehen auch bei Kiefer;
Essen kann man sie alle, eine Verwechslung wäre also nicht tragisch, aber es ist zu loben, dass du genau wissen willst, was du eigentlich isst! Dann bestimme mal selbst, das müsste mit einem leidlich guten Pilzbuch funktionieren. -
Hallo Juliane, mMn korrekt! (ohne Essfreigabe)
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Achte mal genau auf den Geruch, damit kann man schon stark eingrenzen. Im Angebot wäre: geruchlos, rettichartig, marzipanartig, süßlich wie Kaugummiaroma, kakaoartig. Mit der auffallend starken bräunlichen Färbung und dem kräftigen Habitus ist sicher auch was anzufangen.
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Hi zusammen,ich habe zu Nobis Antwort nichts hinzuzufügen.
Also gut, dann spinne ich jetzt noch mal weiter. Der Oehrling macht also eine Kuhweidenexkursion im Südschwarzwald und findet neben zwei, drei Saftlingsarten doch mal einen Trupp Spitzkegelige Kahlköpfe.
1.) Er stellt die SKKK mit analytischen Fotos und einer genauen Beschreibung ein.
2.) Auf Rückfrage eines Users, wie denn der Fundort ausgesehen habe (Untergrund, Bewuchs), gibt er wahrheitsgemäß Antwort.
3.) Er antwortet auf die Rückfrage eines Users, wo er die denn genau gefunden habe (Angabe des Dorfnamens).
4.) Er wird nach Verwechslungsmöglichkeiten und untrüglichen Kennzeichen gefragt und antwortet darauf.
5.) Er wird gefragt, ob er die probiert habe und wie es war, und antwortet darauf.Was von dem (alles rein hypothetisch) geht jetzt, und was geht nicht?
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Hallo Dfu,
Mönchsköpfe wären hier möglich, aber nicht sicher. Sind alle aus demselben Hexenring, oder von unterschiedlichen Fundstellen? Man sieht nicht bei jedem Exemplar einen Buckel. Für Mönchsköpfe hätten diese Exemplare ungewöhnlich schmächtige und dunkel gefärbte Stiele. Unter den hellen Trichterlingen gibt es bedenkliche und sogar giftige Arten, also bitte grundsätzlich Vorsicht. Das Alter dieser Exemplare scheint mir auch schon etwas hoch zu sein.
Interessiert dich der anders aussehende Schuppige mit dem Ring eigentlich nicht? -
Was heißt rötlich? Hell oder dunkel?
schon mal im Voraus:
rötliches Sporenpulver haben folgende Gattungen:
Freiblättler: Agaricus (Champignon), Volvariella (Scheidling), Pluteus (Dachpilz)
mit angewachsenen Lamellen: Entoloma (Rötling), Rhodocybe (Tellerling), Clitopilus (Räsling), Lepista (Rötelritterling)Da scheint mir ein Tellerling am ehesten möglich zu sein. Ich bin mir auch ziemlich sicher, einen solchen Pilz in 40 Jahren Pilzesuchen noch nie wahrgenommen zu haben. Das könnte was echt Seltenes sein.
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Hallo Mario,
wenn das Schüpplinge sein sollen, müsste dunkles Sporenpulver rauskommen. Das solltest du auf jeden Fall testen, z. B. auf einem weißen Taschentuch. -
Weshalb sollte man das? Nur interessehalber, ich esse selber keine Perlpilze.
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erebus
Einen sandig-saueren Boden mit Kiefernbewuchs wirst du in euerer Gegend am ehesten in der unmittelbaren Nähe des Main finden (evtl. Mainschleife bei Volkach bzw. "Astheimer Sande" bei Astheim). Vielleicht gibt es auch irgendwelche mit Kiefern bewachsene Sanddünen bei euch, evtl. nordöstlich von Kitzingen in Richtung Autobahn A3? Ich bin da schon vorbeigefahren, da stehen jede Menge Kiefern rum.betr. Lactarius quieticolor
Dieses Taxon wird von Heilmann-Clausen et al. (The Genus Lactarius) als eigenständige Art angesehen, die sich von L. deliciosus durch die düster braun (= wie L. quietus, daher der Name), jung bisweilen grünlich-bläulich gefärbten Hüte und Stiele unterscheidet, wodurch zwischen dem Orange der Lamellen und dem Bräunlichen des Hutes/des Stieles ein auffallenderer Farbkontrast entsteht als bei L. deliciosus. Während L. deliciosus unverfärbende orangefarbige Milch hat, verfärbt die Milch von L. quieticolor mit der Zeit weinbraun. Unter dem Mikroskop unterscheiden sich die quieticolor-Sporen durch leicht andere Ornamentation von deliciosus-Sporen, was man nach meiner Einschätzung aber nur mit viel Übung erkennen kann.
An der Einschätzung Bons (Lactarius hemicyaneus) wird so ziemlich kein gutes Haar gelassen, L. hemicyaneus sensu Bon wird synonym zu L. quieticolor gesetzt. Meines Erachtens ist L. quieticolor auch derjenige Pilz, der in Großpilze BW als L. semisanguineus bezeichnet wird.
