Beiträge von Oehrling


    *NEID*, ich habe noch nie Austern gefunden! gibt es die hier nicht oder bin ich zu früh? Gestern habe ich diese Minipilz-Brut gesehen und angeschnitten. Könnten das möglicherweise ganz vielleicht welche sein?


    Das sind mit Sicherheit keine Austernseitlinge. Zum einen stimmt die filzige Huthaut nicht, die der Austernseitlinge ist glatt. Außerdem haben Austernseitlinge im Anschnitt stets reinweißes, faseriges, leicht zähes Fleisch, hier ist es grau und scheint leicht mürbe bzw. matschig zu sein.
    Sorry, aber auf Austern musst du also noch warten.

    Hier mein Senf dazu:
    1) braucht man eine Ansicht der reifen Lamellen; könnte eventuell eine Psilocybe oder eine Psathyrella sein
    2) Rotbrauner Scheidenstreifling (Amanita fulva)
    3) Gelber Knolli, weiße Variation (Amanita citrina var. alba)
    4) braucht man die Sporenpulverfarbe; scheint ein Rosasporer zu sein; da käme Entoloma oder Clitopilus in Betracht; Crepidotus glaube ich nicht, der hätte dichter stehende und graue Lamellen
    5) hätte ich als Idee noch den Berindeten Seitling anzubieten
    6) + 7) Herbstlorchel (Helvella crispa)
    8) Ziegelroter Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium)
    9) das Bild hat einen fetten Grünstich, daher erscheint mir Conocybe nicht abwegig; natürlich ist auch Psathyrella möglich

    [quote='donbrosco','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=204586#post204586']


    > weil es hilft, sich im Reich der Pilze zurechtzufinden und Verwechslungen zu vermeiden.


    Das ist das Hauptmotiv der Verwendung botanischer Namen, nicht um mit Gescheitheit zu prahlen.


    > Und: Denkt an die Neulinge, die hier (wie ich noch im letzten Jahr) reinschnuppern! Die sollten doch auch unmittelbar von den tollen Beiträgen profitieren können - ohne die Google-Hürde.


    Wer sich als Neuling gegen botanische Namen sperrt, wird über solche Pilze, wie sie Eike vorzustellen pflegt, auch später nicht viel herausfinden. Außerdem sind solche Beiträge nicht eigentlich für Neulinge gedacht, da es sich nicht um "Neulingspilze" handelt. Wenn sie sie trotzdem anschauen wollen, bitte. Aber dann brauchen sie nicht vor botanischen Namen in Schutz genommen zu werden.


    > Deswegen: Trivialnamen first, please ;) !


    Für solche Pilze gibt es meistens gar keine deutschen Trivialnamen. Diese gibt es üblicherweise nur für solche Pilze, die für das Speisepilzsammeln irgendeine Bedeutung haben, sei es eine positive oder eine negative.



    Zum Glück bietet das Forum neben Beiträgen wie diesen auch schöne Steinpilz-, Morcheln- oder Austernseitlingsthreads. Vielleicht ist da eher was für jeden dabei.
    Eike
    bitte weiter so und mehr davon


    viel. findest du die Quelle ja noch würde mich wirklich sehr interessieren. Weißt du noch ob es sich um Makro/Mikroskopische Untersuchungen handelte oder evtl. sogar um genetische?


    Viel mehr als die These geht aus dem mir Verfügbaren (Großpilze BW, Band 2, bei der Art Suillus viscidus) nicht hervor. G. J. Krieglsteiner gibt dort folgende Quelle an, welche wiederum auch nur "GERHOLD 1987" zitiert: H. ENGEL, Schmier- und Filzröhrlinge s. l. in Europa, Weidhausen 1996. Jetzt musst du also Detektiv spielen.

    Ich bin kein Experte für Austernpilzzucht, daher weiß ich nicht, wie das korrekterweise auszusehen hat.


    Allerdings habe ich gehört, dass Austernpilzsporen hochallergen sind. Daher soll man eine Austernpilzzucht nicht in Innenräumen durchführen. Aber vielleicht wusstest du es schon vorher.

