Beiträge von Oehrling

    Mein Tipp wäre so - falls das noch Relevanz hat:
    die Reizker und die Birnenstäublinge rauslassen und extra zubereiten, das übrige ist eine recht gute "Alltagsmischung". Die Parasolen sollten, wenn sie gute Qualität haben, bis morgen im Kühlschrank durchhalten können.

    In Großpilze BW Band 5 steht im Schlüssel genau neben A. bitorquis (Stadtchampignon) der A. subfloccosus, der sich vom Stadtchampignon u. a. durch faserfilzige Huthaut und faserflockige Stielbasis unterscheidet. Das passt hier doch recht gut. Natürlich muss man auch bedenken, dass das reichhaltig vorhandene Velum der besonderen Wuchsweise (vergraben im Erdhaufen, so hieß es doch?) geschuldet sein kann.

    Hallo Angler,
    jetzt hast du mal eine spannende mykologische Aufgabe vor dir: die Reizkerarten sauber auseinander zu sortieren. Beschaffe dir Referenzen (Literatur, Internetquellen...), schalte dein Hirn ein, und dann kann es losgehen. Du wirst sehen, das macht unglaublich Spaß. Viel mehr Spaß, als wenn du's vom Oehrling vorgesagt bekommst. Genau dieser Spaß ist der Grund, warum ich mich mit der Pilzkunde beschäftige.

    [quote='dfu','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=197674#post197674']
    > Kerbrandig sind die doch kaum, und gibba scheint kleiner. 5-8 cm las ich.


    Nein, da fühle ich mich nicht richtig interpretiert. Ich hatte geschrieben, dass es diesen Hutbuckel in der Gattung der Trichterlinge öfters gibt, d. h. nicht NUR bei C. geotropha, costata und gibba, letztgenannte Artnamen sind nur austauschbare Platzhalter.

    Sehr interessantes Pilzgebiet, sehr interessante Pilze.


    [quote='Wühlmull','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=197634#post197634']
    > Den hier sah man damals schon häufig, dann lange nicht mehr. Jetzt ist er wieder da und ich hab' immer noch keinen Plan.


    Hätte ich auch nicht. Dieser stark radialrunzlige Hut ist aber sehr markant.


    > Hellrandiger Schneckling (Hygrophorus lindtneri). Wer wissen will warum Schnecklinge Schnecklinge heißen, sollte mal einen rausrupfen :)


    Hygrophorus lindtneri hätte mehr orangefarbige Töne. Diesen würde ich in der Sektion Olivaceoumbrini statt bei den Unicolores suchen und zunächst H. mesotephrus vermuten, etwas sehr Seltenes, das aber ein starkes Jahr hat und schon vielerorts zu sehen war.


    > Der Milchling und ich oder: ihr seht doch alle gleich aus.


    mMn Lactarius blennius


    > Ein lila Riese.


    Whow! Schade, dass nur der Hut zu sehen ist. Als Rätselpilz genial. Rein von oben wäre von Cortinarius violaceus über Cortinarius variicolor bis hin zu Sarcodon joeides sehr viel möglich, von unten natürlich nicht.

    Na, man muss schon vom schlimmsten aller anzunehmenden Fälle ausgehen, und nicht von vornherein unterstellen, dass das alles nur gefaked ist. Aber eben entspannt durch die Hose atmen.


    @Mod
    Dürfen wir jetzt eigentlich über die Zipfelmützchen in der grünen Box diskutieren oder nicht?

    Ich weiß nicht, wozu man sich da so aufregen muss. Ich finde solche Stories lehrreich und unterhaltsam. Man muss auch nicht jemanden, der in Not geraten ist, in dieser Situation anpfurtzen, er kriegt später vom Doc bei passender Gelegenheit schon noch sein Fett weg.

    Eine ziemlich üble Suppe, die du da zusammengekocht hast. Ich sehe (ungiftige) Nelkenschwindlinge und Düngerlinge (Panaeolus) unbekannten Giftigkeitsgrades.


    Als Sofortmaßnahme empfehle ich dir unverzügliches Herbeiführen des Erbrechens, anschließend wäre eine Fahrt zum Arzt/ins Krankenhaus zu erwägen. Nimm die in der grünen Dose mit, falls es davon noch welche gibt, das sind wahrscheinlich die Übeltäter.