Schmecken tut L. quieticolor ganz ordentlich, ohne jedoch die Klasse von L. deliciosus zu erreichen. -
Nr. 1 erinnert mich auch an einen überalterten Nelkenschwindling (deswegen vielleicht der unangenehme Geruch), Nr. 2 könnte Tricholoma batschii (Fastberingter Ritterling) sein, deine Geruchsangabe ("recht gut, schwach, pilzig, etwas stechend") wäre dann aber total daneben, da müsste "stark mehlig-gurkig" stehen. Dieser Pilz müsste, wenn er es denn wäre, am Stiel eine braune Pseudoringzone haben, die man nach deinem Foto leider nicht beurteilen kann.
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leider war es das dann auch schon wieder fast in diesem Jahr mit den Pilzen..
denn die heiße Zeit der Artenvielfalt ist leider auch schon wieder vorbei
Da bin ich mir nicht sicher. Es könnte auch nur der falsche Waldtyp gewesen sein. Gehe mal in einen Flechtenkiefernwald über nährstoffarmem Sandboden. Erst wenn du da auch nichts mehr findest, könntest du recht haben.
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Und nein, dieses Exemplar ist auf keinen Fall mehr genießbar.
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Hier habe ich als Nachtrag noch ein Foto eines Pilzes, der im Wortsinn im Artenfeuerwerk unterging, u. a. deshalb, weil er erst umständlich aus dem Sandkasten ausgebuddelt werden musste: Rhizopogon obtextus (Gelbe Wurzeltrüffel).
Noch was zum Thema Grünling. Es ist zwar schon toll, dass der Grünling jetzt in verschiedene Arten gesplittet werden kann - vielleicht ist ja nur EINE dieser Arten verzehrtechnisch problematisch, und die anderen kann man sich wie all die Jahrhunderte zuvor munden lassen. Aber aus pilzkundlerischer Sicht ist es zunächst mal wichtiger, dass man eine bildliche Vorstellung von "dem Grünling" allgemein hat: wie er aussehen kann, wie er riecht und schmeckt, unter welchen Bäumen und auf welchen Böden er vorkommt...
Unsere Grünlinge waren, das können wir auf jeden Fall festhalten, auf dem Hut orangebraun mit winzigen braunen Schüppchen (die jungen gelb mit braunen Schüppchen!) und rochen so gut wie nicht nach Mehl. Die Lamellen und der Stiel waren vorschriftsmäßig leuchtend gelbgrün gefärbt, die Stiele teilweise orangebraun überhaucht, auf der Stielrinde fanden sich auch bei Altexemplaren keinerlei Schuppen. Sie waren nicht (auch nicht teilweise) im Sand vergraben (so wie etwa die auf der Sanddüne bei Nürnberg-Altdorf), obschon dort der typische "Streusand" vorhanden war, sondern vollkommen epigäisch.
Jetzt nennt sie von mir aus anders als T. equestre, aber rechnet bitte immer damit, dass solche Artneubenennungen Jahre später kleinlaut wieder revidiert werden müssen, so wie es in der Vergangenheit schon häufig der Fall war. An diesem Standort mag es zwar Pappeln gegeben haben, aber es gab mindestens genausoviele Kiefern.
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Ja, schau einfach mal auf solche Wiesen, die zwar kurzgemäht oder von Nutztieren abgefressen sind, die aber nicht mit Puhl gedüngt werden. Ich gebe zu, dass es Ecken in Deutschland gibt, wo solche Wiesen selten sind.
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So fünf, sechs Arten kenne ich recht gut, schaun mer mal, was sich machen lässt.
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Was, auch nicht in Mehlingen? Auf dieser Wiese gibt es so viele Saftlingsarten, da müsste er doch auch draufstehen.
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Hier eine kleine Auswahl vom gestrigen "Saftlings-Trip" unseres Pilzvereins. Ein Vereinskollege hat fotografiert, mir war meine Kamera zu schade angesichts des Regenwetters.
1) Hygrocybe coccinea (Kirschroter Saftling)
2) Cupophyllus pratensis (Wiesenellerling)
3) Clavulinopsis corniculata (Gelbe Wiesenkoralle)
4) Naan83 Hygrocybe psittacina (Papageiengrüner Saftling) -
Jawoll, leider gibt es in dieser Gruppe (stark gilbende Tenellae) noch zwei bis drei weitere Kandidaten, wobei Russula puellaris schon möglich ist.
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Ein toller Fund, ein tolles Bild! Aber in einem Mega-Ultra-Steinpilzherbst wie diesem mMn nicht wirklich unfassbar.
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Gut, ich gebe zu, dass es auch der Netzstielige sein könnte...
Vielleicht hat einer unserer Forenprofis noch einen besseren Blick fürs Detail
Also mir fällt am Schnittbild auf, dass es über der Röhrenschicht keine rote Linie gibt, und damit ist für mich der Fall klar, auch wenn die Stielrinde abgefressen ist.
Flockies sind übrigens für Röhrlinge extrem lange fest und knackig - ein Indiz für die hohe Qualität dieses Pilzes. Für mich der beste aller Röhrlinge. Ich halte für möglich, dass man einen wie den hier gezeigten noch essen könnte, evtl. nach Entfernen der Röhrenschicht (diese Aussage unter Ausschluss jeder Haftung!).
