emil
ich meine auf der von dir angegebenen externen Quelle ebenfalls Lepista irina zu sehen, keinesfalls Tricholoma lascivum, und würde damit dein Weltbild affirmieren.
Climbingfreak
eine Nebelkappe hätte herablaufende Lamellen, hier sieht man stattdessen "Burggräben"
@all
Hier haben wir mal wieder ein Beispiel dafür, wo die Grenzen der Pilz-"Bestimmung" übers Internet liegen. Wer die ganzen Lepisten nicht schon mindestens ein Dutzend mal in der Hand gehabt (und an ihnen aufmerksam gerochen!) hat, kennt sie meines Erachtens nicht gut genug, um übers Internet eine belastbare Benennung, mit der alle mitgehen können, vornehmen zu können. Ich selbst habe L. irina und L. glaucocana jeweils höchstens zwei- bis dreimal live gesehen, da traue ich mich einfach nicht zu sagen, der oder der ist es. Alles bliebe auf der könnte/dürfte/sollte/habe ich im Buch gelesen/habe ich auf der Website XYZ gesehen-Schiene - und wäre damit bestimmungstechnisch Schnulli-Bulli.
Zumindest muss man sich an die von den Anfragern gemachten Angaben halten, und wenn der Anfrager steif und fest behauptet, der Pilz habe ganz anders als Lepista nuda, nämlich nach Kartoffelkeller gerochen, dann kann man ihm den Pilz einfach nicht als Lepista nuda "bestimmen", das halte ich schlicht für unseriös, weil der spezielle Lepista-nuda-Geruch nun mal das Bestimmungskriterium Nr. 1 für diesen Pilz ist, ein viel wichtigeres als die Blässe oder Sättigung des Lila. Wobei freilich ein Kartoffelkeller-/Rettichgeruch bei Lepisten überhaupt nicht vorkommt (eher bei Hebelomas), aber das ist und bleibt dann das Problem des Anfragers und seiner Nase, möglicherweise auch seiner Erinnerung oder seiner Aufzeichnungen.
Zieht man in Betracht, dass die Fotos nicht ganz farbecht sind, dann könnte man die seltsam buckligen "Lepisten Nr. 2" mit dem cremerosa Sporenpulver und den kaum mit dem Substrat verwachsenen Stielen auch mal ganz frech für Riesenrötlinge halten.
Letztlich ist es auch nicht wirklich erheblich, ob diese hier angefragten Pilze L. nuda, L. glaucocana oder L. irina sind. Viel informativer wäre es für den Anfrager zu wissen, worauf er denn das nächste Mal im Feld achten soll, wenn er vor dem Problem steht, die genannten drei Arten auseinanderzuhalten und ein Fundexemplar richtig zuzuordnen - und vor allem nicht mit dem Riesenrötling zu verwechseln.