    Für mich sieht das wie ein Flämmling (Gymnopilus) aus. Galerina marginata hätte mMn einen Ring am Stiel, die Lamellen sind auch sehr gelb.


    Mir wurde gesagt, dass er lediglich nicht giftig ist, aber Speisewert gleich 0.


    Diese Auskunft trifft m. E. nicht ins Schwarze.
    An dem Pilz ist alles gut, was die Eignung als Speisepilz angeht: er ist im Wald relativ leicht erkennbar, er macht ganz schnell den Korb voll, er ist schön und sauber und verursacht äußerst wenig Putzaufwand, er hat ein Aroma, das trotz der gegenteiligen Meinungen im Forum viele Pilzsammler als sehr angenehm empfinden.
    Nur eines ist schlecht: er ist giftig (Nebularin).
    Wobei manche Leute das Gift offenbar problemlos vertragen. Für die hat der Pilz einen hohen Speisewert.

    Eine Galerina ist es wohl, Galerina marginata wäre sehr gut möglich. Dass die Pilze (damit auch die Stiele) so hell sind, liegt am Austrocknungszustand. Besonders gut sieht man die silbrige Überfaserung natürlich an durchfeuchteten Stielen. Stockschwämmchen sind es jedenfalls nicht.

    Ja, das Anziehen gefärbter Klamotten ist ungefährlich.
    Färben kann man angeblich mit allen Dermocyben (Hautköpfen), nicht nur mit dem Blutroten.
    Karin Tegeler ist die Pilzfärbepäpstin schlechthin, vielleicht gibt sie online Tipps.

    Hallo Michael,
    wie du siehst, war das eine gute Entscheidung, deine Ankündigung bezüglich Forums-Pause dann doch nicht wahr zu machen. Hättest du wirklich auf so viel herzlichen Zuspruch verzichten wollen?


    Ich hatte übrigens mit "Abmeldung" nicht eine formale Abmeldung gemeint, sondern eben deine Ankündigung, dich für ein paar Tage zurückzuziehen. Ich habe mich wohl missverständlich ausgedrückt.


    Liebe Grüße
    Oehrling

    Es ist bei solch schönen Kunstfotos überhaupt nicht wichtig, um welche Pilzart es sich handelt, bzw. dein Foto soll ja erkennbar kein Bestimmungsfoto sein (als solches taugt es nicht - nicht böse gemeint!). Das wäre ungefähr so, wie wenn jemand beim Betrachten eines Caspar-David-Friedrich-Landschaftsbildes fragen würde: wo liegt denn der Wald, in dem das gemalt wurde?

    Einige Pilzforscher haben behauptet, dass im hochalpinen Nadelwald Suillus grevillei und Suillus viscidus bastardieren würden - mit dem Ergebnis, dass dort Misch- und Übergangsformen (z. B. Fruchtkörper mit gelbem Fleisch, gelbem Stielvelum und grauen Röhren) durcheinander mit den "Reinformen" wachsen würden. Ich kann nur gerade die Quelle nicht angeben.

    Hallo Michael,
    auch ich wünsche dir viel Kraft für die anstehende schwere Zeit. Ich glaube aber nicht, dass man sich extra abmelden muss, wenn man mal ein paar Tage nicht im Forum aktiv ist, dafür ist dieses meiner Meinung nach nicht wichtig genug.
    Liebe Grüße
    Oehrling


    Frage mich eigentlich nur wie Kunsthonig schmeckt!? :/


    Ich schätze, mit Kunsthonig ist eingedickter Zuckerrübensirup gemeint (im Handel z. B. als "Grafschafter Goldsaft" im gelben Plastikeimer erhältlich). Berichtigt mich bitte, wenn's nicht stimmt.


    Wenn du mehr auf Pilzgerüche an sich vertraust: das müsste dann der gleiche Geruch wie beim Grünen Knollenblätterpilz sein. Cortinarius talus, ein naher Verwandter von Cortinarius multiformis, riecht auch so.


    Gelbstieliger Muschelseitling (Sarcomyxia serotina). Der Pilz gilt nicht als giftig. Mitunter leicht bitter, ansonsten aber essbar.