    Hallo dfu,
    für mich ist das Wachsen als Hexenring eines der Bestimmungskriterien für den Mönchskopf. Stehen sie nicht im Hexenring, finde ich das verdächtig. Buckel in der Hutmitte gibt es noch bei etlichen anderen Trichterlingen, spontan fallen mir der Kerbrandige (C. costata) und der Ockerbraune (C. gibba) ein.
    Die von Tuppie gezeigten Exemplare haben Topp-Qualität, so sollten sie sein.

    Falls du Lust hast, die gut schmeckenden Nelkis mal zu probieren: achte auf die Lamellenfarbe. Nelkis haben cremefarbene, blass lederbräunliche Lamellen (sind niemals dunkler als die Hutoberfläche), Verwechslungskandidaten (Ackerlinge, Träuschlinge, Düngerlinge...) dagegen dunkler braune Lamellen.

    Da kann ich IngoW nur bestätigen: erstmal ein Esslöffelchen voll austesten und die darauffolgende Nacht abwarten. Grummelt's leicht im Magen, könnte eine Hallimasch-Unverträglichkeit vorliegen. Passiert nichts, verträgst du sie wohl. Übrigens solltest du das mit den Maronen genauso machen, falls du sie zum ersten Mal isst.


    : Mal sehen, der muss doch zu knacken sein. Am besten eben auch mit ein paar FK in der Hand (und Klammer auf der Nase).


    Nee, nicht mit Klammer auf der Nase, den Geruch brauchst du hier ganz nötig.
    Seht es mir bitte nach, dass jetzt nur wissenschaftliche Namen kommen, aber das ist hier einfach zielführender.


    Tricholoma columbetta: eigentlich reinweiß, kann aber Farbflecken haben (vor allem blaugrün am Stiel), Geruch schwach nach Mehl, nicht "stinkend", im Laub- und Nadelwald (das ist sozusagen ein T. orirubens ohne Hutschuppen)


    Tricholoma inamoenum: grauockerweiß, dreckig weiß, bis ledergelb-blassbräunlich, junge Exemplare stets mit konischem Hut, ältere Exemplare gebuckelt, Geruch exakt wie der Schwefelritterling (verbranntes Horn?), im Gebirgs-Nadelwald unter Fichte im Moos


    Tricholoma lascivum: dreckig weiß, Geruch unangenehm süßlich-pissig mit schwach mehliger Komponente ("stinkende Bahnhofstoilette, in die man zur Geruchsverbesserung Klospray reingesprüht hat"), im neutralen bis basischen Laubwald unter Buche/Eiche


    Tricholoma album: Aussehen und Vorkommen wie T. lascivum, folglich mit diesem optisch leicht zu verwechseln, doch Geruch nicht penetrant stinkend, sondern nur schwach mehlartig


    Tricholoma stiparophyllum: im Allgemeinen größer als T. inamoenum/lascivum/album, ziemlich leuchtend weiß, Hut flach-ausgebreitet und ohne Buckel, unangenehm staubartig-erdiger Geruch, immer bei Birke stehend


    Tricholoma argyraceum var. inocybeoides: sehr klein, Hut konisch-spitzig, leuchtend weiß, Geruch angenehm schwach mehlig, immer bei Birke stehend


    Tricholoma sulfurescens: sehr selten, Hut- und Stielfarbe weiß bis cremegelb, oft mit gelben Flecken, vor allem nach Manipulation, Geruch diffus angenehm (von mir noch nie gefunden)


    Nützlich wäre auch noch eine Beschreibung des jeweiligen Geschmacks (mild, bitter-scharf, nur scharf, sofort scharf, verzögert scharf...), aber das dürft ihr von mir aus selber erheben - wenn ihr durch die weißen Ritterlinge wirklich durchblicken wollt. Und Literaturangaben sind hier kritisch zu betrachten, da wird von manchen Autoren viel durcheinandergeworfen, weil sie sich eben nicht nach jedem weißen Ritterling bücken, was man aber müsste.

    Vor die Auswahl gestellt: Wiesen- oder Anischampignon? tendiere ich zu letzterem. Der Wiesenchampignon hätte folgenden Farbverlauf in den Lamellen von jung nach alt: hellrosa, leuchtendrosa, braunrosa, rotbraun. Dagegen der Anischampignon: weißlich-gelblich, graurosa, hellgrau, dunkelgrau, schwarz. Letzteres scheint mir zuzutreffen, ich würde auch erwarten, dass man bei genauem konzentrierten Hinriechen doch eine Art Anis-/Marzipangeruch feststellen kann.

