Der Fruchtkörper hatte aber nichts Gelbes, er war schneeweiß, bis auf etwas Gelb an der Stielnatterung als Kontrastfarbe.
Oh, das ist kein Problem: es gibt tatsächlich einen völlig weißen Gelben Knollenblätterpilz (Amanita citrina f. alba)!
Jetzt hast du aus dieser Anfrage gelernt, dass bei Amanita-Anfragen im Pilzforum nicht unbedingt was Sicheres rauskommen muss. Also: nächstes Mal den Pilz sauber mit Knolle ausgraben und vor allem am Pilz riechen, dann klärt sich direkt vor Ort schon so manches. Kartoffelkeimgeruch am Pilz erkennt meiner Erfahrung nach fast jeder, Honiggeruch auch.
[hr]
Coprinus
Mann, hast du dir Arbeit gemacht! Dir ist ja wirklich wichtig, dass rauskommt, welche Art das letztlich ist.
[quote='Coprinus','https://www.newboard.pilzforum.eu/board/index.php?thread/&postID=257200#post257200']
> Sicher ist bereits, es handelt sich um eine Lepiota-Art.
Welche genau, wird sich vermutlich nicht ohne Mikroskop feststellen lassen.
Das fürchte ich auch. Deswegen - verstehe es bitte nicht falsch - hätten die Fotos aus deinem ersten Beitrag ausgereicht. Immerhin ist das mit dem Rosaton aufgeklärt worden. Offensichtlich hat dieser Schirmling einen auffallend rosafarbigen Stiel (Bestimmungsmerkmal!).
> Der Umfang des Hutes beträgt 15 cm.
Diese Angabe findet man in keinem Pilzbestimmungsbuch, daher ist sie irrelevant (bitte nicht böse sein!).
> Die Fruchtschicht ist hell Cremefarben, nicht reinweiss, die Lamellen stehen recht eng, sind sehr weich und brüchig.
Ähm, was jetzt, weich oder brüchig? Wahrscheinlich weich, ist ja kein Sprödblättler. Leider ist das mit den weichen Lamellen bei fast jeder Lepiota so, d. h. auch diese Angabe ist für die Bestimmung eher irrelevant (kannst du ja auch nicht wissen).
> Aufgefallen ist mir, das rosafarbene Einflüsse vom Stiel herführen können, da dieser etwas dunkler gefärbt ist.
Ja, die Farbe des Stieles ist in der Tat ein relevantes makroskopisches Bestimmungsmerkmal. Der Stiel ist ziemlich kräftig rosa, das ist nur bei ganz wenigen Lepioten so.
> Im Querschnitt würde ich die Lamellen als angewachsen bezeichnen.
Oh. Lepioten gelten bestimmungssystematisch als Freiblättler (z. B. in Rita Lüder, Grundkurs der Pilzbestimmung). Diese Einschätzung solltest du noch einmal überprüfen.
> Die Stiele der Fruchtkörper sind hohl, aussen dunkler als innen, zudem ist im hellen "Kern" das Fruchtfleisch fransig, fäderig.
Das ist bei Lepioten ebenfalls immer der Fall.
> Ebenso könnte im oberen Stielbereich ein ehemaliger feiner Stieling zu vermuten sein.
Das ist ein relevantes Bestimmungsmerkmal. Es gibt Arten mit stabilem Ring und solche mit hinfälligem, schnell verschwindenden Ring. Diese Art gehört in die zweite Kategorie.
> Die Stielbasis ist etwas verdickt, leicht keulenförmig.
Es gab kaum Verfärbungen im Querschnitt, die Lamellen blieben unverändert, der Stiel dunkelte nach einigen Minuten sehr geringfügig nach.
Alles für die Lepiota-Bestimmung irrelevant (bitte nicht böse sein!).
> Einen Geschmackstest habe ich natürlich nicht durchgeführt, aber einen Geruchstest. Bezeichnen möchte ich den Geruch nicht so sehr unangenehm, er war frisch pilzig, aber nicht lecker pilzig, der Bodengeruch überwog.
Die Geruchsangabe "pilzig" gibt für die Bestimmung nichts her. Bekannte Lepiota-Gerüche sind lt. Großpilze BW Band 4: cristatoid (= stechend metallisch, wie beim Kartoffelbovist), fruchtig, aromatisch-süßlich, rettichartig.
> Bodensäuregehalt versucht zu messen anhand eines Indikatorpapiers. Ergebnis: 5,6 sauer.
Zu welchem Zweck hast du das getan? Bzw. was wolltest du bestimmungstechnisch damit erreichen?
Fazit:
Ganz großes Lob für deine Einsatzbereitschaft. Wenn du dich an Lepioten heranwagst, solltest du dir allerdings noch Wissen anlesen, welche Merkmale wirklich bestimmungsrelevant sind.
Freundliche Grüße
Oehrling