    Andreas Gminder hält ihn für giftig (cancerogen), gibt ihn in der Beratung nicht frei und hat ihm in seinen Büchern einen Totenkopf verpasst. Allerdings scheint er diese Meinung ziemlich exklusiv zu haben, nach dem, was ich in anderen Büchern weiter recherchiert habe. Im Lüder und im Gerhardt hat er das "essbar"-Symbol, in den meisten anderen Büchern gilt er als bitter und damit ungenießbar.

    Bei den Fotos Nr. 3.2 und 3.3 denke ich eher an den Rauchblättrigen als an den Ziegelroten oder Grünblättrigen, da die Stielspitze nicht neongelb/neongrün oder kalt schwefelgelb, sondern stumpf gelbbräunlich ist. Ein Flämmling kann es nicht sein, der hätte leuchtendgelbe Lamellen. Die Flecken auf den Lamellen sind Anzeichen des Vergehens.
    Grünblättrige, Rauchblättrige und Ziegelrote Schwefelköpfe lassen sich übrigens gut und zielsicher an einer Geschmacksprobe unterscheiden (sofern man die Pilze vorher auf eine der drei Arten hat eingrenzen können). Dabei sollte man alles wieder ausspucken.

    Das ist was aus der Multiformis-Gruppe, was man an der knolligen Stielbasis und den jung tonblassen Lamellen erkennen kann. Z. B. kommen Cortinarius multiformis var. coniferarum oder Cortinarius allutus in Frage. Für eine nähere Eingrenzung muss man sämtliche Bestimmungsmerkmale laut Literatur durchgehen.
    Teste bei deinem nächsten Fund, ob du in der Stielbasis Kunsthoniggeruch wahrnehmen kannst, das wäre ein gutes Erkennungsmerkmal.


    Allerdings weiß man ja nicht, ob jeder auf diese meist etwa einen Tag später folgende Korrektur (und die ist es in den meisten Fällen leider) abwarten.


    Natürlich tun sie das nicht, denn bis dahin sind die Pilze ja nicht mehr richtig frisch.


    Wieviele Arten von Pilzen habe ich im Jahr 2013 gefunden und anschließend entweder verspeist oder getrocknet, um sie später zu verspeisen?


    Bestimmt tauchen hier bald die ersten Scherzrätsel und ähnliche Satiren auf (wieviel Leute in meiner Verwandtschaft haben Fußpilz?):P


    kennt jemand Andreas V.?


    Wenn deine Quelle das PilzePilze-Forum ist, dann sollte Andreas V. = Andreas Vesper sein, ein Hobbymykologe und sehr guter Pilzkenner aus Thüringen, den ich von den ThAM-Veranstaltungen kenne. Wenn der ein Bestimmungsergebnis raushaut, würde ich darauf vertrauen.

    Ich halte es nicht für unmöglich, dass Exemplare von Melanoleuca melaleuca, nachdem sie in kalten Nächten ein paar mal eingefroren und tagsüber wieder aufgetaut sind, farblich so aussehen können. Auf typische Pilzfarben darf man in Zeiten von nächtlichen Bodenfrösten ohnehin nicht viel geben.


    Es hat ja bisher auch niemand explizit behauptet, dass das nicht Melanoleuca melaleuca sein kann. Normalerweise hat M. m. halt einen grau- bis schwarzbraunen Hut und weiße bis grauweißliche Lamellen. Dieser Pilz hat dagegen blassorangebraune ("cognacbraune", wie in manchen Büchern steht) Lamellen.


    Ursprünglich ging es doch nur um die Frage, ob es sich um Samtfußrüblinge handelt. Zumindest diese Frage dürfte sich erledigt haben. Ob das jetzt Melanoleuca cognata ist, phü... Ich persönlich fände es interessanter zu diskutieren, wie es kommt, dass eine Pilz-App solche Ergebnisse liefert, und welche Folgen es hätte haben können, wenn ein anderer App-Nutzer nicht so gescheit wie JackBayer gewesen wäre :thumbup: und hier im Forum noch mal sein Bestimmungsergebnis hinterfragen gelassen hätte.