    Dieser wird mMn in Bild 3 und 4 gezeigt, sodass einer Gattungs-Benennung nichts im Wege steht. Ohne Essfreigabe: das sind Champignons, und zwar gilbende. Nur welche Art? Da bräuchte man noch Angaben über den Geruch. Der auffällige Zahnradkranz auf der Unterseite der Manschette legt immerhin eine Zugehörigkeit zur Arvensis-Gruppe (Schafchampignons) nahe.

    Hallo zusammen,
    Lachsreizker hätten Gruben am Stiel, wie Harry sagte, haben fast keine grünlich verfärbten Stellen, schmecken nur wenig bitter und wachsen bei Tanne (wer weiß, wie Tannen im Wald aussehen? ;) ),
    Fichtenreizker haben keine Gruben, viel grün verfärbte Stellen, sind im Alter sehr zerbrechlich und schmecken unangenehm bitter;
    Edelreizker haben Gruben, stehen bei Kiefer, und die Milch verfärbt nicht weinrot;
    Lactarius quieticolor (wie heißen die auf deutsch?) haben Gruben und stehen auch bei Kiefer;
    Essen kann man sie alle, eine Verwechslung wäre also nicht tragisch, aber es ist zu loben, dass du genau wissen willst, was du eigentlich isst! Dann bestimme mal selbst, das müsste mit einem leidlich guten Pilzbuch funktionieren.

    Achte mal genau auf den Geruch, damit kann man schon stark eingrenzen. Im Angebot wäre: geruchlos, rettichartig, marzipanartig, süßlich wie Kaugummiaroma, kakaoartig. Mit der auffallend starken bräunlichen Färbung und dem kräftigen Habitus ist sicher auch was anzufangen.


    Hi zusammen,


    ich habe zu Nobis Antwort nichts hinzuzufügen.


    Also gut, dann spinne ich jetzt noch mal weiter. Der Oehrling macht also eine Kuhweidenexkursion im Südschwarzwald und findet neben zwei, drei Saftlingsarten doch mal einen Trupp Spitzkegelige Kahlköpfe.
    1.) Er stellt die SKKK mit analytischen Fotos und einer genauen Beschreibung ein.
    2.) Auf Rückfrage eines Users, wie denn der Fundort ausgesehen habe (Untergrund, Bewuchs), gibt er wahrheitsgemäß Antwort.
    3.) Er antwortet auf die Rückfrage eines Users, wo er die denn genau gefunden habe (Angabe des Dorfnamens).
    4.) Er wird nach Verwechslungsmöglichkeiten und untrüglichen Kennzeichen gefragt und antwortet darauf.
    5.) Er wird gefragt, ob er die probiert habe und wie es war, und antwortet darauf.


    Was von dem (alles rein hypothetisch) geht jetzt, und was geht nicht?

    Hallo Dfu,
    Mönchsköpfe wären hier möglich, aber nicht sicher. Sind alle aus demselben Hexenring, oder von unterschiedlichen Fundstellen? Man sieht nicht bei jedem Exemplar einen Buckel. Für Mönchsköpfe hätten diese Exemplare ungewöhnlich schmächtige und dunkel gefärbte Stiele. Unter den hellen Trichterlingen gibt es bedenkliche und sogar giftige Arten, also bitte grundsätzlich Vorsicht. Das Alter dieser Exemplare scheint mir auch schon etwas hoch zu sein.
    Interessiert dich der anders aussehende Schuppige mit dem Ring eigentlich nicht?

    Was heißt rötlich? Hell oder dunkel?


    schon mal im Voraus:
    rötliches Sporenpulver haben folgende Gattungen:
    Freiblättler: Agaricus (Champignon), Volvariella (Scheidling), Pluteus (Dachpilz)
    mit angewachsenen Lamellen: Entoloma (Rötling), Rhodocybe (Tellerling), Clitopilus (Räsling), Lepista (Rötelritterling)


    Da scheint mir ein Tellerling am ehesten möglich zu sein. Ich bin mir auch ziemlich sicher, einen solchen Pilz in 40 Jahren Pilzesuchen noch nie wahrgenommen zu haben. Das könnte was echt Seltenes sein.