Hallo Pablo,
ein großes Kompliment für diese tolle Gattungsübersicht, die kommt zum Start der heurigen Boletensaison genau richtig.
Zu den folgenden Arten, die ich schon live gesehen habe, hätte ich noch ein paar zusätzliche Anmerkungen bezüglich der Merkmale:
[quote='Beorn','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=230793#post230793']
> Boletus appendiculatus Schaeff.
Huthaut deutlich filzig
Fleisch im Hut und im oberen Stielbereich leuchtend gelb, in der unteren Stielhälfte dagegen meist hell rosabraun
Stielrinde in der oberen Hälfte mit feinem, gelbem Netz
> Boletus depilatus Redeuilh
Fleisch in Hut und oberer Stielhälfte blassgelb
Stielrinde mit winzigen bräunlichen Pusteln
> Boletus edulis Bull.
Bandbreite der Hutfarbe: haselbraun, kastanienbraun, weiß, sogar grünlichgelb möglich
Hutrand mit ca. 1mm breiter weißer Zone
Stielnetz oft undeutlich
Fleisch weiß bis weißgrau marmoriert, oft mit kleinen leuchtend gelben Flecken am Stielrand
> Boletus erythropus Persoon
Bandbreite der Hutfarbe: kastanienbraun (wie der Maronenröhrling) bis ledergelb, kanarienvogelgelb in der var. junquilleus, aber niemals mit Rosa- oder mit Orangetönen
Fleisch im Hut vor dem Verfärben leuchtend chromgelb (wie Cortinarius splendens), nach dem Anschneiden sofort stark blauend
> Boletus fechtneri Velen.
Geschmack völlig mild (Abgrenzungsmerkmal zu B. radicans oder B. calopus)
- Boletus impolitus Fr.
Hutfarbe graubraun bis metallisch grau
Stiel mit kleinen gelben oder braunen Pusteln, etwas gröber als bei B. depilatus
Fleisch im Schnitt leuchtend gelb, vor allem über der Röhrenschicht
Stielrinde oft mit roten Flecken, jedoch kein rötliches Band wie etwa bei B. fechtneri oder B. pseudoregius/fuscoroseus
> Boletus legaliae Pilat
Stielrinde junger Exemplare leuchtend orangerot
> Boletus luridus Schaeff.
Hutfarbenspektrum: normalerweise ein Mix aus Olivgrau und Olivbraun, möglich sind aber auch schokoladenbraune, grünliche, ausgesprochen orangefarbige und sogar rosafarbige Hüte;
das mögliche Hutfarbenspektrum studiere man am besten auf solchen Friedhöfen, auf denen Boletus luridus immer wieder Schwemmen produziert
Fleisch im Hut und in der oberen Stielhälfte vor dem Blauen meist schmutzigrosa, bis zur Stielmitte gelblich, gegen die Stielbasis zu manchmal weinrötlich
- Boletus pinophilus Pilat & Dermek
Stielrinde und Porenmündungen oft mit rotbräunlichen Tönen
> Boletus pseudoregius (Huber) Estades
das Rot am Stiel ist oft als Ringzone ausgebildet
> Boletus pulverulentus Opat.
Habitus wie der Maronenröhrling
Hutfarbe schmutzig graubraun wie beim Rotfußröhrling
Stiel leuchtend kanarienvogelgelb, mit Farbverlauf über orange hin zu orangerot
alle Teile des Pilzes bei Berührung oder Verletzung blitzartig schwarzblau verfärbend
> Boletus queletii Schulzer
ohne Bataille-Linie, d. h. ohne roten Röhrenboden
> Boletus radicans Pers.
Huthaut oft schorfig-schuppig
glatter Stiel ohne jede Netzzeichnung möglich
Fleisch vor dem Blauen leuchtend zitronengelb (also heller als B. appendiculatus oder B. impolitus), gegen die Stielbasis oft hellbräunlich
> Boletus regius Krombh.
Fruchtkörper sehr klein für die Gattung (Hutdurchmesser nur selten über 10 cm)
Huthaut schorfig-schuppig (Abgrenzungsmerkmal zum Anhängselröhrling)
> Boletus reticulatus Schaeff.
Hutfarbe als zwei voneinander scharf abgegrenzte Formen:
entweder hell ledergraubraun (diese Form sieht dem jungen Gallenröhrling sehr ähnlich) oder kräftig nussbraun bis rotbraun (diese Form wird oft mit dem Bronzeröhrling verwechselt)
Netzzeichnung mit Hutfarbe korrespondierend: bei Exemplaren mit hellem Hut ist die Netzzeichnung oft dunkler als der Stielgrund, bei solchen mit dunklem Hut - und dann auch dunklerer Stielrinde - ist sie dagegen heller
niemals rosafarbene Zone unter der Huthaut
Huthaut trocken, matt, außer im Regen niemals glänzend
keine weiße Linie am Hutrand
> Boletus rhodopurpureus f. xanthopurpureusSmotl.
Hut extrem wechselfarbig, mit vielen roten/braunen/blaugrünen Verfärbungen
> Boletus rubrosanguineus Cheype
Röhrenmündungen auffallend satt blutrot, ohne orangerote Töne wie bei B. luridus und B. erythropus
Hutfarbe alt heller grau, wie ein Schönfußröhrling
in den Nadelwäldern der Kalkalpen im Spätsommer durchaus häufig
> Boletus satanas Lenz
Fruchtkörper üblicherweise groß und massiv (mit die größte Boletus-Art)
Stielrinde mit kalten Rottönen: karminrot bis pink
Fleisch nur langsam und schwach blauend (Abgrenzungsmerkmal zu Hexenröhrlingen)
Geruch jung nach frischem Kinderurin; die in der Literatur angegebenen Verwesungsgerüche scheinen sich auf überalterte, bereits vergehende Exemplare zu beziehen
> Boletus caucasicus
Wenn du willst, können wir diesen Sommer einen Kurztrip in die Alpen unternehmen - in ein Gebiet, wo ich schon solche caucasicus-Teile gesehen habe. Vielleicht finden wir dort wieder welche und können sie studieren.